Google TV Streamer im Test: Was taugt er im Jahr 2026?
- Preis
- 119 Euro (UVP)
- Auflösung
- UHD 4K (3840 x 2160)
- HDR-Unterstützung
- Dolby Vision, HDR10, HDR10+, HLG
- Anschlüsse
- 1x HDMI-2.1, 1x USB-C (Strom und Datenübertragung), 1x Ethernet, Bluetooth 5.1, WLAN
- Sprachsteuerung
- Google Assistant
Eine riesige App-Auswahl, erfreulich wenig Werbung und ausgiebige Smart-Home-Fähigkeiten: Um Google TV nachzurüsten, gibt es wenig bessere Lösungen auf dem Markt als den Google TV Streamer. Minuspunkte gibt's nur bei der fehlenden Unterstützung moderner WiFi-Standards sowie den eingeschränkten Passthrough-Möglichkeiten.
- 4K HDR-fähig
- Große App-Auswahl im Google Play Store
- Flüssiges Betriebssystem ohne viel Werbung
- Matter-Zentrale und Thread Border Router
- Ethernet-Anschluss
- Unterstützt nur WiFi-5
- Kein Passthrough für verlustfreie HD-Tonformate wie Dolby TrueHD
Google TV ist nicht nur die Standard-Oberfläche mehrerer Fernseher-Hersteller, du kannst die Plattform auch auf diversen Streaming-Playern nutzen. Google selbst bietet mit dem Google TV Streamer eine hauseigene Lösung an, um Fernseher nachträglich mit Google TV auszustatten. Wir haben die kleine Streaming-Box getestet.
Hier kannst du den Google TV Streamer kaufen:
Google TV Streamer vs. Chromecast: (Fast) alles neu
Mit dem Streamer hat Google 2024 das Ende des Chromecast-Dongles besiegelt. Dessen finale Version nutzte zwar ebenfalls Google TV als Oberfläche, das neuere Modell macht aber vieles anders. Neben einem überarbeiteten Gehäuse gibt es auch viel Neues am Innenleben, darunter eine Smart-Home-Integration inklusive Matter-Zentrale und Thread Border Router. Unser Test zeigt dir, ob der Google TV Streamer im Jahr 2026 immer noch eine gute Option ist, um deinen Fernseher mit Google TV nachzurüsten.
Dich interessiert, wie andere Streaming-Boxen in unseren Tests abgeschnitten haben? Dann wirf einen Blick auf unsere Bestenliste:
Google TV Streamer im Detail: Anschlüsse und unterstützte Formate
Die Veränderungen beginnen schon bei der Gehäuseform. Statt der klassischen Pillenform ist der Google TV Streamer eine keilförmige, flache Box, die du neben deinem Fernseher platzieren kannst. Sie wird via USB-C mit Strom versorgt. Der HDMI-2.1-Anschluss bringt 4K-Inhalte mit 60 Bildern pro Sekunde auf den Bildschirm. Er unterstützt Dolby Vision, HDR10 und HDR10+. Zum Glück hat Google ihn auch mit einem Ethernet-Anschluss ausgestattet, denn dem Google TV Streamer fehlt die Unterstützung für moderne WLAN-Standards – doch dazu später mehr.

Ein unscheinbarer Knopf auf der Gehäuse-Rückseite bietet Zugriff auf eine der besten Funktionen des Google TV Streamers: Drückst du ihn, gibt die Fernbedienung einen lauten Piepton von sich. Perfekt für alle, die ihre Remote gerne mal in der Sofa-RiSofaritze oder anderswo verlegen.
Die Fernbedienung selbst ist minimalistisch aufgebaut. Neben einem runden Vier-Wege-Pad findest du unter anderem die Lautstärkesteuerung sowie drei Schnellzugriffstasten. Zwei davon sind mit Netflix und YouTube vorbelegt. Die Sterntaste kannst du hingegen in den Systemeinstellungen mit einer favorisierten App oder einer Funktion frei ausstatten.

Die Mikrofontaste ruft mittlerweile Googles Assistenten auf den Schirm. Leider hat es die in den USA verfügbare Google-KI Gemini noch nicht auf deutsche Fernseher geschafft. Zumindest zum Testzeitpunkt kommt immer noch der ältere Google Assistant zum Einsatz. Hältst du die Mikrofontaste gedrückt, kannst du ebenso nach Streaming-Inhalten suchen, einfache Wissensfragen auf dem TV beantworten oder deine Smart-Home-Geräte steuern. Letztere profitieren nicht nur von der Google-Home-Integration, sondern auch von der Tatsache, dass der Google TV Streamer mit Matter und Thread kompatibel ist.
Google TV Streamer im Praxistest: Flott und durchdacht
Wie schlägt sich der Google TV Streamer im Streaming-Alltag? Um es vorwegzunehmen: überaus wacker, mit einigen kleinen „Abers“. Auf dem von uns getesteten Google TV Streamer läuft Google TV auf Basis von Android TV 14. Das seit dem Release der Streaming-Box über diverse Updates gereifte System erweist sich im Langzeittest über mehrere Monate als absolut solide. Apps starten schnell, Streams laufen stabil, Verzögerungen und Ruckler bei der Navigation durch Menüs oder Medieninhalte treten nicht auf.

Die Oberfläche bietet den Google-TV-typischen Mix aus Film- und Serienempfehlungen und direktem App-Zugriff. Die Vorschläge lassen sich dabei mit zunehmender Nutzungsdauer optimieren, indem du Bewertungen für Inhalte abgibst. Praktisch ist, dass Google TV die Verfügbarkeit von Streaming-Inhalten bei verschiedenen Anbietern checkt und dir sowohl Kauf- als auch Abo-Angebote auflistet. Dank individueller Profile ist die Nutzung mit mehreren Nutzer:innen im gleichen Haushalt kein Problem. Auch Kinderprofile, über deren Inhalte du über Googles Elternkonto bestimmen kannst, gehören zum Portfolio.

Erfreulicherweise musst du trotz Abkehr vom Chromecast-Label nicht auf die bekannte Cast-Funktion verzichten. In Google-Cast-kompatiblen Apps kannst du Inhalte per Druck auf das Cast-Symbol unkompliziert auf den Fernseher übertragen. Das funktioniert unter Android ebenso wie auf dem iPhone oder iPad. Android-exklusiv bleibt aber die Möglichkeit, den gesamten Bildschirminhalt vom Smartphone oder Tablet auf den Fernseher zu streamen.

Auch die bereits erwähnte Sprachsteuerung des Google TV Streamers funktioniert in der Praxis sehr gut. Das Gerät erkennt Sprachbefehle schnell und zuverlässig. Mangels Gemini enden aber viele Wissensfragen damit, dass der Google TV Streamer entsprechende Infos in YouTube-Videos sucht. Etwas schade ist, dass das nur mit einem Griff zur Fernbedienung funktioniert. Lösungen wie der Amazon Fire TV Cube oder die Thomson Streaming Box 270 Plus zeigen, dass eine „Handsfree“-Sprachbedienung für TV-Boxen praktisch sein kann.
Play Store auf dem Fernseher mit großer App-Auswahl
Eine traditionelle Stärke des Google-TV-Systems gilt natürlich auch für den Google TV Streamer: Die TV-Version des Google Play Store ist mit reichlich Apps bestückt, die du dir auf den Fernseher holen kannst. Neben den üblichen Verdächtigen in puncto Streaming wie Netflix, Disney+, Paramount und Co. sind auch die Öffentlich-Rechtlichen vertreten. Eine negative Ausnahme bildet nach wie vor Sky Q. Das Allround-Angebot des Pay-TV-Senders gibt es nach wie vor nicht für die Android-Welt. Willst du es auf deinem Fernseher nachrüsten, musst du also wahlweise zur Sky-Box greifen oder auf den Apple TV 4K setzen.

Im Gegenzug gibt es eine ganze Reihe nischiger Apps im Play Store. Dazu gehören beispielsweise das Mediacenter Kodi, was du unter Google TV ohne Sideloading-Querelen installieren und einrichten darfst. Auch diverse VPN-Anbieter kannst du auf dem Streamer installieren. Mit Diensten wie NordVPN oder ExpressVPN kannst du auf dem Fernseher unter anderem Geo-Blockaden der Streaming-Anbieter umschiffen – freilich auf eigene Gefahr.
Matter und Thread hui, altes WiFi pfui
Neben dem Streaming-Einsatz kannst du den Google TV Streamer auch als Smart-Home-Zentrale nutzen. Die Box unterstützt Matter und Thread, letzteres sogar als Thread-Border-Router. Du kannst damit also auch kleine Geräte in dein Smart Home integrieren, die sich nicht direkt mit deinem WLAN verbinden.

Im Zusammenspiel mit der Google-Home-App auf dem Smartphone und der Sprachsteuerung über die Fernbedienung ist der Google TV Streamer damit eine veritable Basis für viele Smart-Home-Umgebungen.

Während hier also der Daumen nach oben zeigt, offenbart der Google TV Streamer an einer anderen Vernetzungs-Front eine Achillesferse: Ihm fehlt die Unterstützung für moderne WiFi-Standards. Google hat dem Streamer lediglich WiFi-5-Kompatibilität mitgegeben, was schon zur Veröffentlichung nicht mehr ganz zeitgemäß war. Hast du also bereits auf eine stabilere WiFi-6- oder gar WiFi-6E- oder WiFi-7-Umgebung umgestellt, profitiert der Google TV Streamer davon nicht. Fairerweise ist 4K-Streaming von Netflix, Disney und Co. auch über WiFi 5 grundsätzlich problemlos möglich. Ist in deinem WLAN aber viel los oder stören viele benachbarte Funknetze deinen Empfang, könnte der Google-Streamer an seine Grenzen kommen.

In diesem Fall solltest du, sofern möglich, auf die Ethernet-Anbindung ausweichen. In unserem WiFi-6E-Netzwerk bemerken wir beispielsweise beim Spiele-Streaming über Nvidia GeForce Now, dass andere WLAN-Lösungen besser mit den hohen Anforderungen zurechtkommen. Die Eingabeverzögerung ist in WiFi-5-Verbindungen spürbar größer, als auf anderen Geräten wie einem zum Vergleich herangezogenen MacBook Air am Fernseher.
Ein zweiter, größerer Malus beim Google TV dürfte dich nur betreffen, wenn du deine Medien mit optimaler Audioqualität rippst. Der Google TV Streamer bietet kein Passthrough für verlustfreie HD-Tonformate wie Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio und DTS:X. Stattdessen versucht das Gerät, solche Formate intern in PCM umzuwandeln; das kann je nach Setup funktionieren, ist aber nicht dasselbe wie Bitstream-Passthrough an deinen AV-Receiver oder deine Soundbar. Entsprechende Tonformate konvertiert die Google-Box in einen PCM-Stream, der Detailinformationen vermissen lässt. Willst du also eine selbstkuratierte Mediensammlung abspielen, bist du bei anderen Lösungen besser aufgehoben.
Google TV Streamer im Test: Unser Fazit
Der Google TV Streamer macht nach wie vor vieles richtig. Er bietet eine grundsolide, aufgeräumte und weitestgehend durchdachte TV-Erfahrung. Die unaufgeregte Menüführung und die zu praktisch jeder Zeit gute Performance tragen ihren Teil dazu bei. Erfreulicherweise verzichtet Google bislang weiterhin auf Werbung in der Oberfläche – zumindest, wenn man App- und Filmempfehlungen davon ausnimmt. Clevere Extras wie die gute Integration ins Smart Home samt Thread-Border-Router-Funktion oder auch die gute und vor Verlusten geschützte Fernbedienung runden die gute Benutzererfahrung ab.
Am Ende bleiben zwei Probleme: der veraltete WLAN-Standard WiFi 5 sowie das fehlende Audio-Passthrough. Das sind aber zugegebenermaßen Punkte, von denen du im Alltag nicht viel bemerken wirst. Seine Kernfunktionen beherrscht der Google TV Streamer nämlich trotz allem mit Bravour. Um Google TV nachzurüsten, gibt es wenig bessere Lösungen auf dem Markt.
Aktuelle Angebote
| Technische Daten | |
| Preis | 119 Euro (UVP) |
| Auflösung | UHD 4K (3840 x 2160) |
| HDR-Unterstützung | Dolby Vision, HDR10, HDR10+, HLG |
| Bildfrequenz | bis 60 Hz |
| Speicherplatz | 32 GB |
| Anschlüsse | 1x HDMI-2.1, 1x USB-C (Strom und Datenübertragung), 1x Ethernet, Bluetooth 5.1, WLAN |
| Betriebssystem | Google TV |
| Sprachsteuerung | Google Assistant |
| Audioformate | Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby Atmos |
| Fotoformate | n.A. |
| Abmessungen (BxHxT) | 162 x 27 x 76 mm |
Du möchtest dich vor dem Kauf noch weiter umschauen? Hier findest du weitere Streaming-Player aus unseren Tests: