Nubert nuControl X-2 im Test: Streaming-Vorstufe mit Luxusausstattung
- Eingänge
- 2x XLR, 3x Cinch, 1x Phono MM/MC (Cinch), 2x Optisch, 2x Koax, 2x USB-A (Media und HDMI-Dongle), 1x AES-EBU
- Audio-Ausgänge
- 1x XLR variabel, 1x Cinch variabel, 1x Cinch fix, 2x Kopfhörer (6,3 + 4,4 mm ), 1x Koax, 1x Optisch, Bluetooth aptX HD, X-Connect
- Quellen kabellos
- Bluetooth aptX HD, AirPlay 2
- Integrierte Streamingdienste
- Spotify Connect, Tidal (klassisch & Connect), Qobuz, Deezer, Airable
- Gehäuse-Ausführungen
- Silber/Schwarz
- Abmessungen (BxHxT)
- 430 x 125 x 395 mm
- Preis
- 4490 Euro
Das Bedienkonzept wirkt streckenweise rustikal, aber Musik spielt der nuControl X-2 mit großer Überzeugungskraft. Engagierte Nutzer:innen finden eine leistungsfähige Raumeinmessung, variables Upsampling und einen parametrischen Equalizer. Puristen vermissen vermutlich Gapless Playback.
- Kräftiger, sachlich-präziser Klang, exzellente Raumabbildung
- Guter Phonoeingang für MM und MC
- Hervorragendes EQ- und Subwoofer-Management
- Umfangreiche Ausstattung
- Kein Gapless Playback
- Kein HDMI-ARC (per Dongle nachrüstbar)
- App und Streamer arbeiten nicht immer harmonisch zusammen
Der nuControl X-2 ist ein voll ausgestatteter Vorverstärker mit integriertem Streaming, eigener Raumeinmessung, einem MM- und MC-fähigen Phonoeingang und einem großzügig bemessenen Touchscreen. Preis und Ausstattung entsprechen nahezu eins zu eins dem Vorgänger nuControl X. Am Design wurde dafür umso stärker geschraubt und auch auf Software-Seite will man nachgebessert haben. Wie sich der Hybrid aus Netzwerk-Player und Vorverstärker in unserem Test benimmt, verraten wir dir hier.
Hier findest du den Nubert nuControl X-2 im Angebot beim Hersteller:
Neues Gewand mit High-Tech-Inhalt
Das neue Design macht den Nubert-Preamp aber deutlich ikonischer als seinen unscheinbaren Vorgänger: Die kantigen Linien der Frontplatte könnten, wenn man sich das hochauflösende Farb-TFT in der Mitte wegdenkt, auch in den 70er-Jahren entstanden sein. Gerade als Team mit seinem Endstufen-Partner NuPower A-2 verströmt der nuControl heimeliges Retrofeeling aus der goldenen Stereoära.

Von den Fähigkeiten des nuControl X-2 hätte man damals freilich nicht mal zu träumen gewagt. Musik in unbegrenzter Auswahl mit ein paar Tipps auf einem Smartphone auszuwählen und ohne qualitative Einschränkungen in Echtzeit ins Wohnzimmer zu streamen – das klang noch vor 20 Jahren wie Science-Fiction. Ebenso die potenzielle Dynamik und Auflösung der mit dem Nubert abspielbaren Musikdateien: 32 Bit Wortbreite, 768 kHz Abtastrate verarbeitet der eingebaute D/A-Wandler. „Normalere“ Auflösungen, wie sie von den Streamingdiensten oder auch deiner CD-Sammlung angeliefert werden, kann der Preamp en passant in mehreren wählbaren Stufen bis zu dieser Grenze hochrechnen. Das ist zwar nicht zwingend immer auch besser, schafft dir aber Spielraum für klangliches Feintuning.
Nubert nuControl X-2 im Hörtest: Raum bis zum Abwinken
Selbst mit einem Phonoeingang in der hier vorliegenden Qualität hätte man vor 20, 30 Jahren noch seine liebe Mühe gehabt. Um das herauszufinden, helfen Zahlen wenig, der Hörvergleich dagegen umso mehr. Was als Erstes auffällt: Der Nubert-Phonoeingang rauscht nicht. Nicht mal mit leisen Moving Coils, und schon gar nicht mit Magnetsystemen. Auf dem Papier ist kein Phonoteil wirklich rauschfrei – da hat die Physik etwas dagegen. Uns interessiert aber das Verhältnis zwischen Nutzsignal und den hausgemachten Störanteilen.

Im Idealfall herrscht einfach Stille, sobald du die Nadel aus der Rille hebst – auch wenn du vorher ordentlich weit aufgedreht hattest. Mit einem Shelter 501 III (Ausgangsspannnung: 0,5mV) in unserem SME Model 10 ist diese Forderung bereits erfüllt, solange du nicht wirklich nach den letzten Rauschresten suchst. Selbst beim noch etwas leiseren Rega Ania (0,35 mV) kommt am Hörplatz nur ein leises Säuseln an.
In puncto Rauschen können also auch externe Phono-Vorverstärker der Nubert-Vorstufe nichts vormachen. Klanglich schlägt sie sich kaum schlechter. Was wir immer wieder positiv kommentieren, ist die weite, überzeugend stabile Raumabbildung, die unsere Platten über die Nubert-Kette erhalten. Dass Stereo ein Klangereignis nicht nur in der Breite, sondern dank der evolutionären Spezialisierung unseres Gehörs auch in der Tiefe akkurat nachbilden kann, kannst du hier exemplarisch erleben.

Der Raumeindruck ist bei vielen Platten so plastisch, dass wir vorsichtshalber sogar noch ein zweites Mal die Polung unserer Lautsprecherkabel prüfen. Aber da ist alles, wie es sein soll. Der weite, tiefe Raum ist echt und kein Produkt eines Phasenfehlers. Unsere extrem abbildungsfreudigen Tannoy-Koaxmonitore setzen diesen Raum nur besonders eindrücklich um.
Klar, aber nicht hell
Im Ton wirkt unser vertrauter Plattenspieler am Nubert-Preamp substanzreich, aber nicht fett. Stimmen stehen körperhaft und verbindlich in der Hörraumluft, der Bass begleitet die Musik aufgeräumt, melodisch und straff federnd. Plans von Death Cab For Cutie in der bei RTI gepressten US-Erstauflage überrascht uns mit seiner Mischung aus Indie-Ernst und poppiger Leichtigkeit kaum weniger als vor 21 Jahren, als das Album herauskam. Erfreulicherweise begegnet uns in der Hörsession mit dem integrierten Streamer ein ganz ähnlicher Charakter: eher noch plastischer und räumlich ausgedehnter, aber mit der gleichen unaufdringlichen Genauigkeit.

Nicht so glücklich sind wir – zumindest anfangs – mit den analogen Hochpegeleingängen. Sie klingen – ganz gleich, ob XLR oder RCA – dynamisch eingeengt. Bei lauteren Stellen beginnt das Signal sogar unschön zu clippen. Ein Blick in die technischen Daten des angeschlossenen Phono-Preamps führt zur Lösung: Der Soulnote E-1 ver.2 besitzt einen ungewöhnlich hohen Verstärkungsfaktor von 77 dB. Mit einem 0,5-Millivolt-System wie dem Shelter ergibt das 3,5 Volt Signalspannung.
Mit den meisten Preamps ist das kein Problem, aber Nubert hat die Aussteuerungsreserven des Eingangs offenbar sehr knapp ausgelegt. Zum Glück gibt es dafür eine Lösung: einen Menüpunkt namens „Analog Gain“, der das Signal direkt am Eingang um bis zu 9 dB abschwächt. Dann passt’s.
Du willst wissen, wie sich der Nubert nuControl X-2 im Vergleich mit anderen Netzwerk-Playern schlägt? Dann wirf einen Blick in unsere Bestenliste:
Einmal digital und zurück
Den variablen Abschwächer am Eingang braucht der Nubert, weil er analoge Signale direkt nach der Eingangswahl digitalisiert. Die Weiterverarbeitung erfolgt einheitlich in der digitalen Domäne: Klangregelung, Equalizer, Raumkorrektur, Loudness, Bass- und Delaymanagement erledigt ein DSP. Erst nach dem D/A-Wandler folgt eine schlagkräftige Analog-Ausgangsstufe. Der A/D-Wandler für die analog ankommenden Signale muss einerseits weit genug ausgesteuert werden, um Rauschen und Quantisierungsverzerrungen zu minimieren.

Andererseits darf er nicht übersteuern, weil alles oberhalb des „0 dB“-Spannungswerts sonst einfach abgeschnitten wird – was fürchterlich klingt. Mit der Analog-Gain-Einstellung hast du für AUX und XLR getrennt jeweils ±9 dB Verstellbereich. Du musst den richtigen Wert entweder per Gehör oder rechnerisch finden. Praktischer wäre eine Aussteuerungsanzeige oder zumindest ein Clipping-Indikator.
Für die D/A-Wandlung bemüht Nubert 32-bit-SABRE-Chips von ESS, Typ ES9038PRO. Wie die meisten modernen DACs verarbeiten diese neben PCM praktisch beliebig hoher Auflösung auch DSD-Bitstreams: 32 bit / 768 kHz oder DSD512 nennt der schwäbische Hersteller als höchste unterstützte Auflösungen. Beide sind als Audio-Files extrem selten, was bei einem Platzverbrauch von rund 15 GB für ein 45-Minuten-Album auch wenig überrascht. DSD64 und 128 gibt’s dagegen als Bezahldownload und auf vielen privaten Musikservern.

Etwa wenn sich SACD-Sammler:innen die Mühe gemacht haben, ihre Sammlung mit List und Tücke von den – eigentlich robust verschlüsselten – Silberscheiben auf Harddisk zu rippen. FLAC in 96/24 und 192/24 wiederum liefern Streamingdienste wie Qobuz inzwischen fast schon als Standardauflösung.
Variables Upsampling erhöht den Spielwert
Wie auch immer die digitalen Inhalte ankommen: Du hast stets die Möglichkeit, sie in eine höhere Auflösung umrechnen zu lassen, bevor sie in den Wandlerchip strömen. Nuberts Signalprozessor kann sogar PCM-Content in DSD-Bitstreams umwandeln und dem DAC diese füttern. Ein Stück weit ist dieses Feature redundant, weil der ESS-DAC im Laufe des Wandlungsvorgangs effektiv dasselbe tut.

Mit der unabhängigen Upsamplingstufe hast du aber mehr Einflussmöglichkeiten. Gerade die Einstellungen, die als Zwischenstufe DSD verwenden, zeigen dann auch einen etwas weicheren, geschmeidigeren Charakter, der je nach Hörgeschmack eine Alternative sein könnte. Groß ist der Klangeinfluss des Upsamplings freilich nicht: Die nuControl bleibt stets sie selbst, mit allen Stärken und Schwächen.
Deutlich drastischere Klangveränderungen kannst du mit dem Parametric-EQ hervorrufen. Dessen sieben Bänder kannst du nicht nur frei im gesamten Frequenzband platzieren, sondern auch in ihrem Gütefaktor (also dem Einzugsbereich ober- und unterhalb der gewählten Frequenz) feinfühlig anpassen. Um mal kurz Bass reinzudrehen, ist dieses Profiwerkzeug aber zu komplex – dafür gibt’s zusätzlich noch klassische Bass- und Höhenregler mit feinen 0,5-dB-Schritten.
Die Equalizing-Fähigkeiten des leistungsfähigen DSP kommen auch bei der automatischen Raumkorrektur des nuControl zum Tragen. Sie vermisst deinen Raum mithilfe des iPhone-Mikrofons. Androidnutzer:innen müssen eines zukaufen, weil die dort verbauten Mikros nicht einheitlich genug sind. So oder so errechnet die Vorstufe anschließend im Bass und Grundton (bis 300 Hz) Korrekturfilter, die die typischen Dröhn- und Wummereffekte gut unter Kontrolle bringen können.
Anschlussvielfalt mit Lücken
Wummert es zu wenig, hilft man oft mit einem Subwoofer nach. Zwei davon kannst du am nuControl anschließen, mit individuellem und ungewöhnlich detailliertem Bassmanagement. Direkt daneben sitzt ein ungeregelter Stereoausgang, der für Aufnahmegeräte, Kopfhörerverstärker und Ähnliches gelegen kommt. Nicht dass ein Headphone-Amp immer benötigt würde: An der Frontplatte warten ein 6,3-mm- und ein symmetrischer 4,4-mm-Klinkenausgang auf passende Stecker.

Intern kümmern sich Texas-Instruments-Chips um die Verstärkung – keine ultimative, aber auf jeden Fall eine bewährte und mit den meisten HiFi-Kopfhörern sehr gut klingende Lösung. Wireless-Hörer und -Balkonboxen steuert der Nubert mit bidirektionalem Bluetooth an – natürlich unter Verwendung moderner, klangfreundlicher aptX-HD-Codecs.
Ganz ohne Datenreduktion kommt eine weitere Funkschnittstelle aus: Nuberts proprietäre X-Connect-Verbindung, die du an Subwoofern und Aktiv-Lautsprechern der schwäbischen Marke finden kannst. Verkabeln kannst du deine Endstufen wahlweise mit XLR- oder RCA-Pre-Outs. Auch analoge Eingänge gibt es in beiden Varianten: dreimal Cinch, zweimal XLR. Hinzu kommt der Cinch-Phonoeingang, den du mit einem kleinen Kippschalter zwischen MM- und MC-Empfindlichkeit umschalten kannst.

Für digitale Zuspieler stehen je zwei optische und koaxiale Eingänge bereit, ergänzt um einen USB-2.0-Anschluss für deinen Audio-PC und einen XLR-Eingang in der studioüblichen AES/EBU-Norm. Was fehlt: ausgerechnet HDMI ARC. Zum Glück gibt es einen Dongle im Zubehörprogramm, der einen der beiden USB-A-Ports am Heck in HDMI verwandelt. Die Akzeptanz der neuen Elektronik beim womöglich eher fernsehaffinen Partner (oder der Partnerin) wäre damit gerettet.
Nubert nuControl X-2: App wirkt hölzern
Steuern kannst du den Nubert-Preamp direkt am Gerät über den Touchscreen, auf deinem Smartphone mit Nuberts eigener App Control X, sowie in Grundfunktionen mit der schweren, soliden Alu-Fernbedienung. Allerdings fallen je nach Betriebsart bestimmte Zugangsmöglichkeiten aus, denn die Verzahnung zwischen App und Gerät ist ein bisschen hakelig. Immer wieder verlieren die beiden im Betrieb kurz die Verbindung, das TFT aktualisiert sich nicht oder nur zögerlich, und der letzte Stand etwa beim Stöbern im Qobuz-Angebot geht verloren.

Bei Wiedergabe von einem DLNA-Medienserver – zusammen mit den Streamingdiensten der aus audiophiler Sicht wichtigste Betriebsmodus – verlieren sowohl der Touchscreen als auch die IR-Fernbedienung einen Großteil ihrer Funktionalität. Dort funktioniert dann nur noch der Volumeregler, während du bereits einen einfachen Pause-Befehl nur noch per App senden kannst.
Noch ärgerlicher ist aber die fehlende Gapless-Fähigkeit des integrierten Streamers. Egal ob von Streamingdiensten oder lokalen Servern: Alben mit kontinuierlich ineinander übergehenden Tracks laufen hier nur mit hässlichen, etwa einsekündigen Zwangspausen an jeder Trackgrenze. Bei den meisten Popalben ist das egal, weil zwischen den Songs eh ein paar Sekunden lang Stille herrscht. Viele Konzept-, Live- und Klassikalben lassen sich via Nubert aber nicht so wiedergeben, wie es von Band und Produzent:in beabsichtigt war: als durchgehendes Werk, das zwar aus mehreren Tracks besteht, aber zwischen diesen keine Pausen vorsieht.

Unser Fazit zum Nubert nuControl X-2
Nubert hat im nuControl X-2 eine hochauflösende, sehr leistungsfähige technische Plattform verbaut. Hardwaremäßig entspricht diese nahezu exakt der des Vorgängers nuControl X, mit Ausnahme des neuen, charakterstarken Designs, das zumindest in unseren Augen einen klaren Fortschritt bedeutet. Um auf der Softwareseite ebenfalls Fortschritte zu machen, sollte der schwäbische Hersteller dagegen noch ein bisschen tüfteln: Gapless muss bei einem an Musikfans gerichteten Gerät einfach funktionieren.
Ebenso eine bruchlose Kommunikation zwischen App und Vorverstärker, damit du maximalen Nutzen aus dem schönen Touchscreen ziehen kannst. Bei der Gelegenheit können die Entwickler auch Qobuz Connect einpflegen, das viele Nutzer:innen der menübasierten Steuerung vorziehen. Klanglich gibt’s dagegen kein Vertun: Der Nubert-Preamp musiziert kraftvoll, großformatig und akkurat.
Hier geht’s direkt zum Angebot des Nubert nuControl X-2:
| Technische Daten | |
| Eingänge | 2x XLR, 3x Cinch, 1x Phono MM/MC (Cinch), 2x Optisch, 2x Koax, 2x USB-A (Media und HDMI-Dongle), 1x AES-EBU |
| Audio-Ausgänge | 1x XLR variabel, 1x Cinch variabel, 1x Cinch fix, 2x Kopfhörer (6,3 + 4,4 mm ), 1x Koax, 1x Optisch, Bluetooth aptX HD, X-Connect |
| Chromecast Built-In | – |
| Quellen kabellos | Bluetooth aptX HD, AirPlay 2 |
| Integrierte Streamingdienste | Spotify Connect, Tidal (klassisch & Connect), Qobuz, Deezer, Airable |
| MQA | – |
| Roon ready | Ja |
| Multiroom-fähig | – |
| Raumeinmessung | Ja (X-Room Calibration) |
| Netzwerk | LAN, WiFi |
| Gehäuse-Ausführungen | Silber/Schwarz |
| Abmessungen (BxHxT) | 430 x 125 x 395 mm |
| Mitgeliefertes Zubehör | IR-Fernbedienung, Netzkabel |
| Gewicht | 8,8 kg |
| Preis | 4490 Euro |
Alle von uns getesteten Vorverstärker – ob mit oder ohne Streamingfunktion – findest du hier, in unserer Bestenliste:

