So kannst du deine Vinyl-Sammlung digitalisieren

Viele Musik-Liebhaber schwören auf Vinyl – die schwarze Scheibe bietet einen einzigartigen Klang. Trotzdem kann es Sinn ergeben, die heimische Plattensammlung zu digitalisieren. Und wie du dieses Projekt angehst, erfährst du in unserem Ratgeber.

Viele HiFi-Enthusiasten lieben den Sound und den Stil von Schallplatten. Der besondere, analoge Klang kann von keinem Streaming-Dienst und keiner CD wirklich ersetzt werden. Doch manchmal ist es auch für Vinyl-Fans bequemer oder gar notwendig, die Musik zu digitalisieren. Damit Plattensammler für ihre geliebten Stücke nicht nochmal zahlen müssen, erklärt HIFI.DE in diesem Ratgeber, wie man Platten digitalisiert.

Vinyl digitalisieren: Die richtige Hardware

Für das Digitalisieren einer Vinyl bedarf es der richtigen Hardware. Genauer gesagt benötigst du für eine qualitativ hochwertige Digitalisierung Folgendes: einen Plattenspieler, einen Phono-Vorverstärker, einen A/D-Wandler mit USB-Ausgang und einen Computer.

Besonders komfortabel: Einige Abspielgeräte für Schallplatten besitzen bereits integrierte Phono-Vorverstärker und A/D-Wandler. Diese Geräte sind also bereits auf das Erstellen digitaler Kopien ausgelegt.

Wenn der Plattenspieler nicht über einen integrierten Phono-Vorverstärker verfügt, benötigt man ein externes Gerät. | Bild: PAZZiMO

Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Nicht wenige dieser Plattenspieler sind qualitativ eher minderwertig, was sich auf die Qualität der digitalen Dateien auswirkt. Wenn du dich dennoch für den leichten Weg entscheidest, gehören Geräte wie der AT-LP 5 von Audio Technica und Sonys PS-HX100 zu den empfohlenen USB-Turntables.

Viele Computer sind auch mit integrierten A/D-Wandlern ausgestattet. Doch auch hier kriegst du es häufiger mit minderwertiger Güteklasse zu tun. Die besten Ergebnisse erhältst du also, wenn du dir besagte Komponenten einzeln zulegst und dabei stets Wert auf Qualität legst. Übrigens: Ein Phono-Vorverstärker mit eingebautem A/D-Wandler ist ebenfalls eine gute Option.

Die richtige Software

Ist die Hardware da, benötigst du im zweiten Schritt noch die passende Software. Hierzu gibt es sowohl kostenpflichtige, speziell für die Plattendigitalisierung kreierte Programme, als auch kostenfreie Aufnahme-Software. Das kostenlose Audacity dürfte für die meisten Anwender die einfachste Lösung darstellen. Das sehr beliebte, kostenlose Programm bietet alles, was du für das Digitalisieren deiner Vinyl-Sammlung benötigst.

Wer kein Geld ausgeben möchte, kann auf die kostenlose Aufnahme-Software Audacity zurückgreifen. | Bild: Audacity

Die größte Optionsvielfalt bietet Pure Vinyl von Channel D. Dieses Programm bietet Einstellungen, mit denen sich Audio-Dateien intensiv optimieren lassen. Der Preis für die Vollversion liegt allerdings bei 350 Euro. Apple-Nutzer haben alternativ die Möglichkeit, das bei macOS vorinstallierte GarageBand zu nutzen. Das Apple-Programm hat allerdings den Nachteil, dass das Hinzufügen von Metadaten – also Titel, Album, Interpret etc. – recht kompliziert ist.

Die richtige Durchführung

Damit die Musik am Ende in der bestmöglichen Qualität digitalisiert wird, lohnt es sich, etwas Zeit in die Vorbereitung zu stecken. Wichtig ist, dass der Plattenspieler richtig eingestellt ist. Das ist gerade für solche Anwender wichtig, die ihren Plattenteller nur noch selten in Betrieb nehmen.

Der Plattenspieler muss richtig eingestellt sein, um die bestmögliche Qualität der digitalen Versionen zu erhalten. | Bild: Dual

Wie das Abspielgerät, sollten auch die Vinyl-Platten selbst noch einmal gesäubert werden, sonst kann es zu störenden Knackgeräuschen oder ähnlichem kommen. Zwar sind es bei der analogen Wiedergabe oft genau diese kleinen Fehler, die den Flair ausmachen. Bei der digitalen Wiedergabe dürfte das für die meisten Nutzer aber eher störend sein. Die Aufnahme in 24 Bit und 96 Kilohertz stellt einen guten Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße dar.

Bei Audacity solltest du nun in den Programmeinstellungen den A/D-Wandler für die Aufnahme auswählen und den Menüpunkt „Kanäle“ auf „Stereo“ stellen. Bietet der A/D-Wandler die Möglichkeit, den Pegel einzustellen, solltest du nun darauf achten, dass die lauteste Stelle der Platte kurz vor dem 0-db-Wert steht.

Im Metadaten-Editor lassen sich Informationen wie Interpret oder Songtitel hinterlegen. | Bild: Audacity

Anders als bei CDs werden Vinyl-Songs in Echtzeit digitalisiert. Du solltest dir also genug Zeit nehmen, wenn du das Projekt angehst. Gerade wenn du Lieder einzeln speichern möchtest, musst du durchgehend anwesend sein, da die Aufnahme immer wieder gestoppt und abgespeichert werden muss. Da Vinyl-Platten keine Metadaten überliefern, müssen diese Informationen im Metadaten-Editor manuell eingegeben werden.

Sind die Lieder schließlich digitalisiert, solltest du noch ein wenig Nachbearbeitung betreiben. Das Geräusch der aufsetzenden und abhebenden Nadel etwa sollte sich mit dem gewählten Aufnahmeprogramm problemlos herausschneiden lassen. Am Ende lassen sich die Songs unter „Datei“ im gewünschten Format exportieren.

Hast du bereits Schallplatten digitalisiert und weitere hilfreiche Tipps beizusteuern? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

Weiterführende Links:
»Yamaha mit neuen Produkten auf der HIGH END 2019
»HiFi-Forum Thread zur Digitalisierung von Schallplatten
»Ultra HD – die besten Quellen für 4K-Inhalte

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