Sony PS-LX5BT im Test: Vollautomat mit Bluetooth und gutem Klang
- Antrieb
- Riemen, vollautomatisch
- Tonabnehmer ab Werk
- Audio-Technica AT91
- Motor
- DC
- 33 ⅓ / 45 / 78 RPM
- ja / ja / –
- Anti-Skating einstellbar
- Nein
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Ja, abschaltbar
- Preis
- 359,99 Euro
Der Sony PS-LX5BT gehört zu den besser klingenden Voiiautomaten – trotz seines simplen Äußeren. Er ist zudem wirklich intuitiv bedienbar, verfügt über modernes, klangfreundliches Bluetooth und verträgt sich dank integriertem Phono-Preamp garantiert mit jeder Anlage.
- Geräuscharmer Lauf und sauberer, lebendiger Klang
- Einfache Bedienung dank Vollautomatik
- Mit Bluetooth aptX HD
- Auflagekraft und Antiskating nicht einstellbar
- Brummt an externem Phono-Preamp
Der größere der beiden neuen Sony-Plattenspieler sieht auf den ersten Blick nicht anders aus als sein günstigerer Bruder PS-LX3BT. Auch rein physisch ist der PS-LX5BT nicht wirklich größer, und auch nicht schwerer: Beide Spieler kannst du problemlos mit einer Hand hochheben. Ein vornehmerer Tonabnehmer, eine griffige Gummimatte statt eines Textil-Schwammtuchs, sowie dickere und am Spieler steckbare Anschlusskabel sollen den Aufpreis von knapp 90 Euro rechtfertigen. Bringt das nachvollziehbaren Klang-Mehrwert? Das muss wie immer der Hörtest zeigen.
Hier findest du den Sony PS-LX5BT im Angebot:
Sony PS-LX5BT im Hörtest: griffig, klar und lebendig
Gut, dass wir die beiden neuen Sony-Modelle gleichzeitig bestellt und parallel im Hörraum aufgebaut haben. Denn der Mehrpreis für den PS-LX5BT bringt tatsächlich nachvollziehbare Vorteile im Klang. Wir haben direkt Elliott Smith, das zweite Album des gleichnamigen und viel zu früh verstorbenen Songwriters aufgelegt. Das klang zuvor auf dem Sony PS-LX3BT angenehm warm, aber auch etwas ungenau und diffus.

Auf dem PS-LX5BT strafft sich der Sound unüberhörbar. Smiths Gitarre setzt auf Needle In The Hay klare rhythmische Akzente. Auch die Balance zwischen Wärme und feiner Artikulation in seiner Stimme entspricht jetzt eher dem, was wir von etwas teureren Plattenspielern gewohnt sind. Freilich ohne diese – etwa den Rega Planar 1 – wirklich in Bedrängnis zu bringen.
Bei dichter besetzten und aufwendiger produzierten Aufnahmen, etwa dem pompösen Eurythmics-Album We Too Are One, an dem allein sechs Toningenieure beteiligt waren, vergrößert sich der Abstand zum kleineren Modell noch. Der kunstvolle, aber auch etwas künstliche Sound der späten 80er Jahre erhält auf dem PS-LX5BT die deutlich größere Bühne. Verlegen wir den Hörplatz in den Nebenraum und lassen den Sony die Musik per Bluetooth zu einem Paar Klipsch The Nines II funken, geht von der zuvor gezeigten Transparenz nur wenig flöten.

Zwei klangbeeinflussende Faktoren scheinen sich hier ein Stück weit zu kompensieren: Einerseits ist Bluetooth – erst recht für die Klipsch, die nur Standard-Codecs beherrscht – ein datenreduziertes, klanglich verlustbehaftetes Format. Andererseits schwingt das Sony-Gehäuse deutlich weniger mit, wenn die Musik nicht im selben Raum läuft – was den Klang ein Stückchen sauberer und transparenter macht.
Wie sich der Sony PS-LX5BT im Vergleich mit anderen Vollautomaten schlägt, verrät dir ein Blick auf unsere Bestenliste:
Sony PS-LX5BT: kein Gramm zu viel
Bei etwas über drei Kilo für den gesamten Spieler ist eine resonanzarme Bauweise nicht drin. Das Gehäuse des PS-LX5BT besteht aus zwei dünnwandigen Kunststoff-Spritzgussschalen, verhält sich bei einem Klopftest mit aufliegender Nadel aber unerwartet zivilisiert. Vier griffige Gummifüße sorgen für sicheren Stand. Den Plattenteller kennen wir schon vom PS-LX3BT und vielen anderen preiswerten Plattenspielern. Er besteht aus Alu-Druckguss, wiegt ein knappes Pfund und wird durch einen Flachriemen angetrieben.

Passend zum leichten Teller darf auch das DC-Motörchen entsprechend klein und damit störarm sein. Tatsächlich läuft der Sony angenehm leise, ohne erkennbare Motorvibrationen im Musiksignal – genau wie sein kleiner Bruder – und ruhiger als so mancher Mitbewerber. Zur Laufruhe trägt hier auch die dicke, griffige Gummimatte bei, die Vibrationen besser dämpfen sollte als das Schaumtextil-Läppchen des PS-LX3BT.

Vorbei ist es mit der Ruhe leider, als wir den Spieler nicht mit seinem eingebauten Phono-Vorverstärker, sondern an einem externen MM-Eingang betreiben wollen. Dazu bringen wir einfach den Schiebeschalter neben dem Anschlussfeld an der Rückseite von der Line- in die Phono-Position, und schon liegt das Signal des Tonabnehmers unbehandelt an den Cinchbuchsen an. Leider schleicht sich nun aber ein leichter Brumm hinter die Musik. Weshalb der komplett brummfreie interne Preamp auch im Vergleich zu eigentlich höherwertigen Phonoteilen meist die bessere Option darstellt.
Voller Komfort dank Vollautomatik
Aufgebaut und angeschlossen ist der Sony im Handumdrehen. Lediglich den Teller musst du noch auf die Lagerachse stecken und dabei den Riemen über die Motorwelle spannen. Am Tonarm und Tonabnehmer gibt es nichts zu tun: Auflagekraft und Antiskating sind fix und nicht veränderbar, der Abtaster bereits im Headshell verschraubt. Anders als der PS-LX3BT verfügt der Fünfer über eine Halbzoll-Systembefestigung, die hier aber relativ sinnlos ist.

Denn du könntest andere Tonabnehmer als den vorinstallierten zwar befestigen und anschließen, mangels Gewichtsverstellung aber nicht korrekt ausbalancieren. Der Serien-Abtaster ist ein Audio-Technica AT91, den Sony ohne AT-Logo bestellt. Im Vergleich zum (ebenfalls anonymisierten) AT-3600L auf dem günstigeren Modell arbeitet das AT91 mit einer weicher aufgehängten und somit agileren Nadel. Mit 2,3 Gramm stimmt auch der im Werk eingestellte Auflagedruck.
Als Vollautomat spielt der Sony eine Plattenseite mit nur einem Knopfdruck. Nur auflegen und umdrehen musst du deine Platten selbst. Neben Start- und Stoptaste sitzt eine dritte Taste, die den Tonarmlift hebt und senkt. Zwei griffige Drehknöpfe weiter hinten stellen Drehzahl und Plattendurchmesser ein. Wer Probleme mit den Augen oder der Feinmotorik hat, wird den Spieler mit seinen übersichtlichen, großen Bedienelementen lieben.

Auch der Bluetooth-Schalter vorne links ist nicht zu übersehen. Hast du den Spieler einmal mit dem Bluetooth-Speaker oder Bluetooth-Kopfhörer deiner Wahl verbunden, reicht später ein Knopfdruck, um Bluetooth zu starten und die Verbindung wieder herzustellen. Ob Bluetooth an einem Plattenspieler überhaupt sinnvoll ist, muss jede:r für sich selbst entscheiden. Aber auch als Phono-Purist:innen müssen wir zugeben, dass wir dieses Feature im Alltag häufiger als erwartet nutzen.
Unser Fazit zum Sony PS-LX5BT
HiFi-Schnösel kann man mit dem Sony kaum beeindrucken: Die Haptik ist von Plastik dominiert, der ganze Spieler bedenklich leicht, Einstelloptionen fehlen praktisch komplett. Man muss Sony aber anerkennen, aus dem Material optisch wie klanglich das Beste gemacht zu haben: Im Blindtest kann der PS-LX5BT bei vergleichbar teuren Vollautomaten sehr gut mithalten – zumal es gar nicht so viele hochwertige Spieler mit diesem Ausstattungsprofil gibt.
Hier geht’s direkt zum Angebot des Sony PS-LX5BT:
| Technische Daten | |
| Antrieb | Riemen, vollautomatisch |
| Tonabnehmer ab Werk | Audio-Technica AT91 |
| Tonarm | 8", Aluminium |
| Teller | Aluminium, ca. 500 g |
| Motor | DC |
| 33 ⅓ / 45 / 78 RPM | ja / ja / – |
| Anti-Skating einstellbar | Nein |
| Höhenverstellbare Füße | Nein |
| Integrierter Phono-Vorverstärker | Ja, abschaltbar |
| Preis | 359,99 Euro |
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