Startseite Wireless Audio Bluetooth Lautsprecher Klipsch Nashville im Test: Der Cowboy unter den Bluetooth-Lautsprechern?

Klipsch Nashville im Test: Der Cowboy unter den Bluetooth-Lautsprechern?

Klipsch schickt mit dem Nashville einen neuen Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt, der die Klasse bis 200 Euro aufmischen soll. Kann das klappen?
Klipsch Nashville Test | Titelbild
Preis
299,00 Euro
Abmessungen (BxHxT)
78 x 178 x 81 mm
Gewicht
970 g
Akku-Laufzeit
24 Stunden
Wassergeschützt
IP67
Verfügbare Farben
Schwarz,
In Kürze
Der Nashville ist ein gut klingender, sehr neutral spielender Bluetooth-Lautsprecher. Mit seinem eigenständigen Design und der guten Akkulaufzeit macht er sich im Vergleich zur Konkurrenz von JBL und Co. gut, kleinere Patzer verhindern aber eine höhere Wertung.
Vorteile
  • Tolles Design
  • Gute Akkulaufzeit
  • Neutraler und ausgewogener Klang
  • Solide Verarbeitung
Nachteile
  • Nur SBC
  • Bedienung am Gerät nicht schlüssig
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Die amerikanische Audio-Marke Klipsch baut bereits seit 1946 Lautsprecher, bevorzugt mit den unverkennbaren kupferfarbenen Membranen des Hauses. Doch seit einiger Zeit zeigt sich Klipsch umtriebig und hat von Soundbars über Kopfhörer bis zu Computer-Lautsprechern Einiges im Programm. Mit dem Klipsch Nashville bietet der Hersteller nun einen neu konstruierten Bluetooth-Lautsprecher für 180 Euro an, der es mit JBL und Co. aufnehmen soll.

Als Namensgeber wählt Klipsch dabei die legendäre Hauptstadt des Country, Nashville. Genau wie seine Geschwister, der größere Detroit und der kleinere Klipsch Austin, ist also auch der Nashville nach einer amerikanischen „Music City“ benannt. Wird der Lautsprecher dem Namen gerecht? Wir haben ihn zum Rodeo gebeten!

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Rau und ehrlich: Das Design

Bei dem Design müssen wir Klipsch unseren Respekt zollen, denn es passt ganz zum Namen. Der Nashville schafft es, eine recht eigenständige Designsprache zu finden, die neben extrovertierten Designs der Konkurrenz bestehen kann. Das Lochblechgitter, das die Membranen auf beiden Seiten verdeckt, prägt auf eine diskrete, aber auch raue Art die Optik und das versenkte Logo ist eine gute Lösung. Am ehesten erinnert das Design an den Marshall Emberton II, da sich Format und Materialauswahl ähneln. Beide Lautsprecher wollen Assoziationen mit Gitarren-Lautsprechern wecken, aber jeweils auf ihre eigene Weise. Wir können uns den Nashville sehr gut etwas abgerockt und mit ein paar Macken vorstellen.

Die Verarbeitung ist dabei insgesamt solide. Der Lautsprecher ist größtenteils mit einer dicken und wertigen Gummierung überzogen, die rund um das Gehäuse geht. Wir verstehen nur nicht ganz, warum es auf beiden Seiten einen Hartplastik-Rahmen zwischen Gummi und Lochblech gibt. Der fühlt sich nicht nur ein wenig billig an, sondern sorgt auch dafür, dass der Lautsprecher etwas kippelt.

Klipsch Nashville Test | Front
Mit dem Lochblechgrill setzt sich Klipsch optisch von der Konkurrenz ab.

Schön finden wir auch, dass er wie Marschalls Bluetooth-Lautsprecher eine Akkuanzeige auf der Oberseite hat. Das ist ein nettes Detail, ansonsten sind die Bedienelemente aber sehr unauffällig. Es gibt keine Beleuchtung, sondern nur haptische Erhebungen an den Knöpfen, damit man sie im Dunklen ertasten kann. Das haben andere Bluetooth-Lautsprecher, die wir getestet haben, besser gelöst.

Klang-Check: Klipsch Nashville

Nashville, das steht für Musik, starken Whiskey und lange Nächte in dunklen Bars. Für Country- und Bluessänger:innen, die ihr Leid in Akkorde und Textzeilen destillieren und sich die schwere Last der Existenz von der Seele singen. Nüchtern ist also das Letzte, was einem in den Sinn kommt, wenn man an diese Stadt denkt. Aber genau das erwartet uns, als wir den Klipsch Naschville zum Leben erwecken. Der Klang des Bluetooth-Lautsprechers erinnert zunächst weniger an Cowboys als an Steuerberater: neutral und präzise, der richtige Kick fehlt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Klipsch Nashville Test | Seite
Durch die breite Gummierung in der Mitte kippelt der Klipsch Nashville etwas.

Anfangs klingt er zwar auffällig neutral, im Vergleich zum JBL Charge 5 fast langweilig. Schnell entdecken wir aber die tolle Feinzeichnung des Nashville, der auch kleinere Details in der Musik aufdeckt.  Die Bässe sind eher zurückhaltend, während Mitten und Höhen in den Vordergrund rücken. Die hohen Frequenzen sind dabei sehr brillant, neigen aber dazu, ins Zischelnde zu kippen, was uns vor allem bei Sunrise von Norah Jones aufgefallen ist. Beim selben Song konnte der Nashville aber auch eine schöne Mitteltonwiedergabe beweisen. Der Kontrabass am Anfang des Songs klang deutlich „echter“ als bei der Charge 5. Hier ist der Übergang zwischen Tiefton- und Mitteltonbereich sehr geschmeidig.

Wandlungsfähiger, aber manchmal unpräziser Klang

Generell fiel auf, dass der Nashville seine Stärken eher bei Jazz- und Singer/Songwriter-Songs ausspielen kann. Bei Rock und HipHop hat uns öfter der letzte Kick gefehlt. Shoot to Thrill von AC/DC wollte z. B. nicht so richtig Dampf haben. Man kann also behaupten, dass der Lautsprecher seinem Namen in puncto Genre durchaus gerecht wird. An manchen Stellen hätten wir uns aber mehr Charakter und einen Schuss mehr Spaß gewünscht.

Klipsch Nashville Test | Rückseite
Auf der Rückseite des Nashville sind ebenfalls Membranen, sodass der Klang von beiden Seiten gleich ist.

Da uns der Bass ein wenig zu dünn war, haben wir ihn im Equalizer entsprechend etwas aufgedreht und siehe da: Das erweckt die Bässe wirklich zum Leben. Scheinbar hat der Nashville durchaus Potenzial im Bass, aber Klipsch hat sich für eine sehr neutrale Grundabstimmung entschieden. Immerhin lässt er sich von dieser Ausgangsposition aus auffällig gut an die eigenen Hörpräferenzen anpassen.

Im Vergleich zur Charge 5 fiel übrigens auch auf, dass der Nashville deutlich mehr Schwierigkeiten hat, den Überblick über die Musik zu behalten. Die Separation zwischen den Instrumenten ist oft schlechter und das Klangbild verwischt manchmal etwas. Dadurch eignet sich der Lautsprecher eher weniger für Orchestermusik.

Dennoch ist der Nashville ein wirklich gut klingender Lautsprecher, der sich mit den passenden Equalizer-Einstellungen auf Augenhöhe mit dem Charge 5 messen kann. Von der Abstimmung geht er fast schon in die Richtung eines Bang & Olufsen Beosound A1. Aber nur fast.

Angemessen laut, aber empfindlich in der Aufstellung

Der Nashville strahlt die Musik übrigens in beide Richtungen ab, er hat also separate Treiber auf Vorder- und Rückseite. Das ist zwar gut für einen gleichmäßigen Klang, wenn man den Lautsprecher mitten im Raum positioniert. Es sorgt aber auch dafür, dass er etwas empfindlich auf eine wandnahe Aufstellung reagiert.

Klipsch Nashville Test | Leuchten
Die Akkuanzeige des Klipsch Nashville ist ein schönes Detail.

Die Lautstärke des Nashville ist für die Größe absolut angemessen, aber noch weit weg von einem Party-Lautsprecher. Mit 89 dB wird er aber lauter als so manch größerer Lautsprecher, wie der Hama Mate Pro. Allerdings spielt er damit, so wie die meisten Lautsprecher dieser Größe, deutlich lauter, als es ihm guttut. Der Klipsch Nashville bleibt auch bei relativ hohen Lautstärken ziemlich verzerrungsfrei, verliert aber einen Großteil seiner guten Klangeigenschaften.

Praxis: Der Klipsch Nashville im Alltag

Der Klipsch Nashville ist mit Blick auf die Größe eigentlich der perfekte Lautsprecher für unterwegs. Er ist ähnlich groß wie ein Charge 5 oder Marshall Middleton. Nicht umsonst sind diese Lautsprecher echte Verkaufsschlager. Groß genug, um zu Hause ordentlichen Klang zu bieten, aber klein genug, um entspannt in den Rucksack zu passen. Passend dazu macht das Gehäuse des Klipsch Nashville einen sehr robusten Eindruck. Leider ist dabei der oben erwähnte Hartplastik-Rahmen das Haar in der Suppe. Dem restlichen, gummierten Gehäuse würden wir einen gröberen Sturz zutrauen, aber wir glauben, das Plastik würde dabei brechen. Für den aufgerufenen Preis könnte die Verarbeitung konsequenter sein.

Klipsch Nashville Test | Zubehör
Leider liefert Klipsch die Nashville ohne passendes Netzteil aus. Auch sonst gibt es nur das Minimum an Zubehör.

Immerhin ist er mit IP67 bestens gegen Wasser und Staub geschützt. Damit gehört er zu den wasserfesten Bluetooth-Boxen. Du musst dir unterwegs also nicht allzu viele Sorgen um den Lautsprecher machen. Bedauerlicherweise verzichtet der Nashville auf eine praktische Tragevorrichtung, wie sie beispielsweise der JBL Flip 6 oder der Soundcore Motion Boom Plus besitzen.

Ansonsten ist Multipoint mit an Bord und somit die Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig mit dem Nashville zu verbinden. Auch kannst du deine Musik von einem Nashville zu anderen Klipsch-Lautsprechern der „Music City“-Serie broadcasten und sie parallel spielen lassen. Und schließlich ist es möglich, zwei Lautsprecher zu einem Stereo-Paar zu koppeln.

Anschlüsse und Akkulaufzeit

Besonders mau sieht es bei den Anschlüssen aus. Am Klipsch Nashville findet sich nur ein einziger USB-C-Abschluss zum Laden. Kein analoger Anschluss. Schade! Und auch bei den unterstützten Bluetooth-Codecs lässt der Lautsprecher Federn. Zwar ist mit Bluetooth 5.3 der aktuellste Standard integriert, aber trotzdem unterstützt er nur SBC. AAC oder höherwertige Codecs wie aptX, die man angesichts des Preises durchaus erwarten würde, beherrscht der Nashville leider nicht.

Klipsch Nashville Test | Anschlüsse

Die Akkulaufzeit des Nashville gibt Klipsch mit bis zu 24 Stunden an, was ein durchaus respektabler Wert ist. Du benötigst etwa 1,5 Stunden, um ihn wieder auf 100 Prozent zu laden. Vorausgesetzt du hast ein leistungsfähiges Netzteil, denn Klipsch legt der Verpackung keins bei.

Bedienung: Mäßige Knöpfe, übersichtliche App

Der Klipsch Nashville lässt sich zwar unkompliziert einrichten, aber leistete sich ein, zwei Patzer. Der Lautsprecher wurde in der App sofort erkannt und nach kurzem Druck auf die Bluetooth-Taste ging es auch schon ans obligatorische Software-Update. Das hat ganze fünf Minuten gedauert, du musst vor der ersten Inbetriebnahme also etwas Geduld mitbringen. Nach dem Software-Update ging es auch nicht sofort weiter, da die Bluetooth-Verbindung erst einmal unterbrochen war. Also noch mal verbunden und die Einrichtung ist abgeschlossen.

Doch damit scheinbar nicht genug. Als wir Musik über Spotify abspielen möchten, wird die Musik über unser Testhandy abgespielt. Der Nashville ist in der App verbunden, aber wird von unserem Handy im Bluetooth-Menü nicht als verbunden erkannt. Wir verbinden ihn also noch mal im Bluetooth-Menü und ab dann funktioniert es reibungslos. Dennoch: So viel Fummelei haben wir auch bei erschwinglichen Lautsprechern noch nicht erlebt.

In der App wartet dann eine übersichtliche Menge an Funktionen auf dich. Neben dem Equalizer und den Software-Updates findet sich eine Kopplungs-Funktion für mehrere Klipsch-Lautsprecher sowie ein Schiebeschalter, mit dem sich die System-Sounds des Nashville ausschalten lassen. Diesen möchten wir dir übrigens wärmstens ans Herz legen, denn der Lautsprecher unterstreicht jedes Aus- und Einschalten mit einem sehr lauten und lästigen Liedchen. Etwas holprig ist auch der Equalizer, denn jede Änderung des Klangs pariert der Lautsprecher mit einem Infofenster und ein, zwei Sekunden Bedenkzeit.

 

Schauen wir zuletzt noch auf die physischen Tasten des Klipsch Nashville. Wir finden exakt vier Tasten an dem Gehäuse: einen Power-Schalter, einen Bluetooth-Knopf und jeweils eine Taste für die Lautstärke. Das ist etwas wenig. Es gibt weder einen Play/Pause-Knopf, noch eine Möglichkeit, Songs zu skippen. Beim Herumspielen mit den Tasten ist uns dann aufgefallen, dass man mit der Bluetooth-Taste Songs pausieren kann. Das ist weder ersichtlich noch sonderlich logisch und wird nicht mal in der Anleitung erwähnt.

Unser Fazit zum Klipsch Nashville

Der Klipsch Nashville hinterlässt am Ende des Tages einen ordentlichen Eindruck. Mit den passenden Equalizer-Einstellungen bietet er guten und detaillierten Klang, der sich mit der Konkurrenz messen kann. Dieses Bild verfestigt sich auch an anderen Stellen: Die Akkulaufzeit ist auf Höhe der Zeit, bei den Anschlüssen zeigt sich Klipsch eher sparsam, und die Verarbeitung ist nicht ganz perfekt. So erreicht der Klipsch Nashville am Ende des Tages keine Spitzenposition, behauptet sich aber dennoch als eine starke neue Option in einem hart umkämpften Segment. Gerade für Freund:innen von neutralem Klang ist der Nashville eine willkommene Alternative.

Klipsch Nashville Test | Testsiegel

Den Klipsch Nashville findest du bei Galaxus im Angebot:

Technische Daten
Preis 299,00 Euro
Abmessungen (BxHxT) 78 x 178 x 81 mm
Gewicht 970 g
Akku-Laufzeit 24 Stunden
Wassergeschützt IP67
Verfügbare Farben Schwarz,
Anschlüsse / Schnittstellen USB-C
Mikrofon Ja
Multiroom-fähig Ja
Trage-Vorrichtung Nein

Doch nicht der richtige Lautsprecher für dich? Alle Bluetooth-Lautsprecher, die wir getestet haben, findest du hier:

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