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Cyrus 40 Amp im Test: Kompakter Klang-Koloss!

Mit kompakter Bauform und engagiertem Klang haben sich Cyrus-Verstärker viele Fans erspielt. Ihr 40. Jubiläum feiert die Firma mit einer komplett neuen Baureihe.
Cyrus 40 Amp Titelbild | HIFI.DE Test
Leistung
2x 100W (6 Ohm)
Eingänge
4x Line Cinch, 1x Phono MM Cinch, 2x S/PDIF koaxial, 1x S/PDIF optisch, 1x USB-B, 1x HDMI-eARC
Audio-Ausgänge
1x Lautsprecher 1x Kopfhörer (3,5 mm), 1x Pre Out (Cinch), 1x Rec Out
Quellen kabellos
Abmessungen (BxHxT)
220 x 88 x 385 mm
Gewicht
8,5 kg
Preis
3999 Euro
In Kürze
Cyrus baut seine Verstärker komplett in England und hält mit dem neuen 40er englische Klangideale hoch. Reiche Ausstattung und überraschend kräftige Endstufen sorgen dafür, dass dieser vornehm verarbeitete Amp mit jedem technischen Umfeld harmoniert.
Vorteile
  • Druckvoller, großformatiger Klang
  • Präzises Timing samt feiner, weicher Hochtonwiedergabe
  • Klangstarke Phono- und Digitaleingänge
Nachteile
  • Schönes Display wird nicht ausgereizt
  • Kein Bluetooth, kein EQ
  • Teuer
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Der Cyrus 40 Amp ist ein kompakter, technisch wie klanglich jedoch höchst kompetenter Stereo-Vollverstärker. Das Konzept ist so alt wie der Hersteller: 40 Jahre. Es geht zurück auf den Ur-Cyrus aus dem Jahr 1984, der zu den Ikonen der High-End-Geschichte gehört. Die HiFi-Welt war damals von Amp-Schlachtschiffen dominiert, die sich für gigantische Wattzahlen und mikroskopische Klirrfaktoren feiern ließen. Das „Weniger ist mehr“-Ethos, dem heute zahllose audiophile Hersteller folgen, liegt in diesem historischen Cyrus-Amp und seinen wenigen damaligen Mitstreitern – etwa von NAD – begründet. Wie sich das Konzept im Jahr 2026 schlägt, verraten wir dir hier.

Hier bekommst du den Cyrus 40 Amp:

Cyrus 40 Amp im Hörtest: Klotzen statt Kleckern

Galt der Ur-Cyrus noch als Idealbesetzung für anspruchsvolle Einsteiger:innen, hat sein entfernter Nachfolger dieses Marktsegment klar hinter sich gelassen: Der 40 Amp ist richtig teuer. Was auch die Realitäten am Markt widerspiegelt, wo sich ausgerechnet vernünftiges, erschwingliches HiFi-Equipment eher schwertut. Der gehobene Preis ruft auch andere Gegenspieler auf den Plan. Die sind aber gar nicht so zahlreich wie zunächst gedacht. Dieser aus High-End-Sicht „mittlere“ Preisbereich gilt als kommerziell schwierig, viele Edelmarken lassen ihn einfach aus oder beginnen überhaupt erst mit noch teureren Geräten.

Cyrus 40 Amp – Testsituation in unserem Labor
Der Cyrus 40 Amp muss sich bei uns im Testlabor mit den Besten messen – und transformiert den Raum dabei förmlich zum Konzertsaal.

Mit dem mächtigen, preislich grob vergleichbaren Denon PMA-3000NE könnte man die alte David-gegen-Goliath-Geschichte neu erzählen. Aber beide Marken haben dazugelernt: Der Denon klingt tonal viel runder und stimmiger als seine Ahnen, der zierliche Cyrus dagegen hat deutlich an Leistung zugelegt und schlägt den Denon im Wattvergleich sogar. Im Hörraum ähneln sich die beiden HiFi-Verstärker dann auch mehr, als es Optik und Historie erwarten ließen. Dennoch gibt sich der 40 Amp klar als Cyrus von altem Schrot und Korn zu erkennen: Er verleiht der Musik einen einzigartigen Punch, konzentriert seine Energie präzise auf Einsätze, Betonungen, rhythmische Elemente aller Art. Mit dem 40 Amp Musik zu hören, fühlt sich an, als könne man den Musiker:innen dabei in die Augen schauen. Jede Plattenseite, jeder Stream wird zur kleinen Performance, zum spannenden, mitreißenden Erlebnis.

Einen Überblick über die besten HiFi-Verstärker auf dem Markt kannst du dir hier verschaffen:

Dieser Amp macht nicht nur Sound. Er kommuniziert Musik.

Dieser unerwartet kraftvolle, punktgenaue Basskick, den wir beim 40 Amp hören, hat bei Cyrus Tradition. Schon das Urmodell war mit einer Dynamik gesegnet, die angesichts des schmächtigen Äußeren fast surreal wirkte. Wie man aus gegebenen Ressourcen ein Maximum an musikalischem Spektakel herausholt, haben die englischen Entwickler offenbar nicht verlernt. Denn auch der 40 Amp überrascht uns immer wieder mit seiner größenbezogen enormen Schlagkraft. Er liefert dennoch keine Sound-Kopie seiner Vorfahren. Der Neue spielt deutlich breitbandiger, reicht bis in den tiefsten Bass hinunter, wo der alte sich irgendwann charmant aus der Affäre zog. Auch die traditionelle leichte Mitten-Vorliebe ist weg. Und zwar ohne dass Unmittelbarkeit, Direktheit und Timing darunter leiden. Ein „britischer“ Sound, aber ohne die früher nötigen Kompromisse.

Cyrus 40 Amp – Vorderseite mit Perspektive
Der Cyrus 40 Amp klingt klar und kontrolliert, verzichtet deshalb aber keinesfalls auf ordentlichen Wumms.

Mit der zweiten Seite von Bill Callahans Apocalypse auf dem Rega Planar 3 RS zeigt uns der Cyrus, dass auch sein Phono-Eingang hohe Ansprüche erfüllt. Das serienmäßig eingebaute Rega Nd5 klingt am 40 Amp wunderbar fein und akkurat, meidet unnötiges Hochtongeklingel und folgt Callahans Stimme bis in die feinsten Modulationen. Der Denon klingt mit seinem Phono-Eingang im Vergleich etwas distanzierter und heller, kann dank MC-Umschaltung aber auch mit noch höherwertigen Plattenspielern anbandeln. Halb so schlimm: Wir stellen dem englischen Amp einfach die Step-Up-Box S3 von Pro-Ject zur Seite. Einen passiven Aufwärtsübertrager, der die superleisen MC-Strömchen ohne eigenen Rauschbeitrag auf MM-Amplitude vergrößert. Die knapp 500 Euro waren selten besser investiert. Denn nun spielt der Cyrus auch mit unserem SME Model 10 mit Audio-Technica AT-33x MLD. Und zwar geradezu göttlich rein und farbenreich.

Kate Bush spielt live im Hörraum

Weil es gerade so schön ist, ziehen wir Before The Dawn aus dem Regal. Das Boxset dokumentiert auf acht Vinylseiten Kate Bushs Konzertserie im Londoner Hammersmith im Jahr 2014. Dass dabei nicht alle Stücke vom gleichen Abend stammen, fällt überhaupt nicht auf: Wir hören ein komplettes Konzert, ohne nachträgliche Studioveredlung, mit authentischem Livesound. Klanglich ist das nicht unumstritten. Manchen Hörer:innen sind die Mitschnitte zu basslastig und in den Mitten zu diffus.

Cyrus 40 Amp – Volumenregler an der Vorderseite
Wie gemalt: Der Volumenregler schwebt dank dezentem Backlight förmlich an der Front.

Aber die Aufnahme hat eine sehr hohe Dynamik, die Mastering-Ingenieur Bernie Grundman beim Vinylschnitt auch vollständig intakt lässt. Sprich: Hier muss man wirklich aufdrehen, damit die leisen Passagen nicht untergehen. Und man muss hoffen, dass Anlage und Nachbarn mitmachen, wenn Bush und ihre Weltklasse-Band im Verlauf der Stücke richtig Gas geben.

Diffus ist mit dem Cyrus dann nichts mehr. Die Drums donnern im Finale Cloudbusting so kraftvoll, dass wir uns mit geschlossenen Augen fühlen, als stünden wir selbst in der Halle, mittig vor der Bühne. Fast hätten wir geklatscht. Und stellen fest, dass wir gerade ein Vierfachalbum komplett durchgehört haben. Solche Momente erleben wir mit dem 40 Amp regelmäßig. Grundsätzlich eher etwas warm abgestimmt, überrascht er immer wieder mit seiner Lebendigkeit und Genauigkeit, die hier ohne die geringste Scharfkantigkeit rüberkommt. Die Musik wirkt natürlich, weich – und nicht einfach nur verzerrungsarm, sondern subjektiv schlicht verzerrungsfrei.

Analoges und digitales High-End, maximal verdichtet

Passend zu den Analog- und Phono-Eingängen scheint Cyrus auch den integrierten D/A-Wandler seidenweich und unaufdringlich abgestimmt zu haben. Cyrus verwendet einen DAC-Chip von ESS, der auf einem eigenen Digitalboard residiert. Die analoge Grundplatine mit Vor- und Endstufe liegt darunter – oder darüber, je nach Betrachtungsweise. Denn im Grunde steht das gesamte Innenleben des 40 Amp im Betrieb Kopf: Die Bodenplatte ist eigentlich der Deckel, der die ansonsten rundum geschlossene Alu-Gehäusewanne abschließt.

Cyrus 40 Amp – Gehäuse von oben
Der Cyrus 40 Amp ist derart kompakt verarbeitet, dass wir beim Anheben kurz vom beachtlichen Gewicht überrascht sind, das uns der Verstärker entgegenwirft.

Das ergibt einen absolut cleanen Look ohne sichtbare Schrauben oder Fugen. Der dicke Alupanzer mit den kantig eingefrästen Querrippen in der hinteren Hälfte dient dem Amp als großer Kühlkörper und schützt das Innenleben vor Staub und Vibrationen. Ein ähnliches Prinzip verwendete Cyrus schon bei den bisherigen Geräten. Das 40er-Gehäuse ist aber noch schöner, präziser gefinisht und auch etwas größer und somit geräumiger.

Wer den 40 Amp auspackt, wird über die verblüffend hohe Dichte dieses Geräts staunen. Wollte man ein Objekt dieser Größe noch schwerer machen, müsste man es gefühlt komplett aus Metall gießen. Zur hohen Masse trägt – wenig überraschend – ein zünftiger Ringkerntrafo bei, der laut Datenblatt bis zu 500 Watt aus dem Stromnetz saugt. Im Leerlauf liegt der Verbrauch deutlich niedriger, wie du schon an der nur ganz geringen Erwärmung des Gehäuses ablesen kannst.

Cyrus 40 Amp – Vorderseite links
Die Bedienleiste des Cyrus 40 Amp lässt etwas zu wünschen übrig. Fehleingaben sind hier keine Seltenheit, die Felder liegen einfach sehr nah beieinander.

Die Ausgangsleistung spezifiziert der Hersteller etwas ungewöhnlich nur bei 6 Ohm, wo der 40er glatte 100 Watt pro Kanal abgeben kann. Die hohe Maximalstromaufnahme lässt an niedrigeren Impedanzen und bei kurzzeitigen Impulsen aber deutlich höhere Werte realistisch erscheinen. Was sich auch mit der druckvollen Dynamikentfaltung im Hörtest deckt.

Alle Quellen sind willkommen

Die Rückwand des 40 Amp ist bis zum letzten Quadratzentimeter mit Anschlüssen bestückt. Fünf der insgesamt zehn Audio-Eingänge führen zum Digitalboard, weitere fünf, inklusive Phono, erwarten Analogsignale. Neben zwei Koax- und einem optischen Input umfasst die Digitalseite auch einen HDMI-Eingang, der den Praxiswert des Amps enorm erhöht. Ein dort angeschlossener Fernseher gibt seinen Ton per eARC über den Cyrus aus – und steuert dessen Lautstärke. Da sich der Amp via HDMI auch ein- und auf den richtigen Eingang schaltet, bekommst du den Sound zu deinem Netflix-Abend, ohne mit einer zusätzlichen Fernbedienung hantieren zu müssen.

Cyrus 40 Amp – Fernbedienung
Die praktische Fernbedienung des Cyrus 40 Amp kannst du dank eARC gekonnt ignorieren, wenn du den Sound deines Fernsehers steuern willst.

Die höchste Auflösung akzeptiert unter den Digital-Inputs aber der asynchrone USB-2.0-Eingang, der PCM bis 32 bit / 384 kHz und DSD bis 11,2 MHz verarbeiten kann. PC-affine Audiophile schließen hier ihren Rechner an, auf dem zum Beispiel Roon laufen könnte. Auch einige Streamer wie der WiiM Ultra verfügen über passende USB-Ausgänge.

Mit einem Festpegel- und einem regelbaren Cinch-Output kann der Cyrus 40 Amp externe Subwoofer, Endstufen oder einen Kopfhörerverstärker bewirten. Einen Kopfhörer-Ausgang gibt es ebenfalls, nun sogar an der Frontplatte statt wie ehedem am Heck. Dennoch ist für klobige Schraubklemmen kein Platz mehr an der Rückwand. Stattdessen gibt es kompakte Bananenstecker-Terminals.

Cyrus 40 Amp – Rückseite Frontal mit allen Anschlüssen
Ein Blick auf die Rückseite offenbart die Anschluss-Vielfalt des Cyrus 40 Amp. Hier findest du auch USB und eARC.

Da lose Bananas bei CE-Prüfern als gefährliches Teufelswerk gelten (man könnte ja auf die Idee kommen, sie in die Steckdose zu stecken), legt Cyrus eigens designte Tandemstecker bei. Rein technisch funktionieren auch 4-Millimeter-Einzelbananas. Die Originale sind aber so komfortabel, kontakt- und kurzschlusssicher, dass es sich tatsächlich lohnt, sie zu verwenden.

Unterfordertes Display

Während bisherige Cyus-Amps dich allenfalls mit einem kleinen, schummrigen LCD-Fenster anblinzelten, nimmt das hochauflösende Display des 40 Amp fast die ganze Frontplatte ein. Sofern du es nicht auf Auto-Dim stellst (dann erlischt es nach ein paar Sekunden), zeigt es im Betrieb Lautstärke, Balance und gewählten Eingang an. Leider nicht mehr. Bei digitalen Quellen hätten wir Informationen über die ankommende Auflösung schön gefunden.

Cyrus 40 Amp – Zubehör im Lieferumfang
Im Lieferumfang des Cyrus 40 Amp ist so einiges enthalten, etwa Tandemstecker für die Bananas.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Sensor-Bedienfelder links neben dem Display, mit denen du Eingänge umschalten, die Balanceregelung aufrufen und den Amp muten kannst. Denn zwischen dem oberen Input-Feld und dem beleuchteten Cyrus-Schriftzug liegen nur Millimeter – und letzteres versetzt bei Berührung den Amp in Standby. Volle Kontrolle über den Amp erhältst du mit der sehr schönen IR-Fernbedienung, deren Alugehäuse die Proportionen und Linien des Verstärkers nachempfindet. Ein Druck auf den Haus-Button bringt dich ins Einstellmenü des 40 Amp, wo du zum Beispiel die Filtercharakteristik des D/A-Wandlers umschalten oder die Eingänge in der Lautstärke aneinander anpassen kannst.

Cyrus 40 Amp – Display zeigt Inputs an
Der große Display hat so viel Potenzial – und nutzt es nicht mal annähernd aus. Nicht mal die ankommende Auflösung wird abgebildet.

Auch Updates für die Steuerungssoftware kannst du hier starten – wahlweise per USB oder sogar per Netzwerk. Und was ist mit der geheimnisvollen „40PSU“-Schnittstelle am Heck, die an einen alten Druckerport erinnert? Da schließen Hardcore-Cyrusfans gleich oder irgendwann später das gleichnamige Tuningnetzteil an, das für 2599 Euro klangliche Vollendung und noch etwas mehr Leistung verspricht. Ein sehr eindrucksvoller Verstärker ist der 40 Amp freilich bereits ohne die externe Unterstützung.

Fazit Cyrus 40 Amp

Physisch ist der 40 Amp gegenüber seinen Vorfahren nur geringfügig gewachsen. Klanglich gehört er dagegen in eine ganz andere Klasse: Er verbindet den druckvoll-rhythmischen Hausklang mit wirklich erwachsener Bandbreite, größerem Tiefgang und herrlich weichen, seidigen Höhen. Mit seinen umfangreichen Anschlussmöglichkeiten qualifiziert er sich als technischer Mittelpunkt auch größerer Anlagen. Umgekehrt reicht ein kleiner externer Streamer mit Digitalausgang, um den 40 Amp in ein vollwertiges Komplettsystem zu verwandeln.

HIFI.DE Testsiegel-HiFi-Verstärker Cyrus 40 Amp 8.7

Hier geht’s direkt zum Angebot des Cyrus 40 Amp:

Technische Daten
Leistung 2x 100W (6 Ohm)
Eingänge 4x Line Cinch, 1x Phono MM Cinch, 2x S/PDIF koaxial, 1x S/PDIF optisch, 1x USB-B, 1x HDMI-eARC
Audio-Ausgänge 1x Lautsprecher 1x Kopfhörer (3,5 mm), 1x Pre Out (Cinch), 1x Rec Out
Quellen kabellos
MQA
Roon tested Ja
Multiroom
Raumeinmessung
Netzwerk Ja (nur für Updates / Service)
Gehäuse-Ausführungen schwarz
Abmessungen (BxHxT) 220 x 88 x 385 mm
Gewicht 8,5 kg
Mitgeliefertes Zubehör Fernbedienung, CE-konforme Lautsprecher-Bananas
Preis 3999 Euro

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