Micro-LED mit geringer Perspektive? Samsung muss (vorerst) umdenken
Bild: SamsungSchaust du dich derzeit auf dem Markt für Fernsehgeräte um, hast du die Wahl aus zwei Technologien: OLED und LCD. LCDs gibt es dabei noch in mehreren Variationen – mit QLED, Mini-LED, RGB Mini-LED und Co. Am Ende bleiben es jedoch allesamt LCD‑TVs. Doch am Horizont zeichnen sich seit Jahren neue Technologien ab, die den Markt revolutionieren könnten. Eine davon ist Micro-LED. Vor allem Samsung treibt diese Bildschirme seit etlichen Jahren voran. Doch weil man daran gescheitert ist, die Herstellungskosten deutlich zu senken, erfolgt jetzt offenbar ein (kleiner) Rückzieher.
Denn laut aktuellen Berichten aus Asien hat Samsung die Produktion von Fernsehgeräten mit der Technik Micro-LED vorerst beendet. Wichtig: Nicht betroffen sind davon offenbar die Modelle der Reihe The Wall. Das sind allerdings auch keine klassischen Fernsehgeräte, sondern riesige Display-Wände. Diese kommen primär bei Geschäftskunden zum Einsatz – etwa als Ersatz für Greenscreens in der Filmproduktion. Samsung hatte jedoch auch auf Bestellung Micro-LED-TVs für wohlhabende Privatkunden gefertigt. Jene kosteten mindestens um die 100.000 Euro. Sie blieben also wirklich einer sehr ausgewählten Klientel vorbehalten.

Wegen der geringen Absatzzahlen und der geringen Perspektive, die Herstellungskosten in absehbarer Zeit zu drücken, bedient sich Samsung des Outsourcings. Die Fertigung der Micro-LED-Panels soll daher an externe Partner ausgelagert werden. Das erscheint naheliegend, wenn wir die Absatzzahlen betrachten. So hat Samsung Gerüchten zufolge gerade einmal 100 Micro-LED-TVs im Jahr verkauft.
Samsung bleibt Micro-LED vorerst treu
Allerdings will Samsung zwar die Panels extern fertigen lassen, weiterhin jedoch den finalen Zusammenbau und die Qualitätskontrolle in eigener Hand behalten. Einige Marktbeobachter:innen betrachten den neuen Schritt jedoch als erste Stufe eines möglichen Rückzugs aus dem Bereich für Micro-LEDs. Die Gründe dürften vielfältig sein. So hat man einerseits mit RGB Mini-LED, oder Micro-RGB, wie es Samsung nennt, erneut einen Weg gefunden, die LCD-Technik relevant zu halten. Andererseits entwickelt man andere Next-Generation-Technologien wie EL-QD weiter.
Micro-LED ist aber eben noch nicht am Ende. TCL etwa zeigte kürzlich auf Messen ein Exemplar mit 163 Zoll, für das man den Preis deutlich drücken konnte – auch wenn er immer noch in schwindelerregenden Höhen verbleibt. Immerhin tut sich aber nach Jahren des Stillstands überhaupt etwas. Ob die Preise der Technik jedoch jemals in Regionen ankommen werden, die auch für Menschen abseits der oberen 10.000 erschwinglich sind, bleibt abzuwarten.
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