Dein Weg zum neuen Fernseher: Kaufberatung TV-Geräte mit den besten Tipps
Wer einen neuen Fernseher kaufen will, steht einer riesigen Auswahl gegenüber. Das gilt besonders für Online-Deals. In der Werbung überbieten sich zudem die Fabrikate gegenseitig mit Fachbegriffen, Funktionen und Features. Doch was davon ist wirklich wichtig? Wir zeigen dir im Folgenden, wie du zu dem Fernseher kommst, der zu dir passt.
Die magischen drei „G“
Neue Fernseher brauchen meist „nur“ drei Eigenschaften, die alle mit einem G beginnen: Groß, gut und günstig. Doch alle drei Wünsche auf einmal erfüllen, geht das? Groß und günstig – sagen wir mal, 75 Zoll für etwa 500 Euro – das geht, aber nur, wenn du Kompromisse in der Bildqualität in Kauf nimmst. Viele gute Fernseher gibt es aber in 55 Zoll und 65 Zoll recht günstig zu kaufen. Sehr gute Fernseher ab 85 Zoll? Die sind halt immer relativ teuer.
TV-Kauf: Die beste Bildgröße für dich finden
Zu den ersten Überlegungen beim TV-Kauf gehört immer die Bilddiagonale. Der Trend geht allgemein zu größeren Bildschirmen, oder direkt zu einem Beamer. Die Erfahrung aus unseren TV-Tests der vergangenen Jahre zeigt, dass die Fernseher mit der besten Bildqualität fast nur noch in Größen ab 55 Zoll aufwärts auf den Markt kommen. Das gilt besonders für OLED-Fernseher und die besten QLED-TVs, von denen viele erst ab 55 Zoll erhältlich sind – oder ab 55 Zoll bessere Bildschirme als in den kleineren Größen wie 50 und 42 Zoll haben.

Du suchst gar nicht nach einem so großen Fernseher? Dann bekommst du mit einem OLED-Fernseher in 42 oder 48 Zoll Diagonale das beste Bild in kompakten Abmessungen. Ein typischer 42-Zoll-OLED-TV ist nur etwa 94 Zentimeter breit, ein 48-Zoll-TV nicht mal 110 Zentimeter. Du findest sie bei allen führenden Herstellern, unter anderem den Philips OLED810, Panasonic Z90B, oder LG C5. Und weitere bei den Traditionsmarken Metz und Loewe.
Zwei Tipps für das beste Bild in deiner TV-Größe:
- Erstens: LCD-, QLED- und Mini-LED-TV haben ab 55 Zoll häufig ein besseres Bild als in 50, 49 oder 43 Zoll.
- Zweitens: Das beste Bild unter 50 Zoll bekommst du mit einem OLED-Fernseher in 42 oder 48 Zoll.
Faustformel für die TV-Größe
Die Spielräume für deine Entscheidung, wie groß dein TV sein soll, sind heute fast so groß wie die Fernseher selbst, weil die Pixel der 4K-TVs aus üblichen Entfernungen nicht zu erkennen sind und die Inhalte immer mehr in HD und Ultra-HD („4K“) produziert werden. Einen TV mit 65 oder 55 Zoll kannst du somit aus drei bis vier Metern Entfernung bequem nutzen, denn nur die allerfeinsten Details in 4K-Auflösung siehst du dann vielleicht nicht so perfekt. Schaust du hingegen TV-Sendungen in geringerer Auflösung oder kompimierte Online-Streams an, dann ist eine TV-Größe wie 48 oder 55 Zoll auf drei Metern Sitzabstand sogar von Vorteil.
Wer eine passende TV-Größe ausrechnen möchte, kommt mit einer einfachen Formel zu einer guten Empfehlung:
Sitzabstand in cm geteilt durch 4 => Diagonale in Zoll
Das ergibt eine komfortable TV-Größe, die dein Gesichtsfeld etwa zu einem Drittel ausfüllt. Damit erkennst du auch kleine Feinheiten im Bild, wenn du Filme oder Sport schaust, die mindestens in HD-Auflösung aufgenommen und übertragen werden.

Bei drei Metern Abstand zum TV ergibt sich beispielsweise:
300 / 4 => 75″
Aus drei Metern Entfernung kannst du also schon zu einem 75-Zoll-Fernseher greifen. Das ist allerdings kein „Muss“, denn Bilder mit niedriger Auflösung sehen auf einem 75-Zoll-TV auch ziemlich unscharf aus.
Theoretisch wäre der beste Sitzabstand für einen 55-Zoll-TV 2,20 Meter.
Budget: Wieviel sollte man ausgeben?
Sehr gute Fernseher gibt es in gängigen Größen wie 55 Zoll schon für rund 1000 Euro, darunter OLED-Einstiegsmodelle wie den LG B5 und den Philips OLED810, sowie viele Mini-LED-TVs. In Zeiten, in denen es manche 65-Zoll-Modelle schon für unter 500 Euro gibt, wirkt es vielleicht befremdlich, dass ein gleich großer Fernseher aus der TV-Spitzenklasse das vier- bis fünffache davon kostet. Doch hier machen sich die Unterschiede in der Bild- und Tonqualität auch im Preis bemerkbar.
Soll der TV über viele Jahre sowohl Filme als auch Sport oder Gaming in bester Qualität zeigen, sind höhere Preise mit dem Zugewinn an Bildqualität und Ausstattung durchaus zu rechtfertigen.
Suchst du dagegen ein besonders großes Bild, ohne einen hohen Anspruch auf Heimkino-Qualitäten zu haben, kann dagegen ein 85-Zoll-Schnäppchen für 1000 Euro schon das Richtige für dich sein.
Hier findest du die besten Fernseher unter 1000 Euro in unserer Bestenliste:
OLED oder LCD? Bildschirme und Backlights
LED, OLED, QLED, Micro-RGB – beim TV-Kauf stößt man schnell auf eine verwirrend große Anzahl an Abkürzungen, die das verbaute Panel beschreiben. Die Kernfrage, der sich TV-Käufer stellen müssen, lautet: OLED oder LED?
OLED – das Nonplusultra?
OLED-Fernseher räumen regelmäßig die besten Testergebnisse für Bildqualität ab. Vor einigen Jahren wurde noch über Einbrenn-Effekte bei OLED‑Fernsehern diskutiert. Heute spielt das früher von OLED-Kritikern befürchtete Einbrennen von hellen Bildinhalten zum Glück keine Rolle mehr. Denn die OLED-TV-Hersteller haben es durch umfangreiche Maßnahmen und Weiterentwicklung der OLED-Panels geschafft, dass bei sachgemäßem Einsatz keine Panelschäden zu befürchten sind. Wichtig ist jedoch dass OLED-Fernseher nicht nach dem Abschalten von Strom getrennt werden, damit sich die Panels im Standby regenerieren können.
Mini-LED-TVs mit RGB-Backlight oder Super Quantum Dots sind auf dem Vormarsch und könnten den OLED-Modellen nun Konkurrenz machen. Mini-LED-TV-Spitzenmodelle wie der TCL X11L oder Sony Bravia 9 II haben helle, leuchtend-satte Farben und einen enormen Kontrast.
Mini-LED, LCD mit Local Dimming und QLED
QLED-TVs sind genau genommen LCD-TVs mit einem zusätzlichen Farb- und Helligkeitsbooster, den Quantum Dots. Quantum Dots verschaffen den QLED-TVs satte, intensive Farben und können den Kontrast steigern.

Mini-LED-Fernseher kombinieren in der Regel QLED-Technik mit tausenden Mini-LEDs. Dadurch verfügen sie über die beste Dimming-Technik von allen LCD-TVs und stellen immer wieder Rekorde in Helligkeit und Farben auf. Um an den Kontrast und das Schwarz von OLED näher heran zu kommen, müssen Mini-LED-Fernseher ihr Backlight in dunklen Bereichen weit herunter regeln. Spitzenmodelle wie der Bravia 9 von Sony und TCL C8L haben das „Local Dimming“ – also das Abdunkeln von einzelnen Bildbereichen – auf ein Niveau gehoben, das je nach Bildszenario mit OLEDs mithalten kann.
Mehr zu den Bildschirm-Technlogien findest du hier:
Die neuesten Mini-LED-Fernseher wie der Sony Bravia 7 II, Sony Bravia 9 II, Samsung MR95H sowie Hisense UR9S sind Spitzenmodelle mit tausenden Mini-LED-Zonen und einem farbigen Backlight, das sich auf die Farben im TV-Bild einstellt. Das farblich wandelbare Backlight basiert auf RGB-Leuchtdioden in den TV-Grundfarben Rot, Grün und Blau. Weniger Blooming, größerer Farbraum und mehr Helligkeit sollen die Vorteile sein.

HDR für bessere Bilder mit deinem neuen TV
Grundsätzlich gilt: Wer Wert auf richtig gutes HDR legt, muss tiefer in die Tasche greifen.
Neben der Auflösung ist es vor allem die HDR-Technologie, die bei 4K-UHD-TVs für ein bemerkenswertes Bild-Upgrade sorgte. HDR steht für High Dynamic Range und bietet bei entsprechend aufgenommenem Material einen erweiterten Farbraum, höhere Kontraste und höhere Helligkeit.

HDR10 ist mittlerweile quasi in jedem 4K-TV-Datenblatt zu finden. HLG – Hybrid Log Gamma – ist neben HDR10 etabliert und eignet sich für (künftige) TV-Sendungen in HDR. Interessanter als HDR10 und HLG sind Dolby Vision und HDR10+. Beide HDR-Verfahren erlauben es den Filmstudios durch dynamische Metadaten, für einzelnen Szenen besondere Metadaten für Helligkeit und Kontrast zu hinterlegen. Auf den entsprechenden Fernsehern kommen die Inhalte dann idealerweise so zur Geltung, wie sich die Macher es vorgestellt haben. In der Praxis sind das OLED-TVs und Mini-LED-Fernseher.
Dolby Vision und HDR10+
Dolby Vision findet sich zunehmend auch in relativ günstigen Modellen. Unsere Erfahrungen in der Testredaktion zeigen allerdings, dass es bei preisgünstigen TVs trotz Dolby-Vision-Logo mit der HDR-Qualität hapern kann. Sony und LG unterstützen neben HDR 10 und HLG ausschließlich Dolby Vision. Andere Hersteller wie Philips oder Panasonic fahren kundenfreundlich zweigleisig, indem sie Dolby Vision und HDR 10+ bieten. Samsung hingegen wehrt sich nach wie vor gegen Dolby Vision und propagiert dafür HDR10+. Filme mit Dolby Vision werden auf den Samsung-TVs mit HDR10 wiedergegeben, insofern muss man also nicht auf HDR-Wiedergabe verzichten.

Dennoch gilt: Auch wenn ein günstiger TV mit geringer Spitzenhelligkeit beispielsweise Dolby Vision oder HDR 10+ unterstützt, kann seine Bildqualität nur eingeschränkt davon profitieren.
Bei HDR-Wiedergabe können die bereits beschriebenen höheren Helligkeiten von einigen LCD-TVs im Vergleich zu OLEDs ein Vorteil sein. Das hängt aber auch von den eigenen Sehgewohnheiten und der Raumhelligkeit ab.
Anschlüsse: HDMI 2.1 für Gamer
Die wichtigsten Anschlüsse für Fernseher sind die HDMI-Ports. Ob ein externes Soundsystem in Form einer Soundbar oder eines AV-Receivers, eine Spielkonsole oder eine externe Streaming-Box, vier HDMI-Eingänge sollten es bei einem neuen Fernseher schon sein.
Inwiefern diese den HDMI-2.1-Standard unterstützen müssen, ist nicht ganz so leicht zu beantworten. HDMI 2.1 sieht eine deutlich erhöhte Video-Bandbreite vor, die aber im klassischen TV- und Streaming-Betrieb auch in Zukunft wohl kaum zum Einsatz kommen wird.

Anders sieht es dagegen im Hinblick auf die neuesten Konsolen aus. Die Sony PlayStation 5 und die Xbox Series X wollen Funktionen wie die variable Bildrate (VRR) von bis zu 120 Bildern pro Sekunde nutzen, um flüssigeres 4K-Gameplay auf den Schirm zu bringen. Steht also über kurz oder lang die Anschaffung einer Konsole an, sollte beim TV-Kauf auf HDMI‑2.1-Unterstützung für VRR geachtet werden.

Welche weiteren Anschlüsse der Fernseher haben muss, ist letztlich Geschmacksache und vor allem für ein Upgrade des TV-Sounds mit möglichst einfachen Mitteln relevant. Flachbildfernseher leiden nicht selten unter einem eher flachen Ton, was beim Kauf bedacht werden sollte.
Weitere Anschlüsse bei deinem neuen Fernseher
Wer beispielsweise plant, einen Kopfhörer oder die Stereoanlage anzuschließen, sollte auf einen (heutzutage nicht mehr selbstverständlichen) Klinkenanschluss achten. Bei manchen Fernsehern (etwa von Panasonic, Loewe oder Grundig) kann dieser Tonausgang sogar als Subwooferanschluss genutzt werden. Ein optischer Audioausgang ist ebenfalls von Vorteil, wenn eine Surroundanlage oder eine einfache Soundbar mit dem TV verbunden werden sollte.
Viele Nutzer möchten mit einer USB-Festplatte am Fernseher zeitversetzt schauen („Timeshift“) oder Sendungen aufzeichnen. Diese Funktionen findest du in aller Regel bei den gut ausgestatteten Fernsehern der großen Marken.
Smart-TV-Betriebssysteme
Wie bei PCs oder Smartphones spielt auch bei aktuellen Fernsehern das vorinstallierte Betriebssystem eine essenzielle Rolle. Neben der Auswahl an verfügbaren Apps (mehr dazu weiter unten) sind es vor allem Aspekte wie die Einrichtung der Sender und die generellen Anpassungen der Bild- und Toneigenschaften, die verschiedene TV-Systeme unterscheiden.
Mittlerweile sind die Smart-TV-Systeme der verschiedenen Fernseher-Hersteller insgesamt recht ausgereift. Ein Beispiel ist das von Google lancierte Android TV, das unter anderem auf Fernsehern von Sony, Philips oder TCL sowie Metz Blue zum Einsatz kommt.

Alle gängigen Smart-TV-Systeme wie Google TV, Fire TV, Samsungs Tizen und LGs WebOS haben sich mittlerweile zu einer runden Benutzererfahrung gemausert. My HomeScreen von Panasonic wurde 2024 durch das Fire-TV-OS in den neuen Topmodellen des Herstellers abgelöst. Ob die Bedienung des TV-Betriebssystems gefällt, hängt natürlich auch von subjektiven Einflüssen ab.
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