Startseite Musik-Streaming Deezer KI-Hammer: Hack zeigt dreiste Masche von Suno bei Deezer und Co.

KI-Hammer: Hack zeigt dreiste Masche von Suno bei Deezer und Co.

Suno ist einer der beliebtesten KI-Generatoren für Musik. Die Trainingsdaten hat man sich forsch von unter anderem Deezer zusammengeklaubt.
Suno bietet KI-generierte Musik an - doch die Trainingsdaten stammen offenbar von Deezer und Co. Bild: Suno

Der KI-Dienst Suno ist höchst umstritten. So hatte der Geschäftsführer etwa schon schulterzuckend zugegeben, sich für die Trainingsdaten freimütig bei urheberrechtlich geschütztem Material bedient zu haben. Deswegen läuft auch noch ein Rechtsstreit mit der GEMA. Mit Warner Bros. konnte man sich hingegen gütlich auf eine Kooperation einigen. Ein Hack zeige jetzt allerdings ungeahnte Details zum Ausmaß, in dem Suno Trainingsdaten für die künstliche Intelligenz von anderen Plattformen regelrecht abgesaugt hat.

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So konnte sich eine Hacker:in Zugriff auf interne Daten von Suno verschaffen. Die zeigen, dass der KI-Musikdienst Millionen von Musikstücken und Texten z. B. von Plattformen wie Deezer, Genius und YouTube Music abgegriffen hat. Zudem durchkämmte man auch die Musikbibliotheken Freesound, Jamendo und Pond 5. Auch das International Music Score Library Project blieb nicht verschont. In der Vergangenheit verteidigte das Management diese Herangehensweise. Die Führung erklärte, dass man angeblich für seine KI nicht anders handele als menschliche Musiker:innen. Man hole sich nur Inspiration für eigene Songs.

Kritiker:innen sehen jedoch einen großen Unterschied darin, ob z. B. eine aufstrebende Songwriter:in ein Lied von Jeff Buckley hört und davon angestoßen ein eigenes Lied komponiert oder ob eine Datenflut in eine KI geleitet wird. Der neue Hack (via 404Media) zeigt über Quellcode aus den Jahren 2023 und 2024, dass Suno eben in der Tat massiv Daten von anderen Plattformen abgriff. Man raffte sich Millionen von Songs aus Jahrzehnten Musikgeschichte zusammen, um sie sozusagen durch den KI-Schredder zu jagen.

Suno widmete sich auch Podcasts

Die durchgesickerten Daten zeigen, dass Suno zudem auf YouTube speziell nach A-cappella-Versionen von Liedern suchte und auch Podcast-Episoden durchforstet hat. Man arbeitete dabei mit Tools von Partnern wie Bright Data oder PodcastIndex. Anführen dürfte der KI-Anbieter hier wieder seine bisherige Argumentation. In den USA versucht man sich zudem, auf „Fair Use“ zu stützen, ein Prinzip, das es im Wesentlichen erlaubt, andere Werke eingeschränkt zu verwenden, wenn man sie nicht 1:1 kopiert, sondern z. B. kommentiert oder etwas Neues auf ihnen aufbaut.

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Auch haben Sprecher:innen von Suno in der Vergangenheit betont, dass die hauseigene KI dazu da sei, neue Musik zu kreieren und nicht existierende Künstler:innen zu kopieren. Beispielsweise kategorisiere man seine Trainingsdaten deswegen auch nie nach Bands oder Musiker:innen, sondern z. B. nach Genres oder Stimmungen.

Dennoch dürfte der Hack des Unternehmens wieder die Debatte darüber anheizen, wann KI zu weit geht. Suno selbst bleibt offenbar gelassen. Man sieht sich weiterhin im Recht und auf Erfolgskurs.

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