ProSiebenSat.1 geht aufs Ganze: Gewagte Strategie mit neuem Sender Sat.2
Bild: ProSiebenSat.1 Media SEStreaming liegt im Trend und ist auf dem besten Weg, das lineare Fernsehen in den nächsten Jahren in den Marktanteilen zu überholen. Doch das lineare Programm ist noch lange nicht tot. Das unterstreicht aktuell ProSiebenSat.1 mit einem interessanten Schachzug. Nach all den Jahren, in denen man Sat.1 im Programm hatte, warum gab es da eigentlich nie ein Sat.2? Das hat man sich offenbar intern auch im Management gefragt und kündigt den Start des neuen Kanals für den Winter 2026/2027 an.
Der LG OLED C5 ist einer der beliebtesten Fernseher auf dem Markt. Jetzt kannst du ihn sehr günstig bekommen:
So soll der neue Kanal Sat.2 offenbar ab Anfang 2027 ans Netz gehen. Er wird die bereits bestehenden Sender von ProSiebenSat.1, wie eben ProSieben, Sat.1, Kabel Eins, sixx, ProSieben Maxx, Sat.1 Gold und Kabel Eins Doku, ergänzen. Auch die Zielgruppe hat man in der Ankündigung schon ziemlich klar umrissen. So wird Sat.2 primär weibliche Zuschauerinnen anvisieren – und zwar in einem Alter ab 50 Jahren.
Sat.2 wird aber nicht nur als rein linearer Kanal fungieren. ProSiebenSat.1 wird den Kanal vielmehr auch in seinen Streaming-Dienst Joyn integrieren. Auch auf Drittplattformen will man den Sender platzieren, um die Reichweite zu erhöhen. Zwischen den Zeilen liest man aber schon heraus, dass Sat.2 wohl nicht unbedingt ein Premium-Kanal werden soll.
Sat.2 vor allem mit Resteverwertung?
Denn das Motto von Sat.2 ist „Wiedersehen macht Freude“. Übersetzt bedeutet dies, dass auf Sat.2 vor allem Wiederholungen laufen sollen. So wirbt ProSiebenSat.1 damit, dass man „die besten Sat.1-Programme aus den vergangenen zwei Jahrzehnten“ zeigen werde. Neue Serien-Kracher oder Blockbuster-Filme werden hier also eher nicht drin sein. Der Schwerpunkt soll inhaltlich auf deutscher Fiktion liegen. Die kann man natürlich ebenfalls günstiger einkaufen bzw. aus dem eigenen Katalog herausfischen.
ProSiebenSat.1 hofft, mit Sat.2 nicht nur die Zuschauer:innen, sondern auch die Werbetreibenden zu überzeugen. Denn diese können die kombinierte Reichweite von Sat.1 und Sat.2 für sich nutzen. Am Ende muss natürlich die Zeit zeigen, ob der neue Sender mit seiner klar abgegrenzten Zielgruppe und dem spezifischen Feld von Inhalten am Puls der Zeit liegt oder schnell in der Nische versinkt.
Denn die Konkurrenz schläft nicht. Beispielsweise integrieren viele TV-Hersteller wie LG (LG Channels), Samsung (TV Plus) und Co. FAST-Angebote in ihre Smart-TV-Plattformen. Auch die zeigen allerlei werbefinanzierte Inhalte, ebenfalls oft Wiederholungen, rund um die Uhr. Da könnte es schwer für ProSiebenSat.1 werden, das Publikum zu noch einem Spartensender zu locken.
Gute TVs für kleines Geld – das sind die besten Fernseher bis 500 Euro: