Startseite › HiFi Elektronik › Phono-Vorverstärker › Audiolab PPA7 im Test: Der vielseitigste Phono-Pre der Welt?

Audiolab PPA7 im Test: Der vielseitigste Phono-Pre der Welt?

Wenig Bling-Bling, viel Nutzwert: Audiolab gehörte schon immer zu den Topadressen für vernunftbegabte Audiophile. Der vielseitige Phono-Pre PPA7 will das im Test unterstreichen.
HIFI.DE bei Google bevorzugen
HIFI.DE Test | Audiolab PPA7
Eingänge
1x Cinch MM, 1x Cinch MC
Audio-Ausgänge
1x Cinch (fix & variabel), USB-C, Bluetooth aptX, Kopfhörerklinke (6,3 mm)
Abschlusswiderstände
100 Ohm & 330 Ohm, 47 kΩ
Eingangskapazität
100 pF & 220 pF
Gain
-6 bis +6 dB (analog), -12 bis +3 dB (digital)
Abmessungen (BxHxT)
180 x 56 x 208 mm
Gehäuse-Ausführungen
Schwarz, Silber
Preis
599 Euro
In Kürze
Auch rein klanglich kann der PPA7 in seiner Preisklasse gut mithalten. Aber finde mal einen anderen Phono-Vorverstärker mit Fernbedienung, Lautstärkeregler, Kopfhörerausgang, USB- und Bluetooth-Schnittstellen! Damit ist der Audiolab in seiner Gerätegattung schlicht konkurrenzlos.
Vorteile
  • Warmer, musikalischer und dynamischer Klang
  • Separate, wählbare Eingänge für MM und MC
  • Bluetooth-Sender, Kopfhörerverstärker, USB-C-Ausgang
  • Voll fernbedienbar, inklusive Lautstärke
Nachteile
  • Keine Nachteile gefunden
Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE evtl. eine Provision vom Shop. Weitere Infos

Der Audiolab PPA7 ist ein Phono-Vorverstärker mit einer ganzen Reihe von sinnvollen, eigentlich naheliegenden, am Markt aber nur kaum zu findenden Zusatzfeatures. Allen voran seine Lautstärkeregelung, die dem kleinen Preamp Einsatzgebiete erschließt, die den meisten Artgenossen verschlossen bleiben. Denn damit kannst du den PPA7 auch direkt an einer Endstufe oder einem Paar Aktivlautsprecher betreiben. Als platz- und kostensparende Kompaktanlage mit einem Plattenspieler deiner Wahl als Quelle. Bei dessen Auswahl genießt du volle Freiheit, weil der PPA7 nicht nur besser klingt als integrierte Phonostufen, sondern auch auf alle existierenden Tonabnehmer einstellbar ist.

Den Audiolab PPA7 gibt es wahlweise in Schwarz oder Silber:

Über diesen Test Wir haben den Audiolab PPA7 über einen Zeitraum von vier Wochen getestet. Unser Testexemplar wurde uns vom deutschen Vertrieb zur Verfügung gestellt.

Audiolab PPA7 im Hörtest: Warmer, verbindlicher Analogsound

Mit einem Rega Planar 2 und dem vorinstalliert erhältlichen Rega-Tonabnehmer Nd3 bieten wir dem Audiolab einen nicht nur preislich, sondern auch stilistisch gut passenden Plattenspieler an. Schließlich genießt der zweitgünstigste Rega bei Analogfans den Ruf, für überschaubares Geld schon sehr weit in die Welt des Vinylklangs vorzudringen. Mit dem PPA7 als Mitstreiter legt sich der Rega sogar ganz besonders eifrig ins Zeug: Der Sound ist druckvoll, warm und groovy.

Audiolab PPA7 Testsituation
In unserem Hörraum hat sich der Audiolab an verschiedenen Plattenspielern beweisen können. Hier, am Dual CS 718Q.

Elektrische Rhythmen, etwa auf Paul Kalkbrenners mitreißendem Album The Essence, entwickeln eine Kraft, die man einem erschwinglichen Spieler sonst gar nicht zutrauen würde. Aber auch extraknifflige Platten aus den 90er Jahren wie Tori Amos‘ Little Earthquakes präsentieren sich mit bemerkenswerter Intensität und Sauberkeit.

Little Earthquakes erschien 1992. Vinyl galt mitten im CD-Boom als totes oder zumindest sterbendes Medium. Was man auch daran erkennt, dass die deutsche LP-Erstpressung dieses Albums heute nur bei wenigen hundert Discogs-Nutzer:innen in der Sammlung steht. Selbst von so großen Titeln wurde Vinyl, wenn überhaupt, nur in kleinen Auflagen gepresst. Und dann auch oft nur mit einem Minimum an Ausstattung und Aufwand.

Audiolab PPA7 mit Fernbedienung und Plattenspieler
Nicht nur, dass der PPA7 deine Platten für deinen Verstärker aufbereitet. Er schickt dir die Musik auch digital via Bluetooth oder USB.

So sparte man sich beispielsweise häufig die bedruckte Innenhülle. Bei  Little Earthquakes breitete man stattdessen einfach alle 16 Seiten des CD-Booklets winzig klein auf die Coverrückseite aus. Aus HiFi-Sicht problematischer ist aber, dass man beim damaligen Label Eastwest beschloss, das 60-Minuten-Werk auf nur eine LP zu pressen. So lange Spielzeiten bekommt man nur mit Tricks und Kompromissen auf Platte unter. Umso mehr sind bei der Wiedergabe hochgenaue Spieler und Preamps gefordert.

Rauscharm und dynamisch

Bei Analogplatten brauchen die Rillen umso mehr Platz, je lauter und bassreicher die darin gespeicherte Musik ist. 15–20 Minuten pro Seite gelten bei Pop und Rock mit normaler Dynamik als problemlos umsetzbar. Darüber muss man entweder die Dynamik insgesamt einschränken oder selektiv den Bass abschwächen. Oder als dritte Möglichkeit den Gesamtpegel reduzieren, die Dynamik aber intakt lassen. Tori Amos’ kunstvollen Songs widerfuhr zum Glück nur Variante 3.

Audiolab PPA7 Rückseite Anschlüsse
Zwei Eingänge führen zu zwei sauber getrennten Signalpfaden für MC- und MM‑Systeme. Rechts davon stellt die USB-C-Buchse deine Musik digital bereit.

Im Idealfall ist damit sehr guter Klang trotz 30-Minuten-Seiten möglich. Da die gesamte Musik nun besonders stark verkleinert in der Rille vorliegt, musst du beim Hören aber entsprechend weiter aufdrehen. Und damit fallen auch alle Störfaktoren deutlicher ins Gewicht: das Eigengeräusch des Vinyls und eventueller Verunreinigungen, Laufgeräusche des Plattenspielers und natürlich auch das Rauschen des Phono-Vorverstärkers.

Der Rega erweckt dynamische Stücke wie Precious Things schon sehr überzeugend zum Leben. Unschätzbare Hilfe leistet ihm dabei der angenehm rauscharme Audiolab, der die leisen MM-Signale wieder zu pulsierendem Leben erweckt. Selbst mit MC-Systemen, die bauartbedingt nur ungefähr ein Zehntel der MM-Ausgangsspannung liefern, verkneift sich der englische Preamp eigene Rauschbeiträge weitestgehend. Klar: Die spezialisierten Rega-Preamps Fono MM und Fono MC können das noch etwas besser.

Gerade der Fono MC leuchtet auch die Klangfarben von Amos’ Bösendorfer-Flügel noch nuancenreicher und eindrucksvoller aus. Auf druckvolle, emotional packende und glaubhaft räumlich abgebildete Musik musst du aber auch mit dem PPA7 nicht verzichten. Das funktioniert sogar bei dieser Angstgegner-Platte schon überzeugend. Da überrascht es wenig, dass der PPA7 mit unkomplizierteren, lauter gemasterten Scheiben sogar noch eine dicke Schippe drauflegt.

Du möchtest wissen, wie der Audiolab PPA7 im Vergleich mit anderen von uns getesteten Phono-Vorverstärkern abschneidet? Unsere Bestenliste verrät es dir:

Kompletter Vorverstärker – exklusiv für Plattenfans

Das besonders seltene Feature des Audiolab PPA7 bleibt sein vollwertiger Vorverstärker. Sein Pegelrad an der Front ist also keinesfalls nur für die Kopfhörerbuchse reserviert, sondern kann auch deine Endstufen oder Aktivboxen bedienen. Wenn du später doch noch einen ausgewachsenen HiFi-Verstärker hinzufügen willst, kannst du die Lautstärkeregelung des PPA7 aber auch deaktivieren.

Audiolab PPA7 Front Pegelrad Detail
Das Pegelrad kümmert sich nicht nur um deinen Kopfhörer, sondern steuert auf Wunsch auch externe Endstufen an.

Sie arbeitet analog und lässt sich mit einem kleinen, aber solide mit Alu-Oberseite gebauten IR-Sender fernbedienen – wie auch alle anderen Funktionen des Phono-Vorverstärkers. Dazu gehört eine Balanceregelung, die selbst bei teuren Vollformat-Preamps häufig fehlt. Zur Anpassung an den Tonabnehmer kannst du Verstärkung, Abschlusswiderstand und -kapazität bequem vom Hörplatz aus verändern.

Bei den meist sehr subtilen Veränderungen, auf die es da zu achten gilt, eine sehr hilfreiche Fähigkeit. Selbst wenn du den PPA7 etwa an einem Vollverstärker betreibst und seine Volumeregelung gar nicht benötigst. Erfreulich ist, dass die MM-MC-Umschaltung konsequent mit zwei komplett separaten Eingangsstufen und -buchsenpaaren arbeitet. Die besonders empfindlichen MC-Signale geraten also noch vor irgendwelchen Wahlschaltern in ihre eigene, rauscharme Vor-Vorverstärkung.

Audiolab PPA7 Fernbedienung
Einen Phono-Vorverstärker mit Fernbedienung sieht man auch nur alle Jubeljahre. In der Praxis überzeugt sie uns sehr.

Erst danach liegen sie in gekräftigter Form an dem Relais an, das zwischen MM und MC entscheidet. Angenehmer Nebeneffekt: Du kannst beide Eingänge mit Spielern belegen und einfach zwischen den beiden hin- und herschalten. Jedenfalls solange einer der Spieler ein MM- und der andere ein MC-System trägt.

A/D-Wandler für moderne Analogfans

Bei digitalen Zusatzfunktionen werden Puristen schnell misstrauisch. Aber wir können Entwarnung geben: Dem analogen Signal wird dadurch im PPA7 kein Haar gekrümmt. Der Analog-Digitalwandler zapft sein Signal parallel vom eigentlichen Signalweg ab und ernährt sich von einem separaten Zweig der Stromversorgung.

Audiolab PPA7 Display Record On
Auf Wunsch digitalisiert der Audiolab PPA7 deine Platten und spuckt sie via USB aus.

Das digitalisierte Vinylsignal kannst du via Bluetooth oder USB abgreifen: Per USB-C wird dein Phono-Preamp zu einem hochwertigen Audio-Interface für deinen PC oder Mac. So kannst du mit einer Aufnahmesoftware auf dem Rechner LPs archivieren, oder den Klang mit einem digitalen Akustiktool bearbeiten.

Vermutlich noch häufiger genutzt dürfte aber die Bluetooth-Schnittstelle des PPA7 werden. Das solide gebaute Kästchen kommuniziert dabei über das klangoptimierte Bluetooth-Protokoll aptX HD – solange die Gegenstelle dessen mächtig ist. Das ist inzwischen bei zahllosen Wireless-Hörern und portablen Speakern der Fall.

Audiolab PPA7 Kopfhörerbuchse Detail
Natürlich kannst du deine Musik auch direkt über kabelgebundene Kopfhörer abgreifen.

Da sich die Bluetooth-Partner vor der Übertragung automatisch auf einen beiderseits unterstützten Codec einigen, kann aber auch mit älteren Geräten nichts schiefgehen. Der Standard-Modus klingt zwar nie wirklich hochauflösend – aber das fällt abends auf der Terrasse über einen Bluetooth-Lautsprecher garantiert niemandem auf.

Unser Fazit zum Audiolab PPA7

Die Frage haben sich schon viele gestellt: Wenn jeder Streamer oder DAC heute ganz selbstverständlich mit regelbaren Ausgängen kommt, warum sind dann Phono-Vorverstärker fast immer auf einen separaten Vor- oder Vollverstärker angewiesen? Die Antwort ist etwas komplizierter, weil digitale Volume-Regelung heute praktisch ohne technischen Mehraufwand realisierbar ist. Im Audiolab PPA7 wird dagegen analog geregelt, was zusätzliche Baugruppen erfordert – ebenso wie die A/D-Wandlung, das USB-Interface und der Bluetoothsender, die Fernbedienung und das Display. Dass am Ende dieser langen Einkaufsliste ein so moderater Preis steht, ist erfreulich – erst recht, wenn man feststellt, dass die Entwickler an der eigentlichen Grundfunktion eines Phono-Preamps nicht unnötig gespart haben.

Als vollwertiger Vorverstärker kann der PPA7 aber nur Phono-Puristen dienen. Er hat keine Eingänge für zusätzliche Hochpegel- oder gar digitale Quellen. Zum Glück bleiben auch ohne Nutzung der Volumeregelung so viele praktische Features übrig, dass wir den Preis dieses voll fernbedienbaren Phono-Pre nur als außerordentlich fair beschreiben können. Damit – und mit seinem warmen, druckvollen Klang – liegt der PPA7, so modern er sonst aufgebaut ist, dann doch wieder ganz in der guten, alten Audiolab-Tradition.

HIFI.DE Testsiegel Phono-Vorverstärker Audiolab PPA7 9.1

Hier kannst du den Audiolab PPA7 direkt bestellen:

Technische Daten
Eingänge 1x Cinch MM, 1x Cinch MC
Audio-Ausgänge 1x Cinch (fix & variabel), USB-C, Bluetooth aptX, Kopfhörerklinke (6,3 mm)
Abschlusswiderstände 100 Ohm & 330 Ohm, 47 kΩ
Eingangskapazität 100 pF & 220 pF
Gain -6 bis +6 dB (analog), -12 bis +3 dB (digital)
Auflösung 44,1–192 kHz, 16 oder 24 Bit
Abmessungen (BxHxT) 180 x 56 x 208 mm
Gewicht 1,4 kg
Gehäuse-Ausführungen Schwarz, Silber
Preis 599 Euro

Noch auf der Suche nach dem passenden Plattenspieler? In unserer Bestenliste wirst du sicher fündig:

Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE evtl. eine Provision vom Shop. Weitere Infos
zur Startseite HIFI.DE bei Google bevorzugen
Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit * oder gekennzeichnete. Mehr Infos.
Aktuelle Tests, Deals und News direkt in dein Postfach
Kein Spam. Kostenlos. Jederzeit abbestellbar.