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JBL Live Beam 4 im Test: Die Überraschung mit Display

Mit dem Displays-Case heben sich die JBL Live Beam 4 vom Gros der Konkurrenz ab. Aber können die In-Ears von JBL auch sonst mithalten?
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JBL Live Beam 4 Test | Titelbild HIFI.DE
Bluetooth-Version
6.0
Akku-Kapazität / Laufzeit
Hörer: 10 Std. (mit ANC) / mit Case: 48 Std. (ohne ANC)
Schnellladefunktion
5 Min. Laden für 1 Std. Wiedergabe
Noise Cancelling
Ja
Wassergeschützt
IP55
Preis
199,99 Euro
In Kürze
Das Display-Case der Live Beam 4 ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch wirklich gut durchdacht. Dazu kommen eine solide Performance in allen wichtigen Disziplinen und herausragende Bluetooth- und Akku-Ausstattung. Eine Kaufempfehlung ist garantiert, wenn der Preis noch etwas sinkt.
Vorteile
  • Display im Case mit vielen Funktionen
  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • Starkes ANC, solider Sound
  • Auracast
Nachteile
  • Transparenz-Modus mit Störrauschen
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Mit der Live-4‑Reihe macht JBL seine personalisierbaren Display-Cases erschwinglich. Wir haben das vielleicht spannendste Modell der Reihe, die JBL Live Beam 4, ganz genau unter die Lupe genommen und verraten dir im ausführlichen Praxistest, ob sich die stylishen In-Ears auch für dich lohnen könnten.

Über diesen Test: Wir haben die JBL Live Beam 4 über einen Zeitraum von einer Woche getestet. Unser Testexemplar wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Die JBL Live Beam 4 im Soundcheck

Die Vorgänger der JBL Live Beam 4 hatten klangtechnisch mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Einerseits stand zwar eine starke Leistung im Bassbereich, die besonders bei Hip-Hop und Pop wirklich Spaß machen konnte, andererseits drifteten Stimmen und Instrumentals in anderen Genres gern ins Metallische ab. Und gerade diese fehlende Natürlichkeit im Klang konnte auch nur bedingt mit dem unterstützten Equalizer ausgeglichen werden. Spielen die Live Beam 4 nun also etwas souveräner auf als die Live Beam 3? Oder bestätigt sich der spürbare Fokus auf kräftige Tiefen?

JBL Live Beam 4 – In der Hand
Die JBL Live Beam 4 haben klanglich einen ordentlichen Sprung gemacht.

Tatsächlich spielen die Live Beam 4 bei uns im Hörtest direkt erwachsener auf, als es bei den Vorgängern der Fall war. Wir starten mit Caroline Polacheks Bunny is a Rider, Metronomys Whitsand Bay und damit nuancierter Pop-Musik, die sowohl in den Höhen als auch in den Tiefen einiges an Finesse erfordert. Dabei überzeugen weiterhin hauptsächlich die Tiefen, aber auch klare Vocals kann man den Live Beam 4 durchaus zutrauen.

Besser mit ANC: Der Sound ist wechselhaft

Wenn es hier etwas zu bemängeln gibt, dann, dass die In-Ears beizeiten etwas hohl und fern klingen, so als hätte der Schall eine gewisse Distanz zurücklegen müssen, ehe er am Gehörgang ankommt. Das fällt bei Pop und Hip-Hop noch kaum auf, außer wir legen uns orchestrale Inszenierungen wie Little Simz‘ Introvert aufs Ohr, fällt aber bei rockiger Musik ins Gewicht, die mehr über die Mitten kommt, als die Tiefen.

JBL Live Beam 4 – Einzelner Bud
Die Stärken der JBL Live Beam 4 liegen weiterhin in den Tiefen. Aber auch sonst überzeugen die Beam 4 mit solider Leistung.

So klingt Liang Lawrences entspannter Indie-Rock in Thoughtless angenehm warm und organisch, während die Buds bei Rides I Came to See the Wreck etwas überfordert wirken. Wir fühlen uns hier schlichtweg nicht nah genug an der Klangbühne, um in der gitarrenlastigen Kakophonie wirklich eine Struktur erkennen zu können. Das gelingt teureren In-Ears, wie etwa unseren Testsiegern Sennheiser Momentum True Wireless 5, besser.

Noch besser klingen die Live Beam 4 übrigens bei aktiviertem Noise Cancelling. Das ist natürlich ärgerlich, wenn ANC gerade mal nicht gefragt ist. Die Kopfhörer profitieren hier aber hörbar von der zusätzlichen Isolierung und Verarbeitung, was besonders bei elektronischer Musik Freude macht. Im Test hören wir dazu Quartz von French 79.

JBL Live Beam 4 – Kopfhörer beide
Wenn es etwas zu bemängeln gäbe, dann, dass der Sound der JBL Live Beam 4 ohne aktiviertes ANC spürbar an Direktheit verliert.

Aber hier darf man – auch wenn dieser nicht in unsere Benotung einfließt – den Preis nicht aus den Augen verlieren. Die Sennheiser-Kopfhörer kosten fast das Doppelte und die Stärken der JBL-Kopfhörer liegen ganz woanders: zum Beispiel bei der Bedienung.

Wie sich der Klang im Vergleich zu anderen In-Ear-Kopfhörern mit Noise Cancelling schlägt, erfährst du in der Bestenliste:

JBL Live Beam 4: Bedienung am Case – absolutes Highlight

Bevor wir uns der App und der restlichen Bedienung widmen, wollen wir uns zunächst das Alleinstellungsmerkmal der JBL Live Beam 4 anschauen: das Ladecase. Und klar, im Jahr 2026 gibt es auch schon andere Hersteller, die auf einen Bildschirm in der Ladebox vertrauen – hier sei etwa das Soundcore-Flaggschiff Liberty 5 Pro Max erwähnt –, in der Preisklasse der Live Beam 4 allerdings haben wir bisher noch keinen Konkurrenten erspähen können, der einen ähnlich ansprechenden und funktionsreichen Bildschirm bietet.

Das Ladecase der Live Beam 4 lässt sich über einen kleinen Knopf rechts über dem Display aktivieren. Dann zeigt es dir erst mal die Uhrzeit an. Über Touch-Gesten gelangst du dann aber zum eigentlichen Herzstück der mitgelieferten Hardware. Du kannst hier nämlich nicht nur die Wiedergabe steuern, ANC regeln und dich durch EQ-Presets klicken, sondern auch die Bluetooth-Kopplung (samt Auracast!) verwalten, Benachrichtigungen von deinem Smartphone einsehen oder einen Timer stellen.

Die kleine Box erspart dir also nicht nur den Griff zum Smartphone. Sie ersetzt dieses sogar beinahe vollwertig, wenn du die Live Beam 4 am Computer oder einem anderen Bluetooth-fähigen Gerät verwendest. Noch dazu lässt sich das Case über die Smartphone-App personalisieren und mit einem eigenen Hintergrundbild ausstatten. Der kompakte Touchscreen reagiert prompt auf Befehle, die Bedienung gelingt intuitiv und auch die Verarbeitung überzeugt.

Auf dem Papier könnten sich auch Modelle wie die Liberty 5 Pro oder Liberty 4 Pro als Alternativen gerieren. Schließlich ist auch hier ein Display mit rudimentären Features verbaut. Das Case von JBL ist den Soundcore-Modellen aber sowohl in Feature-Vielfalt als auch Design qualitativ überlegen und spielt eher mit teureren Modellen wie den Tour Pro 3 oder eben den Liberty 5 Pro Max auf einem Level.

App und Touch-Bedienung

Wie gewohnt fällt auch die restliche Bedienung der JBL-Kopfhörer ordentlich und ausführlich aus. Ein ausführlicher Zehn-Band-Equalizer lässt sich in der App ansteuern und mit eigenen Presets füttern. Diese Presets können dann wiederum über das Case angesteuert werden – praktisch. Die Touch-Bedienung an den Earbuds selbst kannst du ebenfalls in der App personalisieren. Im Test können wir hier keine eklatanten Mängel feststellen.

Auch sonst hat die App einiges zu bieten. Wir finden hier so viele kleine Features und Einstellungsmöglichkeiten vor, dass wir kaum auf jede einzeln eingehen können. Am besten arbeitest du dich selbst durch die JBL-App und entscheidest, welche Funktionen für dich von Relevanz sind. Die Auswahl ist enorm.

So kannst du etwa die Wiedergabe individuell via Personi-Fi an deine Hörgewohnheiten anpassen, das Standby-Verhalten deiner In-Ears justieren, zwischen Soundqualität und minimaler Latenz priorisieren, Naturgeräusche zur Entspannung ansteuern, die Kopfhörer suchen oder einen einzelnen Bud als dediziertes Mikrofon für Anrufe bestimmen. Die Liste ist schier endlos und die App trotzdem vergleichsweise übersichtlich gestaltet, sodass Herumprobieren hier wirklich Freude bereitet.

JBL Live Beam 4 im Praxis-Check

Auch im Bluetooth-Bereich sind hier allerlei Funktionen versteckt, die das Leben im Alltagsgebrauch erleichtern können. Da wäre zuallererst die Möglichkeit, den höherauflösenden Codec LDAC bewusst zu aktivieren, wenn das Setup es hergibt. Neben SBC, AAC und LDAC unterstützen die Live Beam 4 auch noch den effizienteren Codec LC3. Dank ihrer aktuellen Bluetooth-Version 6.0 sind die JBL Live Beam 4 sowohl theoretisch als auch praktisch Auracast-fähig und unterstützen die Funktion auch nativ in der App.

JBL Live Beam 4 – Case von hinten
Die JBL Live Beam 4 lassen sich sowohl via USB-C als auch kabellos laden. Hier sparen Hersteller sonst gern.

Das gefällt besonders deshalb gut, weil viele Hersteller wie Sennheiser oder Bose zwar das technisch notwendige Fundament liefern, aber die Integration in die eigenen Apps noch aufschieben. Die JBL Live Beam 4 hingegen kannst du problemlos via Auracast mit einem aktiven Stream verbinden. Ganz egal, ob dieser von einer markenfremden Bluetooth-Box, von einem Fernseher oder einer öffentlichen Einrichtung gesendet wird.

Ebenfalls hervorragend performen die JBL Live Beam 4 bei der Akkulaufzeit. Bis zu zehn Stunden bei aktiviertem ANC sind hier drin. Damit können die JBL Live Beam 4 es mit den Technics EAH-AZ100 aufnehmen, die wir hier sonst gern lobend hervorheben. Kabelloses Laden wird ebenfalls unterstützt und dank IP55 sind die Live Beam 4 auch bestens als Sport-Kopfhörer geeignet.

ANC: Passabel, aber nicht brancheführend

Positiv überrascht sind wir im Praxistest von der aktiven Geräuschunterdrückung. Diese legt im Vergleich zum direkten Vorgänger deutlich zu und kann jetzt mit dem Flaggschiff der Marke mithalten. Bei gleichzeitiger Musikwiedergabe hören wir unsere Kolleg:innen nicht mal dann, wenn sie neben uns sitzen und dringend mit uns reden wollen.

Wenn wir dringende Gespräche aber eben nicht verpassen wollen, können wir sowohl den Transparenz-Modus als auch eine Konversationserkennung aktivieren. Leider schneiden die JBL Live Beam 4 hier nicht ganz so souverän ab, wie es beim ANC der Fall ist. Starkes Hintergrundrauschen, eine etwas unnatürliche Verstärkung der Umgebung und keine hundertprozentig verlässliche Gesprächserkennung führen im Test eher dazu, dass wir vom Transparenz-Modus die Finger lassen.

Wenn ein guter Transparenz-Modus für dich ganz oben auf der Wunschliste steht, dürften die JBL Live Flex 4 die bessere Wahl sein. Das Geschwisterchen der Live Beam 4 setzt auf ein halboffenes Design, was erfahrungsgemäß für schwächeres ANC und einen besseren Transparenz-Modus sorgt.

Design der JBL Live Beam 4: keinen Deut schlechter als das Flaggschiff

Wer die JBL Live Beam 4 in der Hand hält, wird zu keiner Sekunde das Gefühl haben, hier die Budget-Variante des Flaggschiffs in der Hand zu halten. Die Live Beam 4 spielen haptisch, optisch und verarbeitungstechnisch in derselben Liga wie die Tour Pro 3 und schneiden auch dementsprechend gut ab. Das Ladecase ist nicht nur Hingucker, sondern auch Handschmeichler. Es schließt sicher und ohne Spiel und ist trotz des verbauten Displays nicht sonderlich schwer.

JBL Live Beam 4 – Kopfhörer-Paar
Case und ein großer Teil der Buds wirken dank des angerauten Kunststoffs recht hochwertig. Einzig die glänzenden Details ziehen Fingerabdrücke an.

Auch hier sei aber gesagt, dass die Live Beam 4 auch preislich nicht den absoluten Budget-In-Ears zuzuordnen sind. Die UVP von 199 Euro liegt nah am Straßenpreis der AirPods Pro 3 und über der UVP der Ear (3).

JBL Live Beam 4, Live Buds 4 oder Live Flex 4: Welche Variante passt zu dir?

Wie schon in der Vorserie liefert JBL die Live-4-Reihe parallel in drei unterschiedlichen Varianten aus. Wir haben uns in dieser Generation dazu entschieden, nur die Variante zu testen, die am ehesten als direkte Alternative zu den Tour Pro 3 durchgeht.

JBL Live Beam 4 – Case mit Display
Alle drei Modelle der Live-4-Reihe bieten den Luxus des Display-Cases.

Wenn dir In-Ears ohne Silikonaufsatz wichtig sind, du aber nicht auf das Display-Case und die JBL-App verzichten möchtest, kannst du stattdessen zu den Live Flex 4 greifen. Hier dürfte das ANC schwächer ausfallen und der Klang etwas weniger Tiefenfokus aufweisen. Die Live Buds 4 hingegen dürften leistungstechnisch schon deutlich näher an den Beam 4 liegen – nur eben in Bean-Form statt mit Stiel.

Unser Fazit zu den JBL Live Beam 4

Die JBL Live Beam 4 sind grundsolide In-Ear-Kopfhörer, die in fast jeder Hinsicht mit den Tour Pro 3 mithalten können. In einigen Kategorien haben sie sogar die Nase vorn. Das Display-Case ist dabei mehr als nur eine nette Spielerei und bringt echten Nutzen, der das reichhaltige Angebot an Features noch flexibler nutzbar macht. Wer unter 200 Euro – und im Angebotspreis bald hoffentlich runter auf 150 Euro – nach In-Ears mit Bildschirm im Case sucht, bekommt bei den Live Beam 4 das prallste Paket geboten.

HIFI.DE Testsiegel In-Ear-Kopfhoerer JBL Live Beam 4 8.9

Hier lassen sich die JBL Live Beam 4 bestellen:

Technische Daten
Bluetooth-Version 6.0
Akku-Kapazität / Laufzeit Hörer: 10 Std. (mit ANC) / mit Case: 48 Std. (ohne ANC)
Anschlüsse des Ladecase USB-C, kabelloses Laden
Schnellladefunktion 5 Min. Laden für 1 Std. Wiedergabe
Noise Cancelling Ja
Steuerungs-App Ja
Wassergeschützt IP55
Gewicht 4,85 g (Buds) / 73 g (Case)
Preis 199,99 Euro

Doch nicht die richtigen Kopfhörer für dich? Alle In-Ears, die wir getestet haben, findest du hier:

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