Sennheiser Momentum 5 Wireless im Test: Vielseitig und voll ausgestattet
- Preis
- 399 Euro (UVP)
- Kopfhörertyp
- Ohrumschließend
- Akku-Laufzeit
- 57 Std. (ANC ein)
- Akku-Ladezeit
- ca. 2 Std.
- Schnellladefunktion
- Ja (10 Min. Ladezeit für 7 Std. Spielzeit)
- Bluetooth-Version
- Bluetooth 5.4
- Audio-Codecs
- SBC, AAC, aptX, aptX HD, aptX Adaptive, aptX Lossless
- Gewicht
- ca. 290 g
Wie schon der Vorgänger legt auch der Momentum 5 Wireless die klangliche Messlatte hoch an. Seine sehr lange Akkulaufzeit, eine Fülle an Bluetooth-Codecs sowie kabelgebundene Wiedergabewege und dazu noch gutes, wenn auch nicht herausragendes Noise-Cancelling, machen ihn zum Kopfhörer für jede Gelegenheit.
- Sehr schöner, detailreicher Klang
- Gutes Noise-Cancelling
- Musikwiedergabe über Klinke oder USB-C
- Unterstützt viele hochauflösende Bluetooth-Codecs
- Lange Akkulaufzeit
- Kein LE Audio oder Auracast (Stand: Juni 2026)
- Nicht faltbar
Endlich ist er da, der Sennheiser Momentum 5 Wireless. Kann er es mit dem eigenen Vorgänger – und dem jüngst vorgestellten Sennheiser HDB 630 – aufnehmen? Wir haben ihn getestet.
Sennheiser Momentum 5 Wireless im Klang-Check
Der Momentum 5 Wireless klingt, wie du es von einem Sennheiser-Kopfhörer erwarten kannst: richtig gut. Er zeichnet die Höhen luftig und klar auf, weist einen authentischen Mittenbereich auf und untermauert alles mit einem warmen, tiefen Fundament. Gerade im Vergleich zur Konkurrenz in Form eines Apple AirPods Max 2 oder Bose QuietComfort Ultra Headphones Gen. 2 fällt er dabei durch sein Fingerspitzengefühl auf – was nicht heißt, dass er nicht auch ordentlich auf den Putz hauen kann, wenn ein Track das verlangt.

Besonders gefällt uns, wie griffig und authentisch der Momentum 5 Wireless akustische Instrumente und Stimmen wiedergibt. In Kacey Musgraves Coyote perlt die Gitarre wunderschön frei ins Ohr, bevor sich Musgraves tragende Stimme gefühlvoll zwischen die Töne schmiegt. Der Sennheiser-Kopfhörer definiert die einzelnen Bestandteile des Instrumentals punktgenau und trennt sie sauber voneinander. So klingt die Gitarre hier noch etwas schärfer umrissen als etwa über den Sony WH-1000XM6. Der Momentum 5 kann Gitarre und Stimme außerdem besser im imaginären Raum situieren. Die feine Aufzeichnung verhilft dem Song zu einer ganz neuen Emotionalität.

Auch aufregendere Tracks stellen für den Sennheiser-Kopfhörer kein Problem dar. The Manifesto ft. Trueno and Proof von den Gorillaz nimmt er gekonnt in die Hand. Hier kommt ihm wieder zugute, wie präzise er Instrumente wiedergibt, voneinander trennt und auf der Bühne platziert. Wo z. B. der WH-1000XM6 dem Beat etwas zu viel Platz einräumt und so teilweise Töne überdeckt, können wir über den Momentum 5 vom Trommelschlag zur Triangel jedem Instrument präzise durch den gesamten Song folgen. Keins der vielen Instrumente kommt zu kurz, und besonders im Höhenbereich demonstriert der Momentum 5 Wireless eine sehr schöne Klarheit und Luftigkeit. Wir vermissen nur noch das letzte bisschen Glanz in den Spitzen.

Am Ende findet der Momentum 5 Wireless unserer Meinung nach einen guten Mittelweg. Auch er ist tendenziell basslastig, geht dabei aber nicht ganz so weit wie viele seiner Konkurrenten. Da er den Bass- und vor allem den Tiefmittenbereich nicht allzu stark aufbläst, behält er eine gewisse Klarheit bei und klingt nie unschön dumpf. Gleichzeitig ist sein Sound aber auch punchig und aufregend. Der Sennheiser HDB 630 z. B. klingt noch etwas ausgewogener und feiner, seinen Sound fanden wir für die Hintergrundbespaßung im Alltag aber etwas zu flach.
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„Optimiert für Dolby Atmos“
Auch für Sennheiser ist 3D-Audio ein Thema. Die Firma hat sich dafür mit Dolby zusammengetan. In der App kannst du die Funktion „Raumklang“ aktivieren. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Funktionen à la Apple Spatial Audio, bei denen die Kopfhörer aus klassischen Stereo- simulierte Atmos-Tracks machen. Stattdessen sollst du den Modus vor allem dann nutzen, wenn du Musik hörst, die bereits in Dolby Atmos vorliegt. Laut Sennheiser soll mit einem Firmware-Upgrade auch Headtracking dazustoßen, zum Testzeitpunkt war es allerdings noch nicht so weit.
Gutes ANC, toller Transparenzmodus
Der Sennheiser Momentum 5 Wireless hat, wie die meisten ANC-Kopfhörer, zwei Basismodi: ANC oder Transparenz. Im ANC-Modus werden Umgebungsgeräusche unterdrückt, im Transparenzmodus verstärkt. Wie intensiv die Geräuschunterdrückung tatsächlich ist, kannst du aber auch ganz individuell einstellen – bei beiden Modi entlang eines Spektrums von null bis 100 Prozent. Alternativ bietet Sennheiser dir noch einen adaptiven Modus an, bei dem der Bluetooth-Kopfhörer selbst entscheidet, wie er das ANC einstellt. Er orientiert sich dabei an der Lautstärke deiner Umgebung.

Das ANC des Momentum 5 Wireless leistet gute Arbeit, kann sich aber nicht ganz mit dem der Spitzenreiter – Apple AirPods Max 2 und Sony WH-1000XM6 – messen. Wenn du auf vollkommene Stille aus bist, solltest du dich eher bei der Konkurrenz umschauen. Dennoch kann auch der Momentum 5 Wireless deine Umgebung hörbar leiser machen. Lautes Rauschen, etwa am Straßenrand, liegt ihm dabei besonders.
Sein Transparenzmodus kann uns hingegen vollends überzeugen. Die verstärkten Umgebungsgeräusche hören sich über den Momentum 5 Wireless äußerst natürlich an. Wo z. B. der Sony-Konkurrent Stimmen recht künstlich wiedergibt und der gesamte Modus mit einem leisen Hintergrundrauschen daherkommt, klingt der Momentum 5 Wireless erfreulich authentisch.
Momentum 5 Wireless in der Praxis: Akkulaufzeit, Bluetooth, Kabel
Wie alle modernen Sennheiser-Kopfhörer hält auch der Sennheiser Momentum 5 Wireless mit nur einer Akkulaufzeit erfreulich lange durch: 57 Stunden sind es laut Datenblatt, bevor du den Kopfhörer wieder aufladen musst. Bei aktiviertem ANC wohlgemerkt. Damit liegt der Momentum 5 Wireless in etwa gleichauf mit dem Sennheiser HDB 630 oder dem Marshall Monitor III ANC. Konkurrenten wie den Sony WH-1000XM6 (30 Stunden) und Apple AirPods Max 2 (20 Stunden) hängt er mit Leichtigkeit ab. Zudem musst du ihn nur zehn Minuten lang aufladen, um bereits sieben Stunden Spielzeit zurückzuerlangen. Zwei Stunden genügen zur vollständigen Aufladung.

Den Momentum 5 Wireless lädst du über seine USB-C-Schnittstelle auf. Das entsprechende Kabel liegt bei. So weit, so Standard. Aber der Sennheiser Momentum 5 Wireless hat noch ein Ass im Ärmel: Seinen Akku kannst du tatsächlich ganz einfach und bequem selbst austauschen. Verliert er also über die Jahre an Leistung, musst du nicht gleich den ganzen Kopfhörer austauschen. Wir haben das selbst ausprobiert: Ohrpolster abgezogen, ein paar kleine Schräubchen gedreht und schon lag der Akku frei. Einfacher geht’s nicht. Wir hoffen, dass das bald zum neuen Standard am Markt wird.
Neben der USB-C-Schnittstelle sitzt an der rechten Ohrmuschel noch ein analoger Audioanschluss für 2,5-Millimeter-Kabel. Auch hier liefert Sennheiser das passende Kabel gleich mit. Hat dein Handy keinen Klinkenanschluss mehr, kannst du Musik aber auch über den USB-C-Anschluss wiedergeben.
Bluetooth – aptX zuhauf!
Der Sennheiser Momentum 5 Wireless ist mit der Bluetooth-Version 5.4 ausgestattet. Laut Sennheiser wird ein Firmware-Update Bluetooth 6.0 ausliefern, aber einen genauen Zeitraum hierfür bleibt die Firma schuldig. Wozu man ebenfalls keine genauen Angaben macht: der Unterstützung von LE Audio und Auracast. Schade, da andere Sennheiser-Kopfhörer wie die Momentum Sport oder Momentum True Wireless 4 bereits mit den neuen Technologien ausgestattet sind. Die Momentum TWS 4 gehörten sogar zu den ersten Kopfhörern mit Auracast, die wir testen konnten.

Auch wenn der neue LE-Audio-Codec LC3 im Datenblatt fehlt, mangelt es dem Momentum 5 Wireless definitiv nicht an Bluetooth-Codecs. Er unterstützt neben den Basic-Codecs SBC und AAC auch noch die aptX-Palette: aptX, aptX HD, aptX Adaptive und aptX Lossless.
Die Bedienung des Momentum 5 Wireless
An der rechten Ohrmuschel des Sennheiser Momentum 5 Wireless sitzt lediglich ein Knopf – das war’s auch schon mit haptischen Bedienelementen. Der Knopf schaltet den Kopfhörer ein und startet den Bluetooth-Kopplungsmodus. Alle weiteren Befehle erteilst du ihm über das Touchfeld in der rechten Ohrmuschel. Einmal tippen pausiert die Musik, horizontales Wischen wechselt den Song und vertikales Wischen verändert die Lautstärke. Um vom ANC- in den Transparenzmodus zu wechseln, tippst du zweimal auf die Ohrmuschel.

Spannend: Das Touchfeld des Momentum 5 Wireless erkennt auch, wenn du mit Daumen und Zeigefinger eine Kneifbewegung ausführst. Diese Geste kennen wir so nur von Sennheiser-Kopfhörern. Sie verändert die Intensität der aktiven Geräuschunterdrückung. Praktisch, allerdings auch etwas ungelenk.
Steuerungs-App
Weitere Einstellungen kannst du wie gewöhnlich in der App vornehmen. Hier kannst du z. B. den ANC-Modus genau einstellen, einen grafischen Acht-Band-Equalizer bedienen oder z. B. auf die Funktion „Kopfhörer finden“ zugreifen, bei der die App den letzten registrierten Standort des Momentum 5 Wireless anzeigt (vorausgesetzt, du erlaubst den Standortzugriff). Der Equalizer umfasst außerdem einen Bass-Boost-Modus sowie die Möglichkeit, dir über einen kurzen Hörtest ein Equalizer-Profil ganz nach deinem Geschmack erstellen zu lassen.
Die Sennheiser-App ist visuell ansprechend gestaltet und verständlich aufgebaut. Du kannst selbst festlegen, welche Funktionen dir auf der Startseite angezeigt werden. Nutzt du z. B. Dolby Atmos gar nicht, kannst du die Kachel von der Homepage werfen.
Design: klassisch und simpel
Mit 290 Gramm ist der Momentum 5 Wireless ein vergleichsweise leichter Kopfhörer. Die Aufhängung der Ohrmuscheln ist zudem sehr flexibel und der Anpressdruck des Kopfbügels nicht allzu fest, sodass er sich bequem an deine Kopfform anpasst. Auch das verwendete Kunstleder empfanden wir im Test als angenehm.

Ein Manko: Der Kopfhörer ist leider nicht faltbar. Das macht ihn recht sperrig. Auch das beigelegte Hartschalencase ist alles andere als zierlich, wobei es dennoch kompakter und vor allem schmaler ist als die Cases vieler Konkurrenzmodelle.
Designtechnisch bleibt Sennheiser sich treu und gestaltet den Momentum 5 Wireless sehr klassisch. Wie schon beim Vorgänger Momentum 4 Wireless wird auch sein Gesamteindruck vom Stoffcover auf dem Kopfbügel aufgewertet.
Sennheiser Momentum 5 Wireless vs. Sennheiser HDB 630: Für welchen solltest du dich entscheiden?
Der Momentum 5 Wireless ist nicht der einzige „neue“ Kopfhörer von Sennheiser. Erst vor wenigen Monaten hat die Marke den HDB 630 vorgestellt. Die beiden Over-Ear-Kopfhörer unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: ihrem Preis. Der HDB 630 kostet rund 500 Euro, der Momentum 5 Wireless rund 400 Euro UVP. Falls der Momentum 5 Wireless sich wie sein Vorgänger verhält, wird sein Preis mit der Zeit deutlich sinken, während der HDB 630 seit seinem Launch keine Rabatte erfahren hat.

In den meisten anderen Punkten ähneln sich die beiden Kopfhörer stark. Unterschiede finden sich eher in den Details:
- Der Sennheiser HDB 630 gibt eine marginal längere Akkulaufzeit an.
- Das Design unterscheidet sich in den Details, ist aber größtenteils identisch.
- Der Sennheiser Momentum 5 Wireless unterstützt aptX Lossless, der HDB 630 nicht.
- Der HDB 630 wird mit einem Bluetooth-Dongle ausgeliefert.
- Die wohl wichtigsten Unterschiede: Der Sennheiser HDB 630 hat klanglich ein wenig die Nase vorn, der Momentum 5 Wireless hingegen hat das etwas bessere ANC.
Ob dir der feinere Klang des HDB 630 den Aufpreis wert ist, musst du selbst entscheiden. Die klanglichen Unterschiede sind subtil, aber definitiv hörbar. Beide Kopfhörer klingen sehr gut, aber der HDB 630 hat ein ausgewogeneres Klangprofil, das audiophilen Hörer:innen besser gefallen dürfte.
Am Ende würden wir dir aus Preis-Leistungs-Gründen in den meisten Fällen den Griff zum Momentum 5 Wireless empfehlen. Nur, falls du auf der Jagd nach dem bestmöglichen Klang bist und Abstriche beim ANC in Kauf nehmen kannst, würden wir dir eher zum HDB 630 raten.
Unser Fazit zum Sennheiser Momentum 5 Wireless
Mit dem Momentum 5 Wireless stellt Sennheiser einen weiteren gelungenen Kopfhörer vor. Sein schöner, runder Sound eignet sich sowohl als Gute-Laune-Portion unterwegs als auch für kritischere Hörsessions. Für einen Platz in der ANC-Hall-of-Fame reicht es zwar nicht, aber auch der Momentum 5 schirmt dich hörbar von deiner Umwelt ab. Und mit seiner langen Akkulaufzeit, vielen Bluetooth-Codecs und verschiedenen Möglichkeiten zum kabelgebundenen Musikhören ist er ein stets verlässlicher Alltagsbegleiter. Mit diesem Kopfhörer machst du definitiv nichts falsch.
| Technische Daten | |
| Preis | 399 Euro (UVP) |
| Kopfhörertyp | Ohrumschließend |
| Akku-Laufzeit | 57 Std. (ANC ein) |
| Akku-Ladezeit | ca. 2 Std. |
| Schnellladefunktion | Ja (10 Min. Ladezeit für 7 Std. Spielzeit) |
| Bluetooth-Version | Bluetooth 5.4 |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, aptX, aptX HD, aptX Adaptive, aptX Lossless |
| Gleichzeitige Verbindungen | Ja |
| Steuerungs-App | Ja |
| Wandler | 42 mm |
| Faltbar | Nein |
| Mitgeliefertes Zubehör | USB-C-Kabel, 3,5-mm-Klinkenkabel, Hartschalencase |
| Gewicht | ca. 290 g |
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