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Audio Pro A48 W im Test: Streaming-Aktivboxen mit dynamischem Klang

Für rund 1200 Euro bringt die A48 W beachtlichen Funktionsumfang und erwachsenen Klang mit. Ihr Sound kann trotzdem polarisieren.
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Audio pro A48 W Test | HIFI.DE Titelbild
Leistung
2 x 160 Watt (130 Watt + 30 Watt)
Eingänge
1x Cinch, 1x Optisch
HDMI ARC / eARC
Ja / –
Quellen kabellos
WLAN, Bluetooth 4.2, AirPlay 2, UPnP
Streaming
Spotify Connect, Tidal Connect, Tidal, Amazon Music, Qobuz, Deezer, Internetradio, Podcast
Abmessungen (BxHxT)
215 x 870 x 265 mm
Gewicht
10,5 kg
Paarpreis
1199 Euro | 1299 Euro für Walnuss-Finish
In Kürze
Kraftvolle Dynamik und komfortables Streaming zeichnen die neue Audio Pro A48 W aus. Neutralität und Feinzeichnung sind hingegen auch in der neuen W-Generation nicht ihre Stärken.
Vorteile
  • Dynamischer, bassstarker Klang
  • Viele integrierte Streamingdienste
  • Stabiles Streaming, gute App
  • Markenübergreifend kompatibel mit WiiM und anderen Linkplay-Streamern
Nachteile
  • Unausgewogener Präsenzbereich
  • Equalizer bei HDMI nicht nutzbar
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In einem einzigen großen Karton erhältst du mit der Audio Pro A48 W im Grunde eine komplette HiFi-Anlage, die in wenigen Handgriffen einsatzbereit ist. Vom 2023 getesteten Vorgänger A48 unterscheidet sich das neue Modell äußerlich so gut wie gar nicht. Intern soll sich aber viel getan haben. Die Neuerungen betreffen sowohl den Klang, die Praxiseigenschaften als auch die App.

Die Audio Pro A48 W findest du hier in drei verschiedenen Ausführungen:

Audio Pro A48 W im Hörtest: dynamisch und sehr direkt

Von der W-Generation der Audio-Pro-Smart-Speaker haben wir ein signifikantes Klang-Update erwartet. Denn einerseits haben die schwedischen Entwickler bei der Vorstellung der Serie genau das versprochen. Und andererseits gab es aus HiFi-Sicht ja auch durchaus noch Verbesserungspotenzial bei den schönen, schlanken Standsäulen. Hier bleibt die A48 W etwas hinter den Erwartungen zurück.

Audio Pro A48 W – Testsituation
Die Erwartungen an die Audio Pro A48 W waren vor dem Test hoch. Einige wurden erfüllt, einige eher weniger.

Sie spielt sehr druckvoll und dynamisch – das konnte schon die Vorgängerin. Tonal ist die W-Version aber nicht wirklich ausgewogener. Sie musiziert eher vordergründig, mit viel Temperament und einem leicht exponiert wirkenden Präsenzbereich. Das gibt dem Klang Pepp, lässt gezupfte Gitarrensaiten oder Snaredrum-Rimshots weit aus der Boxenebene hervorspringen. Aber der Klang kann damit auch schnell anstrengend werden.

Der Detailreichtum der Wiedergabe profitiert von der neuen Abstimmung der A48 W nicht wie erhofft. Leichtigkeit und Feinzeichnung hatten wir schon beim Test der alten Audio Pro A48 vermisst, und die neue ist in diesem Punkt nicht besser. Mit Filmton über HDMI-ARC wickelt uns die zum Vergleich herangezogene Argon Audio Forte A55 WiFi in einen weicheren, feiner gewobenen Klang-Kokon.

Audio Pro A48 W – Paar Vorderseite
Die Audio Pro A48 W spielt äußerst temperamentvoll auf, vergreift sich dabei aber auch manchmal im Ton.

Mit der Audio Pro fühlen wir uns nicht ganz so eingehüllt und erleben eine eher frontale, kernige Ansprache. Dabei bleibt etwas Atmosphäre auf der Strecke, wirken dezente Streicher in romantischen Szenen nicht ganz so verführerisch. Die Argon Audio ist tonal die klar ausgewogenere Box. In Bass und Dynamik kann die Audio Pro mit der Argon gleichziehen. Mehr Feinsinn und Klangfarben bietet aber wiederum die Argon Audio.

Nicht das Richtige für dich? In unserer Bestenliste findest du alle von uns getesteten Aktivlautsprecher:

Komfortables Streaming: Schulterschluss mit WiiM

Schon damals fielen uns Parallelen zu den beliebten Streamingplayern der Marke WiiM auf. Deren Mutterkonzern Linkplay steuert im alten wie im neuen A48-System die Streaming-Intelligenz bei. Die W-Version verfügt aber über noch leistungsfähigere Hard- und Software, die neue Funktionen und ein noch geschmeidigeres Handling versprechen. Das W stand ursprünglich wohl für „powered by WiiM“.

Nun wollen die Schweden es ganz offiziell, aber lieber als „wireless“ gelesen haben, wie uns ein FAQ auf ihrer Homepage verrät. Was wenig Sinn ergibt, weil die Smart-Speaker ja schon seit jeher über WLAN und Bluetooth verfügen.

Audio Pro A48 W – Tieftöner und Hochtöner
Das „W“ im Namen steht bei der A48 W offiziell für „wireless“, einige Shops listen aber auch die einleuchtendere Bedeutung „WiiM“.

Unverändert bleibt im obigen Vergleich die Überlegenheit der Audio Pro bei Bedienkonzept und -komfort. Das ist Streaming, wie es sein muss: intuitiv zu steuern, stabil und schnell. Mit Linkplay hat Audio Pro also den richtigen Partner gewählt – vor allem, wenn zum Vergleich das hakelige DTS Play-Fi dient, mit dem wir uns bei den Argon-Streamingboxen herumschlagen müssen. Zwischen Linkplays eigener Streamingmarke WiiM und den Audio Pros gibt es dann auch auffällige Parallelen.

Zwei Apps für eine Box: Die Entscheidung liegt bei dir

Wenn du die WiiM-App kennst, wirst du sie in Layout und Funktion eins zu eins in der neuen Audio-Pro-App wiederfinden. Falls du letztere überhaupt verwendest. Denn du kannst genausogut die WiiM-App öffnen. Sie steuert neben WiiM-Playern auch die Audio Pro der W-Serie vollumfänglich. Und kann sogar gemischte Teams aus Playern und Boxen zum Multiroom-Betrieb verkuppeln. Im Test zum Beispiel den WiiM Ultra im Hörraum mit den A48 W im Wohnzimmer und der C20 W (einem exzellent klingenden One-Box-System) im Büro.

Die Multiroom-Gruppe teilt sogar analog angeschlossene Geräte: Im Büro LP hören, obwohl der nächste Plattenspieler zwei Räume weiter steht? Zwei Wischs, und es läuft. Im Detail gibt es allerdings auch Lücken: Features, die bei WiiM vorhanden sind, der A48 aber fehlen. Manche bekommst du zurück, indem du einfach die WiiM-App verwendest. Dazu zählt die Einmessautomatik RoomFit, von deren Wirksamkeit die schwedischen Entwickler offenbar noch nicht überzeugt sind.

Audio Pro A48 W – Testsituation
Dank WiiM-App unterstützt die Audio Pro A48 W sogar Multiroom-Setups mit analogen Komponenten.

Auch wegen des  leistungsfähigen, allerdings schwer zu handhabenden manuellen Parametric-EQ lohnt es sich, in der WiiM-App vorbeizuschauen. Gröber, aber intuitiver funktioniert der Zehnband-Grafik-Equalizer, den du auch in der Audio-Pro-App findest. Allerdings mit einem so rätselhaften wie schmerzlichen Manko: Am HDMI-ARC-Eingang bleibt jegliches Equalizing wirkungslos.

Großes Streaming-Angebot inklusive Highres

Warum auch immer die EQ-Funktion nicht auf den HDMI-Eingang wirkt – mangelnde Prozessorleistung ist sicher nicht schuld. Schließlich appliziert die Audio Pro an anderen Inputs bis zu zehn parametrische, frei einstellbare EQ-Bänder selbst mit Highres-Signalen, ohne mit der Silizium-Wimper zu zucken. Bis zu 24 Bit / 192 Kilohertz darf die Auflösung betragen.

Audio Pro A48 W – Nahaufnahme Treiber
An der Verarbeitung der Audio Pro A48 W haben wir nichts zu bemängeln.

Und zwar nicht nur bei lokalen Dateien vom NAS-Server. Die W-Modelle können auch die Max-Streams von Tidal voll nutzen. Auch hier lohnt sich ein genauer Blick auf die App. Denn wenn wir einen Max-Stream – etwa Travis Scotts UTOPIA – von der WiiM- oder Audio-Pro-App aus starten, greifen die Boxen fälschlicherweise zur High-Version in CD-Qualität. Mit der Tidal-eigenen App via Tidal Connect klappt’s dagegen tadellos. Fraglos ein Bug, der bald ausgebügelt sein wird.

Die Auswahl an Streamingdiensten und -protokollen in der App ist opulent. Für noch mehr Auswahl beherrscht das Streamingsystem auch Google Cast, Airplay 2 und Bluetooth. Nur Fans des Edelservers Roon gehen aktuell noch leer aus. Kontakt zum Heimnetz und ins Internet besteht ausschließlich über WLAN. Gerade bei so einem schon recht stattlichen und damit garantiert stationären Lautsprecherpaar hätten wir gerne auch einen LAN-Port gehabt.

Audio Pro A48 W – Zubehör
Das Netzkabel ist in der weißen Version ebenfalls in Weiß gehalten. Ein nettes Detail, das dich die Audio Pro A48 W noch eleganter wirken lässt.

Das WLAN ist aber stabil und leistungsstark: Neil Youngs Harvest läuft in maximaler Highres-Datenrate selbst dann noch fehlerfrei durch, wenn die Boxen ungünstig stehen und sich via App bereits über schwachen Empfang beklagen.

Audio Pro A48 W: Sechs Treiber, vier Endstufen, 320 Class-D-Watt

Ergänzend zum Netzwerk-Audio hält die Alu-Rückwand eine Reihe praktischer Analog- und Digitalanschlüsse bereit. Der optische Input bietet sich für einen CD-Spieler an. Weil er nicht elektrisch leitet, erweist er sich zudem als Problemlöser bei Brummschleifen aller Art. Analog geht’s über ein Paar Cinchbuchsen hinein, die allerdings nur Line-Signale verarbeiten. Um Plattenspieler ohne eingebauten Preamp anzuschließen, brauchst du also einen separaten kleinen Phono-Vorverstärker. Vielleicht der wichtigste Zusatzeingang ist aber die HDMI-ARC-Buchse, weil die Audio Pro damit deinen Ton des Fernsehers auf das nächste Level hebt und sich automatisch der TV-Fernbedienung unterwirft.

Audio Pro A48 W – Anschlüsse
HDMI-ARC ist auch an Bord der Audio Pro A48 W und lässt dich die Box via TV-Remote steuern.

Alle Anschlüsse befinden sich an der linken Box. Ebenso die insgesamt vier Class-D-Endstufen, die aus einer digitalen Frequenzweiche bereits passend für die jeweiligen Treiber zugeschnittene Signale erhalten. Hinauf bis 700 Hertz reicht der Einsatzbereich der beiden Fünfzoll-Tieftöner in jeder Box, denen pro Kanal 130 Watt zur Verfügung stehen. Weitere 30 Watt ernähren den Hochtöner, der durch die tiefe Trennfrequenz hier eigentlich schon als Mittelhochtöner arbeitet. Audio Pro besetzt diese Rolle mit einem interessanten BMR-Treiber (Balanced Mode Radiator).

Audio Pro A48 W – Bassreflexöffnung
Die Audio Pro A48 W geht tatsächlich nicht allzu kritisch mit deinem Hörplatz ins Gericht.

Dessen Flachmembran ist so designt, dass sie – anders als klassische Konustreiber – nicht nur kolbenförmig schwingt, sondern auch Biegewellen zulässt. Dieses Verhalten beschert dem Treiber eine sehr weite, gleichmäßige Dispersion. Der Klang sollte also stets gleich sein, egal, in welchem Winkel zu den Boxen sich dein Hörplatz befindet. Aber auch die im Hörtest kritisierte Unausgewogenheit im Mittelhochtonbereich ist uns bei BMR-Treibern schon öfter begegnet.

Aktive Hauptbox, passives Beiboot

Die rechte Box enthält keine Elektronik, ist ansonsten aber exakt gleich aufgebaut und bestückt. Ihre Leistung erhält sie aus der linken Box über ein vieradriges Kabel guter Qualität und großzügiger Länge (4 Meter). Kontakt stellen auf beiden Seiten verpolungssichere, stabil einrastende Vierpol-Speakon-Verbinder her. Ein Seitentausch ist nicht vorgesehen: Die aktive Masterbox muss immer links stehen und lässt sich nicht umschalten.

Audio Pro A48 W – Paar Rückseite
Nicht zu verwechseln: Der rechte Lautsprecher (hier links) spielt nur passiv auf, der aktive Teil der Audio Pro A48 W liegt links (hier rechts).

Je nach Einrichtungsgeschmack kannst du die Audio Pros nackt oder mit magnetisch haftenden Stoffabdeckungen betreiben. Deren unvermeidliche, leichte Hochtonabsorption können die Boxen auf Knopfdruck sogar ausgleichen. „Mit“ sollte somit nahezu identisch klingen wie „ohne“.

Um Tracks zu skippen, die Lautstärke zu regeln oder einen Eingang zu wählen, kannst du statt der App auch die serienmäßige IR-Fernbedienung nutzen. Sie besteht komplett aus Aluminium und liegt angenehm in der Hand, ist aber sehr klein beschriftet. Die Lautsprechergehäuse sind aus MDF geschreinert und in drei Ausführungen erhältlich. Schwarzen oder weißen Schleiflack gibt’s zum Basispreis, Walnuss kostet 100 Euro Aufpreis.

Audio Pro A48 W – Fernbedienung
Eine hochwertige Fernbedienung ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten. Allein schon wegen des Materials ist sie ein echter Handschmeichler.

Die Verarbeitung der in China produzierten Boxen ist blitzsauber, mit makellosem Lack, sauber eingepassten Alu-Rückwänden und von hinten ohne sichtbare Schrauben montierten Chassis. Vor allem ohne Abdeckungen wirkt das Styling fast schon ein bisschen zu glatt und neutral. Aber dafür hat die Audio Pro A48 W klanglich umso mehr Persönlichkeit.

Unser Fazit zur Audio Pro A48 W

Der noch engere Schulterschluss mit WiiM bringt der überarbeiteten A48 ein reiches, geschmeidig laufendes Streaming-Angebot und vielfältige Multiroom-Ausbauoptionen. Als Musik- oder TV-Lautsprecher füllen die A48 W auch etwas größere Wohnzimmer souverän mit Sound. Die klangliche Abstimmung ist allerdings nicht wirklich neutral, sondern sehr direkt und auch ein bisschen kantig. Das wird nicht allen Hörer:innen gleich gut gefallen. Der Gegenwert, den die A48 W für ihren Preis bietet, ist aber so hoch, dass du ihr auf jeden Fall eine Chance geben solltest.

HIFI.DE Testsiegel Aktiv-Lautsprecher Audio Pro A48 W 8.4

Die Audio Pro A48 W gibt es zurzeit hier im Angebot:

Technische Daten
Bauart 2-Wege
Leistung 2 x 160 Watt (130 Watt + 30 Watt)
Eingänge 1x Cinch, 1x Optisch
HDMI ARC / eARC Ja / –
Quellen kabellos WLAN, Bluetooth 4.2, AirPlay 2, UPnP
Ausgänge Sub Out
Streaming Spotify Connect, Tidal Connect, Tidal, Amazon Music, Qobuz, Deezer, Internetradio, Podcast
Sprachassistenten –
Bedienung Fernbedienung, App
Verbindung Master/Slave Speakon-Kabel
Abmessungen (BxHxT) 215 x 870 x 265 mm
Gewicht 10,5 kg
Verfügbare Farben Schwarz, Weiß, Walnuss
Paarpreis 1199 Euro | 1299 Euro für Walnuss-Finish

Du hast bereits einen Verstärker? Hier findest du alle von uns getesteten Standlautsprecher:

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