Startseite Lautsprecher Smart Speaker Apple HomePod im Test – sollte man im Ausverkauf noch zuschlagen?

Apple HomePod im Test – sollte man im Ausverkauf noch zuschlagen?

Mit dem HomePod ist Apple spät in den Smart Speaker Markt eingestiegen und hat einen vergleichsweise hohen Preis angesetzt. Wir schauen genau hin und sagen dir, ob er sich für dich trotzdem noch lohnt.
Apple HomePod frontal
Abmessungen (HxØ)
172 x 142 mm
Preis
329 Euro
WLAN-Verbindung
Dualband-WLAN, 802.11ac (2,4 und 5 GHz)
Schnittstellen
Bluetooth Version 5.0, AirPlay 2
Sprachassistenten
Siri
In Kürze
Der HomePod bleibt auch nach seinem Produktionsende ein schicker und richtig gut klingender Smart Speaker. Apple Fans die am liebsten Geräte und Dienste aus dem Apple Kosmos nutzen werden ihre Freude dran haben. Für Android-Nutzer oder Leute die Spotify & Co. per Sprachsteuerung bedienen wollen, gibt es bessere Angebote auf dem Markt.
Vorteile
  • Hervorragender Sound
  • Tolle Funktionen innerhalb Apple-Kosmos
  • Hochwertige Verarbeitung
Nachteile
  • Preisintensiv
  • Setzt ein iOS-Gerät voraus
  • Keine Steuerung Spotify & Co. per Siri möglich

Als der HomePod aus dem Hause Apple das Licht der Welt erblickte, war die Konkurrenz wie Amazon mit der ersten Generation des Echo schon zwei Jahre auf dem Markt. Nun ist es für Apple nicht unüblich sich mit einigen Entwicklungen mehr Zeit zu lassen und erst später in den Markt einzusteigen.

Doch dieses sonst sehr gut funktionierende Strategie wollte beim HomePod bisher nicht so recht aufgehen. Im März 2021 kündigte Apple schließlich zu Gunsten des erst 2020 erschienenen HomePod mini das Ende des großen HomePod an. Mit einem Kaufpreis von ca. 100 Euro ist der HomePod Mini über 200 Euro günstiger, aber natürlich ist der HomePod ein deutlich größerer und potenterer Lautsprecher.

Bei einigen Händlern werden derzeit noch Lagerbestände des HomePod abverkauft. Auch wenn der HomePod ein Auslaufmodell ist, ist er derzeit weiterhin der am besten klingende Smart Speaker mit Siri Unterstützung. Wir haben den HomePod ausgiebig getestet und sagen dir, wann sich ein Kauf heute noch lohnen kann.

Apple stellt die Herstellung ein, Updates gibt es weiterhin

Allen, die erst vor kurzem einen HomePod gekauft haben, nahm Apple bei der Ankündigung der Einstellung des HomePod die Angst. Denn der Tech-Riese versorgt seinen Smart Speaker-Schützling vorerst weiterhin mit Updates und auch der Apple Service steht weiterhin zur Verfügung.

HomePod Schrägansicht
Der HomePod wird weiterhin mit Updates versorgt und Apple bietet weiterhin Service für den HomePod an.

Auch wenn Apple sich im Bereich Smart Speaker jetzt voll dem kleinen Verkaufsschlager HomePod mini widmet, bleibt der HomePod als Smart Speaker interessant. Einer der offensichtlichen Vorzüge gegenüber seinem kleinen Bruder ist sein Klang. Mit seinem deutlichen größeren Volumen und dem entsprechen erheblich größeren Treibern bringt der große HomePod eine starke Klangfülle mit.

Der Klang des Apple HomePod im Test

Im 17,2 cm hohen und 14,2 cm breiten Gehäuse des HomePod schlummern ganze acht Treiber. Ein nach oben gerichteter 4-Zoll Subwoofer, bringt einen beeindruckenden Bass auf die Bühne, der den ganzen Raum ausfällt.

Dabei sind die Tiefen des HomePod nicht nur kräftig, sondern kommen auch sehr geordnet und sauber aus dem weißen Lautsprecher. Feine Nuancen von Kickdrums oder klare Konturen einer Bassline legt der HomePod ohne Probleme hin.

Zum großartigen Bass gesellen sich für die hohen Frequenzen sieben horngeladene Hochtöner, die jeweils mit einem eigenen Verstärker versorgt sind. Daraus ergibt sich eine Klangfülle, die natürlich die zwar passable aber selbstverständlich begrenzte Leistung des kleinen HomePod mini deutlich in den Schatten stellt.

Apple HomePod Aufbau: Innenansicht mit den Lautsprecher-Treibern
Hier der innere Aufbau des Apple HomePod. | Bild: Apple

Feine Details in Gitarren, Synthesizern oder Schlagzeugen klingen präzise und sind vor allem im Einklang mit den kräftigen Tiefen. Im Test bekamen wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, der mächtige Bass des Subwoofers verschluckt die hohen und mittleren Frequenzen. Das Klangbild bleibt durchgehend weich und ausgewogen, sodass auch längere Hörsessions nicht anstrengend sind.

Heimkino, Stereomodus und Multiroom

Ob mit einem oder zwei HomePods. Apples HomePod bereichert alleine oder auch im Paar dein Heimkino Erlebnis mit dem Apple TV. Die Verbindung erfolgt per AirPlay. Große Kino-Blockbuster oder auch Serienhits bei Netflix, Amazon Prime, Disney Plus und Co. kommen so in fulminanten Sound daher.

Stereo Paar Apple TV
Mit zwei HomePods und einem Apple TV genießt du beim Filmeabend kabellos eine gute Stereo Klangbühne.

Nicht nur im Heimkino-Set Up mit dem Apple TV kannst du mit zwei HomePods als Stereo-Paar nutzen. In der Home App von Apple kannst du auch zum Musik- und Podcasthören zwei HomePods miteinander koppeln und genießt einen vollen, räumlichen Stereo-Klang.

Apple Homepod Stereopaar
Klingen im Stereopaar noch besser: Auch zum Musikhören kannst du zwei HomePods beliebig zu einem Stereopaar koppeln.

Zuletzt darf natürlich auch Multiroom nicht fehlen. Sind mehrere HomePods und HomePod minis übers Haus verteilt, schickst du deine Musik im Handumdrehen an beliebige Räume oder lässt die Musik per AirPlay durchs gesamte Haus schallen.

Smartfeatures: Siri ist gut, Alexa ist besser

Als Lautsprecher eignet sich der HomePod also durchaus gut, doch wie smart ist er? Um als vollwertiger Smart Speaker durchgehen zu können, muss natürlich auch die Funktionspalette mit Sprachsteuerung, Steuerung des Smart Home und kleinen praktischen Alltags-Funktionen vorhanden sein.

Sprechen wir den HomePod mit „Hey Siri“ an, leuchtet im Nu die große Touchoberfläche auf der Oberseite in den charakteristischen Lila- und Blautönen auf. Die sechs Fernfeldmikrofone reagieren unter normalen Umständen verlässlich auf unsere Sprachbefehle.

Spricht man allerdings etwas undeutlich oder aus einiger Entfernung mit dem HomePod, kann es geschehen, dass Siri gar nicht erst reagiert. Das fällt besonders auf, wenn der HomePod gerade Musik wiedergibt. Wenn der HomePod uns versteht, reagiert er recht schnell. Verglichen mit dem Platzhirsch Amazon Echo, reagiert der HomePod merklich unsensibler und antwortet langsamer.

Apple HomePod Multiroom
Du kannst deine HomePods verschiedenen Räumen zuweisen, sie gruppieren und die Wiedergabe beliebig auf verschiedene Geräte und Räume verteilen.

Beim Funktionsumfang und der Auswahl verschiedener Formulierungen hängt Siri aber immer noch deutlich den großen Konkurrenten Alexa und Google Assistant hinterher. Im Test mussten wir für manche Befehle mehrfach alternative Formulierungen wählen, um Siri zum Handeln zu überreden. Wenn du mehr über die Sprachassistenten im Vergleich erfahren möchtest, sieh dir unseren Ratgeber dazu an.

Tatsächlich muss der große HomePod gegen den kleinen und neueren HomePod mini beim Thema Netzwerk-Technik zurückstecken. Der HomePod mini bringt die neuentwickelte Thread Netzwerktechnologie mit. Der große Bruder HomePod muss darauf leider verzichten.

Smart Home-Steuerung mit HomeKit

Apples Smart Home-Steuerung basiert auf dem hauseigenen HomeKit. Während andere Hersteller wie Amazon integrierte Zigbee-Bridges setzt, bleibt Apple lieber beim selbst entwickelten Standard. Zigbee und HomeKit sind nicht wirklich vergleichbar, da Apple HomeKit ganz herkömmlich per WLAN und Bluetooth funktioniert während Zigbee-Systeme einen eigenen Funk-Standard nutzen.

Die Liste kompatibler HomeKit Geräte wächst immer weiter, ist aber nicht vergleichbar mit der Anzahl Zigbee-kompatibler Geräte. Eine integrierte Zigbee-Bridge bringt zum Beispiel der Amazon Echo mit. Mit HomeKit kompatible, besonders beliebte Geräte wie die Philips Hue Lampen, smarte Steckdosen, Steuerung für die Heizung und Sicherheitssysteme gibt es jedoch zahlreich.

Praktische Extra-Features

Anders als bei der neuesten Generation des Echo und Echo Dot oder auch des Sonos One, dient die Bluetooth-Schnittstelle des HomePod nicht zur Wiedergabe von Musik. Der HomePod bringt Bluetooth 5.0 nur zur Übertragung per BLE (Bluetooth Low Energy) mit. Damit kann der HomePod Daten mit anderen Smart Home Geräten im Haus oder der Wohnung Daten austauschen.

Zur Musikübertragung setzt Apple beim HomePod wieder exklusiv auf die hauseigene Lösung AirPlay. Damit überträgst du Inhalte vom iPhone oder iPad per WLAN an den HomePod. Die Vorteile sind eine stabilere Übertragung, hohe Bitraten und unabhängige Benutzung des iPhones oder iPads während der Wiedergabe.

Apple HomePod mini AirPlay Übertragung
Mit der AirPlay Funktion kannst du jede Audio-Wiedergabe übers WLAN an weitere Geräte übertragen. | Bild: Apple

Wir sprechen hier bewusst nicht allgemein von Smartphones oder Tablets, da Apple mit seinem Übertragungsstandard AirPlay die Übertragung nur mit eigenen Produkten ermöglicht. Eine AirPlay-Schnittstelle sucht man bei Android vergeblich.

Die Wiedergabe per AirPlay kannst du auch ganz intuitiv starten indem du dein iPhone, auf dem Musik wiedergegeben wird, in die Nähe des HomePod bringst. Es erscheint ein Dialogfenster und du kannst ganz schnell die Wiedergabe auf dem HomePod fortsetzen. Das funktioniert auch andersherum, um die Wiedergabe wieder auf dein iPhone zurückzuholen. Voraussetzung dafür ist ein iPhone mit einem U1-Chip. Den hat jedes Modell ab 2019, außer das iPhone SE.

Die Funktionspalette wird durch einige kleine Features abgerundet. Dazu zählt zum Beispiel das Feature Intercom, womit du deinen HomePod oder HomePods als Gegensprechanlage nutzen kannst. In der Home App sprichst du eine Sprachaufnahme in dein Telefon, die dann auf einem HomePod deiner Wahl wiedergegeben werden.

Solltest du dein iPhone dafür gerade nicht finden können, hilft dir „Find my iPhone“. Stellst du dem HomePod die Frage „Wo ist mein iPhone?“, gibt dein iPhone einen Ton wieder. Besonders wenn es schnell gehen muss kann dieses Feature wirklich von großem Nutzen sein.

Bedienung und Einrichtung des HomePods

Die Grundlage zur Einrichtung des HomePod ist die Apple-eigene Home-App. Die Verschlossenheit Apples, die für die meisten ein großes Ärgernis ist, kommt Apple-Nutzern hier entgegen. Bei keinem anderem Smart Speaker funktioniert die Einrichtung so schnell und simpel wie beim HomePod.

Ist der HomePod am Strom angeschlossen, starten wir die Home-App und schon öffnet sich ein Fenster, das uns zum Konfigurieren des HomePod einlädt. Der Rest geschieht von alleine.

Home-App HomePod Konfiguration
Beim Starten der Home-App erscheint der HomePod automatisch. Die folgende Einrichtung geschieht von alleine. | Quelle: Apple

Nach der Einrichtung, kannst du den HomePod über die Home-App steuern und konfigurieren. Eine extra App für den Sprachassistenten Siri wie es zum Beispiel bei der Amazon Alexa App der Fall ist, entfällt beim HomePod. Siri ist hier bereits Teil des Systems auf iOS-Geräten.

Spotify per Siri steuern? Fehlanzeige

Was Musik-Streaming angeht, so kann über Siri ausschließlich Apple Music gesteuert werden. Andere Dienste wie Spotify oder Tidal können nur über die Smartphone Apps via AirPlay auf den HomePod angespielt werden.

unsere SprachbefehleDesign des HomePod: Schlichte Eleganz in Top-Qualität

Wie bei Apple üblich, merkt man auch dem HomePod an, dass viel in das Design des HomePods investiert wurde. Das gesamte rundliche Gehäuse ist überzogen mit einem wabenartigen Netz, das an keiner Stelle einer Naht aufweist. Das trägt sehr zum hochwertigen Design des HomePods bei.

Detailansicht Netz
Das feine Netz, das den HomePod umzieht, ist hochwertig und widerstandsfähig verarbeitet.

Auf der oberen Seite befindet sich eine Hochglanz-Touchfläche. Die zeigt die Aktivität des HomePods an und dient der physischen Steuerung des HomePods. Lauscht Siri gerade deiner Stimme, leuchtet die Oberfläche in den charakteristischen Blau- und Violetttönen auf. Während der Wiedergabe erscheinen ein Plus und ein Minus zur Lautstärkesteuerung auf der Touchfläche.

Touchfläche Apple HomePod
Über das Touchfeld kannst du die Lautstärke, die Wiedergabe und Siri per Berührung steuern.

Auf der Rückseite tritt ein hochwertiges und sehr robustes festes Netzkabel aus dem runden Korpus des HomePods. Mit einer Länge von 2 Metern hast du bei der Aufstellung des HomePods in der Wohnung also recht viel Freiheit.

Rückseite Stromkabel
Auf der Rückseite finden sich keine Anschlüsse oder Knöpfe. Nur das feste, mit Stoff überzogene Netzkabel ist von hinten sichtbar.

Apple HomePod Test: Unser Fazit

Auch wenn Apple den die Produktion des HomePod im März 2021 beendet hat, ist er weiterhin für Apple Nutzer ein praktischer Begleiter. Besonders mit seinem fulminanten Sound beschallt er die ganze Wohnung mit  sauberem und klarem Klang. Die Möglichkeit ihn alleine, im Stereo-Set oder als Heimkino-Set für dein Apple TV zu nutzen, machen ihn für verschiedene Einsatzzwecke attraktiv.

Apple Fans können sich mit dem HomePod über einen Smart Speaker freuen, der einen hervorragenden Sound mitbringt.

Solange man sich im Apple Universum bewegt funktioniert alles reibungslos, aber schon wenn man seinen Tidal HiFi Account oder Spotify nutzen will, ist der HomePod leider nicht mehr so smart wie die Konkurrenz.

Stehen für dich Smart Home Features und eine exzellente Sprachsteuerung im Vordergrund, ist ein Echo-Gerät mit Alexa vermutlich die bessere Wahl.

Apple HomePod Testsiegel Gut 8,3

Technische Daten
Abmessungen (HxØ) 172 x 142 mm
Preis 329 Euro
Stereo-Kopplung Ja
Gewicht 2,5 kg
WLAN-Verbindung Dualband-WLAN, 802.11ac (2,4 und 5 GHz)
Schnittstellen Bluetooth Version 5.0, AirPlay 2
Sprachassistenten Siri
Multiroom-fähig Via AirPlay 2
Treiber 7 Horn-Hochtöner, ein 4-Zoll Subwoofer
Steuerungs-App Apple Home
AUX-Eingang/Ausgang Nein
Verfügbare Farben Grau, Weiß

Würdest du jetzt noch einen HomePod kaufen? Oder besitzt du vielleicht schon einen HomePod oder HomePod mini? Teile deine Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren mit der Community!

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