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JBL Charge Essential 3 SE im Test: Damit haben wir nicht gerechnet!

Fast klammheimlich spendiert JBL der beliebten Essential-Reihe das größte Update bisher. Wir haben den JBL Charge Essential 3 SE getestet.
JBL Charge Essential 3 Titelbild | Test HIFI.DE
Preis (UVP/Straßenpreis)
179,99 Euro / ca. 100 Euro
Abmessungen (BxHxT)
223 x 965 x 94 mm
Gewicht
0,96 kg
Akku-Laufzeit
bis zu 20 Std.
Wassergeschützt
IP67
Verfügbare Farben
Schwarz
In Kürze
Der JBL Charge Essential 3 SE glänzt als erster Essential-Speaker mit Auracast- und App-Support. Allein das macht ihn um Welten besser als seinen Vorgänger. Gleichzeitig irritiert die hohe UVP, die von Angebotspreisen direkt zum Start schon relativiert wird.
Vorteile
  • Jetzt mit App-Support und Auracast
  • Powerbank-Funktion
  • IP67-Wasserschutz
Nachteile
  • Klang verzerrt recht schnell
  • UVP recht teuer
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Der JBL Charge Essential 3 SE ist mit wenig marketingtechnischem Trara in den Verkaufsregalen und unserem Testlabor gelandet. Schon auf den ersten Blick entpuppt sich der Bluetooth-Lautsprecher als vielleicht spannendster Neueintrag in JBLs reichhaltigem Portfolio. Der Grund: App-Support und Auracast hieven den Speaker ausstattungstechnisch auf Augenhöhe mit den teureren Geschwistern ohne „Essential“ im Namen. Aber wo ordnet sich der Charge Essential 3 SE tatsächlich ein?

Hier kannst du den JBL Charge Essential 3 SE kaufen:

Eins vorab: Der Namenszusatz SE scheint beim JBL Charge Essential 3 keine tiefere Bedeutung zu tragen – eine Version ohne das Anhängsel gibt es nämlich nicht und wird es aller Voraussicht nach auch nicht geben. Wir vermuten, dass dahinter der Versuch steckt, Nutzer:innen auf den erweiterten Funktionsumfang der neuen Essentials-Generation hinzuweisen. Wenn wir im Text also mal einfachheitshalber vom Charge Essential 3 sprechen, wird das SE mitgedacht.

JBL Charge Essential 3 SE im Klangtest: Besser als der Vorgänger

Traditionsgemäß starten wir den Test mit unserem Klangeindruck. Dafür stellen wir im Testlabor Charge Essential 3, Charge Essential 2 und Charge 6 in Reih und Glied auf und lassen die drei Lautsprecher nacheinander dieselben Tracks abspielen. Zwischendurch wird natürlich auch ein wenig vor- und zurückgespult, um bestimmte Stellen ganz genau unter die Lupe nehmen zu können.

JBL Charge Essential 3 – Testsituation
Mit der richtigen Musik treiben uns alle drei Charge-Modelle ein Lächeln ins Gesicht. Unterschiede sind trotzdem hörbar.

Gleich beim ersten Song, Don’t Look Down von Jai Wolf und Banks, machen sich die Unterschiede im Klang bemerkbar. Während die Vocals von Banks über den Charge Essential 2 etwas blechern klingen und ungewöhnlich schnell verzerren, sobald wir die Lautstärke etwas höher drehen, begegnet uns der Charge 6 mit mehr Körper und Feingefühl für die Balance zwischen den Frequenzen.

Der Charge Essential 3 SE ordnet sich hier irgendwo in der Mitte, aber etwas näher am Charge Essential 2, ein. Besonders bei gemäßigter Lautstärke kommen der warme Bass samt relativ klarer Stimmen bei uns an. In höheren Lautstärken geht der Stimme zwar etwas an Natürlichkeit verloren, die Musik lässt sich aber bis zu einem gewissen Punkt noch eher genießen, weil die Verzerrung nicht derartig früh und stark einsetzt wie beim Charge Essential 2.

JBL Charge Essential 3 – Passivradiatoren
Wie bei den Flip und Charge der Hauptreihe dürfen natürlich auch beim Charge Essential 3 die seitlichen Passivradiatoren nicht fehlen.

Ähnlich nehmen wir das Klangbild bei gitarrenlastigeren Produktionen wie Blondshells What’s Fair wahr, das über den Charge Essential 2 recht unaufgeräumt und flach klingt, mit dem Charge Essential 3 aber etwas mehr Freude bereitet. An den Charge 6 kommen sie beide nicht heran, weil dieser eben doch spürbar raumfüllender und ausgeglichener aufspielt.

Den größten klanglichen Vorteil gegenüber dem Charge Essential 2 sichert sich die dritte Generation aber gar nicht unbedingt über die Abstimmung ab Werk, sondern über die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen beim Klang. Womit wir schon bei der App wären.

Die JBL Charge Essential 3 ist nicht die richtige Box für dich? Dann findest du in unserer Test-Übersicht bestimmt etwas Passendes:

JBL Charge Essential 3 SE: Endlich mit App!

Einer der größten Nachteile, den die Essential-Reihe seit jeher plagt – und der sicherlich auch den geringeren Preis rechtfertigen soll – ist die fehlende App-Unterstützung. Damit ist in der dritten Generation des Charge Essential jetzt aber Schluss. JBL führt (fast) vollwertigen App-Support auch für Charge und Flip Essential 3 (beide mit SE gelistet) ein und öffnet damit auch gleich Tür und Tor für zahlreiche sinnvolle Features, auf die du zuvor verzichten musstest.

Allem voran wartet hier ein Sieben-Band-Equalizer, über den du den teils strengen Sound noch feinjustieren kannst. Das verschafft dem Charge Essential 3 einen happigen Vorteil gegenüber seinem direkten Vorgänger. Mit den richtigen Presets und dem manuellen Modus kannst du hier in bestimmten Genres noch mehr Klarheit aus dem Sound herausholen. Die Grenzen sind dabei aber spürbar und schnell erreicht. Wenden wir etwa den „Vocal“-Modus bei NINONs Bonne nuit mon ange an, legt sich ein künstlicher Filter über die – jedenfalls jetzt exponiertere – Stimme der luxemburgischen Sängerin.

Ebenfalls möglich ist dank der JBL-App jetzt die Stereo-Kopplung mit einem gleichwertigen Modell. Angesichts des gleich zum Marktstart rapide sinkenden Preises kommst du hier schon für knapp 200 Euro an ein ordentliches Stereo-Setup, das dem Sound natürlich deutlich mehr Breite verleiht. Du musst aber nicht direkt zwei Charge Essentials 3 kaufen, um den Bluetooth-Lautsprecher mit einem weiteren Gerät zu koppeln. Stichwort: Auracast.

Sogar mit Auracast – das versteckte Highlight

Eine erfreuliche Neuerung beim Charge Essential 3 ist nämlich, dass hier jetzt auch Auracast unterstützt wird. Damit lässt sich die BT-Box mit sämtlichen, aktuellen JBL-Bluetooth-Lautsprechern koppeln, und das sogar auf Knopfdruck. Dafür wurden die Bedienelemente auf der Oberseite um einen Auracast-Knopf erweitert, der entweder einen Auracast-Stream startet, oder sich in bestehende Streams einwählt.

JBL Charge Essential 3 – Bedienung am Gerät
Ganz links thront der unscheinbare Auracast-Knopf, der dem Charge Essential 3 die Tür zur Kopplung sogar mit markenfremden Geräten öffnet.

Wir koppeln den Charge Essential 3 im Testlabor mit Flip 7 und Charge 6 und haben dabei keinerlei Probleme, auch nicht mit dem Charge Essential 3 als Sender. Das geht allein schon deshalb als ordentliches Kaufargument durch, weil viele Lautsprecher der Konkurrenz (etwa LG Xboom Grab oder Marshall Kilburn III) zwar Auracast unterstützen, aber selbst nicht als Sender arbeiten. Mit dem Charge Essential 3 hältst du ein vollwertiges Einstiegsgerät für die neue Bluetooth-Technologie in der Hand.

Akkuleistung bleibt, Wasserschutz steigt

Die Akkuleistung übernimmt der Charge Essential 3 von der zweiten Generation. 20 Stunden sollen am Stück drin sein, es sei denn, du benutzt den Lautsprecher als Powerbank. Das ist weiterhin möglich, der Charge Essential kann jetzt aber nicht mehr gleichzeitig geladen werden. Aus einem USB-C- und einem USB-A-Anschluss beim Vorgänger wird hier nämlich ein einzelner USB-C-Anschluss für alle Funktionen.

JBL Charge Essential 3 – Anschlüsse
Ein Anschluss muss reichen. Der USB-C-Anschluss dient sowohl der Stromzufuhr als auch als Powerbank-Ausgang.

Dafür legt der Charge Essential 3 an anderer Stelle zu. Der IPX7-Wasserschutz des Charge Essential 2 wird um Staubschutz erweitert und darf sich jetzt IP67 nennen. Damit ist der Essential 3 jetzt also in jeder Hinsicht für das nächste Festival gewappnet, sei es bei 30 Grad und trockenem Sand oder 18 Grad und Platzregen.

JBL Charge Essential 3 SE: Beim Design tut sich wenig

Wer Charge Essential 2 und Charge Essential 3 nebeneinander in der Hand hält, muss schon zweimal hinsehen, um die Unterschiede zu erspähen. Beide Lautsprecher sind nur in gedecktem Schwarz-Blau verfügbar und setzen auf ein minimalistisches JBL-Logo anstelle des ausladenden Schriftzugs, der mittlerweile auf Charge 6 und Flip 7 zu sehen ist.

JBL Charge Essential 3 – LED-Leiste
Die Akkuanzeige schaut sich der Charge Essential 3 beim Charge 6 ab.

Die vorderseitige Akkuanzeige leuchtet jetzt vertikal statt horizontal und der Standfuß wurde durch einige Gummistreifen ersetzt, die den Stoffüberzug jetzt nicht mehr aufbrechen. Gewichtstechnisch liegen die beiden Modelle mit nur 30 Gramm ziemlich nah beieinander, hier wirst du in der Praxis also kaum einen Unterschied bemerken. Außerdem versteckt sich der Ladeport jetzt nicht mehr hinter einer Kunststoffabdeckung, die nach jahrelangem Betrieb auch unter Materialabnutzung leiden könnte.

JBLs Portfolio: Wo ordnet sich der Charge Essential 3 ein?

Zum Schluss des Tests ordnen wir die Essential-Modelle in der Regel noch mal im Vergleich zu gleichpreisigen JBL-Alternativen und der aktuellen Vollversion ein. Weil wir das jetzt im Verlaufe des Tests schon ausführlich getan haben, wollen wir hier mal einen noch genaueren Blick auf die aktuelle Bepreisung bei JBL werfen – die macht die Kaufentscheidung nämlich nicht unbedingt leichter. Wir betonen: Bei den hier genannten Preisen handelt es sich um die niedrigsten Angebotspreise zum Zeitpunkt des Tests.

Zu viele Modelle zum (fast) gleichen Preis?

Eigentlich ist die Staffelung bei JBL klar. Der JBL Grip soll als günstigere Alternative zum Flip herhalten, der sich wiederum dem Charge unterordnet. Die Essential-Modelle wiederum sollen vergleichbare Leistung liefern, sparen aber bei den Komfort-Features. Dieses Argument (fehlende App, fehlende Multi-Kopplung) fällt mit der dritten Generation der Essential-Modelle schon mal weg. Bleibt also der Preis als Indikator – oder?

JBL Charge Essential 3 – Portfolio-Überblick
Charge Essential 3, Charge 6 und Grip – drei der fünf Lautsprecher, die preislich extrem nah beieinander liegen.

Nicht ganz, denn zum Testzeitpunkt liegen satte fünf aktuelle Bluetooth-Lautsprecher von JBL in einem Preiskorridor von nur 50 Euro beieinander. Der JBL Grip für knapp 80 Euro, Charge Essential 3 und Flip 7 für 100 Euro und Flip Essential 3 und Charge 6 für 130 Euro.

Na klar, JBL kann nichts für den absurden Preisunterschied zwischen Charge Essential 3 und Flip Essential 3 auf dem freien Markt, die Bepreisung ist aber trotzdem alles andere als intuitiv und macht die Orientierung für Verbraucher:innen nicht unbedingt einfacher. So wirkt es eher, als würde man den Markt mit nahezu gleichwertigen Modellen fluten, die bereits kurz nach Release mit gigantischen Preisnachlässen beworben werden können.

Unser Fazit zum JBL Charge Essential 3

Der JBL Charge Essential 3 lässt uns etwas zwiegespalten zurück. Einerseits begrüßen wir, dass Auracast und App-Support die Essential-Reihe endgültig in die Gegenwart hieven – du also austattungstechnisch kaum noch Kompromisse zwischen Essential- und Haupt-Serie eingehen musst. Andererseits wirkt die UVP ungewöhnlich hoch im Vergleich zum Charge 6, während die Angebotspreise zum Start (auch bei JBL selbst) ein ganz anderes Bild zeichnen.

Hier werden scheinbar nicht mehr nur BT-Speaker für jede Bedürfnislage produziert, sondern mehrere Bluetooth-Speaker für dieselben Bedürfnisse. Und das kann beim Kauf unnötig verwirren.

HIFI.DE Testsiegel Bluetooth-Lautsprecher JBL Charge Essential 3 SE 8.4

Hier kannst du den Charge Essential 3 SE kaufen:

Technische Daten
Preis (UVP/Straßenpreis) 179,99 Euro / ca. 100 Euro
Abmessungen (BxHxT) 223 x 965 x 94 mm
Gewicht 0,96 kg
Akku-Laufzeit bis zu 20 Std.
Wassergeschützt IP67
Verfügbare Farben Schwarz
Ladedauer 4 Std.
Leistung 40 Watt
Frequenzbereich 60 Hz - 20k Hz
Anschlüsse / Schnittstellen Bluetooth 5.4
Mikrofon Nein
Multiroom-fähig Ja
Trage-Vorrichtung Nein

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