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Temu verhindert Klage: Online-Shop will Vorwürfe ernst nehmen

Vor knapp einem Monat war Kritik an Temus manipulativen Geschäftsmodell laut geworden. Eine Unterlassungserklärung des Online-Marktplatzes soll jetzt die Wogen glätten.
Temu Klage abgewehrt Titelbild Bild: Temu, Tingey Injury Law Firm @ Unsplash

Temu dominiert nicht nur die App-Charts, sondern auch die Schlagzeilen. Jetzt hat sich das Unternehmen zu den Anschuldigungen des Verbraucherschutzes geäußert. Der Vorwurf: Die Preispolitik und Kommunikation von Temu sei manipulativ, willkürlich und verstoße gegen das europäische Digitale-Dienste-Gesetz. Temu stellt jetzt Besserung in Aussicht, um eine Klage zu vermeiden.

Unterlassungserklärung von Temu: ein Schuldgeständnis?

In den letzten Monaten war das Geschäftskonzept Temus zunehmend ins Fadenkreuz deutscher Verbraucherschützer:innen geraten. Das Unternehmen setzt in seiner App auf eine starke Gamification und bieten Kund:innen vermeintlich drastische Rabatte. Wir haben uns die Strategie von Temu ausführlich angeschaut und sind dabei ebenfalls auf besorgniserregende Umstände gestoßen.

So hatte schon die US-Regierung ernsthafte Bedenken darüber geäußert, ob Temu Zwangsarbeit wirklich effektiv unterbinden würde. Ramona Pop vom Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) teilte der Deutschen Presse-Agentur nun mit, dass eine Unterlassungserklärung seitens Temu einen Gerichtsprozess vorerst verhindert hätte. Inhalt dieser Unterlassungserklärung seien laut Handelsblatt ein Bekenntnis zu den Regeln des deutschen Marktes und die Absicht, das Feedback des Verbraucherschutzes ernst nehmen zu wollen.

Das klingt erst mal noch recht schwammig. Konkrete Konsequenzen dieses Versprechens sollten aber bald auch in der App des Online-Riesen sichtbar werden. So könnten wir uns etwa vorstellen, dass Temu bei vermeintlichen Angebotspreisen auch den Preisverlauf ihrer Produkte offenlegen wird. So könntest du selbst sehen, ob sich ein Deal wirklich lohnt.

Klage abgewehrt: Was passiert jetzt mit Temu?

Temu agiert global. Es ist also kaum davon auszugehen, dass Temu – nur wegen des deutschen Marktes – eine Generalüberholung des eigenen Geschäftskonzepts ansetzt. Allerdings zeigt die Unterlassungserklärung auch, dass Temu eine derartige Klage, ungeachtet des Ausgangs, lieber im Keim ersticken möchte. Die Punkte, die vom Verbraucherschutz in Deutschland angemahnt werden, sind schließlich der Kern des Erfolgsrezepts von Temu.

Ohne eine künstlich angetriebene Nachfrage – etwa über Gutscheine, Kooperationen und Co. – könnte das Unternehmen die niedrigen Preise womöglich nicht mehr gewährleisten. Ob Temu bei weiterem Gegenwind den deutschen Markt aufgibt, oder wirklich Änderungen an der App vornimmt, erfährst du hier bei uns.

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