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Blu-ray vs. Streaming: Was ist besser?

Streaming dominiert im Jahr 2021 das Heimkino. Doch für den Kauf von Discs gibt es weiterhin gute Gründe. Welche Vor- und Nachteile diese beiden Wege bergen, verraten wir dir in diesem Ratgeber.
Disc und Streaming buhlen um die Gunst im Heimkino.

Die Macht der Streaming-Anbieter ist in der letzten Dekade enorm gewachsen. Die Verkaufszahlen von DVDs, Blu-rays und Ultra HD Blu-rays sinken international. Ein Nachfolgemedium für die UHD Blu-ray wird es aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben. Dennoch gibt es auch 2021 (und darüber hinaus) gute Gründe für dich, um noch physische Medien zu kaufen. In diesem Artikel schlüsseln wir dir die Vor- und Nachteile von Streaming und Disc auf. Denn eins ist klar: Wer die technisch beste Qualität wünscht, kommt in den meisten Fällen nicht an einer Ultra HD Blu-ray vorbei.

Doch Streaming ist gekommen, um zu bleiben: Dominierten ehemals die beiden Anbieter Amazon Prime Video und Netflix, so stampfen mittlerweile fast alle großen Hollywood-Studios eigene Plattformen aus dem Boden. Disney buhlt mit Disney+ um deine Gunst, Warner Bros. hat mit HBO Max einen eigenen Dienst im Ausland etabliert. Und auch Paramount mit Paramount+ sowie Universal mit Peacock wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Die beiden zuletzt genannten Vertriebe kooperieren dabei ebenso wie HBO in Deutschland mit dem Pay-TV-Anbieter Sky. Paramount+ startet 2022 in Deutschland. Peacock soll sogar noch 2021 bei uns starten. Einen Vergleich der Streaming-Anbieter bieten wir dir aber auch in diesem Ratgeber an.

Optische Datenträger rutschen immer weiter in die Nische.
Optische Datenträger rutschen immer weiter in die Nische.

Diese Vielfalt bedeutet zugleich Fragmentierung: Vorbei sind die Zeiten, in denen du die meisten bekannten Filme und Serien bei ein bis zwei Anbietern finden konntest. Logisch: Disney etwa hat kein Interesse (mehr) daran Marvel, Pixar und Star Wars für Abonnenten von Amazon Prime Video oder Netflix zur Verfügung zu stellen. Stattdessen wünscht man sich, dass du fürs Streaming dieser Inhalte Disney+ abonnierst. Doch drei bis vier oder sogar mehr laufende Streaming-Abonnements können schnell ins Geld gehen. Lohnt sich das für dich?

Das sind die Vorteile des Streamings

In der Prä-Streaming-Ära waren Downloads die größte Konkurrenz für optische Datenträger. So richtig Fahrt nahmen rein digitale Filme und Serien aber erst mit dem On-Demand-Streaming ein. Denn Downloads brauchen Vorlauf für das Herunterladen, belegen unter Umständen viel Speicherplatz und sind unflexibel. Mal eben einen Film starten und bei Nichtgefallen auf eine Alternative ausweichen? Das bieten Downloads nicht. Beim Streaming läuft das problemlos. Anbieter wie Amazon Prime Video, Disney+ Netflix oder auch Apple TV+ bieten dir Hunderte von Filmen und Serien auf Abruf an.

Nicht nur die Disc, auch die Videotheken haben den Streaming-Boom zu spüren kommen: Faktisch ist die klassische Videothek durch das On-Demand-Streaming und die digitalen Leihfilm-Angebote ausgestorben. Wer das möchte, nimmt die Fernbedienung zur Hand, öffnet die App seiner Wahl und findet Hunderte von Filmen und Serien nur einen Knopfdruck entfernt – und das für einen monatlichen Pauschalpreis. Hier zeigt sich auch ein Kostenvorteil: Apple TV+ kostet 4,99 Euro im Monat, Disney+ liegt bei 8,99 Euro und Netflix je nach Stufe bei 7,99 (SD) bis 17,99 Euro (4K, HDR) monatlich. Da wäre im Vergleich nicht mal eine Ultra HD Blu-ray drin.

Gerade für Familien und WGs liegt ein weiterer Vorteil darin, dass mehrere Menschen parallel ein Abonnement nutzen können. Kaufst du dir „The Suicide Squad“ auf Disc und siehst dir den Film gemütlich im Wohnzimmer an, kannst du ihn deinem Mitbewohner nicht parallel ausleihen. Bei Netflix und Co. können im Premium-Abo bis zu vier Geräte gleichzeitig aktiv sein. So ergibt sich ein noch stärkeres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vorteil des Streamings: Inhalte lassen sich geräteübergreifend abrufen.
Vorteil des Streamings: Inhalte lassen sich geräteübergreifend abrufen.

Nicht zu vernachlässigen: Streaming funktioniert geräteübergreifend. Zum Abspielen einer Disc benötigst du dagegen logischerweise auch ein entsprechendes Laufwerk. Im Falle von UHD Blu-rays ist das ein dedizierter Player, den du an TV oder Monitor anschließen kannst. Anders beim Streaming: Apps für Amazon Prime Video, Netflix, Disney+ und Co. gibt es nicht nur für Smart-TVs und Mediaplayer wie die Amazon Fire TVs, Apple TV oder die Nvidia Shield TV, sondern beispielsweise auch für Smartphones und Tablets.

Noch besser: In der Cloud bleibt gespeichert, was du dir zuletzt angesehen hast und wo du gestoppt hast. Am Smart TV eine Folge „Cobra Kai“ bei Netflix starten und später in der Bahn am Tablet weiterschauen? Das funktioniert nahtlos. Zusätzlich erhältst du persönliche Empfehlungen vom Streaming-Anbieter deiner Wahl. Jene basieren auf deinen bereits angesehenen Titeln. So entdeckst du eventuell weitere Filme und Serien, die zu deinem Geschmack passen. Wer sich also ungern durch Filmkritiken, Facebook-Gruppen oder Foren kämpft, freut sich über personalisierte Tipps des Algorithmus.

Zusammengefasst: Der Größte Vorteil des Streaming ist die Bequemlichkeit, die Convenience. Du musst zwar gegenüber einer Disc bei der Bild- und Tonqualität Kompromisse hinnehmen, dafür erhältst du eine erweiterte und verbesserte Benutzererfahrung. Und vielleicht schätzt du es auch, dass du darauf verzichtet kannst, dir ein Regal voll mit Filmhüllen zu stellen.

Das sind die Nachteile des Streamings

„Eines für alles“ – das erlaubt dir mittlerweile kein Streaming-Abonnement mehr. Dominierten eine Zeit lang Amazon Prime Video und Netflix, so drängen mittlerweile immer mehr Studios mit eigenen Plattformen auf den Markt. Neben Disney+ starten in Deutschland 2021 bzw. 2022 auch noch Peacock von Universal und Paramount+ von Paramount. Mittelfristig erhalten viele bekannte Marken dadurch jeweils eine exklusive Heimat. Du bist Fan von Marvel und Star Wars? Dann benötigst du Disney+. Zieht es dich zu den Minions, „Fast & Furious“ oder „Jurassic Park“ ist Peacock deine Anlaufstelle. Star Trek, die Teenage Mutant Ninja Turtles oder Transformers findest du bei Paramount+. Hinzu kommen die eigenen Franchises von z.B. Amazon, denen nun durch den Zukauf von MGM bald Franchises wie James Bond gehören.

Das raubt dem Streaming einen seiner früheren Vorteile: die Bequemlichkeit. Um einen bestimmten Film oder eine bestimmte Serie zu sehen, benötigst du den passenden Anbieter. Umgehen kannst du das mit „Angebots-Hopping“: Mal einen Monat Disney+, dann einen Monat Netflix und ein anderes Mal einen Monat Apple TV+ abonnieren, das kann eine Lösung sein. Trotzdem kann es im schlimmsten Fall passieren, dass dein Lieblingsfilm gerade aus dem Abonnement gestrichen wurde. So verlassen insbesondere bei Amazon Prime Video und Netflix auch immer wieder Filme und Serien den Katalog. Im Gegensatz zu den Neuzugängen kündigen die Anbieter dies im Vorfeld kaum an. Mit einer Disc kann dir das nicht passieren: Der Lieblingsfilm steht im Regal für den Filmabend jederzeit zur Verfügung – da müsste schon ein Einbrecher kommen (oder ein dreister Mitbewohner).

Das Streaming-Angebot fragmentiert sich zunehmend, das erfordert Rechercheaufwand für den Nutzer.
Das Streaming-Angebot fragmentiert sich zunehmend, das erfordert Rechercheaufwand für den Nutzer.

Der wohl größte Nachteil des Streamings ist technischer Natur: Im ersten Schritt benötigst du eine stabile und schnelle Internetverbindung, insbesondere für 4K-Streaming. Mindestens 25 MBit/s, im Idealfall ab 50 MBit/s, sind zu empfehlen. Doch selbst bei einer Gigabitleitung gibt es Grenzen: Alle Streaming-Anbieter komprimieren ihre Filme, Serien und Co. deutlich stärker, als das auf Discs der Fall ist. Im Endeffekt leidet darunter je nach Inhalt die Bildqualität. Das Bild wirkt detailärmer, „weicher“ und zeigt möglicherweise digitale Artefakte. Gerade bei dunklen Bildinhalten kann dies durchaus auffallen.

Doch nicht nur das Bild ist betroffen. In unserem Ratgeber zum Thema Dolby Atmos haben wir darauf hingewiesen, dass nur Blu-rays und UHD Blu-rays unkomprimiertes Dolby Atmos in höchster Qualität enthalten. Streaming-Anbieter weichen auf das verlustbehaftete Dolby Digital Plus als Basis für ihren Atmos-Ton aus. Hier wird wesentlich stärker komprimiert. Diese technischen Nachteile des Streamings in Bild und Ton fallen natürlich um so mehr auf, desto bessere Wiedergabegeräte du nutzt und je näher du am Fernseher sitzt. Streaming erkauft sich seine Convenience mit technischen Kompromissen.

Welcher Streaming-Anbieter ist der beste?

Wer sich Discs kauft, selektiert: Nur Filme und Serien, die von Interesse sind, wandern in dein Regal – logisch. Doch die Streaming-Anbieter wollen ein breites Publikum ansprechen. Entsprechend bündeln sie Content für unterschiedlichste Geschmäcker. Jede Plattform, egal ob Amazon Prime Video, Apple TV+, Disney+ oder Netflix hat also ein Überschussangebot, das für dich nicht von Belang sein wird. Und jeder Anbieter bündelt exklusive Filme und Serien, die du nur dort sehen kannst. Zudem gibt es jeweils technische Vor- und Nachteile. DEN Anbieter, der alle anderen vollkommen in den Schatten stellt, gibt es aktuell jedoch nicht.

Amazon Prime Video punktet beispielsweise mit dem Preis: Das Abonnement kostet im Jahr nur 69 Euro. Hier ist zudem nicht nur das Videostreaming enthalten, sondern auch weitere Prime-Vorteile wie eine kostenlose Kreditkarte, Prime Gaming und der Gratis-Versand für viele Artikel. Dafür bietet Prime Video aktuell aus unserer Sicht weniger hochkarätige Original-Formate als die meisten Konkurrenten. Das könnte sich jedoch durch die MGM-Übernahme ändern.

Auch Apple TV+ muss in Sachen Quanität zurückstecken. Dafür ist man mit 4,99 Euro im Monat verhältnismäßig günstig unterwegs. Wie bei Prime Video sind 4K und HDR10 / Dolby Vision im Preis enthalten. Wer ein neues Apple-Produkt, wie einen Apple TV 4K, kauft, erhält als Neukunde ein Jahr lang Apple TV+ kostenlos. Das Streaming-Angebot setzt auf Qualität statt Quantität und bietet exklusive Filme wie „Greyhound“ mit Tom Hanks oder „On the Rocks“ mit Bill Murray. Zudem finden sich hier von Kritikern gelobte Serien wie „Ted Lasso“, „The Morning Show“ oder die Gaming-Comedy „Mythic Quest“.

Disney+ hat es innerhalb kurzer Zeit über 100 Mio. Abonnenten weltweit zu erreichen. 8,99 Euro im Monat bzw. 89,99 Euro im Jahr kostet das Streaming-Angebot, das auch 4K und HDR10 / Dolby Vision enthält. Hier findest du nicht nur exklusiv die Filme und Serien des Marvel-Universums wie „Avengers: Endgame“, „Loki“ oder „Falcon and the Winter Soldier“, sondern auch die Produktionen rund um Star Wars, Pixar und das ehemalige 20th Century Fox. Unter der Marke Star bündelt Disney hier mittlerweile auch viele Inhalte für Erwachsene wie „The Walking Dead“ oder „Akte X“. Gerade für Familien ist Disney+ sehr gut geeignet.

Netflix gerät durch die Konkurrenz zunehmend unter Druck.
Netflix gerät durch die Konkurrenz zunehmend unter Druck.

Netflix gilt als Pionier unter den Streaming-Anbietern. Doch mittlerweile gerät der Anbieter immer mehr unter Druck: Seitdem die Hollywood-Studios ihre Inhalte lieber über eigene Plattformen offerieren, muss Netflix immer mehr und kostspieligere Eigenproduktionen stemmen. Mit 17,99 Euro im Monat bist du, wünschst du 4K und HDR10 / Dolby Vision, auch preislich eher im oberen Bereich unterwegs. Dafür ist das Angebot reichhaltig und Eigenproduktionen wie „Stranger Things“, „The Witcher“ oder auch „Dark“ haben Zugkraft. Netflix setzt zudem immer mehr auf interaktive Inhalte und wird ab 2022 auch Spiele mit in sein Repertoire aufnehmen. Des Weiteren hat Netfllix von allen Streaming-Anbietern, sieht man von spezialisierten Plattformen wie Crunchyroll ab, das reichhaltigste Anime-Angebot.

Peacock, die Streaming-Plattform von Universal, wird 2021 ebenfalls in Deutschland starten. Leider sind noch keine Details zum genauen Zeitpunkt oder den Preisen bzw. Inhalten bekannt. Klar ist, dass Peacock für Sky-Abonnenten ohne Mehrkosten zur Verfügung stehen wird. Hier wirst du wohl Inhalte wie die Comedy-Serie „Parks & Recreation“, „Jurassic Park“ oder die Filme rund um die „Minions“ finden. Auch exklusive Eigenproduktionen sind geplant- Paramount+ wiederum startet bei uns 2022. Auch hier fehlen noch Details. Die Auswirkungen dürften langfristig enorm sein. Noch laufen etwa die Serien „Star Trek: Discovery“ und „Star Trek: Picard“ / „Star Trek: Lower Decks“ jeweils bei Netflix und Amazon. Sobald die Lizenzen auslaufen, dürfte Paramount sie in seine eigene Plattform hieven – wo sie etwa in den USA ohnehin ruhen.

Das sind die Vorteile der Blu-ray Disc

Der wichtigste Vorteil von Discs ist das Potenzial der technischen Überlegenheit. Von „Potenzial“ muss man sprechen, da dies nicht immer ausgenutzt wird. Doch eine gute Blu-ray oder UHD Blu-ray steckt in der Regel die Streaming-Version eines Films oder einer Serie locker in Bild und Ton in die Tasche. So geben Discs dem Material mehr Luft zum Atmen und können etwa verlustfreien Ton in höchster Qualität einbinden. Ein weiterer Bonus ist die Ausstattung: Disc-Veröffentlichungen enthalten in der Regel reichhaltiges Extramterial. Making-Ofs, Audiokommentare, Interviews mit Cast & Crew: Nur selten gibt es all das bei Streaming-Anbietern.

Dazu kommt möglicherweise eine ästhetische Aufmachung, die sich hübsch im Regal macht. Da hat man dann nicht nur etwas zum Anfassen, sondern im Falle mancher Sammleredition auch etwas zum Ansehen, das gleichzeitig als Dekoration dient. Zumal die großen Streaming-Anbieter einige Kategorien von Filmen und Serien stark vernachlässigen. Insbesondere Titel, die vor den 1980er-Jahren entstanden sind, glänzen bei den digitalen Plattformen oft durch Abwesenheit. Wer auf Filmklassiker, Arthouse oder Indie-Filme steht, kommt daher oft um den Kauf einer Disc gar nicht drumherum.

Einige Disc-Sets sind sehr liebevoll aufgemacht.
Einige Disc-Sets sind sehr liebevoll aufgemacht. | Bild: André Westphal

Das gilt auch für alternative Filmfassungen: Ein Beispiel wäre der Klassiker „Blade Runner“, der auf Disc in sage und schreibe fünf Schnittfassungen vorliegt, die für Liebhaber allesamt interessant sind. Streaming-Anbieter offerieren in der Regel nur eine Fassung eines Films – in aller Regel die Kinoversion. Hier haben Discs potenziell die Nase vorne und bieten nicht nur den Film an sich, sondern eben auch mehr Drumherum. Zumal die eigene Filmsammlung auf Disc unabhängig von der Willkür der Studios ist.

Natürlich: So wie ein Lizenzabkommen zwischen Netflix und einem Filmstudios auslaufen kann, kann auch eine Disc ausverkauft sein. Doch steht sie bereits im Regal, bleibt sie erhalten. Generell hat der Besitzer mehr Kontrolle: Disney sorgte etwa beim Start von Disney+ für Schlagzeilen damit, dass einige ältere Filme inhaltlich leicht angepasst worden waren, was Fans teilweise enttäuschte. So etwas kann bei einer einmal gekauften Disc nachträglich natürlich nicht geschehen. Und auch die Unabhängigkeit von einer schnellen Internetverbindung kann ein Segen sein, wenn der Provider zickt und möglicherweise der Filmabend sonst ungeplant ins Wasser fiele.

Das sind die Nachteile der Disc

Willst du dir einen Film oder eine Serie auf Disc ansehen, benötigst du einen entsprechenden Player. Laufwerke für optische Datenträger sind mittlerweile in Desktop-PCs und Notebooks aus der Mode gekommen. Smartphones und Tablets bieten sie natürlich ebenfalls nichts. Im Ergebnis bist du im Wesentlichen darauf festgenagelt, Discs am Monitor oder aber Fernseher zu konsumieren. Leider sind hier auch Anfälligkeiten für Abspielproblme gegeben: Manchmal liefern Vertriebe Discs mit Defekten aus, ein anderes Mal kann ein spezifischer Player schlichtweg Probleme bei der Wiedergabe einer bestimmten Disc haben. Das kann ärgerlich sein und ist schwer voraussehbar. Außerdem stellen die entsprechende Player einen weiteren Kostenfaktor dar.

Leider ist es mittlerweile so, dass die zuständigen Heimkino-Abteilungen bei den großen Filmstudios in den letzten Jahren enorm geschrumpft sind. Im Ergebnis erscheinen weniger Titel auf Disc. Auch kommt es vor, dass ein neuer Film oder eine neue Serie via Streaming in 4K mit HDR und Dolby Vision verfügbar ist, auf Disc aber nur auf Blu-ray oder sogar nur als DVD erscheint. Disney beispielsweise bietet Filme wie „Luca“, „Soul“ oder „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ bei Disney+ in 4K mit Dolby Vision an. In Deutschland sind alle genannten Titel lediglich als Blu-rays verfügbar.

Mit Discs ist man deutlich unflexibler im Heimkino.
Mit Discs ist man deutlich unflexibler im Heimkino.

Noch schwerer trifft es TV-Serien: 4K-Veröffentlichungen sind hier die Ausnahme. Zumal es international eine Fragmentierung gibt: Die Horror-Serie „Castle Rock“ etwa erschien in den USA mit Staffel 1 als UHD Blu-ray, Season 2 kam dort aber lediglich in 1080p auf den Markt. In Deutschland brachte man direkt beide Staffeln nur als Blu-rays heraus. Das sieht bei Streaming-Anbietern anders aus: Einmal in 4K begonnene Serien wie „The Witcher“ fallen nicht plötzlich in Folgestaffeln auf eine schlechtere Qualität zurück.

Discs ermöglichen es zwar, Filme unabhängig von der Internetverbindung und Lizenzabkommen zwischen Studios und Streaming-Anbietern zu horten, negieren aber Spontanität. Wer Lust bekommt spontan einen bestimmten Film bei Netflix zu sehen, führt einen Klick aus und der Film startet. Eine Disc muss nicht nur erst aus dem Regal genommen und in den Player gelegt werden, vorher sollte sie überhaupt erst ihren Weg ins Regal finden. Spontanität fällt hier somit flach: Ohne den Film vorher im lokalen Handel oder online bestellt zu haben, bleibt das Bild schwarz. Zuletzt ist nicht zu vernachlässigen, dass eine Disc-Sammlung Platz wegnimmt, der eventuell im Wohnzimmer anderweitig besser genutzt wäre. Der letzte, wichtige Punkt ist der Preis. UHD Blu-rays kosten aktuell mindestens 20 Euro und sind teilweise noch deutlich teurer. Schaut man also viele Filme und möchte nur Discs in bester Qualität schauen, so wird das Hobby schnell sehr kostspielig.

Unser Fazit: Was ist besser?

Es muss aus unserer Sicht nicht zwangsweise ein Gegeneinander sein: Am besten fährst du, wenn du Streaming und Disc miteinander kombinierst. Du möchtest deine Lieblingsfilme in bester Qualität genießen? „Zurück in die Zukunft“, „Indiana Jones“, „Star Wars“ und mehr liegen als hervorragende Ultra HD Blu-rays vor, die in Bild und Ton mehr Raum zum Atmen genießen, als es aktuelle Streaming-Plattformen ermöglichen. Doch für manche TV-Serie, welche du dir ohnehin nur einmal ansehen möchtest, sind Anbieter wie Amazon Prime Video, Disney+, Netflix und Co. vermutlich die bessere Option. So vermeidest du zudem, dass Staffelboxen im Wohnzimmer verstauben, die ohnehin nie wieder einen Player zu Gesicht bekommen.

Eine physische Filmsammlung hat Vorteile: Das Herausfallen aus dem Streaming-Angebot, nachträgliche Anpassungen der Inhalte, Probleme mit der Internetverbindung – das alles kann dir mit einer Disc egal sein. Doch bei einer langen Zugfahrt kann ein Streaming-Abonnement Gold wert sein. Selbst auf Reisen kannst du unterwegs auf deine heruntergeladenen Inhalte zugreifen – ohne nerviges Gepäck.

Hauptsache entspannt: Streaming und Disc können koexistieren.
Hauptsache entspannt: Streaming und Disc können koexistieren.

Die zunehmende Fragmentierung des Marktes wird es in Zukunft aber erschweren, mit einem einzelnen Abo auszukommen. Wer nicht vier oder fünf Anbieter im Monat abbezahlen möchte, wird sich vermutlich dem Angebots-Hopping hingeben müssen. Insofern denken wir, dass es auch für Disc unter Filmfans weiterhin einen Platz geben wird – auch wenn jener etwas kleiner ausfallen dürfte, als vor der goldenen Ära des Streamings.

Worauf setzt du? Streaming oder Disc? Gibt es für dich einen klaren Gewinner oder suchst du nach einem goldenen Mittelweg? Wir freuen uns auf Rückmeldungen in den Kommentaren!

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