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Amazon Alexa könnte deine Fragen bald mit Werbung beantworten

Los geht's vorerst nur in den USA. Hier wird die Funktion "Customers Ask Alexa" eingeführt.
Amazon Alexa könnte deine Fragen bald mit Werbung beantworten. Bild: Anete Lusina

Amazon Alexa ist eine vielseitige Sprachassistentin, die dir das Leben erleichtern kann. Insbesondere, wenn du viele Smart-Home-Produkte besitzt, ist die Steuerung mithilfe der Alexa Skills eine tolle Sache. Zumal Amazon bereits bestätigt hat, dass man auch den neuen Standard Matter unterstützen wird. Doch auf allgemeinere Fragen antwortet die digitale Fee aktuell noch mit recht generischen Antworten, welche sie sich aus dem Web zusammensucht. Das könnte bald anders werden: Amazon hat neue Partnerschaften mit Unternehmen und Marken angekündigt. Bedauerlicherweise klingt das nach einem sehr zweischneidigen Schwert.

Demnach erhalten Unternehmen und Marken bald die Chance, über die Funktion “Customers Ask Alexa” (“Kunden fragen Alexa”) direkt Fragen zu beantworten. Als Beispiele nennt Amazon Fragen wie “Wie entferne ich Tierhaare von meinem Teppich?” oder auch “Wie entferne ich unangenehme Gerüche von Flecken?” Diese und ähnliche Fragen können Produktanbieter selbst beantworten, wenn sie im Amazon Brand Registry vermerkt sind. Den Zugriff auf “Customers Ask Alexa” erhalten sie im Backend des Seller Centrals.

"Customers Ask Alexa" wird für Marken im Seller Central bereitstehen.
“Customers Ask Alexa” wird für Marken im Seller Central bereitstehen. | Bild: Amazon

Die neue Funktion “Customers Ask Alexa” wird zunächst in den USA starten und über die Amazon-Suchleiste zur Verfügung stehen. Ab Mitte 2023 soll das Feature dann die hauseigenen Smart-Speaker der Echo-Reihe, etwa den Echo Studio, erreichen. Ab Oktober 2022 verschickt Amazon Einladungen an ausgewählte Marken, die an den ersten Tests teilnehmen dürfen. Nach und nach will man die Funktion dann für alle Marken ausrollen.

Amazon Alexa: Hohes Risiko, auf reine Werbung zu stoßen

Auf den ersten Blick mag sich das neue Feature von Amazon Alexa gar nicht schlecht anhören. Wer könnte etwa besser technische Fragen zu Hi-Fi-Kopfhörern, AV-Receivern oder 4K-Fernsehern beantworten, als die Hersteller selbst? Doch das Problem liegt daran, dass die Anbieter kaum objektiv agieren werden. So kann man wohl ziemlich sicher sein, dass die Unternehmen versuchen werden, möglichst viel Eigenwerbung und Produktempfehlungen mehr oder minder dezent in ihren Antworten unterzubringen. Diese Bedenken hat Amazon offenbar erwartet, denn man erklärt, dass die Antworten der Unternehmen im Hinblick auf die Qualität geprüft werden sollen.

"Customers Ask Alexa" erreicht die Echo-Lautsprecher ab Mitte 2023.
“Customers Ask Alexa” erreicht die Echo-Lautsprecher ab Mitte 2023. | Bild: Amazon

Wir rechnen dennoch damit, dass Nutzer*innen zukünftig auf ihre Fragen ab und an eher werbende Antworten hören dürften. Zumal Amazon zusätzlich auch noch eine weitere Funktion für seine Partner vorgestellt hat, die es Anbietern erlauben wird, direkt Marketing-E-Mails an Amazon-Kund*innen zu senden. Hier ist aber abzuwarten, ob dies nur für die USA gilt oder am Ende auch in der EU bzw. Deutschland erlaubt wird. Bei uns gelten ja etwas strengere Gesetze, was Datenschutz und Privatsphäre betrifft.

Die durch Amazon Alexa erhobenen Daten werden ohnehin bereits für personalisierte Werbung eingesetzt. Es ist jedoch deutlich, dass Amazon versucht, die digitale Assistentin für Partner attraktiver zu gestalten. Ziel ist es sicherlich auch, das Voice-Shopping anzukurbeln, das bisher laut externen Untersuchungen eher mäßig läuft.

Nutzt du Amazon Alexa oder andere digitale Assistenten? Was denkst du über die neuen Funktionen? Siehst du hier Potenzial für hilfreiche Antworten oder könnte es eher in einer Werbe-Offensive enden?

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