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Matter 1.3 ist fertig: Matter Casting, neue Geräteklassen und mehr

Mit Matter 1.3 bringt die CSA nicht nur die Unterstützung neuer Geräteklassen, sondern erweitert auch die Funktionen, auf die smarte Geräte zugreifen können.
Matter 1.3 ist fertig: Matter Casting, neue Geräteklassen und mehr Bild: CSA

Der Branchenverbund Connectivity Standards Alliance (CSA) hat die Spezifikationen von Matter 1.3 offiziell gemacht. Rund ein halbes Jahr nach Ankündigung der Version erhält der herstellerübergreifende Smart-Home-Standard seine bislang vielleicht umfangreichste Erweiterung. Neben der Integration neuer Geräteklassen soll Matter 1.3 auch die Verwaltung von Smart-Home-Szenen vereinfachen und das Energiemanagement in deinem Zuhause optimieren.

Mikrowellen und mehr: Haushaltsgeräte mit Matter steuern

Zu den wichtigsten Neuerungen bei jedem Matter-Versionssprung gehört die Unterstützung neuer Geräteklassen. Mit Matter 1.3 umfasst der Standard nun auch eine Reihe neuer Haushaltsgeräte. Unter anderem können in Zukunft smarte Mikrowellen über fertiges Essen informieren. Außerdem können die Hersteller die Smart-Home-Steuerung in Öfen, Induktions-Kochfelder, oder Wäschetrockner integrieren.

Damit erweitert Matter die Möglichkeiten, dein Zuhause zu vernetzen und mit kompatiblen Controllern zu steuern, um weitere Optionen. Im Idealfall musst du dir also in Zukunft keine Sorgen mehr machen, ob du den Ofen oder die Kochplatte ausgeschaltet hast, weil du sie einfach per Smartphone oder Sprachbefehl steuern kannst.

Matter Casting, Szenen, Energiemangement: Neue Funktionen im Matter-Zuhause

Neben der Implementierung neuer Geräteklassen hat die CSA bei Matter 1.3 auch neue Funktionen freigegeben, die Hersteller und Entwickler:innen in ihre Geräte und Apps integrieren können. So unterstützt das System nun herstellerübergreifend Szenen, die bislang explizit für einzelne Smart-Home-Systeme erstellt werden mussten.

Damit kannst du unter anderem Szenen definieren, die Farbe und Helligkeit verschiedener Matter-Lampen festlegt und diese dann mit einem Befehl aktivieren. Die Matter-kompatiblen Geräte können zudem speichern, zu welchen Szenen sie gehören, was die Anzahl der benötigten Einzelbefehle zur Ausführung eines Szenenwechsels reduziert und die Reaktionsfähigkeit verbessert.

Die Philips Hue Bridge erhält im September 2023 das Matter-Update.
Matter-kompatible Systeme wie die Hue Bridge können ihre Szenen künftig einfacher kommunizieren. | Bild: Signify

Ebenfalls neu ist das sogenannte “Command Batching”. Ein Matter-Controller kann jetzt mehrere Befehle in einer einzigen Nachricht bündeln, was die Verzögerung zwischen der Ausführung minimiert.

Der Video-Übertragungsstandard Matter Casting, der unter anderem von Amazon aktiv unterstützt wird, wurde in Matter 1.3 ebenfalls ausgebaut und soll unter anderem schneller deine Inhalte auf den Fernseher bringen.

Auch am Energiemanagement im Smart Home hat die CSA gefeilt. Mit Matter 1.3 erhalten alle unterstützten Geräte die Möglichkeit, Echtzeitmessungen, darunter Leistung, Spannung und Strom, sowie den Energieverbrauch oder die Energieerzeugung über die Zeit zu berichten.

Nutzer:innen von Matter-kompatiblen Ladestationen für Elektrofahrzeuge können sich auf die Möglichkeit freuen, den Ladestatus zu steuern. So ließe sich etwa eine Auto-Aufladung in Abhängigkeit der Solarstrom-Produktion in deinem Haus koppeln, um möglichst energieeffizient zu arbeiten. Auch das Wassermanagement von Matter lernt durch das Update hinzu. So unterstützt Matter 1.3 smarte Leck- und Frostschutzdetektoren, Regensensoren und steuerbare Wasserhähne. Die damit verbundenen Statusmeldungen und Funktionen können dir dabei helfen, Wasser zu sparen und auf mögliche Wasser- oder Frostschäden zu reagieren.

Matter 1.3: Apple, Google und Co. müssen nachziehen

Generell verspricht die CSA für Matter 1.3 eine Reihe von Qualitätsverbesserungen, darunter auch die bessere Kommunikation zwischen den Geräten in deinem Matter-Netzwerk. Beispielsweise können Komponenten, die per WLAN im Matter-System agieren, künftig kommunizieren, über welchen WLAN-Standard sie funken. Das stromsparende Thread-Netzwerk erlaubt in Matter 1.3, erweiterte Informationen über den Funktionsstand von Thread-Geräten zu senden.

Alle Änderungen von Matter 1.3 kannst du bei der CSA nachlesen. Der Standard entwickelt sich derzeit konstant weiter und bietet immer mehr Möglichkeiten, die Smart-Home-Steuerung über verschiedene Herstellersysteme zu vereinheitlichen. Allerdings dürfte es noch etwas dauern, bis du in deinem vernetzten Zuhause von den Neuerungen profitieren kannst.

Samsung SmartThings Hub V3
Um alle Funktionen der neuen Matter-Spezifikation zu nutzen, müssen die Hersteller ihre Apps sowie die der Controller (etwa den Samsung SmartThings Hub) aktualisieren. | Bild: Samsung

Aktuell hinken die großen Hersteller im Matter-Konsortium der eigentlichen Implementierung der neuen Funktionen hinterher. Beispielsweise haben Google und Apple bisher nicht einmal die im Herbst 2023 veröffentlichten Funktionen von Matter 1.2 in ihre diversen Controller integriert. Die Situation bei Amazon und Samsung ist ähnlich.

Das eigentliche Versprechen von Matter, nämlich die herstellerunabhängige Verfügbarkeit von Smart-Home-Funktionen, hängt damit ein wenig in der Warteschleife. Möglicherweise bringen die Konferenzen Google I/O (14. Mai) und Apple WWDC (ab dem 10. Juni) neue Erkenntnisse darüber, wie es mit der Implementierung weitergeht.

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