Marshall Stockwell III im Test: Hammer-Sound im Handtaschenformat
- Akku-Laufzeit
- > 40 Std.
- Wassergeschützt
- IP55
- Verfügbare Farben
- Schwarz, Creme
- Maße
- 181 x 150 x 72 mm
- Gewicht
- 1,3 kg
- Preis
- 229 Euro
Der Marshall Stockwell III macht seinen Vorgänger dank zahlreicher Upgrades in allen Belangen obsolet. Verdoppelte Akkulaufzeit, Auracast, App-Support, überarbeitete Bedienelemente und noch mehr Power im Klang machen den Stockwell III zum waschechten Konkurrenten auch für großformatigere Bluetooth-Boxen.
- Sehr guter Sound
- Praktische Bedienelemente
- Deutlich stärkerer Akku
- Flexible Eingänge und Powerbank-Funktion
- Kein aptX
- Keine Kopplung ohne Auracast
Marshall hievt auch den Stockwell in die Gegenwart und rüstet den mobilen Speaker in der dritten Generation ordentlich auf. Mehr Leistung, mehr Akku, mehr Funktionen – das sticht beim Blick auf die Spezifikationen sofort ins Auge. Aber wie macht sich der Marshall Stockwell III in der Praxis? Wir haben ordentlich Zeit mit dem Speaker im Hörraum verbracht und verraten dir hier, ob der Stockwell deinen Ansprüchen gerecht wird.
Hier kannst du den Marshall Stockwell III kaufen:
Marshall Stockwell III im Klangtest: Ordentlich Power im kompakten Gewand
Wir starten mit dem Klangtest und dem Versuch, den Stockwell III im Feld seiner markeninternen Konkurrenz zu verorten. Den engen Preiskorridor zwischen 200 und 300 Euro teilt sich der Stockwell III nämlich mit gleich zwei anderen Bluetooth-Lautsprechern aus Marshalls Klangschmiede: dem Kilburn III (Straßenpreis ca. 300 Euro) und dem Middleton II (Straßenpreis ca. 250 Euro).

Wir starten im Hörraum mit leiseren Gitarren und Liang Lawrences Thoughtless. Der Stockwell III liefert hier wirklich natürliche und organische Mitten, angenehmen Bass und relativ klare Vocals. Insgesamt spielt der Stockwell III noch etwas analytischer und ausgeglichener auf als der Middleton II, kommt bei der Breite der Klangbühne aber nicht ganz an den Kilburn III heran.
Der größte Unterschied zum Middleton II ist unserem Eindruck nach in den Tiefen zu finden. Wo der Middleton herausforderndere Produktionen wie Geeses Taxes zwar solide abspielt und dabei stets seine Musikalität beibehält, kann sich der Stockwell III in den Tiefen etwas besser beherrschen, spielt leichtfüßiger auf und lässt der restlichen Instrumentation mehr Platz. Der Middleton II geht dafür auch bei höheren Lautstärken etwas souveräner mit den Tiefen um und verlangt nicht ganz so schnell nach einer Feinjustierung via Equalizer.

Wir schmeißen noch Djos Basic Being Basic, Rides I Came To See The Wreck und Justices Neverender in die Warteschlange, um den Vergleich zum Kilburn III perfekt zu machen. Immer wieder haben wir dabei das Gefühl, einem Mini-Kilburn mit etwas engerer Klangbühne zu lauschen, der ansonsten aber auch querbeet durch die Genres einen starken Eindruck hinterlässt. Am nächsten kommt dem Stockwell III vermutlich der Teufel Mynd, der ähnlich nuanciert aufspielt, sich aber bei höheren Lautstärken ebenfalls früher vom Optimalbild verabschiedet, als der Kilburn III.
Wie sich der Marshall Stockwell III im Vergleich mit anderen Bluetooth-Boxen schlägt, erfährst du in der Bestenliste zum Thema:
Bedienung: So geht Flexibilität!
Bevor wir uns dem Feintuning des Sounds per App widmen, wollen wir einen Blick auf die Bedienung am Gerät selbst werfen. Diese fällt nämlich – wie bei Marshall üblich – ziemlich üppig aus. Der Stockwell III setzt hier auf drei haptische Drehregler, mit denen du Lautstärke, Höhen und Tiefen einstellen kannst. Damit präsentiert sich der Stockwell III quasi als Mini-Kilburn und bietet rein von der Anfassqualität der Bedienelemente noch einmal mehr als der teurere Middleton II. Bei letzterem läuft die Bedienung nämlich komplett über simple Tasten auf der Oberseite.

Im direkten Vergleich mit dem Stockwell II hat Marshall hier aber tatsächlich auch nachgelegt. Neu sind ein Kippschalter, mit dem die Wiedergabe gesteuert werden kann, und eine „M“-Taste, mit der du direkt EQ-Presets in der App aktivierst. Das erinnert an den „Ult“-Boost von Sonys Ult-Reihe um Ult Field 5, ist aber noch flexibler.
Die Marshall-App im Detail
Wo wir auch gleich schon bei der App wären. Eines der Equalizer-Profile, auf die du mittels der „M“-Taste zugreifen kannst, lässt sich nämlich hier in einem Fünf-Band-EQ personalisieren. Das andere Profil ist voreingestellt und schafft quasi die Grundabstimmung, die Marshall als ideal und alltagstauglich erachtet. Beachte dabei allerdings, dass die Höhen- und Tiefenregler an der Box selbst unabhängig vom Equalizer in der App arbeiten, also quasi als zweite Instanz am voreingestellten Klangbild drehen.
Ansonsten findest du in der App einen Auracast-Reiter, über den bestehende Streams angesteuert werden können, und diverse Einstellungen zur Wiedergabe und den Anschlüssen des Geräts. So kannst du zum Beispiel bestimmen, ob gleichzeitig Audio via Bluetooth und eine kabelgebundene Quelle wiedergegeben werden sollen. Wozu das gut ist?
So kannst du deinen Stockwell III zum Beispiel neben deinem Plattenspieler platzieren und diesen kabelgebunden spielen lassen, gleichzeitig aber ohne Umschweife auf die Bluetooth-Wiedergabe über das Smartphone umsteigen. Ein Mikrofon ist im Stockwell III nicht verbaut, sonst hätte die Funktion auch für Telefonate herhalten können.
Neben dem 3,5-Millimeter-Klinken-Eingang kannst du im Übrigen auch den USB-C-Anschluss für Audioquellen nutzen. Das muss aber erst in der App aktiviert werden. Hier wählst du, ob der USB‑C‑Anschluss, über den du den Stockwell III auch mit Strom versorgst, für die Powerbank-Funktion oder als Audioeingang arbeiten soll. Beides gleichzeitig ist ebenfalls möglich.
Soundstage: Mehr Raum für den Sound?
Zu guter Letzt hat sich auch noch ein weiteres Sound-Feature in den Einstellungen der App versteckt: die sogenannte Soundstage. Hier kannst du über sieben Stufen festlegen, wie breit der Stockwell III aufspielen soll. Bei der App-internen Beschreibung leuchtet die Wirkung noch nicht wirklich ein, weil hier von „präzisem“ vs. „detailliertem“ Sound gesprochen wird – wir haben aber den Praxistest gemacht. Und hier fällt uns tatsächlich auf, dass Stimmen bei geringerer Soundstage etwas klarer und zentrierter wirken, wohingegen das Ensemble aus Vocals und Instrumenten bei höherer Stufe mehr Platz bekommt. Hier lohnt sich etwas Herumprobieren also auf jeden Fall.
Saftiges Upgrade für die Akkulaufzeit
Marshall hat es schon wieder getan! Was genau? Die Akkulaufzeit verdoppelt. Schon bei Kilburn III und Middleton II gab es beachtliche Kapazitäten zu bestaunen, beim Kopfhörer Monitor III ANC ohnehin. Auch der Marshall Stockwell III ist bestens für lange Ausflüge und fehlende Lademöglichkeiten gewappnet – er spielt satte 40 Stunden am Stück.

Noch dazu bietet Marshall in der App die Möglichkeit, den Akku über bestimmte Voreinstellungen zu schonen. Hier wird etwa die maximale Ladekapazität gedrosselt oder der Akku bei erhöhten Temperaturen geschont. Aber Achtung: Diese Funktion ist nicht dafür gedacht, mehr Laufzeit aus dem Akku herauszuholen, es handelt sich also nicht um ein Äquivalent zum JBL-Feature Playtime Boost. Stattdessen soll so dein Akku langfristig geschont werden.
Bluetooth mit Auracast und LE Audio
Auch bei der Bluetooth-Ausstattung bestätigt Marshall den soliden Standard der anderen BT-Speaker aus der aktuellen Generation. Das heißt konkret: Auracast, Bluetooth 5.3 und LE Audio sind an Bord. Ersteres lässt dich allerdings nur Auracast-Streams empfangen und macht den Stockwell III nicht selbst zum Sender. Das hat JBL bei Flip 7 und Co. etwas charmanter gelöst.
Die aktuellen Bluetooth-Lautsprecher von JBL können nämlich auch einen Auracast-Broadcast starten und sich so problemlos mit weiteren Boxen verbinden. Dem Stockwell III selbst fehlt diese Funktion. Mit einem Auracast-Streamer zu Hause – einige aktuelle Smartphones sind dazu schon problemlos in der Lage und entsprechende Dongles sind ziemlich preiswert zu haben – paart sich aber auch der Stockwell III flexibel mit allerlei Marken.
Design: Der Marshall-Look bleibt
In puncto Design haben wir keine Überraschungen erwartet, und auch keine bekommen. Der Marshall Stockwell III setzt die bekannte und beliebte Verstärker-Optik von Marshall konsequent um und sieht in der schwarzen Farbversion wirklich schick aus. Alternativ ist die Box auch noch in einem Cremeton zu haben. Das spendiert dem Ganzen noch etwas mehr Leichtigkeit, zieht aber natürlich auch eher Blicke und Verschmutzungen an.

Nennenswerte Veränderungen am Design haben höchstens auf dem Bedienfeld stattgefunden, aber dazu haben wir ja im Kapitel zur Bedienung schon alles Nötige gesagt. Gewichtstechnisch liegt der Stockwell III mit seinen knapp 1,3 Kilogramm knapp 500 Gramm unter dem Middleton II und satte 1,5 Kilogramm unter dem Kilburn III. Besonders ersteres finden wir beachtlich, weil der Stockwell III im Test so stark aufspielt.
Unser Fazit zum Marshall Stockwell III
Marshall führt den Trend aus dieser Produktgeneration weiter und liefert beim Stockwell ein Upgrade ab, das sich wirklich lohnt. Eine beachtliche Steigerung der Akkulaufzeit, voller App- und Auracast-Support, ansprechender Sound und eine sinnvolle Weiterentwicklung des ohnehin schon durchdachten Bedienkonzepts machen den Stockwell III zu einem durchweg runden Gesamtpaket im Handtaschenformat. Weil er klanglich mindestens mit dem Middleton II mithalten kann und teilweise sogar anspruchsvolleren Aufgaben gerecht wird, würden wir den Stockwell III sogar noch eher als günstigere Alternative zum Kilburn III empfehlen.
Hier ist der Stockwell III zu haben:
| Technische Daten | |
| Akku-Laufzeit | > 40 Std. |
| Wassergeschützt | IP55 |
| Leistung | 127 Watt |
| Frequenzbereich | 54 Hz – 20 kHz |
| Anschlüsse / Schnittstellen | USB-C (für Ladegerät und Powerbank-Funktion), 3,5-mm-Klinke, Bluetooth 5.3 |
| Mikrofon | Nein |
| Multiroom-fähig | Nein (aber Auracast) |
| Trage-Vorrichtung | Ja |
| Verfügbare Farben | Schwarz, Creme |
| Maße | 181 x 150 x 72 mm |
| Gewicht | 1,3 kg |
| Preis | 229 Euro |
Ein Bluetooth-Lautsprecher ist doch nichts für dich? Wir haben auch zahlreiche WLAN-Lautsprecher untersucht:





