Startseite Synology DS220+ im Test: Perfektes NAS für die eigene Musik- und Filmsammlung?

Synology DS220+ im Test: Perfektes NAS für die eigene Musik- und Filmsammlung?

Die Synology DiskStation 220+ verspricht hohe Leistung und ausgefeilte Funktionen. Unser Test zeigt, wie gut das funktioniert.
Synology DS229+ in der Schrägansicht mit Cover
Prozessor
Intel Celeron J4025 (2 x 2,9 GHz)
RAM
2 GB (erweiterbar)
Anschlüsse / Schnittstellen
2 x USB 3.0
LAN / WLAN
2 x Gigabit (RJ-45) / nein
In Kürze
Mit der DS220+ liefert Synology ein grundsolides 2-Bay-NAS, das in seiner Leistungsklasse praktisch keine gravierenden Schwächen aufweist. Die Systemleistung ist hoch, das Software-Ökosystem groß, die Bedienung durchdacht, ausgereift und auch für NAS-Neulinge intuitiv. Vor allem für die typischen Server-Kerntugenden aktueller NAS-Lösungen ist die DS220+ damit hervorragend gerüstet.
Vorteile
  • Ausgereiftes Betriebssystem
  • Großes Software-Angebot
  • Gute Performance
  • Sehr gute Verarbeitung
Nachteile
  • Nur eingeschränkt erweiterbar
  • Kein HDMI-Ausgang

Das 2-Bay-NAS Synology DiskStation 220+ verspricht hohe Systemleistung und ausgefeilte Softwarefunktionen. Wie gut das NAS-System mit zwei Festplatteneinschüben sich in der Praxis schlägt, zeigt unser Test der DS220+.

Ausstattung und Anschlüsse

In seinem 2020er-NAS verbaut Synology den Intel Celeron J4025, der auf zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreifen kann. Seine zwei Kerne takten mit bis zu 2,9 GHz etwas höher als die des J4005 im QNAP-NAS. Anschlusstechnisch liefert Synology eher Hausmannskost. Je ein USB-3.0-Port vorne und hinten ermöglichen den Anschluss externer Geräte; USB-C oder ein HDMI-Anschluss sind nicht an Bord.

Die Rückseite des Synology DS220+
Zwei Gigabit-Anschlüsse ermöglichen Link-Aggregation.

Anders als beim 2018er Vorgänger spendiert Synology der DS220+ einen zweiten Gigabit-Ethernet-Anschluss. Dieser ermöglicht Link-Aggregation für schnelleren Zugriff von mehreren Geräten. Eine Aufrüstoption auf 2,5 oder mehr Gigabit gibt es hier aber nicht – in den meisten Heimnetzwerkwerken dürfte das aber kein Nachteil sein.

Die Synology Ds220+ in der Schrägansicht ohne Abdeckung
Ohne die Frontabdeckung sind die Einschübe für die Laufwerke sichtbar.

Die Aufrüst-Optionen sind weniger flexibel als beim Mitbewerber QNAP. So gibt es weder einen PCIe-Einschub für Erweiterungskarten noch die Möglichkeit eines SSD-Caches – beides ist bei Synology teureren Modellen vorbehalten. Der Arbeitsspeicher lässt sich aber bei Bedarf mit wenigen Handgriffen auf bis zu 6 Gigabyte erweitern. Wer viele, parallel laufende Serveraufgaben auf der DS220+ ausführen möchte, hat dadurch bei Bedarf noch Luft nach oben.

Performance

Wie auch bei der QNAP TS-253D sorgt der schnelle Celeron-Prozessor für eine rundherum flotte Alltags-Performance. Egal ob beim Dateitransfer oder der Bedienung der Benutzeroberfläche, die DS220+ ist in sämtlichen Situationen flott unterwegs.

Beim Schreiben und Lesen im Netzwerk ist erwartungsgemäß der 1-Gigabit-Anschluss der limitierende Faktor. Beim Transfer großer Dateien schafft es das NAS problemlos, diesen mit Übertragungsraten jenseits der 100 Megabyte pro Sekunde auszulasten. Wer viel mit kleinen Dateien hantiert, dürfte sich aber einen optionalen SSD-Cache wünschen.

Synology DS220+ Benchmark
Beim Lesen und Schreiben kann die DS220+ ihren Gigabit-Anschluss erwartungsgemäß voll ausreizen.

Sehr schön: Auch das Aktivieren der Laufwerksverschlüsselung bremst die NAS-Übertragung nicht aus; die Intel-CPU kann die Verschlüsselung in Echtzeit umsetzen. Die verbauten 2 GB Arbeitsspeicher sind für den Alltag als Datenspeicher- und Multimedia-NAS völlig in Ordnung, anspruchsvollere Lösungen wie die Installation von Docker-Containern oder auch die Nutzung von virtuellen Maschinen auf dem NAS können aber schnell zu Engpässen führen – hier lohnt sich gegebenenfalls ein RAM-Upgrade.

Software

Das Synology-Betriebssystem Synology DiskStation Manager (DSM) macht die Einrichtung der DS220+ und der darauf laufenden Dienste erfreulich leicht. Von der ersten Einrichtung der Benutzer und des gewünschten RAID-Levels bis hin zur Alltagswartung gestaltet der DSM die Nutzung des NAS-Systems durchgehend komfortabel.

Synology DS220+ Assistent
Im kompletten System unterstützen hilfreiche Texte bei der Bedienung des DSM.
DiskStation Manager (DSM)Auf unserem Testgerät lief der Synology DiskStation Manager in der Version 6.2. Optisch erinnert er an eine Linux-Distribution, die im Browser mit der Maus bedient werden kann. Für 2021 hat Synology ein großes Update auf DSM 7.0 angekündigt, das neue Funktionen und eine überarbeitete Benutzerführungen auf die NAS-Systeme bringen soll. Vor allem für seine höherklassigen NAS-Systeme, zu denen die DS220+ zählt, liefert Synology in der Regel recht lange Updates – für die nächsten Jahre sollte das System auf jeden Fall genügen. Einen guten Eindruck von den Möglichkeiten und der Benutzerführung des DSM vermittelt eine Live-Demos auf der Webseite von Synology.

Auch die diversen Dienstprogramme wirken ausgereift. Ob NAS-Backups mit Synology Hyper Backup, Dropbox-Alternativen wie Synology Drive oder Produktivitäts-Apps wie Synology Office oder Synology Note Station laufen zuverlässig auf dem NAS-System.

Synology DS220+ Apps Pakete
Das Synology Paketzentrum bietet Zugriff auf unzählige App-Erweiterungen.

Wie bei QNAP ist das App-Ökosystem groß und kann einfach mit externen Programmen aus der Synology-Community erweitert werden. Nicht nur bietet der hauseigene NAS-App-Store jede Menge Futter, auch externe Repositories mit weiteren Programmen lassen sich einfach einpflegen und nutzen.

Synology DS220+ Git
Auch professionelle Anwendersoftware wie Git läuft bei Bedarf auf einem Synology-NAS.

Wie auch beim Konkurrenten gilt aber auch bei Synology, dass 2 GB Arbeitsspeicher für professionelle Anwendungen wie Docker oder die Virtualisierung gegebenenfalls etwas knapp werden können. Wer damit liebäugelt, sollte eine Speicherweiterung einplanen.

Multimedia

Anders als die NAS-Systeme von QNAP verzichtet Synology auf einen HDMI-Anschluss, der direkte Betrieb am TV ist damit nicht möglich. Die DS220+ fungiert als reiner Zulieferer für Medienplayer, etwa Smart-TVs, Streaming-Boxen oder auch Smartphones und Tablets.

Diesen Job erledigt das NAS-System aber mit Bravour. Der Celeron-Prozessor hat genug Dampf die problemlose Verteilung von 4K-Videos inklusive gegebenenfalls benötigter Transkodierung. Dazu bedarf es in der vorinstallierten App Synology Video Station keine zusätzliche Software und im Gegensatz zum QNAP-Gegenstück auch keine Aktivierung.

Synology DS220+ Video Station Wiedergabe
Synology Video Station kann Videos ganz einfach vom NAS ins Netzwerk bringen.

Die Aufbereitung von auf den NAS-Festplatten gesicherten Fotos, Videos und Musikstücken über die diversen Synology-Apps ist hervorragend gelöst. So fragt beispielsweise Synology Video Station nach kurzer Konfiguration automatisch Filminformationen bei Onlinediensten wie TheTVDB.com ab und trägt die entsprechenden Metadaten ein. Alternativ dazu lässt sich auch ein Plex-Server schnell und effizient auf der Synology DS220+ betreiben.

Synology DS220+ Medienfreigabe
Auch die einfache Medienfreigabe sind für die DS220+ natürlich kein Problem.

Auch “klassische” Netzwerkaufgaben wie die Einrichtung von UPnP- und DLNA-Zugriffen lassen sich einfach einrichten und funktionieren anschließend zuverlässig. Kurzum: Als Verteiler für Medien im Netzwerk ist die Synology DS220+ ganz hervorragend geeignet – als alleiniger Player ist Konkurrent QNAP allerdings im Vorteil.

Unser Fazit zur Synology DS220+ im Test

Synology liefert mit der DS220+ ein absolut gelungenes 2-Bay-NAS, das vor allem mit einer Kombination aus solider Performance und ausgereifter, einsteigerfreundlicher Software überzeugen kann. Ob als reiner Dateispeicher, private Cloud oder Multimedia-Zentrale, die DS220+ ist allen Aufgaben eines typischen Heimnetzes gewachsen.

Das Synology Ds220+ in der Seitenansicht
Die Synology DS220+ ist ein absolut solides 2-Bay-NAS für ambitionierte Heimanwender.

Abstriche gibt es bei der Erweiterbarkeit: Während die Konkurrenz ein nachträgliches Aufrüsten ermöglicht, ist bei Synology jenseits von mehr Arbeitsspeicher nichts zu holen. Auch den fehlenden HDMI-Ausgang samt entsprechender TV-Oberfläche dürften einige NAS-Fans vermissen. Wer damit Leben kann, erhält ein leistungsfähiges, ausgereiftes NAS-System mit umfangreichen Möglichkeiten.

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