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NAS-Systeme im Test: Das beste NAS für deine Musik- und Filmsammlung

NAS-Systeme können mehr, als nur Daten im Netzwerk zu speichern. Die HIFI.DE-Redaktion hat aktuelle NAS-Systeme getestet und sagt dir, welches für deine Musik- oder Filmsammlung am besten geeignet ist.
NAS-Systeme im Test: Kaufberatung Synology vs QNAP

Moderne Netzwerkspeicher  – kurz: NAS  – sind heute wahnsinnig leistungsfähig geworden. Die große Musik- und Filmsammlung einfach nur zu speichern, grenzt hier schon fast an Unterforderung. Übrigens, NAS steht für „Network Attached Storage“, also Speichergeräte, die in dein Heimnetzwerk eigebunden sind.

Das Streamen der eigenen FLAC- oder MP3-Musik auf deine aktiven Lautsprecher oder einen Netzwerk-Streamer, die Filmsammlung auf dem modernen Smart TV auszugeben, das stellt die aktuelle NAS-Generation nicht mehr vor Probleme. Hierfür ist es lediglich wichtig, für ein gutes Netzwerk zu sorgen, um die Datenraten der Streams ohne Ruckeln übertragen zu können. Die Unterschiede liegen zum Einen in der Hardware – 2 oder 4 Festplatten, 2,5 GBit Ethernet, SSD-Cache – und noch wichtiger für die meisten von euch: in der Software. Hier gibt es Stand heute durchaus merkliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern.

Die HIFI.DE Redaktion hat verschiedene NAS-Systeme von den beiden Marktführern Synology und QNAP auf Herz und Nieren getestet und zeigt dir, welche Lösung für welchen Zweck geeignet ist.

Synology DS229+ in der Schrägansicht mit Cover

Synology DS220+

Unser Testsieger: Aktuelle NAS-Empfehlung für die eigene Musik- und Filmsammlung

Prozessor: Intel Celeron J4025 (2 x 2,9 GHz)  | RAM: 2 GB (erweiterbar) | Anschlüsse / Schnittstellen: 2 x USB 3.0 | LAN / WLAN: 2 x Gigabit (RJ-45) / nein

  • Ausgereiftes Betriebssystem
  • Großes Software-Angebot
  • Gute Performance
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Nur eingeschränkt erweiterbar
  • Kein HDMI-Ausgang

Synology liefert mit der DiskStation 220+ ein rundum zuverlässiges 2-Bay-NAS-System, das im Test praktisch keinerlei wirkliche Schwächen offenbart.

Die Bedienung ist flott, das Betriebssystem DiskStation Manager aufgeräumt und intuitiv, die Erweiterungsmöglichkeiten über das umfangreiche Software-Portal ebenso umfangreich wie vielseitig.

Ihre Stärken zeigt die DS220+ vor allem in ihrem unkomplizierten Betrieb: Von der ersten Einrichtung über die Konfiguration der verschiedenen NAS-Funktionen bis hin zum Alltagseinsatz als Datenspeicher oder Multimedia-Zuspieler erledigt das NAS-System seine Aufgaben ebenso zuverlässig wie unaufgeregt.

Im Gegenzug muss auf Extras wie die PCIe-Erweiterung oder einen HDMI-Anschluss verzichtet werden, lediglich der Arbeitsspeicher kann bei Bedarf erweitert werden. Davon abgesehen, liefert Synology einen mehr als gelungenen Einstieg in die Welt der gehobenen NAS-Möglichkeiten.

Weitere Infos in unserem ausführlichen Synology DS220+ Test.

Synology DS920+ im NAS-Test

Synology DS920+

Unsere Empfehlung für die wirklich große Filmsammlung

Prozessor: Intel Celeron J4125 (4 x 2,7 GHz) | RAM: 4 GB (erweiterbar) | Anschlüsse / Schnittstellen: 2 x USB 3.0, 1x eSATA | LAN / WLAN: 2 x Gigabit (RJ-45) / nein | Sonstige Anschlüsse: 2 x M.2 2280 (SSD-Cache)

  • Ausgereiftes Betriebssystem
  • Großes Software-Angebot
  • Sehr gute Systemleistung
  • Top als Medienserver
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Nur Gigabit-Ethernet
  • Kein PCIe-Slot

Gegenüber der DS220+ bietet die Synology DiskStation 920+ nicht nur zwei zusätzliche Festplatteneinschübe, sondern auch einen schnelleren Quadcore-Prozessor auf Intel-Celeron-Basis. Damit richtet sie sich an ambitioniertere Anwender oder kleine Unternehmen, die auch Applikationen wie Docker, den Mail Server oder virtuelle Maschinen auf dem NAS laufen lassen wollen.

Diesen Ambitionen wird das Synology-typisch toll verarbeitete NAS grundsätzlich voll und ganz gerecht. Die schnelle Hardwareumgebung ist wie gemacht für die Möglichkeiten des Betriebssystem DiskStation Managers und dessen umfangreichen App-Ökosystems. Ob als private Cloud oder komplexe Produktivumgebung, die DS920+ arbeitet rundheraus zuverlässig und bietet genug Leistungsreserven für kommende Ausgaben des DSM.

Bei allem Lob über die runde Systemerfahrung der DS920+ gibt es auch Anlass zur Kritik. So ist es fragwürdig, dass Synology in einem NAS der gehobenen Preis- und Leistungsklasse lediglich einen 1-Gigabit-Ethernet-Anschluss verbaut, statt schnellere Netzwerke zu unterstützen. Auch die Option, diesen Umstand per Erweiterungskarte auszumerzen, fehlt mangels PCIe-Slot. Hier lässt Synology seine High-End-Ambitionen also etwas schleifen.

Weitere Infos in unserem ausführlichen Synology DS920+ Test.

QNAP TS-453D

Das beste Hardwarepaket für technisch versierte Anwender

Prozessor: Intel Celeron J4125 (4 x 2,7 GHz) | RAM: 4 GB (erweiterbar) | Anschlüsse / Schnittstellen: 2 x USB 3.2, 3 x USB 2.0 | LAN / WLAN: 2 x 2,5 GBit (RJ-45) / nein | Sonstige Anschlüsse: 2 x M.2 2280 (SSD-Cache), PCIe-Einschub

  • Sehr gute Systemleistung
  • 2,5 Gbit-Ethernet
  • Tolle Multimedia-Funktionen
  • Großes Software-Angebot
  • Gut erweiterbar
  • Betriebsystem teils unausgegoren

Auch QNAP bietet mit der TS-453D ein NAS-System mit vier Festplatteneinschüben, größerem Arbeitsspeicher und Quadcore-Prozessor an. Im Vergleich zur hausinternen Konkurrenz gibt es auf der TS-453D deutlich weniger Einschränkungen bei der Softwareauswahl.

So bietet das NAS auf Wunsch einen eigenen Ubuntu-basierten Linux-Desktop, erlaubt die Virtualisierung von Betriebssystemen und kommt problemlos mit Docker-Containern klar. Auch der Einsatz als Desktop-Ersatz ist hier unserer Meinung nach durchaus eher realistisch als bei der TS-251D.

Im Vergleich mit der DS920+ von Synology punktet QNAP zudem mit 2,5-Gigabit-Ethernet sowie einer Erweiterungsmöglichkeit per PCIe-Einschub. Hardwaretechnisch liefert die TS-453D damit das rundeste Paket in unserem NAS-Vergleichstest.

Abstriche gibt es aber auch hier zu vermelden – und zwar in erster Linie bei der Software. Wie auch bei der TS-251D wirkt das Betriebssystem QTS teils überfrachtet und im Vergleich zum Synology DSM teils unstrukturiert, hinzu kommen die erwähnten Übersetzungsfehler und der eine oder andere Mangel in der Dokumentation. Das ist zwar Meckern auf hohem Niveau, dennoch liegt die Software-Einstiegshürde bei QNAP unserer Meinung nach höher als bei Synology.

Weitere Infos in unserem ausführlichen QNAP TS-453D Test.

QNAP TS-251D

NAS direkt per HDMI an den Fernseher angeschlossen

Die QNAP TS-251D punktet im Test mit hoher Systemleistung, vor allem im 2-Bay-Segment ungewöhnlichen Erweiterungsoptionen und einen HDMI-Anschluss. Direkt am Fernseher angeschlossen eignet sich das NAS-System dabei als lokaler Medienplayer, wenn die Daten nicht über das Netzwerk gestreamt werden sollen. Theoretisch taug die TS-251D sogar als eigener Linux-PC, die Nutzung von Produktivitätssoftware wie Libre Office ist aber in der Basiskonfiguration eher ein Geduldsspiel.

Der insgesamt guten Performance steht die nicht immer ganz runde Benutzererfahrung des QNAP-Betriebssystem gegenüber. QTS bietet zwar viele Funktionen, diese lassen sich aber nur zum Teil auf dem 2-Bay-NAS ausführen – zumindest ohne Arbeitsspeicher-Upgrade. Auch kleine Stolpersteine wie fehlerhafte Übersetzungen oder die Notwendigkeit einer Software-Aktivierung zur Nutzung der Transcoding-Funktion trüben den an sich guten Eindruck des NAS-Systems.

Wer sich mit den Eigenarten des QNAP-Systems arrangieren kann, erhält einen leistungsstarken Netzwerkspeicher, der bei Bedarf auch als Direkt-Zuspieler im Wohnzimmer agieren kann. Um alle Funktionen des QNAP-Ökosystems nutzen zu können, sollte man aber eine Nummer höher einsteigen.

Weitere Infos in unserem ausführlichen QNAP TS-251D Test.

Entscheidungskriterien für die Auswahl des richtigen NAS-Systems

Die Basisfunktion eines NAS ist es, als Speicherplatz im Netzwerk zu fungieren. Die NAS-Gehäuse beherbergen dabei eine bestimmte Anzahl an Festplatten, auf denen die Daten gespeichert werden. So können PCs und andere Geräte im Netzwerk oder auch von unterwegs Daten von den Systemen lesen und darauf abspeichern. Über eine Benutzerverwaltung kannst du dabei auch genau festlegen, wer auf welche Daten zugreifen kann und wer nicht.

Über Apps und Dienste können NAS-Systeme unzählige Aufgaben übernehmen, die über die reine Datenspeicherung hinaus gehen.

Doch das ist natürlich lediglich ein Bruchteil davon, was ein aktuelles NAS zu leisten vermag. Moderne NAS-Gehäuse beherbergen mittlerweile praktisch vollständige PCs und bieten entsprechend viele Möglichkeiten.

Die von uns getesteten NAS-Systeme von Synology und QNAP können auf ein umfangreiches Angebot an Softwarepaketen zurückgreifen. Damit kannst du beispielsweise virtuelle Maschinen auf einem NAS betreiben, die Geräte als Alternative zu Cloud-Speichern wie Dropbox oder Google Drive umrüsten oder auch Produktivitäts-Apps wie komplette Office-Umgebungen im Netzwerk zur Verfügung stellen.

NAS-Systeme können auch als Mailserver dienen.

Der Markt für NAS-Systeme ist gigantisch. Wir haben uns vier aktuelle und vielseitige Lösungen der NAS-Spezialisten von QNAP und Synology angeschaut und klären, welches NAS das richtige für dich ist. Der Fokus unseres NAS-Vergleichs liegt dabei auf der Alltagsleistung sowie den Software- und Multimediafunktionen der Systeme.

RAID-Systeme: Doppelter Datenboden

Der vielleicht größte Vorteil von NAS-Systemen mit zwei, vier oder mehr Festplatten ist die Möglichkeit, ein RAID-System einzurichten. Der RAID-Level bestimmt im wesentlichen, wie die Server die verbauten Festplatten einsetzen und legt dabei auch fest, auf welche Weise die Systeme vor einem Datenverlust durch defekte Festplatten geschützt sind.

NAS-Gehäuse mit vier Festplatteneinschüben wie die QNAP TS-453D bieten eine hohe Flexibilität bei der RAID-Nutzung.

In den gängigen NAS-Lösungen mit zwei oder vier Festplatteneinschüben (auch als Bays bezeichnet) kommt meist standardmäßig RAID 1 (zwei Festplatten) oder RAID5 (ab drei Festplatten) zum Einsatz. Beim RAID 1 werden die Daten jeweils identisch auf beiden Festplatten gesichert. Erleidet eine der Platten einen Defekt, sind die Daten weiterhin auf der anderen Festplatte gesichert. Eine ausgefallene Platte kann dann einfach gegen ein neues Modell getauscht werden, ohne dass der laufende Betrieb unterbrochen werden muss. Moderne NAS-Systeme erledigen die Neustrukturierung dann vollautomatisch.

Synology Hybrid Radid (SHR)Synology bietet mit Synology Hybrid Radid (SHR) auch eine eigene RAID-Lösung, die im Vergleich zum herkömmlichen RAID vor allem den Speicherplatz effizienter nutzen kann, ohne auf die Sicherheitsvorteile von RAID 1 oder RAID 5 zu verzichten. Das macht sich vor allem beim Einbau unterschiedlich großer Festplatten oder einer nachträglichen Erweiterung bemerkbar. In der Praxis spricht für Synology-Käufer wenig dafür, bei der Einrichtung auf SHR zu setzen, da die Technologie ausgereift ist und Geschwindigkeitsnachteile gegenüber RAID1 oder RAID5 höchstens in der Theorie auffallen. Die klassischen RAID-Level stehen bei der Einrichtung aber ebenfalls zur Auswahl.

Ein paar Tipps zu RAID

Der Nachteil von RAID ist die effektive Halbierung der Plattenkapazität: Verbaust du beispielsweise zwei 4 Terabyte-Festplatten im RAID 1, stehen statt 8 nur 4 TB zur Verfügung, weil sämtliche Daten doppelt gespeichert werden. Die unterschiedlichen RAID-Level bieten dabei auch verschiedene Arten der redundanten Datenspeicherung an. Einen guten, technischen Überblick dazu liefern beispielsweise die Kollegen von Storage-Insider. Sowohl Synology als auch QNAP bieten auf ihren jeweiligen Webseiten zudem so genannte RAID-Rechner an. Damit kannst du leicht prüfen, bei welchen Kombinationen aus Festplatten welche RAID-Einstellung optimal passt.

Bei der ersten Einrichtung helfen die NAS-Systeme bei der Konfiguration der Festplatten.
RAID und BackupTrotz der gesteigerten Datensicherheit beim RAID-Einsatz gilt die alte Weisheit: Auch ein RAID ersetzt kein Dateibackup. Erleiden alle Platten einen gleichzeitigen Fehler oder überschreibt ein Virus die Dateien, sind diese verloren. Aus diesem Grund solltest du immer ein zusätzliches Backup aller Daten auf dem NAS anlegen. Alle Modelle bieten dazu gut funktionierende Bordmittel, um beispielsweise Sicherungen auf externen Festplatten, in die Cloud oder auch auf andere NAS-Systeme anzulegen.

Setzt du bereit ein NAS-System ein oder planst die entsprechende Anschaffung? Worauf legst du besonders viel Wert? Verrate uns und der Community deine Meinung in den Kommentaren!

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