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Sennheiser Accentum Clip im Test: Die sind (fast) perfekt!

Sennheiser steigt ins Clip-On-Geschäft ein und liefert direkt einen Achtungserfolg ab. Mit ein paar kleinen Verbesserungen könnten die Accentum Clip gar zum Top-Modell avancieren.
Sennheiser Accentum Clip Titelbild Test | HIFI.DE
Bluetooth-Standard
6.0
Codecs
SBC, AAC, LDAC
Akku-Laufzeit
9 Std. / bis 36 Std. mit Ladecase
Schnellladefunktion
Ja (10 Min. laden für 2 Stunden Laufzeit)
Noise Cancelling
Nein
Wassergeschützt
IP54
Preis (UVP/Straßenpreis)
179,90 Euro / 179,90 Euro
In Kürze
Die Sennheiser Accentum Clip setzen klanglich unter den Clip-On-Kopfhörern einen neuen Standard und wissen auch sonst zu überzeugen. Leider musst du hier aber auf den vollen Funktionsumfang der Sennheiser-App verzichten.
Vorteile
  • Volle Transparenz und hoher Tragekomfort
  • Exzellenter Sound angesichts der Bauweise
  • Gute Akkulaufzeit
Nachteile
  • Touch-Bedienung recht empfindlich
  • Kein Auracast und keine Soundzonen
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Es mag etwas verwirrend klingen, aber die Sennheiser Accentum Clip sind tatsächlich die ersten Open-Ears aus dem Hause Sennheiser. Bei den Sennheiser Accentum Open aus dem Jahr 2025 handelte es sich nämlich lediglich um halboffene In-Ears, etwa vergleichbar mit Apples AirPods 4. Umso spannender ist es, wie sich die Accentum Clip im Vergleich zur etablierten Konkurrenz von Shokz, Huawei und Co. schlagen können. Wir machen den Test.

Die Sennheiser Accentum Clip bekommst du hier:

Über diesen Test: Wir haben die Sennheiser Accentum Clip über einen Zeitraum von zwei Wochen getestet. Unser Testexemplar wurde uns von der Firma zur Verfügung gestellt.

Sennheiser Accentum Clip im Klangtest

Die Sennheiser Accentum Clip entpuppen sich schon gleich beim ersten Test-Track als erstaunlich bassstark, ohne dabei allzu viel an Genauigkeit einbüßen zu müssen. Wir starten mit Jorja Smiths For Life, um sowohl Vocals als auch treibende Tiefen beurteilen zu können und machen den direkten Vergleich mit der Konkurrenz, namentlich Huawei FreeClip 2 und Shokz OpenDots 2.

Sennheiser Accentum Clip – Case in der Hand
Die Sennheiser Accentum Clip halten im Klangtest die ein oder andere Überraschung parat.

Besonders beeindruckt sind wir von der räumlichen Abbildung, die trotz der ungünstigen Positionierung der Treiber hinten am Ohr eine ordentliche Klangbühne auf die Beine stellt. Selbst mittenlastige Produktionen wie Geeses Taxes klingen so immerhin musikalisch und machen auch bei genauerem Hinhören wirklich Spaß. Das ist bei Clip-Ons so nicht selbstverständlich.

Wo die FreeClip 2 etwa mit starken Höhen, aber mäßigen Tiefen zu kämpfen haben und eher zweidimensional aufspielen, driften die Bose Ultra Open Earbuds in die andere Richtung ab und verlieren bei starken Tiefen die Feinauflösung aus den Augen. Der ansprechende Mittelweg, den die Sennheiser Accentum Clip hier beschreiten, erinnert an die OpenDots 2, kommt bei den Sennheiser-Kopfhörern aber mit noch mehr Power daher.

Sennheiser Accentum Clip – Paar nebeneinander
Zwar tönt der Treiber von hinten am Ohr gen Gehörgang, der Sound kommt aber trotzdem voll und detailliert an.

Insgesamt klingen die Sennheiser Accentum Clip hochklassigen Open-Ears mit Ohrbügel nicht unähnlich – und diese profitieren in der Regel von der zentralen Platzierung des Treibers direkt vor dem Ohr. Die Tugenden, die wir also sonst Nothings Ear (open) oder Beyerdynamics Verio 200 zugeschrieben haben, sind auch hier einschlägig: breite Klangbühne und warmer Sound, der auch zum entspannten Hören auf dem Sofa einlädt.

Einen Überblick über die besten Open-Ears auf dem Markt kannst du dir hier verschaffen:

Sennheiser-App: Leider nur in der Light-Version

Ein Blick in unsere Tests von Sennheiser Acentum True Wireless und Momentum True Wireless 4 zeichnet ein eindeutiges Bild: Die App überzeugt. Auracast-Einbindung, interaktive EQ-Settings und die sogenannten Soundzonen, die Einstellungsprofile an bestimmte Orte knüpfen, machen Sennheisers Top-Modelle zu den flexibelsten In-Ears auf dem Markt.

Die Sennheiser Accentum Open lieferten dann das Kontrastprogramm: gar keinen App‑Support. Aber wie sieht’s mit den neuen Accentum Clip aus? Die landen irgendwo in der Mitte. Auf Soundzonen und Auracast musst du leider verzichten, ein Fünf-Band-EQ samt interaktivem Soundcheck sind aber noch am Start. Das ist natürlich verschmerzbar, aber ebenso schade. Softwareseitige Barrieren für Budget-Produkte stoßen schließlich immer eher sauer auf.

Bedienung: Empfindlicher Touch-Sensor bereitet Probleme

Die restliche Bedienung lösen wir über Touch-Befehle direkt am Gerät. Und auch wenn hier in der App ausführlich erklärt wird, wo wir die Accentum Clip berühren sollen, stellt sich im Test nicht wirklich eine zufriedenstellende Routine ein. Die Touch-Befehle lösen auch bei leichten Berührungen sehr schnell aus, was besonders bei Clip-On-Kopfhörern eher ungünstig ist. Nicht selten müssen wir nämlich kurz zum Ohr greifen, um den Sitz der Open-Ears zu justieren.

Dabei pausieren wir die Wiedergabe mehrmals versehentlich. Einen Workaround bietet die App: Hier kannst du zum Beispiel die einfache Berührung vollkommen unbelegt lassen oder die Touch-Steuerung gänzlich deaktivieren. So gestaltet sich die Alltagsnutzung schon deutlich angenehmer.

Transparenz statt ANC: Das können In-Ears nicht

Bevor du dir deine ersten Open-Ears-Kopfhörer anschaffst, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass du hier nicht nur kein ANC geboten bekommst, sondern so ziemlich genau das Gegenteil. Die Sennheiser Accentum Clip lassen jedes noch so leise Geräusch zu dir durchdringen und isolieren dank ihrer Passform nicht mal passiv vor Umgebungsgeräuschen.

Sennheiser Accentum Clip – Paar nebeneinander
Aufgrund ihrer Bauweise bieten die Sennheiser Accentum Clip beste Transparenz – ganz ohne künstlichen Transparenz-Modus.

Das liefert einerseits den Vorteil, dass du Gespräche – etwa an der Supermarktkasse – oder das Klingeln eines Fahrrads auch mit Kopfhörern im Ohr mitbekommst und dir so den lästigen Griff zum Case ersparst. Andererseits bedeutet es aber auch, dass du in lauten Umgebungen wie etwa dem Zug oder dem Fitness-Studio auch die Kopfhörer richtig laut aufdrehen musst, um überhaupt etwas mitzubekommen. Die Shokz OpenFit Pro und die Soundcore AeroFit Pro 2 steuern dem Ganzen mit ANC-Optionen entgegen, mit den Sennheiser Accentum Clip und anderen Clip-Ons bist du dem Umgebungslärm aber schutzlos ausgeliefert.

Solide Bluetooth-Ausstattung ohne Auracast

Weiter geht’s mit den Bluetooth-Spezifikationen der Open-Ears – und die können sich wirklich sehen lassen. Topaktuelle Bluetooth-Version 6.0, höherauflösender Codec LDAC an Bord und auch Multipoint wird unterstützt und ist in der App einsehbar. Da kann man den Sennheiser Accentum Clip doch eigentlich keinen Vorwurf machen, oder?

Leider schon, denn obwohl die Bluetooth-Version dafür rein theoretisch das nötige Fundament bieten würde, werden weder LE Audio noch Auracast unterstützt. Ob Sennheiser Auracast hier noch nachrüstet, ist zum Testzeitpunkt fraglich. Bei den Sennheiser Accentum True Wireless etwa hatte man diese Absicht bereits bei Release der Kopfhörer betont, bei den Accentum Clip blieb es hingegen still um Auracast.

Das ist besonders schade, weil gerade Sennheiser mit den Momentum True Wireless 4 zu den Early Adoptern im Bereich Auracast zählten und die Funktion im Open-Ear-Sektor noch stark unterrepräsentiert ist.

Akkuleistung und Wasserschutzklasse

Ähnlich solide performen die Accentum Clip bei der Akkulaufzeit und der IP‑Schutzklasse. IP54 schützt jedenfalls vor Spritzwasser aus allen Richtungen und wappnet die Accentum Clip so für den Einsatz im (leichten) Regen.

Sennheiser Accentum Clip – Kopfhörer neben dem Case
Die Sennheiser Accentum Clip halten zwar keinen Tauchgang aus, mit Regen sollten sie in den meisten Fällen aber zurechtkommen.

Am Stück spielen die Kopfhörer bis zu neun Stunden durch, samt Ladecase werden daraus 36 Stunden. Weil man die Open-Ear-Kopfhörer auch gut und gern mal am Ohr vergisst, zahlt sich die lange Akkulaufzeit hier definitiv aus.

Design: Huawei und Shokz noch unterlegen

Beim Design gelingt Sennheiser wie gewohnt ein souveräner Kompromiss aus modernem und klassisch schlichtem Design. Wie in der Accentum-Reihe üblich verzichtet der Hersteller auf Stoffüberzüge fürs Case oder allzu viele Schnörkel an den Buds selbst. Besonders ins Auge fällt höchstens das Sennheiser-Logo am Case, das leicht eingelassen und so auch haptisch erfahrbar ist. Unsere emsigen Tester:innen-Hände vermuten hinter dem Logo natürlich direkt einen Knopf zur Bedienung, hier regt sich aber nichts.

Sennheiser Accentum Clip – Logo auf dem Case
Wir drücken auf dem Sennheiser-Logo herum und nichts passiert! Ist aber auch kein Wunder, das soll gar kein Knopf sein.

In puncto Tragekomfort holen die Accentum Clip das Bestmögliche aus dem Clip-On-Design heraus. Eine angenehme Gewichtsverteilung, kaum spürbare Bridge und Buds und problemloses An- und Abnehmen der Buds formen den durchweg positiven Eindruck, besonders im Vergleich zu starren Modellen wie den Soundcore C30i. Leider sind die beiden Buds allerdings nicht komplett identisch und können somit nicht beliebig ausgetauscht werden. Die Huawei FreeClip 2 und Shokz OpenDots 2 machen das möglich und wechseln die Stereo-Spur beim Seitenwechsel automatisch.

Unser Fazit zu den Sennheiser Accentum Clip

Die Sennheiser Accentum Clip liefern den besten Sound, den wir bisher im Clip-On-Sektor gehört haben. Damit können sie sogar die Shokz OpenDots 2 übertrumpfen, denen wir eben jenes Qualitätssiegel noch vor wenigen Monaten zusprachen. In der Gesamtwertung landen die Sennheiser Accentum Clip trotzdem knapp unter der Konkurrenz von Shokz. Woran das liegt? Der Akku ist zwar stark, aber nicht branchenführend, und bei der Bedienung hatten wir einige kleine Probleme. Im Großen und Ganzen liefert Sennheiser hier aber die Kaufempfehlung, wenn du nach bestmöglichem Sound bei Clip-Ons suchst.

HIFI.DE Testsiegel Open-Ear-Kopfhörer Sennheiser Accentum Clip 8.2

Hier findest du die Sennheiser Accentum Clip:

Technische Daten
Bluetooth-Standard 6.0
Codecs SBC, AAC, LDAC
Akku-Laufzeit 9 Std. / bis 36 Std. mit Ladecase
Schnellladefunktion Ja (10 Min. laden für 2 Stunden Laufzeit)
Noise Cancelling Nein
Wassergeschützt IP54
Anschlüsse des Ladecase USB-C
Gewicht Hörer: 6,8g / Ladecase: 43g
Preis (UVP/Straßenpreis) 179,90 Euro / 179,90 Euro

Du möchtest doch lieber In-Ear-Kopfhörer mit ANC? Dann wirst du in unserer Bestenliste fündig:

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