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Nubert nuBoxx B-70 im Test – Besser als die alte nuBox?

Über 25 Jahre lang galt die nuBox-Serie von Nubert als Preis-Leistungs-Killer in Sachen HiFi-Einstieg. Die nuBoxx-Serie soll diesen Anspruch noch steigern. Wir haben das Spitzenmodell B-70 getestet.
Nubert nuBoxx B-70 Titel
Treiber
4 (1 x Hochtöner, 1 x Mitteltöner, 2 x Tieftöner)
Frequenzbereich
32 Hz – 24 kHz ( -3 dB)
Abmessungen (BxHxT)
27,8 x 109,2 x 36,2 cm (mit Sockel)
Verfügbare Farben
Schwarz/Graphit, Weiß/Eisgrau
Preis
1.396 Euro pro Paar
In Kürze
Linear und gnadenlos ehrlich spielt die Nubert nuBoxx B-70 alles, was du ihr vorsetzt. Dabei kommt sie manchmal auch etwas analytisch rüber. Am passenden Verstärker bereitet sie viel Freude Das Klang-Preis-Verhältnis passt!
Vorteile
  • Sehr klarer, direkter Klang
  • Viel Druck und Kontrolle im Bass
Nachteile
  • Braucht einen kräftigen Verstärker
  • Für manche Ohren manchmal zu analytisch

Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat Nubert seine nuBox-Serie ständig verfeinert. Jetzt bringt der Lautsprecherhersteller aus Schwäbisch Gmünd eine komplett überarbeitete neue Serie auf den Markt. In die nuBoxx-Reihe sollen das Know-how und Bauteile aus hochwertigeren Serien eingeflossen sein. Wie sich das größte Modell Nubert nuBoxx B-70 in unserem Test schlägt, erfährst du hier.

Nubert nuBoxx B-70 Detail Name
Selbstbewusster Auftritt: Die Nubert nuBoxx B-70 trägt stolz ihren Namen auf der Rückseite.

Nubert nuBoxx B-70 im Hörtest – unbedingt ehrlich

Drei Wege: ein Hochtöner, ein Mitteltöner und zwei Tieftöner. Alles in einem weißen Gehäuse mit dunkler Front. Und das für unter 2.000 Euro. Das ist ganz klassischer Boxenbau. Ein ähnliches Paket bieten viele Lautsprecher in dieser Größen- und Preisklasse, etwa auch die von uns getestete Fishhead Audio Resolution 2.6 FS. Um sich in diesem umkämpften Segment zu behaupten, muss die Nubert also aus dem vertrauten Prinzip viel herausholen. Und das tut sie.

Das bekommt zunächst dein Zwerchfell zu spüren, wenn die beiden Tieftöner der nuBoxx B-70 loslegen. Durch ihren enormen Hub können sie eine gewaltige Salve an komprimierter Luft in deine Richtung schleudern. Damit kann die Nubert sowohl bei fetten Beats als auch bei actionreichen Blockbustern punkten. Aber auch Rock, Pop und sogar ganze Orchester gewinnen dadurch – es geht eben nichts über ein ordentliches (Bass-)Fundament.

Nubert nuBoxx B-70 Tieftöner
Von der Seite betrachtet fallen die aus der Schallwand herausragenden dicken Sicken der Tieftöner auf. Sie erlauben eine große Auslenkung von bis zu 3 cm.

Die Bassdrum im Song So Long And Thanks For All The Fish der Band A Perfect Circle scheint diesen Ansatz zu lieben. Das Schlagzeug materialisiert direkt vor dir und schiebt dir jeden Kick in die Magengrube.

Brillant und detailliert

Aber auch in höheren Tongefilden geizt der Schallwandler nicht mit Präzision. Nubert setzt bei der nuBoxx B-70 auf eine Seidengewebekalotte mit einem Durchmesser von 26 mm. Form und Unterbringung in einem leicht gewölbten Wave Guide sollen die Schallausbreitung begünstigen. So löst der Hochtöner wunderbar detailliert auf und ist in jeder Situation akustisch präsent.

Nubert nuBoxx B-70 Hochtöner
Umrahmt vom ganz leicht eingetrichterten Wave Guide fordert die Seidenkalotte des Hochtöners auch akustische Aufmerksamkeit.

Diese Brillanz bringt eine gewisse Tendenz zum Analytischen mit sich, sorgt aber auch dafür, dass die nuBoxx B-70 einzelne Instrumente und Stimmen klar und präzise in den Raum stellt. Das Klangbild löst sich dabei jedoch weniger von den Boxen, als das bei anderen Lautsprechern in unserem Testraum schon der Fall war. Die imaginäre Bühne ist also ziemlich genauso breit, wie die beiden Boxen auseinander stehen. Auch in Sachen Tiefenstaffelung ist die Nubert eher etwas verhalten. So kann man die Größe der Bremer St. Pauli-Kirche, in der Los Temperamentos ihr letztes Album Entre Dos Tiempos aufgenommen haben, nur erahnen. Hingegen stellt die B-70 die Percussion-Instrumente des Kammer-Ensembles wunderbar impulstreu und präzise in den Hörraum.

Familientreffen

Man sagt den Lautsprechern von Nubert einen ganz bestimmten Klang nach. Und in der Tat besteht eine gewisse Familienähnlichkeit zwischen dem Klang der Nubert nuBoxx B-70 und der größeren und teureren Nubert nuVero 110. Beide spielen im Rahmen ihrer jeweiligen Klasse ohne Fehl und Tadel. Nubert-Fans werden also auch mit den neuen großen nuBoxx auf ihre Kosten kommen..

Die B-70 ist dabei nicht unbedingt eine Box fürs entspannte Nebenbeihören. Ihre Stärken kann sie am besten ausspielen, wenn du einen Lautsprecher zum konzentrierten, aufmerksamen Musikhören suchst.

Aufbau – Altbewährtes in neuer Generation

Natürlich hat Nubert für die nuBoxx B-70 den Lautsprecher nicht neu erfunden. Auch und gerade bei den Chassis greifen die Schwaben auf bewährte Technologien zurück, die sie bereits erfolgreich in anderen Serien nutzen. Alle Treiber für die neue nuBoxx-Serie wurden aber auf dieser Grundlage vollständig neu entwickelt.

So zum Beispiel der „nuOva-Hochtöner“ aus der Nubert nuLine. In seiner ursprünglichen Serie sitzt dieser in einem ovalen Gehäuse, wodurch festgelegt ist, welcher Lautsprecher der linke und welcher der rechte ist. Bei der nuBoxx-Serie hat man den nun nuOva B genannten Hochtöner nun mittig in einem kreisrunden Wave Guide platziert. Du musst bei der Aufstellung deiner Lautsprecher also nicht mehr so genau darauf achten, welche Box du wo hinstellst..

Nubert nuBoxx B-70 Mitteltöner
Der Mitteltöner (hier unter dem Hochtöner) kommt nur in der nuBoxx B-70 als Entlastung des Tieftöners zum Einsatz.

Auch der Tieftöner entstammt in den Grundzügen einer teureren Serie. In diesem Fall der Flaggschiff-Serie nuVero, wo der Treiber durch seinen extremen Hub und die Impulsivität überzeugen konnte. Auch die beiden in der nuBoxx B-70 verbauten, 18 mm messenden Tieftöner sollen über einen maximalen Hub von fast 3 cm verfügen. Wenn diese Treiber richtig arbeiten, wirst du vielleicht meinen, die Membranen springen im nächsten Moment aus der Schallwand. Doch keine Sorge, die von Nubert entworfenen Chassis sind extrem belastbar.

Separater Mitteltöner für die nuBoxx B-70

Im Unterschied zu den meisten anderen Lautsprechern der nuBoxx-Serie kümmert sich bei der B-70 ein Treiber speziell um die mittleren Frequenzen. Dieser Mitteltöner entlastet so den Tieftöner, der sich auf kräftige Bassimpulse konzentrieren kann. In Folge dessen „stolpert“ der Tieftöner nicht mehr über die zu produzierenden Mitteltöne, während er sich eigentlich der viel langsameren, tieferen Frequenzen widmen soll.

Nubert nuBoxx B-70 Bassreflex Terminal
Zwei Bassreflex-Öffnungen verhelfen dem Bass zu mehr Nachdruck. Das Terminal fällt einfach, aber hochwertig aus.

Drehst du die nuBoxx B-70 um – oder gehst um sie herum, bei ihrem Gewicht ist das vielleicht einfacher – findest du ein einfaches, aber sehr solides Anschlussfeld und gleich zwei Bassreflexöffnungen. Letztere kennen wir ebenfalls schon von der nuVero-Serie. Wie diese besitzen auch die Lautsprecher der “alten” nuBox-Reihe am Terminal Kippschalter, mit denen du die Bass- und Höhenwiedergabe jeweils anheben oder absenken kannst. Auf diese Möglichkeit des Klangtunings hat Nubert bei der neuen nuBoxx-Serie jedoch verzichtet.

Geblieben  ist die eingebaute Schutzschaltung, die den Lautsprecher gegen zu hohe Belastung durch den Verstärker schützt.

Nubert nuVero 110 Bassreflexöffnungen
Die Anordnung der beiden Reflexöffnungen ist bereits aus der hier abgebildeten Nubert nuVero 110 bekannt.

Das Gehäuse der B-70 besteht aus MDF-Platten, und zwar mit bis zu 38 Millimetern Dicke. Das dürfte auch im Wesentlichen das Gewicht von über 30 kg pro Box erklären. Ein massiges Gehäuse ist eben immer noch das einfachste Mittel gegen unliebsame Resonanzen. Und zum  trockenen Punch der Nubert nuBoxx B-70 trägt das stabile Konstrukt sicher ebenfalls bei.

Nubert nuBoxx B-70: Nichts für kleine Räume

Bei dem Gewicht ist auch klar, du brauchst zum Auspacken ein zweites Paar Arme. Damit die schweren Lautsprecher stabil stehen, liegt für jeden eine massive Bodenplatte bei.

Nubert nuBoxx B-70 Paar
Schlicht, aber massiv: Die nuBoxx B-70 beeindruckt auch durch ihr klangförderndes Gewicht.

Unser Test der Nubert nuBoxx B-70 zeigt wieder einmal eindrucksvoll, wieviel der Abstand zwischen Wänden und Lautsprechern ausmachen kann. Platzierst du die Boxen zu nahe an einer Wand, verliert der Bass seine feine Kontur und schaukelte sich zusehends auf. Mit genügend Abstand nach hinten hingegen kann die B-70 das Potential der doppelten Bassreflex-Öffnungen dann aber voll ausspielen.

Kraftvoller Verstärker gesucht

Mit einem Wirkungsgrad von 83,5 db ist die B-70 etwas wählerisch, was den benutzten Verstärker angeht. Ausreichend Leistung und vor allem eine gute Kontrolle über den angeschlossenen Lautsprecher sind hier Pflicht. Die meisten guten HiFi-Verstärker ab ca. 70 Watt Nennleistung sollten dieser Aufgabe gewachsen sein.

Nubert nuBoxx B-70 Front
Mit dem richtigen Verstärker überzeugen die Tieftöner der Nubert nuBoxx B-70 durch einen gut konturierten Bassdruck.

nuBoxx B-70 im Bauhaus-Design

Mit den einheitlich schwarzen Treibern auf der „eisgrauen“ Front wirkt die Nubert nuBoxx B-70 trotz ihres Gewichtes harmonisch-schlicht. Dazu trägt maßgeblich auch die magnetische Stoffbespannung bei. Wo bei nuBox, nuLine und nuVero die Abdeckungen mechanisch an Ort und Stelle gehalten wurden, fallen bei der nuBoxx die unschönen Löcher in der Front weg.

Nubert nuBoxx B-70 Abdeckung
Das helle Grau der Abdeckung passt zur Bodenplatte und lässt die nuBoxx B-70 noch schlichter wirken.

Bei der von uns getesteten hellen Variante – du kannst dich auch für eine in Schwarz/Graphit entscheiden – ist die Verarbeitungen dem Preis mehr als bloß angemessen. Nur auf der Rückseite einer unserer Testboxen hätten die Kanten der weißen Folie etwas sorgfältiger zusammengefügt werden können. Trotzdem macht die Nubert nuBoxx B-70 nicht nur durch ihr beeindruckendes Gewicht einen wertigen Eindruck.

Nubert nuBoxx B-70 Terminal Bodenplatte
Unter den simplen, aber hochwertigen Anschlüssen befindet sich die massive Bodenplatte.

Vorsicht nur bei der Bodenplatte! Die im Lieferumfang enthaltenen Gummi-Noppen sind recht flach. Stehen die Lautsprecher aufrecht, verhindern sie effizient Kratzer am Lautsprecher und Boden. Willst du die Box aber ankippen, um sie zu bewegen, kann es sein, dass Holz auf Boden trifft.

Test-Fazit Nubert nuBoxx B-70 – Das gewisse x-tra.

Ein kleines zusätzliches x im Namen der neuen Serie deutet eigentlich nicht auf riesige Änderungen hin. Doch das täuscht. Nubert hat die erfolgreiche Serie von Grund auf überarbeitet. Dabei ist keine Revolution herausgekommen, sondern eine ganz konsequente Weiterentwicklung bekannter Tugenden. Auch die nuBoxx B-70 liefert wieder echten Nubert-Klang – nur noch mehr davon.

Mit dem richtigen Verstärker bedeutet das ein Maß an Direktheit, Neutralität und Ehrlichkeit, wie es in dieser Preisklasse sonst selten zu finden ist. Gerade als Allround-Box, die im Wohnzimmer sowohl Musik spielen als auch Heimkino-Aufgaben übernehmen soll, überzeugt die nuBox B-70. Wenn du in diesem Preis-Segment eine ausgewachsene Standbox suchst, gehört die Nubert nuBoxx B-70 definitiv in die engere Wahl.

Technische Daten
Wege 3
Treiber 4 (1 x Hochtöner, 1 x Mitteltöner, 2 x Tieftöner)
Anschlüsse Single-Wiring
Frequenzbereich 32 Hz – 24 kHz ( -3 dB)
Wirkungsgrad 83,5 dB (2,83 V @ 1 m)
Abmessungen (BxHxT) 27,8 x 109,2 x 36,2 cm (mit Sockel)
Gewicht 30,5 kg
Verfügbare Farben Schwarz/Graphit, Weiß/Eisgrau
Preis 1.396 Euro pro Paar

Was hältst du von Nuberts Serie mit dem extra-X? Worauf legst du bei einem Paar Standboxen am meisten Wert? Schreib es uns in den Kommentaren!

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