Startseite Lautsprecher Standlautsprecher KEF R5 begeistert mit feiner Auflösung – Die edle Standbox im Test

KEF R5 begeistert mit feiner Auflösung – Die edle Standbox im Test

Die KEF R5 verspricht dank des innovativen Uni-Q-Treibers und perfekter Verarbeitung eine Bereicherung für jedes Wohnzimmer zu sein. Wir haben die schicke Standbox unter die Lupe genommen.
KEF R5 Titel
Wege
3
Treiber
4 (1 x Hoch-Mittelton-Koax-System, 2 x Tieftöner)
Frequenzbereich
38 Hz - 50 kHz
Wirkungsgrad
87 dB
Abmessungen (BxHxT)
27,7 x 107,1 x 34,4 cm (Mit Füßen und Terminal)
Verfügbare Farben
Schwarz, Weiß, Walnuss
Preis
2.400 Euro pro Paar
In Kürze
Wenn du einen Lautsprecher willst, der deine Lieblings-Musik wie aus einem Guss mit viel Kraft und Feingefühl spielt, wirst du mit der KEF R5 fündig. Durch ihre makellose Verarbeitung wird sie zudem zum Hingucker in deinem Wohnzimmer.
Vorteile
  • Phänomenale Auflösung
  • Natürliche Räumlichkeit
  • Verarbeitung vom Feinsten
Nachteile
  • braucht Wandabstand

Im County Kent, im Südosten Englands entwickelt KEF seit nunmehr 60 Jahren Lautsprecher. Dabei hat sich das Unternehmen laut eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, möglichst natürlich und musikalisch klingende Schallwandler zu bauen. Die R-Linie bildet hierbei die obere Mittelklasse und bietet sowohl für audiophile Musikliebhaber als auch für Heimkino-Fans das Richtige. Als kleinste Standbox der Reihe verspricht die KEF R5 klare Musik- und Stimmwiedergabe sowie ein kräftiges Bassfundament.

Harmonischer Sound mit vielen Details: So klingt die KEF R5

Elegant kommt die R5 daher. Über die Farbwahl der Treiber und in Kombination mit dem Holzton kann man streiten, tun wir aber erstmal nicht. Schlank sieht sie von vorne aus. Sie ist aber alles andere als klein – fährst du mit deinem Blick von unten an der Box hoch, vergeht einige Zeit bevor du bei den Treibern ankommst. Diese scheinen dich zwinkernd einzuladen. Aber lass dich nicht durch ihre kokette, unschuldige Art täuschen: Dieser Lautsprecher hat es faustdick hinter den Ohren.

Gefühl und Präzision in einer Box zu vereinen ist sicherlich eine der schwersten Herausforderung für einen Lautsprecher-Hersteller. Der Musik soll nichts hinzugefügt oder weggenommen werden. Gleichzeitig darf der Lautsprecher am Schluss aber auch nicht kalt und unbeteiligt wirken. Die Musik muss sich entfalten können, ohne dass jeder Ton, jede Frequenz analytisch auf die Goldwaage gelegt wird. Dieses Gleichgewicht meistert die KEF R5 mit Bravour.

Das koaxiale Uni-Q-System aus Hoch- und Mitteltöner scheint hier den Unterschied zu machen. Höhen und Mitten bilden eine Einheit. Hier kämpfen die hellen Klänge nicht um die ungeteilte Aufmerksamkeit, sondern spielen Hand in Hand mit rauen Stimmen und vibrierenden Cello-Soli. Harmonisch ist das Wort, das diesen Lautsprecher wohl am besten beschreibt. Das zeigt sich besonders beim anhaltend gelobten Livealbum Idiot Prayer von Nick Cave. Coronabedingt ist er alleine mit seinem Flügel im riesigen Alexandra Palace.

KEF R5 Treiber
In schickem Kupferrot präsentieren sich die Treiber der KEF R5.

So spielt der Raum mit seinem Nachhall eine wichtige Rolle beim Sound des Albums. Gepaart mit prägnanten Tastenschlägen resoniert Caves Stimme im Saal vor dir. Dabei schaffen es die KEF R5, jedem Ton das richtige Gewicht zu verleihen, ohne ihm zu viel Aufmerksamkeit zu geben. Du spürst förmlich die Ausmaße des Flügels. Hier zeigt sich, wie harmonisch alle Treiber zusammenarbeiten, um ein großes Ganzes zu schaffen. Egal bei welcher Frequenz, die Bühne bleibt gleich präzise und weit.

Aber du solltest die KEF R5 nicht unterschätzen. Nur weil der Koaxial-Töner friedliche Koexistenz predigt, heißt das nicht, dass diese Box nicht auch noch ganz anders kann. Die beiden Basstreiber, die ober- und unterhalb des Hoch- und Mitteltöners liegen, bewegen einiges an Luft! Gibt deine Musik es her, meinst du, die R5 listig grinsen zu sehen. Denn sie kann dich trotz ihrer so edlen Front vom Hocker reißen. Der Bass, der mit einer genialen Impulstreue den Raum erfüllt, scheint aus den Tiefen des Lautsprechers aufzusteigen und sich über dich zu ergießen.

Gut zur Geltung kam das bei Tools jüngstem Album Fear Inoculum. Die Trommelsalven, die beim Song Pneuma den Raum erfüllen, scheinen von hinter den Lautsprechern zu dir nach vorne zu stürmen. Dabei kannst du jeden Schlag genau zuordnen, ohne dass er übermächtig wird. Der Song als ganzes bleibt im Fokus, aber jeder erneute Basspunch lässt dich mehr im Klang versinken.

Koaxialer Punktstrahler und flexibles Bassreflexrohr

Wie schon angesprochen, setzt sich KEF mit vielen seiner Lautsprecher von herkömmlichen Systemen ab, da der Mittel- und Hochtöner ein koaxiales System bilden. Bei KEF nennt man diesen seit 1988 stetig weiterentwickelten Treiberaufbau Uni-Q. Bei diesem Markenzeichen sitzt der Hochtöner in der Mitte des Mitteltöners, teilt sich also mit diesem den Mittelpunkt, bzw. die Achse. Daher der auch die Bezeichnung als koaxiales System. Da ein solcher Aufbau erlaubt, die Frequenzen beider Treiber von nur einem gebündelten Punkt abzustrahlen, spricht man auch von einem Punktstrahler. Vor allem die räumliche Darstellung kann von diesem Aufbau profitieren. Genaueres findest du in diesem Artikel:

KEF R5 Mitteltöner
Mittel- und Hochtöner bilden zusammen den Uni-Q-Treiber, der als Punktstrahler eine besonders klare Wiedergabe verspricht.

Auch wenn du tiefe Frequenzen nicht so präzise orten kannst wie hohe oder mittlere, machen sie doch einen sehr wichtigen Teil der Musik aus. Umso entscheidender ist es, dass der Bassbereich sauber, kontrolliert und möglichst tief spielt. Um das zu gewährleisten, setzt KEF unter anderem auf zwei besondere Bassreflexrohre auf der Rückseite des Lautsprechers. Generell bieten Bassreflexrohre zwei entscheidende Vorteile gegenüber geschlossenen Lautsprechergehäusen: Der Lautsprecher kann tiefere Frequenzen wiedergeben und die Treiber müssen im Frequenzbereich des Reflexrohres weniger Hub erzeugen und spielen somit verzerrungsärmer.

Jedoch kann die Luftzirkulation, die durch die Bewegung der Treiber im Gehäuse entsteht, auch zu ungewünschten Nebenwirkungen führen. Je nach Frequenz kann sich die Luft im Bassreflexrohr stauen und zu Resonanzen führen. Diese sind – ähnlich wie bei einer Orgelpfeife – hörbar. Um das zu vermeiden verwendet KEF elastisches Material für einen Teil des Bassreflextunnels. So kann sich die Luft im inneren des Rohres besser ausdehnen. Zu hoher Druck und Störgeräusche sollen so effektiv vermieden werden. Im Übrigen kommt diese „Flexible Port Technology“ auch bei der genialen Aktivbox KEF LS50 Wireless II zum Einsatz.

Abschließend zeigt sich auch bei dem rückseitigen Anschlussterminal, dass KEF eigene Wege geht. In den allermeisten Fällen, in denen Lautsprecher Bi-Wiring-Anschlüsse besitzen, sind diese per Metallplättchen gebrückt. Möchtest du deinen Tieftonbereich vom Mittel-Hochtonbereich abkoppeln und mit gesonderten Kabeln betreiben, musst du diese Brücken vorher entfernen. Bei der KEF R5 hingegen sind äußerlich keine Brücken sichtbar. Zwei Schrauben sitzen stattdessen an ihrer Stelle. Ein gelber Ring zeigt dir an, wenn die Brücken herausgedreht sind und kein Kontakt mehr besteht.

KEF R5 Terminal
Per Schraubkontakten kannst du die Verbindung beider Kabelklemmen trennen. Eine elegante Alternative zu den herkömmlichen Metallbrücken.

Die KEF R5 im Praxistest

Bevor du die R5 von KEF gänzlich auspackst, solltest du unbedingt die mitgelieferten Füße unter die Boxen schrauben. Dank beiliegender Anleitung und passendem Werkzeug geht das schnell und unkompliziert. Da die Lautsprecher auf höhenverstellbaren Spikes stehen, kannst du sie dem Untergrund anpassen. So kippeln sie nicht und sind perfekt an den Boden gekoppelt. Hierbei hilft dir der im Lieferumfang enthaltene Schraubenschlüssel. So kannst du die Spikes auch dann herausschrauben, wenn die nicht gerade leichte Box bereits auf ihnen steht.

Du brauchst im übrigen keine Angst um dein Parkett zu haben: Für den Fall, dass die Spikes nicht direkt auf deinen Wohnzimmerboden treffen sollen, hat KEF Unterlegscheiben mit Filzunterseite beigelegt. So stehen die Boxen sicher und dein Boden zerkratzt nicht.

KEF R5 Spikes
Durch die massiven Spikes ist die KEF R5 ideal an den Boden gekoppelt. Für weichere Böden liegen Unterlegscheiben bei.

Auch der Wirkungsgrad der KEF R5 überzeugt. Über ihn kannst du Rückschlüsse über die Kompatibilität deines Verstärkers und der Lautsprecher ziehen. Ein hoher Wirkungsgrad von 85 dB oder mehr ist grundsätzlich ein Garant dafür, dass auch leistungsärmere Verstärker genügend Klangkraft aus den Lautsprechern zaubern können. Mit 87 dB ist die KEF R5 also unproblematisch und gibt auch bei kleineren Verstärkern ordentlich Gas.

Jedoch solltest du sie nicht direkt an die Wand stellen, da der Bass sonst nur schwer unter Kontrolle zu bekommen ist. Je nach Wohnsituation könnte heftiges Wummern die Folge sein. Musst du den Lautsprecher trotzdem näher an die Wand stellen, legt KEF passende Schaumstoffstopfen bei, mit denen du die Bassreflexöffnungen verschließen kannst. So spielt die R5 zwar nicht mehr ganz so tief nach unten, der Bass brummt aber auch weniger.

Design – Ein Hingucker mit toller Verarbeitung

Neben den klassischen Versionen in Schwarz und Weiß bietet KEF die R5 auch mit einem recht hellen Walnussfurnier an. Mit dieser von uns getesteten Farbvariante setzen die Briten definitiv ein Statement. Zwar ist die Holzwahl nichts Neues, aber in Kombination mit einem hellroten Kupferton für die Membranen, dunklem Braun für die Füße und einer braunen, an Veloursleder erinnernden Abdeckung, fällt diese Box wirklich überall auf. Und das, obwohl sie kaum breiter ist als ihr größten Treiber und daher verhältnismäßig schlank ausfällt.

KEF R5 mit Cover
Das Farbschema passt vielleicht nicht in jedes Wohnzimmer, ist aber auf jeden Fall ein echter Eyecatcher!

Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Holzfurnier und Treiber lassen auch unter der Lupe keine Makel erkennen, sondern versprühen einen ganz eigenen, erhabenen Charme. Gib der R5 also ruhig eine Chance, selbst wenn dir die hier gezeigte Farbwahl nicht auf Anhieb gefällt. Nach dem ersten Hören wirst auch du dich in sie verliebt haben.

Fazit – „Das R steht für Referenz“

Mit der R5 ist KEF ein fantastischer Standlautsprecher gelungen, der aus deiner Musik das Bestre herausholt, ohne dabei etwas zu beschönigen. Höhen und Mitten verschmelzen durch den genialen Uni-Q-Treiber zu einem großen Ganzen, das eine klar definierte Klangwelt vor dir zum Leben erweckt. Der Bass besticht durch gut dosierten Punch, freut sich aber über genügend Abstand zur Rückwand. Das hier getestete Design passt mit seinen Holz-Kupfer-Mix vielleicht nicht in jedes Wohnzimmer, die Verarbeitung und Flexibilität der Lautsprecher ist jedoch in allen Farbversionen über jeden Zweifel erhaben. Lehn‘ dich zurück und lass dich von den klaren und warmen Stimmfarben der KEF R5 verzaubern. Oder gib Vollgas und lass eine Explosion nach der nächsten durch dein Zimmer jagen. So lässig, wie dich diese Box um den Finger wickelt, ist sie jeden einzelnen der 2.400 Euro wert, die sie als Paar kostet.

Technische Daten
Wege 3
Treiber 4 (1 x Hoch-Mittelton-Koax-System, 2 x Tieftöner)
Anschlüsse Bi-Wiring
Frequenzbereich 38 Hz - 50 kHz
Wirkungsgrad 87 dB
Abmessungen (BxHxT) 27,7 x 107,1 x 34,4 cm (Mit Füßen und Terminal)
Gewicht 27,3 kg
Verfügbare Farben Schwarz, Weiß, Walnuss
Preis 2.400 Euro pro Paar

Was hältst du von den KEF R5? Wie gefällt dir das farbliche Design? Was macht für dich das perfekte Lautsprecherpaar aus? Schreibe es uns in die Kommentare!

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