FiiO K7 BT im Test: Besserer Kopfhörer-Klang dank THX?
Der FiiO K7 BT hat uns mit seinem niedrigen Preis überrascht. Kaum zu glauben, wie viel Ausstattung und Klang in so ein kleines Kästchen passt. Besonders groß fällt der Klang-Boost allerdings mit einem symmetrischen Kopfhörerkabel aus.
- Großer, feiner und kraftvoller Klang
- Einfache Bedienung, gerade auf dem Schreibtisch
- Zusätzlicher, analoger Eingang
- Auch als reiner DAC oder Vorverstärker nutzbar
- Pegelanpassung könnte feingliedriger sein
Der Markt ist voll von hochwertigen Kopfhörerverstärkern, mit und ohne DAC. Da den richtigen zu finden, ist keine leichte Aufgabe – besonders, wenn das Budget begrenzt ist. Die Kopfhörerverstärker von FiiO sind zwar längst kein Geheimtipp mehr, aber sie verdienen definitiv eine genauere Betrachtung. Der FiiO K7 BT ist trotz seines günstigen Preises von 249 Euro ein solide verarbeiteter Kopfhörerverstärker mit sinnvollen Features. Aber kann er auch klanglich überzeugen?
Hier findest du den FiiO K7 BT direkt im Angebot:
Der FiiO K7 BT im Detail
Der Kopfhörerverstärker kommt in einem kompakten und stabilen Metallgehäuse daher. Bei der Farbe hast du keine Wahl: Den K7 BT gibt es nur in Schwarz. Die Frontblende wird von einem großen Lautstärkeregler dominiert, mit dem du das Gerät auch einschaltest. Auf der linken Seite befindet sich ein Taster für die Quellenwahl. Die eingestellte Quelle wird dir durch fünf kleine LEDs oberhalb des Tasters angezeigt. Mit zwei kleinen Kippschaltern kannst du den Gain in zwei Stufen regeln und den Ausgang wählen.

Dabei hast du die Wahl zwischen Line-Out (LO), Pre-Out (Pre) und Phone-Out (PO). Eine wichtige Unterscheidung. So kannst du den Kopfhörerverstärker nämlich auch entweder als Vorverstärker an Aktivboxen oder als reinen DAC an deinem Verstärker nutzen. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Kopfhöreranschlüsse, einmal für 6,3-mm-Klinke und einmal als 4,4-mm-Pentaconn, falls dein HiFi-Kopfhörer einen symmetrischen Stecker hat.
An der Rückseite sind analoge Ein- und Ausgänge in Form von Cinch-Buchsen und drei digitale Eingänge: 1 x optisch, 1 x koaxial und 1 x USB. Eine kleine Antenne verbindet den kleinen Amp mit einer Bluetooth-Quelle wie zum Beispiel deinem Smartphone. Ein nettes Detail: Ab Werk sind alle Anschlüsse mit Schutzkappen versehen. Die kannst du auf den Anschlüssen, die du nicht benutzt, ruhig drauflassen, damit sie nicht einstauben oder oxidieren. FiiO hat dem K7 BT kein übliches Steckernetzteil beigelegt, sondern ein sehr ordentliches externes Netzteil mit 24 Watt Leistung – das ist sehr lobenswert.
Mit THX zum Klang-Boost?
Ein Emblem auf dem Gehäuse verkündet in goldener Schrift „Hi-Res Audio“, „Hi-Res Audio Wireless“ und „THX Technology“. Moment mal, THX – kennen wir das nicht aus dem Kino? Richtig, aber die THX-Zertifizierung gibt es auch in anderen Geräten, wie dem FiiO K7 BT. Ursprünglich von Lucasfilm entwickelt, verspricht THX besondere Audioqualität, Klarheit und Präzision. Der FiiO K7 ist mit der THX-AAA-Technologie (Achromatic Audio Amplifier) ausgestattet.

Die THX-AAA-Technologie wurde entwickelt, um höchste Klangtreue bei minimalem Stromverbrauch und geringster Verzerrung zu erreichen. Dieses hehre Ziel soll durch eine spezielle Schaltungstechnik ermöglicht werden, die sowohl für tragbare als auch für stationäre Audiogeräte geeignet ist. Zu den Hauptvorteilen der THX-AAA-Technologie gehören eine geringe Verzerrung mit bis zu -114 dB THD (Total Harmonic Distortion), ein geringer Stromverbrauch und eine hohe Ausgangsleistung, die dafür sorgt, dass selbst anspruchsvolle Kopfhörer problemlos am FiiO K7 BT spielen.
So klingt der FiiO K7 BT
Für den ersten Hörtest haben wir ein MacBook Pro mit dem FiiO K7 BT verbunden. Ein wichtiger Tipp für Mac-User: Öffne die App Audio-MIDI-Setup. In dieser App kannst du die Parameter für die verschiedenen Ausgänge oder Ausgabe-Geräte einstellen. In diesem Fall ist es der FiiO K7 BT. Standardmäßig sind hier 16 Bit und 44,1 kHz eingestellt, was CD-Qualität entspricht. Falls du Highres-Material verwendest, solltest du hier die entsprechende Bit-Tiefe und Auflösung manuell einstellen. So kannst du den K7 BT mit bis zu 32 Bit bei 768 kHz und DSD 512 füttern. Zum Hören verwenden wir einen Sennheiser HD600, zunächst mit dem Standardkabel mit 6,3-mm-Klinkenstecker und unsymmetrischer Signalführung.

Uns fällt ein merkwürdiges Verhalten des Volume-Reglers auf: Steht er auf 7 Uhr, ist der Amp ausgeschaltet. Mit einem Dreh und einem fühlbaren Klick bei 8 Uhr erwacht der Amp zum Leben, begleitet von einem hübschen Farbspiel des Leuchtrings rund um den Drehknopf. Wir drehen den Knopf auf 9 Uhr – nichts passiert. Weiter auf 10 Uhr, dann auf 11 Uhr – jetzt hören wir ganz leise die Musik. Erst ab der 12-Uhr-Position hören wir etwas.
Bei 15 Uhr ist schon wieder Schluss, da wird es sehr laut. Der Gain hat auf diesen Effekt keinen Einfluss. Die Impedanz des HD600 liegt bei 300 Ohm, daran sollte es nicht liegen. Um sicherzugehen, schließen wir einen Ultrasone-Kopfhörer mit 32 Ohm Impedanz an, mit dem gleichen Effekt – nur ist es diesmal etwas lauter. Erst als wir den HD600 symmetrisch mit dem K7 verbinden, wird es besser, aber das seltsame Verhalten bleibt im Grunde bestehen. Doch zurück zum Klangtest: Dafür stecken wir wieder das unsymmetrische Kabel an den HD600.
Kraft und Feingefühl
Wir starten mit I Will Remember von Toto aus dem Album Tambu. Der Song beginnt mit tiefen Trommelschlägen. Hier stellt der K7 sofort klar, dass er hervorragend mit tiefen Tönen umgehen kann. Schön druckvoll, aber kontrolliert, schwingen die Bässe in den Hörmuscheln. Jeder Schlag auf die Floortoms grollt wohlig warm, besitzt aber eine saubere Kontur. Ein wenig später setzt der Background-Gesang ein und schwebt duftig über dem Schlagzeug. Im Hintergrund sind dezent Streicher und ein Piano zu hören. Die Stimme des Frontmanns Steve Lukather ist frei von Färbungen. Der Song geht über sechs Minuten, die mit der authentisch-packenden Art des K7 viel zu schnell vorbeigehen.

Als Kontrastprogramm zur rauen Männerstimme von Steve Lukather lassen wir die britische Sängerin und Songwriterin Dido mit Thank You erklingen. Die Bongos im Intro des Songs klingen sehr plastisch, der K7 zeichnet eine schöne Räumlichkeit. Die Feindynamik und die Impulstreue sind lobenswert – ob sich hier die THX-AAA-Technologie bemerkbar macht? Auch wenn wir Didos Stimme bereits gefühlte 1000-mal im Radio gehört haben, klingt sie mit dem FiiO-Sennheiser-Gespann nochmals anders. Der Gesang wirkt vielschichtiger, bekommt mehr Tiefe und wirkt etwas hauchiger. Der FiiO K7 leistet hier wirklich gute Arbeit.
USB, optisch oder doch per Bluetooth?
Der Test des K7 als USB-DAC verlief schon sehr zufriedenstellend. Jetzt switchen wir auf den WiiM Pro und verbinden ihn per optischem TOSlink-Kabel mit dem FiiO K7. Über die App stellen wir sicher, dass der WiiM auch in Highres streamt, sofern das Material auf Tidal so vorliegt. Hier kommt dem Leuchtring um den Volume-Regler eine besondere Funktion zu: Ist der Track in CD-Qualität, leuchtet der Ring blau. Bei höheren Auflösungen wechselt die Anzeige auf Grün. Wir hörten wieder die Tracks von Toto und Dido über Tidal mit dem gleichen sehr guten Ergebnis.

Der Namenszusatz BT steht für die Bluetooth-Funktionalität. Der Bluetooth-Chip im FiiO K7 BT ist der Qualcomm QCC5124. Dieser Chip unterstützt alle wichtigen Codecs wie SBC, aptX, aptX HD, aptX LL, LDAC und AAC für Apple-Geräte. Damit ist wirklich alles abgedeckt, was das Bluetooth-Herz begehrt. Klanglich kann die Wiedergabe bei AAC erwartungsgemäß nicht mithalten, aber für den schnellen Musikgenuss zwischendurch mit dem iPhone reicht es vollkommen. Der Codec aptX HD würde mehr Klangqualität bieten, aber es gibt kaum Quellen, sprich Smartphones, die diesen Standard unterstützen.
Neugierig geworden? Alle von uns bereits getesteten Kopfhörerverstärker findest du hier, in unserer Bestenliste:
Symmetrisch klingt’s noch besser
Wir wechseln abermals das Kabel am HD600. Leider hat das symmetrische Kabel, das uns zur Verfügung steht, einen vierpoligen XLR-Stecker, der FiiO K7 BT bietet aber nur eine 4,4-mm-Pentaconn-Buchse. Wir behelfen uns mit einem Adapter. Das ist zwar nicht die schönste Lösung, funktioniert aber einwandfrei.

Wir spielen dieselben Tracks, die wir zuvor mit dem unsymmetrischen Kabel gehört haben. Der Sprung nach oben bei der Wiedergabequalität ist deutlich zu hören. Vor allem der Raum und die Feindynamik legen zu. Instrumente und Gesang bekommen eine feinere Kontur und sind noch besser zu orten. Ganz ähnlich wie beim FiiO K11 sorgt der symmetrische Anschluss also für einen ganz klaren Klanggewinn.
Wir können dir an dieser Stelle nur empfehlen, deinen Kopfhörer mit einer symmetrischen Verkabelung zu hören, falls dein Kopfhörer dies zulässt. Stehst du vor einem Neukauf, solltest du darauf achten, dass die Kabel austauschbar sind und der Hersteller oder Drittanbieter ein symmetrisches Kabel im Programm hat. Selbst wenn du keinen Kopfhörerverstärker mit symmetrischem Ausgang dein Eigen nennst, hast du diese Option bei einem späteren Upgrade. Die Klangvorteile der symmetrischen Signalführung können so groß sein, dass sich Investitionen in Kabel, Amp oder Kopfhörer auf jeden Fall lohnen.
Unser Fazit zum FiiO K7 BT
Nach den vielen Tests, die wir mit dem K7 BT durchgeführt haben, und nach stundenlangem Musikgenuss mussten wir nochmals auf das Preisschild schauen, um uns zu versichern, dass dieser großartige Kopfhörerverstärker tatsächlich nur 249 Euro kostet. Der starke Dual-DAC AK4493SEQ, die THX-AAA-Verstärkermodule und der symmetrische Anschluss garantieren eine Wiedergabe auf erstaunlich hohem Niveau. Da sieht man vielleicht auch über die nicht ganz lineare Lautstärkeregelung hinweg. Die gute Verarbeitung und das umfangreiche Ausstattungspaket lassen keine Wünsche offen.
Hier findest du den FiiO K7 BT direkt im Angebot:
| Technische Daten | |
| D/A-Wandlung PCM | 384 kHz / 32 Bit |
| D/A-Wandlung DSD | DSD 256 |
| Kopfhörer-Verstärker | Ja |
| Akku | – |
| Eingänge | Cinch, Optisch, Koax, USB |
| Ausgänge | Cinch |
| Kopfhörer-Anschluss | 6,3 mm Klinke und 4,4 mm Pentaconn |
| Display | – |
| Abmessungen (BxHxT) | 120 x 55 x 168 mm |
| Gewicht | 0,61 kg |
| Preis | 249 Euro |
Noch auf der Suche nach dem passenden HiFi‑Kopfhörer? In unserer Bestenliste wirst du sicher fündig:

