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SONY Bravia 9 II im Test: Mit diesem Hammer-Bild hatten wir nicht gerechnet

Der Sony Bravia 9 II setzt neue Maßstäbe in der Bildqualität, die man sehen und messen kann. Womit er andere TVs überbietet, und wo es dennoch hakt, erfährst du hier.
Sony Bravia 9 II Test
Display
RGB-Mini-LED
Auflösung
4K (3.840 x 2.160)
Verfügbare Größen
65", 75", 85", 115"
Getestete Größe
65"
HDR-Unterstützung
HDR10, HLG, Dolby Vision
Bildfrequenz
100 / 120 Hz
Video-Eingänge
2 x HDMI 2.1, 2 x HDMI 2.0
Preis (UVP/Straßenpreis)
3499 Euro (65")
In Kürze
Bild und Ton des Sony Bravia 9 II sind einfach Spitze. Mit erstklassigen Farben und mattem Display kann der RGB-Mini-LED-TV sogar OLED-Fernsehern manchmal den Rang ablaufen. 4K-Gaming geht bis 120 Hertz, aber nur an zwei HDMI-Ports.
Vorteile
  • Bildqualität auf Referenzniveau
  • Bestens entspiegelt, enorme Helligkeit
  • Sehr guter Klang mit Einmessung
  • Sehr gute Bedienung und Anschlussmöglichkeiten
  • Große Auswahl an Apps
Nachteile
  • Nur zwei HDMI für 4K@120 Hz geeignet
  • Relativ hochpreisig
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Der erste RGB-Mini-LED-Fernseher von Sony tritt mit einem Paukenschlag auf, denn auf den ersten Blick sieht man, dass von diesem Fernseher viel zu erwarten ist. Der 65 Zoll große Bravia 9 II alias „K65XR95M2PB“ steht im Testlabor von HIFI.DE auf dem Prüfstand – es ist die kleinste Variante mit „nur“ 1,45 Meter Breite. Du kannst den Bravia 9 II aber auch in 75″, 85″ und gigantischen 115″ kaufen. Das sind dann immerhin 2,91 Meter Bilddiagonale für ein Kinobild bei dir zu Hause, das ungefähr 2,5 Meter breit und 1,4 Meter hoch ist.

Das Design und die Verarbeitung

  • Neues Standfuß-Design
  • Flacher Fuß passt für Soundbar

Sony baut hier nicht den dünnsten Fernseher, steckt aber einigen Aufwand in die Verarbeitung und das Design. In dem gut vier Zentimeter tiefen Gehäuse steckt nämlich jede Menge Technik. Zum einen ist das die LCD-Technik mit ihrem neuartigen Mini-LED-Backlight, zum anderen benötigen die eingebauten Lautsprecher einen gewissen Raum.

Der Sony-LCD-Bolide in der Seitenansicht.

Der neue Standfuß ist so flach, dass man problemlos eine Soundbar vor das Display legen kann. Im Gegensatz zu früheren Sony-Fernsehern ist er aber nicht mehr in der Höhe verstellbar. Außerdem ist er mit einem speziellen Glaseinsatz bestückt, der dem Fernseher eine schwebende Optik verleihen soll.

Frisches Design mit optischem Spezialeffekt beim Standfuß.

Auf der Rückseite wirkt der verchromte Fuß vergleichsweise wuchtig. Der Standfuß des Bravia 9 II bietet eine hohe Stabilität, und gleichzeitig ordnet er angeschlossene Kabel sinnvoll.

Clevere und solide Kabelführung auf der Rückseite.

Sony Bravia 9 II: „True RGB“ mit neuer Entspiegelung

Sony bringt mit dem Bravia 9 II seinen ersten RGB-Mini-LED-TV heraus und nennt die eigene Technik „True RGB“. Im Grunde ist der Bildschirm ein LCD mit Mini-LED-Beleuchtung. Das Neue daran ist, dass das LED-Licht hier nicht nur in kleinen Zonen gedimmt wird, sondern auch farbig leuchtet – immer passend zu den Farben im Bild. Das LED-Licht setzt sich aus Rot, Grün und Blau zusammen, daher R-G-B.

Gleichzeitig gewinnt der Fernseher eine höhere Helligkeit, die für alle Farben gut ist, und darüber hinaus eine extra große Farbpalette für High Dynamic Range.

Das reine RGB-Spektrum ermöglicht noch unter anderem tieferes Rot und satteres Grün. | Screenshot: Calman

Mit dem Claim True RGB will sich Sony von anderen Herstellern abgrenzen, die ebenfalls RGB-Mini-LED-Fernseher auf den Markt bringen und dabei wohl andere Arten von farbigen Mini-LEDs einsetzen. Sony betont, dass für jede der drei Grundfarben eine jeweils eigene Leuchtdiode in Rot, Grün oder Blau aufleuchtet und unabhängig gesteuert wird. Im Test sind wir auf 1500 LED-Dimming-Zonen für die 65-Zoll-Variante gekommen. Die größeren Ausführungen werden erfahrungsgemäß mit steigender Bildgröße auch entsprechend mehr Dimmingzonen haben.

Mini-LED-Backlights im Vergleich bei Sony. Links siehst du ein QLED-MINI-LED-Backlight, rechts das neue RGB-Mini-LED und unten in der Mitte das TV-Bild.

Um die größere RGB-Farbpalette mit helleren und intensiveren Farben sinnvoll und präzise zu steuern, hat Sony die Backlight- und Farbsteuerung erneuert. Der Hersteller tritt damit unter anderem auch gegen TCL mit seiner Super-Quantum-Dot-Technik (SQD) an, die in den Mini-LED-TVs X11L und C8L verbaut ist und dort schon für sehr gute Bilder sorgt.

So wenig spiegelt dieser Fernseher

Gleich nach dem Auspacken fällt uns die matte Oberfläche auf. Erstmals führt der Hersteller seine neue Black-Screen-Pro-Technologie ein, eine eigene blendfreie und reflexionsarme Beschichtung. Sie glänzt deutlich weniger als die Antireflex-Beschichtung des LG OLED G6, ist viel matter als der Vorgänger Bravia 9. Der neue Sony-Bildschirm ist allerdings nicht so extrem mattiert wie bei den neuen Samsung-OLEDs.

Gehäuse des Bravia 9 II
Das Sony-Gehäuse ist einwandfrei verarbeitet und der Bildschirm bestens entspiegelt.

Der Bravia 9 II bei Tageslicht

Diese Entspiegelung ist die beste, die wir bisher bei einem Fernseher gesehen haben: Sony schafft es, dass selbst in einem hellen Raum ein Schwarz als solches erkennbar bleibt, ohne dass sich die Möbel ernsthaft störend im Bild spiegeln. Der Bravia 9 II glänzt etwas mehr als ein mattes Samsung-OLED-Display und weniger als ein LG OLED G6, und gleichzeitig schluckt er enorm viel auftreffendes Licht. Zusammen mit der lichtstarken Mini-LED-Technik macht ihn das zu einem wahrhaftig tageslicht-tauglichen Fernseher. Hinzu kommt, dass der Bravia 9 II Lichtsensoren hat, die seine Bildqualität an das Umgebungslicht anpassen können.

Wir haben in unserem TV-Labor eine Reflexion von weniger als 0,08 Prozent gemessen. Das ist ein Rekord im „Nichtspiegeln“, mit dem wir so nie gerechnet hätten. Im Praxistest gefällt uns die Entspiegelung von Sony bestens. Scheint zum Beispiel helles Licht gleichzeitig auf einen matten OLED S90H von Samsung und den Bravia 9 II, sieht der Samsung im Vergleich blasser aus als der Sony. Ein LG-OLED-Display hat wohl noch besseres Schwarz, aber sich spiegelnde Gegenstände zeichnen sich hierbei schärfer ab.

Bravia 9 II: Die Bildqualität

Allein das Zusammenspiel von Farbtreue, Entspiegelung und Helligkeit macht den Sony schon zu einem der besten Fernseher in Sachen Bildqualität. Obwohl er nicht mehr Strom als vergleichbare Fernseher aus der Steckdose zieht, bringt er helle, strahlende TV-Bilder mit fantastischem Kontrast und erstklassigen Farben hervor.

Und wenn gewünscht, gibt er Kinofilme genauso wieder, wie sie von den Filmschaffenden gestaltet wurden. Dazu hat Sony den My-Cinema-Button ins Schnellmenü eingefügt, mit dem du komfortabel in den Heimkino-Betrieb wechseln kannst.

Wenn du My Cinema aktivierst, stellt sich der Sony-TV auf die beste Filmwiedergabe ein. Je nach Bedarf für einen hellen oder dunklen Raum. | Screenshot: Sony / Le Labo de Jay

Kino zu Hause zu jeder Tageszeit

Ein Highlight sind die My-Cinema-Funktionen, die Sony erstmals in dieser TV-Generation eingeführt hat. Auf einfachen Knopfdruck bekommst du drei Presets serviert: Für Heimkino-Abende ist „Director’s Cut“ vorgesehen, für Filme am Tage das Preset „Tagsüber“. Es gibt hierfür ab Werk voreingestellte Werte, die du noch nach Bedarf in Bild und Ton ändern und einstellen kannst.

Der Professionell-Modus und „Director’s Cut“ bauen auf den klassischen Studio-Standards auf. Daher ist die Helligkeit für SDR-Inhalte mit etwas mehr als 100 Nits auf eine absolut dunkle Umgebung eingestellt, eben für echtes Heimkino. SDR steht für Standard Dynamic Range, beispielsweise Blu-ray-Disks, DVDs oder HDTV. Du kannst die Helligkeit jedoch problemlos höher einstellen oder einfach einen helleren Bildmodus wählen. Der Sony bietet massive Helligkeitsreserven, um bei Tageslicht Filme und Serien entspannt genießen zu können.

Der Bildmodus ist generell einfach einzustellen. | Screenshot: Sony

Was uns sehr gut gefällt: Sony bietet einen Standard-Bildmodus, der im besten Sinne ein alltagstauglicher Allrounder ist. Im Gegensatz zu manch anderen Herstellern wirkt der Standard-Modus insgesamt harmonisch. Schärfe, Farbverstärkung und flüssige Bewegungen werden mit einem frisch-kühlen Look serviert. Klar, dieser Modus ist nichts für Kinoabende. Ansonsten bietet er sich für Sportsendungen, Reportagen und TV-Shows in einer hellen Umgebung an. Wir würden dabei allenfalls eine wärmere Farbtemperatur einstellen, aber am Ende hast du die Wahl.

Helligkeitsrekorde

Für die höchste Präzision wählen wir den Bildmodus Professionell, der auch im My-Cinema-Preset „Director’s Cut“ das Bild bestimmt. Und für die maximale Performance verzichten wir im Test auf das Energiesparen. So eingestellt, darf der Bravia 9 II auch mal 200 Watt aus der Leitung ziehen. Dann aber erreicht seine Spitzenhelligkeit sagenhafte 4296 Nit (bzw. Candela pro Quadratmeter) im 5%-Fenster. Das ist ein Rekord, der die Leistungen seines Vorgängers Bravia 9 deutlich toppt.

Bravia 9 II Spitzenhelligkeit
Von dieser Helligkeit können sich OLED- und QLED-Fernseher eine dicke Scheibe abschneiden. Fast 1000 Nits auf der gesamten Fläche und 4296 Nits im Maximum. Erreicht wird das nur, wenn du auf Energiesparen verzichtest. | Screenshot: Calman

Das weiße Vollbild kommt mit neutraler Farbeinstellung auf 990 Candela pro Quadratmeter – ebenfalls ein Rekordwert – und entspricht damit der maximalen Helligkeit unseres Referenz-Monitors. Aber wieso Rekord? Der TCL X11L kann doch bis zu 10.000 Nits, oder? Das kann der X11L im Prinzip schon, aber nur kurzzeitig im Boost-Modus und nicht bei einer vergleichbar neutralen Bildeinstellung wie Filmmaker. Damit geht der Helligkeits-Pokal dann doch an Sony.

HDR mit Kino-Qualitäten

Was uns am Bravia 9 II begeistert hat: seine präzisen, genau abgestimmten Farben von hoher Intensität, aber ohne falsche „Buntheit“. Natürliches bleibt natürlich, und gleichzeitig gewinnen leuchtende Details an Lebendigkeit. Brennende Kerzen, Mündungsfeuer und Gaslaternen bei Nacht sind gute Beispiele. Sie sind besonders bei der HDR-Wiedergabe immer in der Gefahr, zugunsten ihrer Helligkeit auszubleichen oder Feinzeichnung zu verlieren. Nicht so beim Bravia 9 II, denn der zeichnet im Professionell-Modus ein Bild, das sehr oft nahe an die Qualität eines HDR-Referenzmonitors herankommt.

Wie bei Sony üblich, unterstützt der 4K-Fernseher die HDR-Verfahren HDR10, Dolby Vision und HLG. HDR10+ ist nicht dabei, ein Beinbruch ist das aber nicht.

SONY Bravia 9 II UHDA-P3
Der HDR-Farbraum P3 wird vollständig vom Bravia 9 II mit korrekten Farben erfasst, die in den Rot- und Grüntönen eher lebendiger als blasser wirken. | Screenshot: Calman

Leuchtendes Knallrot oder eine glühende Sonne am Horizont sind Paradebeispiele, wenn sie in Filmen in 4K Ultra HD mit High Dynamic Range auftauchen. Das Fantasy-Abenteuer PAN hat auf 4K-Blu-Ray-Disc jede Menge solcher Highlights mit bis zu 4000 Nits zu bieten. Die uns bekannten OLED-Fernseher können das zwar schon sehr, sehr gut abbilden, aber sie erreichen kaum die optimale Helligkeit und Intensität.

Mit seiner Bildqualität überholt der Sony Bravia II alle anderen Mini-LED-Fernseher. Hier kommt unsere Bestenliste dazu:

HDR in Bestform – bis 4000 Nits

Der Sony Bravia 9 II trumpft in solchen Momenten auf: Er zeichnet die roten Geschoss-Blitze im nächtlichen Luftkampf (PAN, Ultra-HD-Disc, ab der 16. Minute) rot-leuchtend und die gelbroten Explosionen lebendiger und dynamischer als andere Fernseher – Hut ab! Weder die aktuellen OLED-Fernseher noch das TCL-Spitzenmodell X11L können hier so ganz mithalten. Der Sony überbietet sie im 4K-HDR mit Helligkeit, Farbe und Feinzeichnung.

Ein weiteres Beispiel ist die Sonne, die mit ziemlich genau 4000 Nits auf der PAN-UHD-Disc zwischen Bergen am Horizont steht. Von allen Fernsehern, die wir bisher getestet haben, zeigt der Sony die Sonnenscheibe mit dem schönsten Gelb und mit der vollen Helligkeit.

90 Prozent Abdeckung von BT.2020 reichen aus, um ein extra großes Farbvolumen für anspruchsvolles HDR-Material zu gewinnen. Das sichtbare Ergebnis profitiert hierbei von Sonys erstklassiger Bildverarbeitung.

Gleichzeitig wirken die Hauttöne verschiedenster Art so natürlich, wie wir sie selten gesehen haben. Und das alles schafft der neue Sony im neutralen Bildmodus Professionell, der weder Farben noch Konturen künstlich verstärkt.

Die wichtigsten Messwerte für den Sony 65XR95M2 aka Bravia 9 II

  • Spitzenhelligkeit (HDR): 4229 Nits (Modus Professionell, 10 %-Fenster)
  • Farbtemperatur: 6924 Kelvin (Modus: Professionell)
  • Farbraum UHDA-P3: 99,6 % (HDR10)
  • Farbraum BT.2020:  90,75 % (HDR10)
  • Durchschnitt dE2000 (SDR): 2,12 (Calman ColorChecker)

Vergleichsweise breiter Blickwinkel

Die RGB-MiniLED-Technik von Sony schafft es, Blooming in der Praxis sehr geschickt zu vermeiden. Vor allem von vorne betrachtet, stellt es kein Problem dar. OLEDs sind von Natur aus gegen Blooming gefeit, und QD-OLEDs wie etwa Samsungs Topmodelle S95H und S99H punkten zudem damit, dass sie einen besonders stabilen Betrachtungswinkel haben. Doch auch in diesem Punkt überzeugt uns der Bravia 9 II im Vergleich mit anderen Mini-LED-TVs, bei denen Farben und Kontrast von der Seite gesehen deutlich stärker abnehmen als beim Bravia 9 II.

Auch wenn du nicht direkt von vorne auf das Bild schaust, bleiben Farben und Kontrast ziemlich stabil.

Bewegtbild mit dem Bravia 9 II

Damit Bewegungen und Kameraschwenks nicht unangenehm ruckeln, kannst du die Bewegungen automatisch glätten lassen. Gegenüber früheren Sony-Modellen sehen wir in den meisten Szenen weniger Halo-Artefakte und gleichzeitig flüssigere Bewegungsabläufe. Ziehen farbige Objekte vor einem rabenschwarzen Hintergrund vorbei, stört kein weißliches LED-Blooming mehr den guten Eindruck.

Sauber abgestimmt sind auch die Farben für HDTV und Co. | Screenshot: Calman

Alles, was vom Backlight noch durchdringt, hat eine passende Farbe zum bunten Objekt und fällt damit kaum auf. Trotzdem kann es dazu kommen, dass eine Laufschrift mal nicht perfekt durchs Bild zieht. Wie immer kann es sich lohnen, eine manuelle Einstellung zu wählen, um den künstlich-glatten Soap-Opera-Look zu vermeiden.

Wo kommt der Sony-Bolide an seine Grenzen?

Das Schwarz des Bravia 9 II erreicht in der Praxis OLED-Niveau. Für einen Fernseher, dessen Bild auf LCD-Technik basiert, eine Meisterleistung. Nur in extremen HDR-Benchmark-Videos wie dem sogenannten Starfield-Test, bei dem winzige helle Sterne vor schwarzem Grund durchs Bild fliegen, kann man dem Sony den Schwarzwert verderben. Sichtbar wird das aber auch nur in einem pechschwarzen Raum, oder wenn du schräg von der Seite in die Mattscheibe schaust.

Und bei aller Begeisterung konnten wir den Bravia 9 II trotzdem noch hinters Licht führen. Blade Runner 2049 liegt im 4K-Player, die HDR10-Version in Ultra-HD-4K, der Vorspann läuft. „Replikanten“ erscheint in feinen Lettern als blassrote Schrift auf schwarzem Grund, die Farbe sollte aber eigentlich eher blutrot-lila sein. Die folgende Zeile in weißer Schrift taucht auf. Diese Buchstaben ändern beim Einblenden ihre Farbe von rötlich zu weiß. Dieser Effekt ist nicht auf der 4K-HDR-Scheibe, sondern entsteht durch das True-RGB-Backlight. Ein unerwünschter Nebeneffekt, der als „Color Cross Talk“ leider zu befürchten war. Zum Glück ist das aber eine Ausnahme mit einem extrem herausfordernden HDR-Bild. Wir machen die Gegenprobe, wechseln die 4K-HDR-Blu-ray gegen die normale Full-HD-Disk in SDR aus, und siehe da, die Blade-Runner-Schrift ist perfekt!

Die Bedienung

Sony macht unserer Meinung nach vieles richtig, wenn es um die Bedienung des Fernsehers geht. Das fängt mit der Fernbedienung an, die erneut in zwei Ausführungen mitgeliefert wird.

Zwei handliche Fernbedienungen liefert Sony mit. Beide können alle wichtigen Funktionen steuern, die eine mehr über Menüs, die andere eher über dedizierte Tasten.

Die schmale Smart-Remote hat weniger Tasten, dafür leuchten die aber im Dunkeln. Außerdem hat sie ein Mikrofon für Spracheingaben bzw. zur akustischen Einmessung des Fernsehers. Zeitgemäß kannst du sie per USB-C aufladen. Daneben gibt es die klassische Infrarot-Fernbedienung ohne Mikrofon, aber mit vielen hilfreichen Tasten für Medienwiedergabe und TV-Sender sowie HbbTV-Mediatheken.

Links unten am Fernseher kannst du Knöpfe ertasten, mit denen du notfalls sogar die Fernbedienung orten kannst, falls sie einmal verlegt sein sollte. Sie blinkt und piepst, während die Suche läuft.

Auch das kennen wir nur von Sony-TVs: Fernbedienung suchen auf Knopfdruck am Fernseher. Das Knöpfchen dafür musst du allerdings erst unten links am Bildschirm finden. | Screenshot: Sony / Le Labo de Jay

Zudem sind viele nützliche Funktionen über das Schnellmenü gut zu erreichen, das am unteren Bildrand auf Knopfdruck erscheint. Du kannst es für deinen Bedarf anpassen und darüber hinaus eine Funktion deiner Wahl auf die Sternchentaste der Fernbedienung programmieren. Außerdem lohnt es sich, die Sony-Bravia-App auf dem Handy zu haben, die auch zusätzliche Möglichkeiten wie das Sortieren von Sendern oder das Einrichten eines Soundsystems bereithält.

Reichlich Anschlüsse beim Sony Bravia 9 II

Sony baut in seinem LCD-Spitzenmodell zahlreiche und vielseitig nutzbare Anschlussmöglichkeiten ein. Nur auf analoge Ein- oder Ausgänge muss man verzichten. Möchtest du Kopfhörer anschließen, musst du also auf Bluetooth ausweichen.

Diese Schnittstellen sind an Bord:

  • Vier HDMI-Anschlüsse, zwei davon mit allen Gaming-Features in 4K mit bis zu 120 Hertz
  • Zwei USB-Anschlüsse
  • Twin-Triple-Tuner
  • Ethernet-Buchse
  • S-Center-In/optischer Digitalaudioausgang
  • CI+ für ein TV-Entschlüsselungsmodul
 Sony Bravia 9 II anschluesse
Unten ist der Twin-Multituner für Kabelanschluss, Satellit und DVB-T2 HD. Dank der doppelten TV-Tuner kannst du zwei TV-Programme zum Anschauen und Aufnehmen gleichzeitig nutzen, wenn du eine Festplatte als Aufzeichnungsmedium angeschlossen hast. Die USB-Ports sind oben zu finden, und USB 1 ist besonders für TV-Aufnahmen geeignet.

Eine Besonderheit ist der S-Center-Eingang. Der Anschluss teilt sich die Buchse mit dem optischen Digitalausgang. Nur bei Sony-Fernsehern hast du diesen Anschluss, mit dem du die TV-Lautsprecher zum Centerspeaker in einem Surround-Set machen kannst. Vorausgesetzt, du nutzt ein passendes Soundsystem von Sony wie die Bravia Theatre Quad.

Für Konsolen-Gaming mit der Playstation 6 oder einer X-Box ist der Sony-TV bestens mit zwei HDMI-2.1-Eingängen aufgestellt, indem er bis zu 120 Hertz Bildwiederholrate und Features wie VRR, ALLM, und Dolby Vision unterstützt. Gaming mit einem PC ist so auf 120 fps begrenzt – 144 oder gar 165 Hertz klappen leider nicht.

Wenn schon Mittelklasse-Fernseher von Samsung und LG oder Philips-Fernseher wie der OLED759 mit vier vollwertigen HDMI-Anschlüssen ausgestattet werden, warum dann nicht das neue Spitzenmodell von Sony? Wie auch immer, zwei der HDMI-Anschlüsse bieten im passenden Spielmodus verzögerungsfreies Gaming mit einer tollen Bildqualität.

Das Gaming-Schnell-Menü bei Sony.

Das Klangbild des Sony Bravia 9 II

Zweifellos zählt der Sony Bravia 9 II zu den Fernsehern mit dem besten Klang. Ähnlich gut im TV-Labor klangen schon sein Vorgänger und der Panasonic OLED Z95B.

Nachdem man die automatische Akustik-Kalibrierung durchgeführt hat, gewinnt das Klangbild an Größe und Breite, und auch die Feinheit des Klangs verbessert sich nach unserer Einschätzung.

Tieftöner, Bassreflex-Technik und Höhenlautsprecher sorgen für den sehr guten Klang.

Wie üblich, kannst du den Sound auch noch über das Tonmenü für dein Empfinden persönlich anpassen. Darüber hinaus  gibt es die Voice-Zoom-Funktion, um menschliche Stimmen hervorzuheben. Wer einfach mehr Bassfundament unter dem Klang haben möchte, kann einen Bravia-9-Subwoofer drahtlos mit dem TV-Boliden kombinieren. Oder gleich ein Soundsystem.

Fazit: Unser Testurteil für den Sony Bravia 9 II

Sony bringt mit dem Bravia 9 II einen grandiosen Fernseher auf den Markt, der in jeder Situation mit seiner Bildqualität begeistert. Sei es im abgedunkelten Heimkino, oder bei Sonnenschein im Wohnzimmer: Die RGB-Mini-LED-Technik, die hervorragende Entspiegelung und erstklassige Bildmodi lassen viele Inhalte besser aussehen als auf anderen Fernsehern. Dazu kommt ein Sound, der klar, detailreich und kräftig deinen Raum füllt. Plus der Option, bis zu zwei Subwoofer mit dem Fernseher zu koppeln. Gibt es etwas, was noch besser sein könnte? Ja, es wäre super, wenn auf allen vier HDMI-Eingängen High-End-Gaming mit 144 Hz unterstützt würde.

Du möchtest dich noch nach Alternativen umschauen? Dann wirf doch mal einen Blick in die Liste der Besten:

Technische Daten
Display RGB-Mini-LED
Panel Typ VA-LCD mit RGB-Mini-LED
Auflösung 4K (3.840 x 2.160)
Verfügbare Größen 65", 75", 85", 115"
Getestete Größe 65"
HDR-Unterstützung HDR10, HLG, Dolby Vision
Bildfrequenz 100 / 120 Hz
Digitaler Tuner 2 x DVB-S/S2, -C, -T2HD
Video-Eingänge 2 x HDMI 2.1, 2 x HDMI 2.0
HDMI-Funktionen 4K@120Hz, eARC, ALLM, VRR, CEC
Sonstige Anschlüsse 2 x USB, 1 x Ethernet, opt. Digitalausg., CI+, S-Center-Eingang
Sprachassistenten Google Assistant
AirPlay 2 Ja
Drahtlos WLAN, Bluetooth
Smart TV Google TV
Maße mit Sockel 1445 x 906 x 341 mm
Maße ohne Sockel 1445 x 826 x 43 mm
Gewicht ohne Standfuß / mit Standfuß 26,6 kg / 30,6 kg
Energieeffizienzklasse (SDR / HDR) E / F
Durchschnittliche Leistungsaufnahme (SDR / HDR) 71 W / 96 W (SDR / HDR)
Preis (UVP/Straßenpreis) 3499 Euro (65")

Alle aktuell von uns getestete Fernseher findest du in unserer Bestenliste:

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