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B&O HX im Test – Klangstarker ANC-Kopfhörer in edlem Look

Nach 9 kommt..? Richtig. Römisch 10. Bang & Olufsen haben ihren ANC-Kopfhörer H9 überarbeitet. Was kann der B&O HX besser?
Preis
499,00 Euro
Gewicht
285 g
Akku-Laufzeit
35 Std. (mit Noise Cancelling oder Transparenzmodus),
Schnellladefunktion
Nein
Bluetooth-Standard
5.1
Steuerungs-App
Ja
Audio-Codecs
AAC, SBC, aptX Adaptive
Verfügbare Farben
Black Anthracite, Sand, Timber
Bang & Olufsen HX Titel
In Kürze
Der ANC-Kopfhörer HX von Bang & Olufsen macht, genau wie die zugehörige App, so gut wie alles richtig. Edle Materialien treffen auf effektives ANC und einen starken Transparenzmodus. Der Klang passt zum schicken Design und enthält dir kein Detail vor. Ein gelungener Nachfolger für den H9.
Vorteile
  • Schickes Design
  • Durchdachte App
  • Sauberer Klang
Nachteile
  • Stolzer Preis
  • Tragekomfort könnte besser sein

Bang & Olufsen weitet seit einigen Jahren den guten Ruf seines Namens auch auf die Kopfhörerwelt aus. Ähnlich wie Apple mit ihren AirPods Max setzt auch B&O mit ihren neuen HX weiterhin auf bekannte Werte: Eine sofort zuortbare Designsprache, gute Bedienbarkeit und natürlich toller Sound. Inwiefern die Kopfhörer halten, was die dänischen Designprofis versprechen, erfährst du in unserem Test.

B&O HX locken mit sauberen Klang

Bevor es zum eigentlichen Klang-Test des B&O HX geht, muss gesagt werden, dass die folgenden Beschreibungen auf dem „optimalen“ Hörmodus beruhen, in dem der Kopfhörer ausgeliefert wird. Per App kannst du aus mehreren vorinstallierten Hörmodi wechseln, oder dein eigenes Hörprofil anpassen und abspeichern. Dadurch ergibt sich eine große Klangvielfalt. Der Test versucht sich daher auf allgemeine Eigenschaften des Kopfhörers zu begrenzen.

Wenn es darum ginge, den B&O HX mit einem Wort zu beschreiben, dann wäre es wohl „bereit“. Egal welche Musik man ihm vorwirft, er scheint immer in den Startlöchern zu stehen, ungeduldig darauf wartend, sich beweisen zu können. Dabei ist er jedoch nicht zu sehr in Effekte verliebt. Das, was sich klanglich an deinen Ohren abspielt ist dir eher sehr nahe. So wird der imaginäre Raum, in dem sich die Musik vor dir ausbreitet zwar klar in links und rechts unterteilt, besonders groß wird er aber nicht. Alles spielt sich direkt an und neben dir ab.

B&O HX liegend
Der B&O HX liefert im Test eine tolle Auflösung mit klar umrissenen Bass.

Das hat aber auch Vorteile. Was der der B&O HX an Bass aus seinem 40 mm Titantreiber herauskitzelt, kann sich sehen lassen. Da, wo es bei ihm teilweise an den tiefsten Tönen hapert, schafft er den Ausgleich durch knackige Präzision. So umwabert der Bass dich nicht, sondern setzt gut getimte Impulse. Beim Stück Undisclosed Desires der britischen Ikone Muse kommt der Bass so voll auf seine Kosten.

Gleichzeitig scheint der Kopfhörer aber auch beweisen zu wollen, wie klar er Höhen wiedergeben kann. Zumindest lässt die Abmischung im „optimalen“ Modus das vermuten. Wie gesagt, lässt sich das aber mit Leichtigkeit per App anpassen. Auch ohne Anpassung kann der B&O HX alles problemlos wiedergeben, egal ob Klassik oder Eminems Lose Yourself. Das einzige Manko, das er durch die Bank weg zeigte, war ein leichter Hang zum Analytischen, der über zu viel Höhen oder zu wenig Bass hinausging. So klang jeder Song etwas hart. Magst du deine Musik also etwas wärmer und offener, könnte der HX nicht deinem Geschmack entsprechen. Wenn du aber Fan von Detailreichtum und knackigen Bässen bist, kannst du mit dem Bang & Olufsen HX nichts verkehrt machen.

Praxis: Die B&O HX sind ein Laufzeitwunder

Mit einer vom Hersteller angepriesenen, maximalen Laufzeit von 35 Stunden mit eingeschaltetem ANC oder im Transparenzmodus zählt der HX von B&O definitiv zu den Akku-Langläufern. Schaltet man beide Funktionen aus, hält er sogar bis zu 40 Stunden. Nach nur drei Stunden soll er zudem wieder voll aufgeladen sein. Im Test zeigte sich, dass diese Werte nicht nur aus der Luft gegriffen waren. Natürlich verkürzen starke Lautstärken und Telefonate die Akkulaufzeit.

B&O HX Anschlüsse
Nicht nur im Klang stark: Die Akkulaufzeit des B&O HX kann sich sehen lassen.

Telefonieren funktioniert unkompliziert und dank der vier designierten Mikrophone auch gut verständlich. Deine Stimme wird sauber übertragen, ohne zu scharf zu klingen. Diese Verständlichkeit geht allerdings nach hinten los, wenn du im Transparenzmodus mit deiner Kleidung an die Kopfhörer gerätst. Reibt Stoff an deinen Hörern wird das Rascheln unangenehm verstärkt.

Intuitive Bedienung mit toller App

Für die Bedienung am Gerät selbst sind sowohl drei Tasten als auch ein Touch-Feld auf der rechten Ohrmuschel verantwortlich. Mit der Taste auf der rechten Seite schaltest du die B&O HX an und aus, bzw. schaltest in den Pairing-Modus. Bei dem Button auf der linken Seite handelt es sich um eine Multifunktionstaste mit der du deinen Sprachassistenten wecken, oder dich während eines Telefonates stummschalten kannst. Mit der größeren Taste schaltest du zwischen ANC- und Transparenzmodus um, oder deaktivierst beides.

Über Wischgesten und Berührungen kannst du auf dem Bedienfeld der rechten Ohrmuschel zudem die Lautstärke verändern, Titel skippen oder pausieren, sowie Telefonate annehmen und beenden. Besonders gut funktioniert hierbei die Anpassung der Lautstärke. Dafür musst du mit deinem Finger im, bzw. gegen den Uhrzeigersinn über den markierten Ring fahren. Dabei führt dich die Riffelung der leicht angerauten Oberfläche intuitiv in die richtigen Bahnen.

B&O HX Bedienfeld
Per Touch-Befehl kannst du die wichtigsten Aktionen direkt an der Ohrmuschel ausführen.

Genau diese Riffelung, die wie Baumringe konzentrisch verlaufen, macht das skippen von Liedern allerdings zu einer kleinen Herausforderung. Da hierfür eine gerade Wischgeste von hinten nach vorne nötig ist, bewegen sich deine Finger gegen den Strich. So verfangen sie sich schnell in den Rillen und werden abgelenkt. Passt du nicht auf veränderst du also wieder die Lautstärke.

Die Beoplay App

Möchtest du das meiste aus deinen Lautsprechern herausholen, bietet dir B&O die hauseigene App für iOS und Android Betriebssysteme an. Ähnlich der App, die Huawei seinen FreeBuds Studio mit auf den Weg gibt, kannst du mit ihr nicht bloß deinen Kopfhörer, sondern viele weitere Bang & Olufsen Produkte steuern. Hast du die App installiert, verbindet sich der Kopfhörer fast von alleine mit ihr. Von hier aus hat B&O an so gut wie alles gedacht.

Neben den Bedienelementen Play/Pause, Skip und Lautstärke hast du zusätzlich die Wahl aus fünf voreingestellten Klangmodi. Je nachdem in welcher Situation du bist, soll so immer das bestmögliche Hörerlebnis geboten werden. Sollte dich keine der Presets zufriedenstellen, kannst du im manuellen Equalizer deinen persönlichen Klang zusammenstellen. Das funktioniert erstaunlich einfach und wirft die Frage auf, warum nicht viel mehr Hersteller ihre Kopfhörer-App mit einer persönlich anpassbaren EQ-Funktion versehen.

Besonders praktisch ist, dass die personalisierten Settings nicht nur auf dem Gerät gespeichert werden, auf dem die App installiert ist, sondern offensichtlich auch im Kopfhörer selbst. Schließt du den Kopfhörer nämlich an einem anderen Gerät an, bleibt der Sound genau so, wie du ihn dir angepasst hast. Da du den B&O HX gleichzeitig mit zwei Quellen verbinden kannst, kannst du so sogar Musik über die eine Quelle abspielen und in Echtzeit den Sound über die App auf einem anderen Gerät anpassen. Ob beide Geräte über das selbe Betriebssystem laufen, ist dem Kopfhörer dabei egal. Hut ab, B&O!

Während du mit der Hörmodustaste am Kopfhörer nur die höchste Stufe von ANC und Transparenzmodus auswählen kannst, hast du in der App die Möglichkeit, auch deren jeweilige Intensität anzupassen. Hier kannst du zwischen hoch, mittel und niedrig wählen. Leider scheint es noch ein Problem bei der Musikwiedergabe bei niedrigem ANC oder Transparenzmodus zu geben. Während du bei mittlerer oder hoher Intensität keinen nennenswerten Klangunterschied feststellen kannst, ist gerade bei der niedrigst möglichen Intensität der Sound der Kopfhörer kaum wiederzuerkennen. Die Musik klingt urplötzlich dumpf und wummernd.

Vermutlich handelt es sich hierbei um einen Softwarefehler, der mit dem nächsten Update behoben werden wird. Wir halten euch auf dem Laufenden. Für ein solches Update könnte man sich zusätzlich eine Titelanzeige wünschen, wie es zum Beispiel Sonos vormacht. Denn leider kann man in der App nicht erkennen, welcher Song gerade spielt.

Sprachassistenten

Hältst du die kleine Multifunktionstaste auf der Unterseite der linken Ohrmuschel gedrückt, aktivierst du den Sprachassistenten deines Smartphones, ohne ihn erst mit „Hey Siri“ oder „Okay Google“ ansprechen zu müssen. Anschließend überträgt der B&O HX deine Fragen und Befehle an dein Smartphone und die Stimme deines Assistenten klar und deutlich an dein Ohr. Solltest du allerdings Siri mit „Hey Siri, stop!“ unterbrechen, kann es sein, dass es zu einem kurzen Störgeräusch kommt.

B&O HX Ohrmuscheln
Vier Mikros sorgen bei Telefonaten und bei der Kommunikation mit deinem Sprachassistenten für gute Verständlichkeit.

Starke Bluetooth-Verbindung mit Apple-Geräten

Es ist immer wieder erfreulich, wenn sich Kopfhörer auf Anhieb gut mit deinem Smartphone verstehen. Egal, ob es sich um das neueste iPhone oder ein Android-Gerät handelt. In beiden Fällen verband sich der B&O HX ohne murren mit den Quellen und hielt die Verbindung selbst über größere Entfernungen stabil. Hierbei schien er allerdings eine Vorliebe für Apple-Produkte zu hegen: Ein Paket im Hausflur anzunehmen, während dein Handy auf dem Schreibtisch liegt, war zwar mit beiden möglich, den Extremtest im Treppenhaus gewann aber die AAC-Verbindung von Apple und HX. Lag das iPhone auf dem Schreibtisch konnte man sich mit den Kopfhörern um einen Treppenabsatz weiter entfernen.

Generell unterstützt der Kopfhörer AAC, SBC und aptX Adaptive als Codec, sowie Bluetooth Version 5.1. So bist du mit der Auswahl deiner Quellen flexibel und kannst dir in jeder Situation die bestmögliche Soundqualität sichern. Besonders beeindruckend ist hierbei die Möglichkeit, den HX gleichzeitig mit deinem iPhone via AAC und einem Android-Phone über einen anderen Codec verbinden zu können. Allerdings kann es passieren, dass deine Musik kurz hakt, wenn du einen zweiten Codec hinzufügst.

ANC ohne Klangverluste

Presslufthämmer, Autolärm: Auf der Baustelle zwei Straßen weiter staut sich wieder der Verkehr. Zwar ist das Fenster geöffnet, aber mit der aktivierten Geräuschunterdrückung wird das tiefe Brummen ausgelöscht. Hierfür verantwortlich sind vier Mikrofone, die die Umgebungsgeräusche aufnehmen, die anschließend im inneren der Ohrmuscheln neutralisiert werden. Das beim ANC häufig auftretende Rauschen, hält sich beim Test des B&O HX noch in Grenzen, tritt dafür aber umso prägnanter im Transparenzmodus auf.

B&O HX Knöpfe
An der linken Ohrmuschel findest du die runde Multifunktionstaste und die Taste für ANC/Transparenzmodus.

In ihm verstärken die Mikrofone Umweltgeräusche und vor allem gesprochene Worte so, dass du im Bestfall vergisst, dass du Kopfhörer aufhast. Hier meint der B&O HX es, etwas zu gut und verstärkt besonders gern hohe Töne. Gesprächspartner oder klirrende Schlüssel klingen so schnell etwas scharf, dafür verstehst du wirklich jedes Wort. Umso schöner ist, dass beim Hörtest keine Verfärbungen bei der Musik auffielen. Egal ob ANC, Transparenzmodus oder neutrale Toneinstellung: Die Musik klang immer gleich.

B&O-typisch: Stilvolles Design „Made in Denmark „

Woran merkt man, dass das Designteam einer Marke gute Arbeit geleistet hat? Daran, dass man jedes Produkt der Marke, ohne ein Logo oder Schriftzug sehen zu müssen, sofort zuordnen kann. Bang & Olufsen ist das mit ihrer Designsprache definitiv gelungen. Die B&O HX sind hier keine Ausnahme. Die metallene Aufhängung der Ohrmuscheln, sowie deren Form und Verarbeitung zeugt von der engen Verwandtschaft mit anderen B&O Kopfhörern.

B&O HX seitlich Ständer
Das dünne Kunstleder des Bügels steht ihm krassen Kontrast zum ultraweichen Lammleder der Ohrmuscheln.

Die Ohrpolster aus echtem Lammleder sind unverschämt weich und passen sich deiner Kopfform perfekt an. Fast schon lieblos wirkt im Gegensatz dazu der Kopfbügel mit seinem Lederimitat. Auch wenn dessen Größe stufenlos verstellt werden kann, hätte das Stoffpolster etwas weicher ausfallen können. In Verbindung mit der relativ schmalen Auflagefläche kann das nach einiger Zeit zu leichtem Drücken führen. Echt schade, denn Klang, Design und Bedienung laden durchaus zu längeren Hörsessions ein.

B&O HX im Case
Im Transportetui finden nicht nur die B&O HX Platz. Hier findest du auch das nötige Zubehör.

Du bekommst deinen B&O HX in einem festen Case, in dem die Kopfhörer vor Umwelteinflüssen geschützt sind. Unter der integrierten Klappe findest du zudem ein Klinkenkabel und ein USB-C auf USB-A-Kabel zum aufladen. Beides in 1,25 Meter Länge.

Test-Fazit der B&O HX: Klangstark und Bedienungsfreundlich

Schickes, edles Design, das sofort verrät woher der Kopfhörer kommt, paart sich beim B&O HX mit direktem, effektvollem Klang und einer tollen Bedienung per App. Zwar gibt es noch ein paar Kinderkrankheiten, doch kannst du sicher in den nächsten Wochen mit einer Lösung rechnen. Suchst du also nach einem schicken Begleiter, der dich auf Bahnfahrten und im Büro zuverlässig vor Außengeräuschen abschirmt, dir jedes Detail in deiner Musik aufzählt und sich per App perfekt an deine Hörgewohnheiten anpassen lässt, ist der B&O HX genau das Richtige für dich.

Technische Daten
Preis 499,00 Euro
Gewicht 285 g
Akku-Laufzeit 35 Std. (mit Noise Cancelling oder Transparenzmodus),
Schnellladefunktion Nein
Bluetooth-Standard 5.1
Steuerungs-App Ja
Audio-Codecs AAC, SBC, aptX Adaptive
Kopfhörertyp ohrumschließend
Faltbar Nein
NFC Nein
Verfügbare Farben Black Anthracite, Sand, Timber
Mitgeliefertes Zubehör USB-A auf USB-C Kabel, Audiokabel, Case

Was sagst du zu Bang & Olufsens neuestem ANC-Kopfhörer? Wie wichtig ist dir gutes Design bei deiner Kopfhörerwahl? Wie klingt für dich der perfekte Kopförer? Schreib es uns in den Kommentaren!

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