Startseite Musik-Streaming Musik-Fakes und KI: Neue Software will künstlich generierte Tracks entlarven

Musik-Fakes und KI: Neue Software will künstlich generierte Tracks entlarven

Für die Musikindustrie ist KI sowohl als Risiko als auch als Chance. Das französische Unternehmen Belive arbeitet an einem Programm, dass durch KI erstellte Musik zuverlässig erkennen soll.
KI-generierte Musik: Roboter spielt Keyboard Bild: Possessed Photography via unsplash.com

Vor allem generative KI ist derzeit in aller Munde. Damit sind Chatbots auf GPT-Basis von OpenAI genau so gemeint wie Bildgeneratoren, die etwa auf Dall-E setzen. Doch mit künstlicher Intelligenz kannst du nicht nur Texte und Bilder erstellen, sondern sogar Musik bzw. Stimmen. Die Musikindustrie sieht sich hier mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Beispielsweise ist eben die individuelle Stimme das größte Kapital vieler Musiker:innen. Das Unternehmen Believe hat bekannt gegeben, dass man an einem Tool namen „AI Radar“ arbeitet habe, das mit künstlicher Intelligenz erstellte Musik mit einer Genauigkeit von 98 % erkennen kann.

Sollte dir Believe nichts sagen: Dahinter verbirgt sich ein riesiges Unternehmen aus Frankreich. Zu Believe gehört beispielsweise auch das Metal-Label Nuclear Blast. Ebenfalls gehören TuneCore, Groove Attack und AllPoints zu Believe. Letztere geben an, sie seien nicht bereit, zu 100 % per KI erstellte Musik zu verbreiten. Sobald man die Präzision seines eingangs genannten Tools erhöht habe, werde man es daher breit einsetzen, um Fakes und reine KI-Songs zu erkennen (via MBW). Deepfakes seien dabei aber besonders schwer auszumachen. Hier erreiche man aktuell nur eine Genauigkeit von 93 %. Von Deepfakes spricht man, wenn per KI z. B. die Stimme eines bekannten Sängers wie Freddie Mercury nachgeahmt wird.

Screenshot TuneCore / Believe
Vor allem auf seiner Plattform TuneCore möchte Believe die Verbreitung KI-generierter Musik erschweren. | Screenshot: believe.com

Believe hat sich dabei für die Entwicklung eigener Kontrollmechanismen entschieden, um auch die bei den hauseigenen Labels unter Vertrag stehenden Künstler:innen zu schützen. Parallel hat sich gezeigt, dass einige Plattenfirmen grundsätzlich nicht abgeneigt sind, mit Tech-Unternehmen wie Google zu kooperieren, um gemeinsam mit Künstler:innen Musik für die KI-Verwendung zu lizenzieren. Doch über die genauen Bedingungen wird noch verhandelt. Viele Musiker:innen scheuen zudem ein Opt-in in derlei Dienste.

KI wird die Entertainment-Industrie verändern

Die zukünftige Verwendung von KI war auch ein wichtiger Punkt in den zuletzt laufenden Streiks der Autor:innen sowie der Schauspieler:innen in Hollywood. So haben sich die Schreiber:innen und Darsteller:innen von den Studios viele Zusicherungen geben lassen. Diese sollen beispielsweise künstlich generierte Drehbücher oder KI-Klone von Berühmtheiten verhindern. Und in der Musikindustrie brodelt es unter der Oberfläche eben schon auf ganz ähnliche Weise.

Allerdings würde die Entertainment-Industrie natürlich lieber mit KI Geld verdienen, als gegen die Verwendung vorzugehen. Das Ganze ist also ein Spagat. Klar ist, dass wohl alle großen Plattenfirmen, Lizenzinhaber:innen und auch Plattformen wie Apple Music, Deezer und Spotify am Ende Mechanismen benötigen, um mit künstlicher Intelligenz erstellte Werke zuverlässig zu erkennen. Entsprechend könnte Believe im Übrigen Punkte sammeln, würde man seine Tools vielleicht an Partner lizenzieren. So könnte man sich als Unternehmen positionieren, das sich breiter für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI einsetzt.

Ob Believe sein „AI Radar“ lieber für sich behält oder auch im Rahmen von Kooperationen weitergibt, steht jedoch in den Sternen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Verhältnis zwischen menschlicher Kreativität und künstlicher Intelligenz noch weiter entwickelt.

Am Ende entscheidet aber sowieso dein Geschmack, welche Musik du hörst. Wenn der Sound dabei wichtig für dich ist, findest du in unserer Bestenliste den richtigen Highres-Streamingdienst für dich:

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