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Technics EAH-F70N im Test: Wie klingt der noble ANC-Kopfhörer?

Mit dem EAH-F70N stellt der japanische Traditionshersteller Technics einen drahtlosen ANC-Kopfhörer vor, der vor allem mit seiner audiophilen Klangqualität Maßstäbe setzen soll. Wir haben genau hingehört.
Technics F70N Titelbild
Kopfhörertyp
Geschlossen
Akku-Laufzeit
20 Std. (laut Hersteller)
Akku-Ladezeit
4 Std. (laut Hersteller)
Bluetooth-Standard
4.2
Gleichzeitige Verbindungen
2
In Kürze
Der Technics F70N ist vorbildlich verarbeitet, sitzt bequem auf dem Kopf, und lässt sich intuitiv bedienen. Dazu kommt ein hervorragendes Noise-Cancelling. Auch sind viele Bluetooth-Codecs sind mit an Bord, doch er klingt im Vergleich mit anderen Top-Modellen etwas kompressiert. Das alles macht den F70N zu einem richtig guten ANC-Kopfhörer, jedoch ist klanglich, besonders in der Preisklasse, noch etwas Luft nach oben.
Vorteile
  • Guter ausgewogener Klang
  • Intuitive Bedienung
  • Sehr hoher Tragekomfort
  • Sehr gutes ANC
  • Hochauflösende Bluetooth-Codecs aptX HD und LDAC
Nachteile
  • Dynamischen Darstellung könnte besser sein
  • Tiefenstaffelung nicht ganz Referenzklasse

Technics hat mit seinem neuen Bluetooth-Kopfhörer-Modell F70N wenig dem Zufall überlassen. Beim Technics EHA-F70 in unserem Test sind hochauflösende Audiocodecs bis hin zu LDAC an Bord. Sowohl die Treiber als auch das Design der Ohrmuscheln, das mit Luftkanälen eine Art Bassreflexsystem realisiert, hat der Hersteller akribisch auf beste Klangqualität optimiert. Dementsprechend gespannt waren wir auf den Test.

Technics EAH-F70N im Test: Das Design

Der falt- und drehbare EAH-F70N ist im Wesentlichen aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. Die Rückseiten der Ohrmuscheln bestehen dabei aus gebürstetem Aluminium. Kopfbügel und Ohrmuscheln sind mit sehr weichem Kunstleder gepolstert. Weil diese auch noch dreidimensional schwingend gelagert sind, ist der Tragekomfort wirklich sehr gut.

Technics EAH-F70N im Test _ Ohrmuscheln
Der Technics EAH-F70N sitzt mit seinen weichen Ohrpolstern aus Kunstleder sehr bequem auf dem Kopf.

Der edle Technics-Hörer ist zudem in schwarz, weiß oder braun erhältlich. Dabei sehen alle Varianten wirklich klasse aus und fassen sich auch so an – diesbezüglich wird der EAH F70N dem hohen Anspruch des Herstellers definitiv gerecht. „Mission accomplished“, wie man so schön sagt.

Bedient wird der Kopfhörer über eine Schaltwippe für Lautstärke, Titelwahl und Telefonie sowie zwei Tastern für den ANC-Modus und Bluetooth-Pairing. Dazu befinden sich die Knöpfe an der rechten Ohrmuschel.

Technics F70 Case
Das harte Case des Technics EAH-F70N schützt den Kopfhörer gut beim Transport und fiel uns im test sehr positiv auf.

Die Rückseite der rechten Ohrmuschel verfügt darüber hinaus über einen Sensor. Der Sensor schaltet den Transparency-Modus ein, wenn Ihr Euch mit der Hand nähert. Zudem schaltet sich der Hörer praxisgerecht stumm, wenn er vom Kopf abgenommen wird. Insgesamt ist das Handling des Technics F70N komfortabel und intuitiv, so dass die fehlende App uns im Test nicht stört. Der Lieferumfang hält mit einem USB-Ladekabel, einem Miniklinkenkabel und einem stabilen Transportcase keine Überraschungen bereit – das ist klassenüblich.

Klangbewertung zum Technics EAH-F70N

Ein toll gemachtes Video des Herstellers präsentiert den Entwickler des Kopfhörers auch gleich zusammen mit einer beeindruckend aufspielenden Cellistin:

Das gibt die audiophile Zielrichtung vor und strahlt gesundes Selbstbewusstsein aus. Unsere Erwartungen an den Hörtest sind dementsprechend hoch.

Mit aptX, aptX HD, AAC und LDAC hat der Technics-Hörer alle hochauflösenden Codecs an Bord, und das zahlt sich aus: Zwischen Bluetooth- und Kabelbetrieb ist so gut wie kein Unterschied hörbar. Die Membran der Treiber besteht aus einem mehrschichtigen Material, das sich durch besonders hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht auszeichnen soll. Zumindest in der Theorie ist das somit ein Garant für akkurate Transientenwiedergabe bei maximaler Verfärbungsfreiheit.

Technics F70N Seitenansicht Detail
Sowohl im Bluetooth- als auch im Kabelbetrieb zeigt der EAH-F70N keine Schwächen.

Zudem sind die Treibergehäuse mit speziellen Belüftungsröhren ausgestattet. Hierdurch soll der Bass laut Herstellerangabe bei Kabelbetrieb bis hinab zu 4 Hertz spielen. In der Praxis haben wir auch im Bassbereich kaum Unterschiede zwischen Funk- und Kabelbetrieb feststellen können, was daran liegen mag, dass es nur wenig Quellmaterial mit derart tiefen Frequenzanteilen gibt.

Doch genug der Theorie: Toni Braxtons Secrets überzeugte durch eine tiefreichende Basswiedergabe und gute Stereodarstellung. Wichtige Details wurden schön herausgearbeitet. Auch das Intro zu Lars Danielssons Libera Me zeigte einen hohen Detailreichtum, und die Hallräume von Paul O’Briens Stimme waren klar hörbar.

Technics EAH F70N Frequenzgang
Der EAH-F70N spielt trotz der Senken im Frequenzdiagramm mit einer guten tonalen Ausgewogenheit.

Der EAH-F70N spielt trotz der Senken im Frequenzdiagramm mit einer guten tonalen Ausgewogenheit.Insgesamt lässt sich das Klangbild als tonal sehr ausgewogen beschreiben, lediglich die allerhöchsten Höhen wurden etwas weniger crisp dargestellt wie bei manch anderem Hörer – das kann im Sinne einer langen ermüdungsfreien Verwendung durchaus positiv sein.

Der Technics EAH-F70N im Vergleich

In unserer ersten kleinen Hörsession stellten wir also viele Eigenschaften fest, die für eine audiophile Wiedergabe ausschlaggebend sind, und dennoch: In unserem Test des Bowers und Wilkins PX7 hatten wir festgestellt, dass uns dessen Klang ungeachtet einiger tonaler Ungenauigkeiten „ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert“ hatte. Dieses Grinsen wollte sich bei dem Technics nicht so recht einstellen. Natürlich ist das ein durchaus subjektiver, emotionaler Parameter – aber um Emotionalität geht es ja schließlich beim Musikhören.

Um die Unterschiede zwischen den beiden High-End-Hörern genau zu verifizieren – vielleicht hatten wir beim Test des B&W ja nur einen tollen Tag gehabt – holten wir den PX7 nochmals aus der Verpackung. Bei leisen Lautstärken fiel dieser zunächst durch seine vergleichsweise starke Bassbetonung auf.

Technics EAH-F70N im Test Frontal
Im Test konnte der Technics F70 seine audiophilen Qualitäten unter Beweis stellen.

Sobald wir jedoch nur wenig lauter machten, war das Grinsen schlagartig wieder da. Der englische Hörer bringt Transienten einfach akkurater rüber, Toni Braxton kam (trotz der Frequenzspanne im Hochton/Mitten-Bereich) deutlich luftiger aus dem Hörer und auch Paul O’Brien tönte stimmiger aus dem PX7.

Komplexe Arrangements und der Spaßfaktor

Im Vergleich klingt der Technics zwar tonal ausgewogener, fällt aber bei allen Musikrichtungen durch eine vergleichsweise starke Komprimierung des Klangbildes auf. Besonders klar wurde das im Mittelteil des Lars-Danielsson-Tracks. Hier spielt eine Trompete zusammen mit dem Kontrabass, viel Percussion, Piano und einem großen Streichorchester. Über gute Lautsprecher hört man, wie das Orchester buchstäblich hinter der Band aufspannt steht – nur wenige Aufnahmen haben eine solch beeindruckende räumliche Tiefe.

Das Mischungsverhältnis zwischen Trompete, Piano und Orchesters bildet der Technics ANC-Hörer anders ab, als von Studiolautsprechern gewohnt. Hier kommt der EAH F70N wohl an seine Grenzen, das komplexe Arrangement umzusetzen. Insgesamt kann man den Treibern des Technics-Hörers jedoch durchaus audiophile Qualitäten bescheinigen. Die Elektronik schränkt die Darstellung dynamischer Zusammenhänge zwar für kritische Aufnahmen ein, doch macht der Kopfhörer stilübergreifend Spaß. Zur absoluten Spitzenklasse aufzuschließen vermag er freilich nicht so ganz.

Technologie beim Technics F70

Ein Highlight des EAH-F70N von Technics ist die vollständige Implementierung hochauflösender CodecsaptX, aptX HD, AAC, LDAC, alles ist an Bord. Es wird Bluetooth 4.2 unterstützt, und ihr könnt mehrere Geräte mit dem Technics-Hörer verbinden. Die Kopplung klappte problemlos, allerdings verlor der Technics F70 die Verbindung im Test schneller als andere Kopfhörer, wenn man sich zu weit vom Quellgerät wegbewegte. Trotzdem kann mal auch mal ins Nebenzimmer gehen, so dass das in der Praxis keine Einschränkung darstellt.

Es gibt drei wirksame ANC-Stufen, die über eine Taste umschaltbar sind und nur unwesentlich rauschen. Telefonie und Sprachsteuerung gaben zu keinerlei Kritik Anlass. Ein Tragesensor schaltet den Hörer stumm, wenn er vom Kopf abgenommen wird. Die Akkulaufzeit beträgt laut Panasonic 20 Stunden bei eingeschaltetem ANC, nach vier Stunden ist der EAH F70N wieder vollgeladen.

Manches Konkurrenzmodell spielt mit vollem Akku zwar bis zu 10 Stunden länger. Da ihr den Technics aber bereits nach 15-minütigem Laden wieder für weitere zwei Stunden genießen könnt, wird das kein ausschlaggebendes Kaufargument sein.

Bedienung und Praxis

Eine der großen Stärken des EAH F70N ist seine Bequemlichkeit. Er sitzt auch für sportliche Aktivitäten stabil genug und drückt dabei niemals am Kopf. Die Polster sind einfach ultrabequem, das kann kaum ein anderer Hörer besser.

Technics F70 Bedienelemente
Für die Bedienung des F70N kommt ein klassisches Tastentriumvirat für Lautstärke, Noise-Cancelling und das Ein- und Ausschalten zum Einsatz.

Die Bedienung gibt indes kaum Anlass zur Kritik: Ein Schiebeschalter mit Mittenrasterung regelt die Lautstärke, er kann zudem gedrückt werden um zu telefonieren oder die Musik zu pausieren. Doppel- bzw. Dreifachdruck springt zwischen Titeln. Diese Lösung ist tatsächlich einfacher zu bedienen als das Tastentrio vieler anderer Kopfhörer. Der Taster, der die ANC-Modi durchschaltet, ist dagegen zu klein geraten und hat einen tief liegenden Druckpunkt.

Dadurch ist er bei aufgesetztem Hörer schwer zu finden. Nähert Ihr Euch mit der Hand der Rückseite der rechten Ohrmuschel, so aktiviert der EAH F70N mit dem Transparency-Modus die äußeren Mikrofone, um mit der Umgebung kommunizieren zu können. Gleichzeitig wird die Musik stummgeschaltet und wieder gestartet, wenn sich die Hand vom Hörer wegbewegt.

Technics EAH-F70N Design TEST auf HIFI.DE
Die Steuerung per Näherungssensor in der rechten Ohrmuschel funktioniert gut, bedarf aber ein wenig Übung.

Das funktionierte eigentlich gut, leider deckten wir aber mit der Hand häufig gleichzeitig die Außenmikrofone ab, so dass die Kommunikation wieder schwierig war. Drehten wir die Hand vom Mikro weg, so ging flugs die Musik wieder an. Natürlich gibt es eine Handstellung, die einwandfrei funktioniert. Die muss man aber erstmal finden – an dieser Stelle gibt es also eine kleine Lernkurve.

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Fazit – Das Testergebnis für den Technics F70N

Der EAH F70N von Technics hinterlässt im Test ein etwas zwiespältiges Bild: Der Kopfhörer ist vorbildlich verarbeitet, äußerst bequem, intuitiv zu bedienen und verfügt über eine sehr gute aktive Geräuschunterdrückung. Zudem sind alle hochauflösenden Bluetooth-Codecs an Bord. Das insgesamt ausgewogene und detailreiche Klangbild wird allerdings durch eine gewisse Kompression getrübt. Dadurch kann der Hörer nicht ganz zur klanglichen Spitzenklasse aufschließen.

 

Technics EAH-F70N Test-Ergebnis bei HIFI.DE - GUT

Technische Daten
Kopfhörertyp Geschlossen
Akku-Laufzeit 20 Std. (laut Hersteller)
Akku-Ladezeit 4 Std. (laut Hersteller)
Schnellladefunktion 15 Min. Ladezeit für 2 Std. Laufzeit
Bluetooth-Standard 4.2
Gleichzeitige Verbindungen 2
Steuerungs-App Nein
Audio-Codecs SBC, AAC, aptX HD, LDAC
Wandler 40 mm
Faltbar Ja
NFC Nein
Mitgeliefertes Zubehör Mini-USB Kabel, 3,5 mm Klinkenkabel, Flugzeugadapter

Klingt der Technics F70N für dich interessant? Hast du schon Erfahrungen mit Technics-Produkten gesammelt? Teile deine Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren!

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