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Bowers & Wilkins PX7 im Test: Top ANC Kopfhörer aus der britischen HiFi-Schmiede

Lautsprecher von Bowers & Wilkins kommen sogar in den berühmten Abbey Road Studios zum Einsatz. Wir haben für euch untersucht, ob der neue ANC-Kopfhörer PX7 ebenfalls in der höchsten Liga mitspielen kann.
Bowers & Wilkins PX7 im Test: Top ANC Kopfhörer aus der britischen HiFi-Schmiede
Preis
399,00 Euro
Kopfhörertyp
Ohrumschließend
Akku-Laufzeit
30 Std.
Akku-Ladezeit
3 Std.
Schnellladefunktion
15 Min. Ladezeit für 5 Std. Laufzeit
Bluetooth-Standard
Bluetooth 5.0
Audio-Codecs
aptX, AAC, SBC
Gewicht
310 g
In Kürze
Der PX7 übernimmt die Tugenden seines Vorgängers und geht noch weiter. Klanglich spielt er deutlich in der Ober-Liga und schafft es, mit einer tollen Räumlichkeit, großartiger Verarbeitung und einem sehr guten Noise-Cancelling zu begeistern.
Vorteile
  • Sehr guter Klang
  • Guter Tragekomfort
  • Deutlich verbessertes Noise-Cancelling
Nachteile
  • Transparency-Funktion rauscht etwas

Kaum ein anderer Hersteller steht in so hohem Maße für britische HiFi-Noblesse wie Bowers & Wilkins. Nach dem PX liegt uns der aktuelle Nobelhörer PX7 von B&W zum Test auf dem Schreibtisch. Kann er sich beweisen und an die Tugenden seines Vorgängers anknüpfen? Oder macht er sogar einiges besser? Sieh dir hier unseren Test zum Vorgänger Bowers & Wilkins PX an.

Bowers & Wilkins PX Schrägansicht
Der PX7 kommt in einem schicken und einheitlichen Look daher.

Geblieben ist definitiv die edle optische Anmutung und die hervorragende Verarbeitung mit Metall-, Stoff- und Feinlederelementen. Die Ohrmuschelhalterung besteht nun aus einem Composite-Fiberglasmaterial, das aus dem Rennsport kommt. Das hebt den PX7 definitiv aus der Masse und macht gespannt auf seine inneren Werte.

Design beim B&W PX7

Schon das silbern glänzende Bowers und Wilkins-Logo auf den metallenen Rückseiten der Ohrmuscheln macht unmissverständlich klar, dass wir es hier nicht mit einem schnöden Massenmodell von der Stange zu tun haben. Umrahmt wird das Element von braun-grauen Stoffeinlagen, die auch die Oberseite des Kopfbügelpolsters zieren.

Dessen Unterseite besteht wie auch die Ohrpolster aus elegantem Feinleder, das sich angenehm anschmiegt. Der Kopfbügel selbst besteht wie schon gesagt aus einem speziellen Composite-Fiberglasmaterial. Das sieht nicht nur edel aus, sondern macht auch den Eindruck extremer Haltbarkeit. Insgesamt sind die Ohrmuscheln etwas flacher als beim Vorgänger. Geblieben ist hingegen die Bedienphilosophie mit nur wenigen Knöpfen.

Berührungsempfindliche Bedienflächen besitzt der B&W PX7 nicht. Das stellt aber keinen Kritikpunkt dar, sondern unterstreicht vielmehr das puristische Konzept eines High-End-Hifi-Herstellers: schnörkellose Reduktion auf das Wesentliche, den guten Klang.

Abgesehen von den erwähnten flacheren Ohrmuscheln und dem neuen Material des Kopfbügels unterscheidet sich der PX7 äußerlich nur wenig vom älteren Modell: Die wechselbaren Ohrpolster werden nun von praxisgerechten Plastikclips statt Magneten in Position gehalten. Das ist etwas weniger elegant, aber sicherlich ebenso praxisgerecht.

Das neue Hardcase für den PX7 schützt ihn besonders vor Stürzen oder davor, in der vollen Tasche zerdrückt zu werden.

Das mit grauem Stoff überzogene Hardcase sieht zwar weniger extravagant als sein Vorgänger aus, schützt den Hörer aber umso besser. Sehr gut.

B&W PX7 im Test: Der Klang

Der Hörtest des PX7 von B&W zauberte uns schon bei den ersten Tönen ein breites Grinsen ins Gesicht, denn der neue britische Kopfhörer verzaubert mit einer äußerst akkuraten Wiedergabe und hervorragender Detailauflösung.

Der Bassbereich geht wirklich tief in den Frequenzkeller, ohne dabei so überbetont zu sein wie bei manch anderem Modell. Die Kontrabässe von Lars Danielsson und E.S.T.s Dan Berglund wurden mit kaum einem Kopfhörer in unseren Tests so konturiert und obertonreich wiedergegeben wie mit dem PX7 von B&W.

Bowers & Wilkins Seitenansicht
Die Optik des PX7 als eine Mischung aus Stoff und Stahlelementen kann sich sehen lassen.

Der B&W PX7 im Labor- und Hörtest

Auch in der messtechnischen Prüfung machte der Bowers & Wilkins bis auf eine gewisse Senke im oberen Mittenbereich und leichter Welligkeit in den Höhen eine ausgezeichnete Figur. Bei der mit Besen gespielten Snaredrum von Esbjörn Svenssons Goldhearted Minor war die im Labor gemessene Senke im oberen Mittenbereich zwar hörbar, allerdings verhalf sie der Musik dank der tollen Feinauflösung des PX7 dennoch zu dem wunderbaren Groove, der diesen Titel auszeichnet.

Die Feindynamik ist für die Klangqualität eben in vielen Fällen ausschlaggebender als der Frequenzgang. Bei Paul O`Briens Stimme fehlte das letzte Quäntchen Glanz. Dafür war aber die Räumlichkeit auf allerhöchstem Niveau und wird nur noch von einem Sennheiser Momentum geschlagen, der allerdings im Bass etwas zu dick aufträgt.

Bowers & Wilkins PX7 Messergebnisse
Parallelen zum Vorgänger PX: Es zeigt sich eine leichte Senke im oberen Mittenbereich und ein Peak etwa bei 10 kHz. Allerdings ist der Bassbereich beim PX7 linearer und insgesamt ist die Welligkeit deutlich niedriger als noch beim PX.

Im Test bewies der PX7 von B&W bei Toni Braxtons Album Secrets, dass er auch mit Pop-Material hervorragend zurechtkommt: abgrundtiefe Bässe ohne Überbetonung und eine tolle Stereobühne. Lediglich die Hi-Hats und Becken wurden ein klein wenig prominent wiedergegeben, was einerseits gefallen kann, andererseits das Gehör aber bei langem Gebrauch vielleicht etwas mehr ermüden mag als ein Sony WH-1000XM4.

Dieser bietet zwar eine wirkungsvolle Einmessfunktion per App, kann aber mit der Auflösung unseres puristischen englischen Hörers nicht mithalten. Insgesamt kommen wir nicht umhin, dem PX7 klanglich eine deutliche Verbesserung gegenüber seinem Vorgänger zu bescheinigen. Sein individueller Klang weiß zu gefallen und lässt alle Stilrichtungen gleichermaßen gut klingen.

Technologie

Was die Konnektivität angeht, ist der PX7 auf der Höhe der Zeit. So wird AptX HD unterstützt, womit sich auch hochauflösende Audiofiles problemlos übertragen lassen. Zudem lässt sich der Hörer mit bis zu zwei Bluetooth-Quellen gleichzeitig verbinden. Das Noise Cancelling ist in drei Stufen schaltbar: „Low“ lässt noch einige Umgebungsgeräusche durch, während „High“ eine sehr gute Abschirmung gewährleistet.

Die Stellung „Auto“ passt sich automatisch der jeweiligen Situation an, und lässt Umgebungsgeräusche teilweise zu dir durch, um auf eventuelle Gefahren reagieren zu können. Zudem gibt es auch beim neuen Bowers & Wilkins ANC-Flaggschiff einen Transparency-Modus, der die Musik dämpft und Umgebungsgeräusche durchlässt, so dass man sich unterhalten kann, ohne den Hörer abzunehmen.

Die Pass-Thru-Funktion funktioniert sehr gut, rauscht aber leider vernehmlich – was man erfreulicherweise vom aktiven Noise-Cancelling zum Glück nicht behaupten kann.

Bowers & Wilkins App
In der App stellst du das Noise-Cancelling sowie die Einstellungen für die Umgebungsgeräusche ein. Einen Equalizer findest du in der App nicht. | Bild: Bowers & Wilkins Headphones App

Beim PX7 ist die Geräuschunterdrückung nicht nur weitestgehend nebengeräuschfrei, sondern bewahrt auch die Qualität der Musikwiedergabe. Somit ist eine deutliche Verbesserung zum PX festzustellen, den wir im letzten Jahr getestet hatten.

Wenig verändert hat sich dagegen bei der zugehörigen App. Hier könnt Ihr die verschiedenen ANC-Modi durchschalten und die Durchlässigkeit der Transparenzschaltung sowie die Empfindlichkeit der Bewegungssensoren einstellen.

Auch die Zeit, nach der sich der Kopfhörer bei Nichtbenutzung automatisch abschaltet, kann hier gewählt werden. Klangregelfunktionen jedweder Art sucht man dagegen vergeblich – da der PX7 aber von Haus aus bei jedem Musikstil hervorragend klingt, ist das kein Nachteil.

Bedienung und Praxis

Der dreh- aber nicht klappbare Hörer sitzt sehr gut am Kopf, auch wenn er nicht ganz so bequem ist wie ein Sony WH-1000XM4, dessen Polster noch ein wenig weicher sind. Dennoch – der etwas hohe Anpressdruck des Vorgängermodells gehört der Vergangenheit an – gibt es hier nichts ernsthaft zu kritisieren.

Bowers & Wilkins PX7 Case
Der B&W PX7 kommt mit einem praktischen Hardcase, in dem der Kopfhörer und das Zubehör Platz findet.

Wie oben erwähnt gibt es nur wenige, aber zweckmäßige Bedienelemente: Drei Tasten an der rechten Ohrmuschel regeln Lautstärke, Titelwahl und Telefonfunktionen, ein Schiebeschalter darüber schaltet den Hörer ein und aus und kümmert sich zudem um das Bluetooth-Pairing. Die andere Seite hat nur einen Schalter, der die drei ANC-Modi durchschaltet und, bei längerem Druck, den Transparenzmodus aktiviert.

Insgesamt ist das eine Bedienphilosophie, die von vielen traditionellen ANC-Hörern bekannt ist und keine Fragen aufwirft – das hat auch was für sich. Setzt Ihr den Hörer ab oder hebt auch nur eine Ohrmuschel an, so stoppt der PX7 die Musikwiedergabe augenblicklich und startet erneut, wenn der Hörer wieder fest auf dem Ohr sitzt. Ein sehr nützliches Feature, das darüber hinaus hervorragend funktioniert.

Testfazit zum Bowers & Wilkins PX7

Lasst uns kurz auf die Einleitung dieses Tests zurückkommen: Der PX7 knüpft nicht nur an die Tugenden seines Vorgängers PX an, sondern macht tatsächlich so gut wie alles besser: Das ANC rauscht nicht mehr, die Tasche ist jetzt endlich „roadtauglich“ und – das Wichtigste – er kann klanglich eine deutliche Schippe drauflegen.

Auch wenn die tonale Signatur dem älteren Modell durchaus ähnelt, punktet der B&W PX7 in unserem Test mit verbesserter Auflösung, einer äußerst konturierten Basswiedergabe und guter Räumlichkeit. Auch ohne Klangregelmöglichkeiten per App kommt er mit allen Audiosignalen und Stilrichtungen bestens zurecht. Wer einen edlen Hörer ohne „Gimmicks“ sucht, der bei guten ANC-Funktionen toll klingt, sollte den PX7 auf jeden Fall weit oben auf die Liste setzen.

Technische Daten
Preis 399,00 Euro
Kopfhörertyp Ohrumschließend
Akku-Laufzeit 30 Std.
Akku-Ladezeit 3 Std.
Schnellladefunktion 15 Min. Ladezeit für 5 Std. Laufzeit
Bluetooth-Standard Bluetooth 5.0
Audio-Codecs aptX, AAC, SBC
Gleichzeitige Verbindungen 2
Steuerungs-App Ja
Wandler 43,6 mm
Faltbar Nein
NFC Nein
Mitgeliefertes Zubehör 3,5 mm Klinkenkabel, USB-C Kabel
Gewicht 310 g

Was hältst du vom Bowers & Wilkins PX7? Kommt der Kopfhörer für dich in Frage? Teile deine Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren mit der Community!

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