Startseite Test Bowers & Wilkins PX: Noise Cancelling-Kopfhörer im Test

Bowers & Wilkins PX: Noise Cancelling-Kopfhörer im Test

Der Name Bowers & Wilkins verspricht britische Klangqualität der Extraklasse. Kann der PX Noise Cancelling-Kopfhörer diesen Erwartungen gerecht werden?
Preis (UVP/Straßenpreis)
399,00 € / 299,00 €
Kopfhörertyp
ohrumschließend
Bauart
geschlossen
Gewicht
335 g
Kabellos
ja, Bluetooth aptX HD
Noise Cancelling
ja
Mikrofon
ja
Vorteile
  • Guter Klang
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Britisch-nobles Design
  • Edle Materialien
Nachteile
  • Defizite in Räumlichkeit und Feinauflösung
  • Hohes Gewicht
  • Rauschendes Noise-Cancelling-System

Der Bowers & Wilkins PX im HIFI.DE-Test

Bowers und Wilkins ist ein Name, der vielen HiFi-Fans ein Glänzen in die Augen zaubert. Schließlich steht der englische Hersteller für feinste Lautsprecher, die längst auch ihren Weg in viele Tonstudios dieser Welt geschafft haben.

Mit dem PX stellt Bowers und Wilkins den ersten eigenen drahtlosen Bluetooth-Kopfhörer vor und möchte damit die legendäre Klangqualität und das edle Design, für das die Lautsprecher berühmt wurden, auch für den mobilen Betrieb verfügbar machen. Dabei sorgen zeitgemäße Features dafür, dass der noble Hörer aus Großbritannien der Konkurrenz auch in technischer Hinsicht in nichts nachsteht.

Der PX Noise Cancelling Kopfhörer von Bowers & Wilkins | Bild: HIFI.DE

Klang

Der erste klangliche Eindruck des Bowers und Wilkins ist erfreulich unprätentiös und neutral. Die aufgeblasenen Bassgewitter vieler tragbarer Kopfhörer sind ihm genauso fremd wie aggressive Höhen – so steht einem langen, ungetrübten Musikgenuss nichts im Wege.

Allerdings lässt der englische Hörer auch ein wenig Feindynamik vermissen – der elegante Groove der mit Besen gespielten Snaredrum in Esbjörn Svenssons „The Goldhearted Miner“ (ACT music), der mit Konkurrenten wie dem KEF Space One schon für sich genommen die Füße mitwippen lässt, ist mit dem PX nur zu erahnen.

Während Esbjörn Svenssons Piano seine Melodien mit dem PX wunderbar sanft entwickeln darf, fehlen auch dem Kontrabass die Luft und die Obertonstruktur. Toni Braxtons „Come On Over Here“ wiederum überzeugt zwar einerseits durch eine sehr warme Darstellung der Stimme, kommt aber dennoch ein wenig „schaumgebremst“ aus den Hörern – dem Bass fehlt es an Druck, und auch Hi-Hats und Shaker kommen weniger lebendig als gewohnt.

Bei Paul O’Briens „Misty Mountain“ (Stockfish Records) bestätigt sich dieser Eindruck: Die Stimme klingt sehr warm, allerdings mangelt es etwas an Präsenz und die akustischen Gitarren lassen den perlenden Glanz vermissen, für den Günther Paulers Aufnahmen berühmt sind.

Die Grafik stellt den Wirkungsgrad (dBr, Studiopegel) beider Kopfhörerkanäle (rot und blau) in Relation zum Frequenzgang (Hz) dar – im Bluetooth Betrieb bei eingeschaltetem Noise Cancelling. | Messergebnisse von Peter Schüller

Das liegt sicherlich nicht nur an der im Frequenzgang erkennbaren Absenkung bei 3,5 Kilohertz und dem starken Höhenabfall ab 10 Kilohertz, sondern auch – wie es insbesondere anhand Lars Danielssons Platte „Libera Me“ deutlich wird – an der Darstellung der räumlichen Tiefe, die leider nicht an die Plastizität eines KEF Space One oder auch eines Sennheiser PXC 550 herankommt.

Zusammenfassend lässt sich der Klang des Bowers und Wilkins PX vielleicht am besten mit „British Understatement“ umschreiben: Unprätentiös, unauffällig, dabei jedoch stets sauber und niemals angestrengt. Für eine Aufnahme in die Referenzklasse fehlt es jedoch an Räumlichkeit, Feindynamik und Auflösung im Höhenbereich.

Technologie

Der Bowers und Wilkins PX ist ein ohrumschließender Kopfhörer, der schon beim ersten Auspacken durch noble Materialien und eine hervorragende Verarbeitung überzeugt. Der metallene Kopfbügel und die Ohrmuscheln sind mit strapazierfähigem Nylon veredelt, die Zuleitungen zu den Hörern mit textilummantelten Kabeln ausgeführt.

Jetzt ansehen: Der Noise Cancelling-Kopfhörer Bowers & Wilkins PX

Exakt gefertigte Metallgelenke und ein vergleichsweise stattliches Gewicht von 335 Gramm geben dem Nutzer dabei das unmittelbare Gefühl, ein seriöses Stück High-End-Tontechnik in den Händen zu halten.

In technischer Hinsicht überzeugt der Kopfhörer durch Bluetooth aptX HD, eine ausgeklügelte Geräuschunterdrückung mit insgesamt sechs eingebauten Mikrofonen (vier für die Geräuschunterdrückung und zwei für Telefonie) sowie einen eingebauten Bewegungssensor, der die Musik automatisch stummschaltet, wenn ein Hörer vom Ohr abgehoben wird.

Design, Verarbeitung und Tragekomfort

Der nicht faltbare Bowers und Wilkins PX ist, wie bereits beschrieben, ein edles Stück Tontechnik – akribisch gefertigt aus erlesenen Materialien. Die Ohrpolster lassen sich abnehmen und werden durch Magnete sicher in Position gehalten – sehr elegant!

Mitgeliefert wird eine gepolsterte Tragetasche aus gestepptem, filzähnlichem Stoff, deren Deckelklappe mit Magneten geschlossen gehalten wird und auf der ein nobles verchromtes „Bowers & Wilkins“-Schild prangt. Diese Tasche weckt sofort Assoziationen an eine englische Nobelkarosse, schützt den PX jedoch sicherlich weniger gut als die profaneren Hardcases, in denen viele andere Kopfhörer geliefert werden.

Am Ohr sitzt der gut gepolsterte PX dafür komfortabel und stabil. Der etwas hohe Anpressdruck und das Gewicht könnten sich bei langem Einsatz für manche Träger jedoch störend auswirken. Die Hitzeentwicklung unter den Ohrmuscheln ist für einen ohrumschließenden Hörer moderat, diesbezüglich gibt es also keinen Anlass zur Kritik.

Praxis

Der PX besitzt nur wenige Bedienelemente an der Hinterseite der rechten Ohrmuschel. Zunächst gibt es drei längliche Taster, die ähnlich belegt sind wie beim berühmten Bose Quietcomfort 35 II: Die oben und unten angeordneten Bedienelemente regeln die Lautstärke, während der mittlere Taster für Start beziehungsweise Stopp und Telefonie zuständig ist.

Per Doppelklick wird einen Titel nach vorne gesprungen, dreifaches Drücken spielt den vorherigen Track ab. Unter diesen altbekannten Elementen sitzen ein Druck- sowie Schiebeschalter für die Inbetriebnahme und Bluetooth-Aktivierung sowie ein weiterer kleiner Taster, der die verschiedenen Noise-Cancelling-Stufen durchschaltet.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzmodellen wird die aktuelle Betriebsart dabei nicht angesagt, so dass man immer ein wenig raten muss. Das wiederum fällt aber nicht besonders schwer, denn das eigentlich gut funktionierende Noise-Cancelling-System des Bowers und Wilkins rauscht je nach eingestelltem Level unterschiedlich stark.

Die Bedienelemente sind passend zum Gesamtbild des Kopfhörers in einem schlichten und edlen Design gehalten. | Bild: HIFI.DE

In der Einstellung „Büro“ ist die Geräuschunterdrückung unauffällig, im mittleren „Stadt“-Setting deutlich vernehmbar und die „Flug“-Einstellung rauscht nochmals stärker. Das wird dem High-End-Anspruch des Gerätes nicht gerecht.

Die zum PX gehörige App ermöglicht lediglich die Einstellung des Noise-Cancelling-Levels und der Bewegungssensoren, die den Kopfhörer beim Ablegen stummschalten. Möglichkeiten zur Klanganpassung sucht man dagegen vergebens. Die Bluetooth-Verbindung war im Test stets stabil, die Telefonfunktionalität gut.

Test-Fazit zum Bowers & Wilkins PX

Der Bowers und Wilkins PX ist ein hervorragend verarbeiteter Drahtloskopfhörer, der im besten Sinne britische Noblesse ausstrahlt. Das Klangbild ist warm, sauber und angenehm, kann jedoch wegen mangelnder Detailtreue und Räumlichkeit nicht zur Referenzklasse aufschließen. Das aktive Noise-Cancelling-System rauscht zu stark.

Jetzt ansehen: Technische Messergebnisse Bowers & Wilkins PX

Technische Daten
Preis (UVP/Straßenpreis) 399,00 € / 299,00 €
Garantie k.A.
Kopfhörertyp ohrumschließend
Bauart geschlossen
Wandler 40mm, dynamisch
Gewicht 335 g
Kabellos ja, Bluetooth aptX HD
Spielzeit/ Ladezeit 22 Std. BT mit ANC; 29 Std. BT ohne ANC, 50 Std. Kabel ohne ANC
Noise Cancelling ja
Mikrofon ja
Tasten on/off Schiebeschalter, 4 Funktionstaster, Automatische Ein / Aussschaltung bei Aufsetzen / Abnehmen des Kopfhörers
Steuerungs-App ja
Faltbar nein
Mitgeliefertes Zubehör Tasche, Kopfhörerkabel, USB-Kabel

 

Hast du schon Erfahrungen mit dem Bowers & Wilkins PX gemacht? Oder denkst du über eine Anschaffung nach? Teile deine Meinung und Erfahrungen gerne in den Kommentaren mit uns!

Weiterführende Links:

» Sony WH-1000XM3: Noise Cancelling-Kopfhörer im Test
» Fotogalerie: Aktuelle Kopfhörer mit Noise Cancelling
» Die beliebtesten Kopfhörer der Community
» Zur Herstellerseite des Bowers & Wilkins PX

Kommentieren
Damit du kommentieren kannst, logge dich ein mit deinen Hifi-Forum-Zugangsdaten oder registriere dich hier kostenlos.