Sonos Play im Test: Mobiler WLAN-Speaker zwischen Move und Roam
- Schnittstellen
- Bluetooth 5.3, AirPlay 2
- WLAN-Verbindung
- WiFi 6, 802.11a/b/g/n/ac/ax (2.4 und 5 GHz)
- Sprachassistenten
- Amazon Alexa, Sonos Voice Control
- Akku-Kapazität / Laufzeit
- bis zu 24 Std.
- Gewicht
- 1,3 kg
- Abmessungen (BxHxT)
- 113 x 193 x 77 mm
- Preis
- 349 Euro
Der Sonos Play ist – als Alternative zwischen Move und Roam – eine willkommene Ergänzung fürs Sonos-System, mit der gewohnten Streaming-Vielfalt, einer langen Akkulaufzeit und starkem Wasserschutz. Außerhalb des Marken-Ökosystems wird er seinem hohen Preis allerdings nur mit Einschränkungen gerecht.
- Kräftiger Sound, der sich auch für größere Räume und Outdoor eignet
- Lange Akkulaufzeit
- Mehrere Sprachassistenten
- Wasser- und staubdicht
- Automatische Klanganpassung Sonos Trueplay
- Recht hoher Preis
- Unschön verarbeitetes Bedienfeld
- Sound könnte detailreicher sein
Sonos Move, Sonos Roam und jetzt Sonos Play: Im Sonos-Katalog gibt es mittlerweile drei verschiedene WLAN-Lautsprecher, die dank Akku und Bluetooth auch außerhalb der eigenen vier Wände eingesetzt werden können. Wir haben getestet, was der neue Speaker alles draufhat.
Den Sonos Play findest du hier im Angebot:
Sonos Play im Klangtest
Auf den ersten Blick sieht der Sonos Play in seiner abgeflachten Zylinderform wie ein Mini-Move aus. Wie zu erwarten spielt er auch nicht so kräftig auf wie der wuchtige Bruder – aber kleinlaut ist der Sonos Play keinesfalls. Tatsächlich sind wir überrascht, wie laut der Play wird. Und auch wenn er tendenziell etwas neutraler, weniger basslastig abgestimmt ist als der Move 2: Für seine Größe bringt der Sonos Play überraschend viel Bass auf.
Wir lassen es aber zunächst einmal ruhig angehen: Unseren Klangtest starten wir mit Florence and the Machines‘ Akustikstück Music by Men. Der Sonos Play gibt sich im weitläufigen Testraum als gefälliger, wenn auch nicht übermäßig anspruchsvoller WLAN-Lautsprecher. Für unseren Geschmack stellt er Sängerin Florence Welshs Stimme etwas zu stark in den Vordergrund – und gibt sie gleichzeitig etwas zu dünn wieder. Das Ergebnis ist ein Sound, der sich auch in größeren Wohnzimmern und gegen laute Mitbewohner:innen durchsetzt, aber beim genaueren Hinhören einige Details und somit Emotionalität vermissen lässt.

Gleichzeitig ist der Sonos Play kein schlechter Lautsprecher. Auch anspruchsvollere Aufnahmen gibt er insgesamt rund wieder. Als nächsten Testsong haben wir uns The Manifesto (ft. Trueno and Proof) vom neuen Gorillaz-Album The Mountain ausgesucht. Den Song haben wir direkt ins Herz geschlossen und seit dem ersten Hören täglich mindestens einmal angeschmissen. Die gute Nachricht zuerst: Auch dieses deutlich vielschichtigere Instrumental bringt den Sonos Play nicht ins Straucheln. Vom lebensfrohen Gesang des Frauenchors zum munter dahinstapfenden Beat, gibt der Sonos Play das Instrumental als schön rundes Ganzes wieder. Vor allem in Proofs Rap-Strophen baut er außerdem einen überraschend tiefgreifenden, kräftigen Beat auf. Hip-Hop und elektronische Popmusik stehen dem Play definitiv.
Allerdings gilt auch bei Manifesto: Ganz so mitreißend wie gewohnt klingt unsere Musik über den Play nicht. Das liegt unter anderem wieder am präsenten, aber recht dünnen Mittenbereich, durch den auch The Manifesto etwas flachbrüstig klingt. Gleichzeitig klingt der Song über den Play auch etwas gedrungen, als könnte er die Arme nicht ganz ausbreiten. Das ist nicht überraschend: Der Sonos Play verfügt zwar über zwei nach außen abgewinkelte Hochtöner, kann aber aufgrund seiner Größe einfach keine wahre Stereobühne aufbauen. Trotzdem finden wir, dass er merklich klaustrophobischer klingt als andere Speaker seiner Größenklasse. Der Apple HomePod etwa, der den zahlreichen Instrumenten und Vocal-Lines von The Manifesto einfach etwas mehr Luft zum Atmen bietet.

Als drittes Beispiel soll noch Turnstiles Sole herhalten. Auch mit rockigerer Musik kann der Sonos Play umgehen: Spätestens, wenn Sänger Brendan Yates einsetzt, wollen wir nicht mehr sitzenbleiben. Die Gitarren könnten zwar wieder authentischer klingen, fließen aber auch nicht als indistinktes weißes Rauschen ineinander. Und selbst, wenn erst der Move 2 uns so richtig vom Stuhl kickt: Punch haben die Gitarren auch über den Play.
Insgesamt klingt der Sonos Play also rund. Er leistet sich keine Patzer, sondern hält auch mit deiner Metal-Musik Schritt und sorgt für Musik-Spaß im Wohnzimmer. Dafür sorgen besonders seine hohe Lautstärke und, dass er einen für seine Größe beachtlichen Bass aufbringt. Falls du dich allerdings abends gern auf die Couch setzt und genüsslich deine Lieblingsalben sezierst, würden wir ihn dir nicht empfehlen. Dafür bringt der Speaker Stimmen und Instrumente leider zu dünn rüber und faltet die Musik nicht weit genug auf. Vor allem unter Betrachtung des Preises. Denn für rund 350 Euro erhältst du z. B. auch einen HomePod, der im Vergleich weiter und musikalischer spielt.
Dich interessiert, wie andere Sonos-Lautsprecher in unseren Tests abgeschnitten haben? Dann wirf einen Blick auf unsere Bestenliste:
Zwei sind besser als einer
Den Sonos Play kannst du übrigens auch im Stereo-Paar nutzen. Am leicht künstlichen Klangcharakter kann das zwar auch nichts ändern, aber das Zweierpaar spielt immerhin – logischerweise – deutlich weiter auf, wodurch wir auch tiefer ins Instrumental blicken können. Da macht auch The Manifesto auf einmal viel mehr Spaß. Zu zweit wird der Sonos Play zur durchaus leistungsstarken Stereoanlage. Allerdings kostet dich das auch einen ordentlichen Batzen Geld: Rund 700 Euro werden fällig.

Ausstattung – Streaming ohne Ende
Sonos stattet seine Lautsprecher mit einer bunten Palette an Streaming-Optionen aus. Zunächst wäre das – ganz simpel – Bluetooth. Die Funktechnologie liegt hier in der modernen Version 5.3 vor, Vorteile von LE Audio wie z. B. Auracast unterstützt der Sonos Play aber laut Datenblatt nicht.
Breiter ist das Angebot, wenn du per WLAN streamst. Besonders bequem haben es hier Apple-Nutzer:innen, die von ihren Geräten aus viele kompatible Apps auf die Lautsprecher streamen können: per Apple AirPlay 2. Nutzt du ein Android-Smartphone, kannst du Musik auf ähnliche Weise aus den Spotify- und Tidal-Apps auf den Play streamen. Das AirPlay-Äquivalent von Google namens Google Cast unterstützt Sonos hingegen nicht.

Falls es dir nicht so wichtig ist, die Wiedergabe direkt aus den jeweiligen Apps hinaus auf den Speaker zu lenken, kannst du auch den Weg über die Sonos-App gehen. Dafür musst du dein Konto beim jeweiligen Musik-Streaming-Dienst mit der App verknüpfen. Unterstützt werden etliche Dienste, darunter natürlich auch die Großen: ob Spotify, Tidal, Apple Music oder YouTube Music.
Per Kabel Musik abspielen? Nur mit Adapter
An den physischen Anschlüssen spart Sonos dann. Der Play hat lediglich einen USB-C-Anschluss, der entweder den Lautsprecher auflädt oder, in die andere Richtung, den Play zur Powerbank für dein Handy macht. Sonos weist zwar aus, dass du den USB-C-Anschluss auch nutzen kannst, um ein analoges Audiokabel oder ein Ethernet-Kabel zu verbinden – in dem Fall brauchst du aber Adapter, die dir Sonos für wahlweise 25 Euro (Adapter auf Klinke) oder 45 Euro (Kombiadapter) verkauft.

Ein weiterer Vorteil des Sonos-Ökosystems, von dem der Sonos Play profitiert: Sonos Trueplay. Das ist eine Raumeinmessungstechnologie, die den Klang des Speakers auf seinen Standort anpasst. Der Play nutzt allerdings nicht das vollwertige, manuelle Trueplay, das du vielleicht vom Sonos Era 300 kennst. Er kennt nur das automatische Trueplay, das auch der Move 2 unterstützt.
Der Sonos Play unterwegs
Der Sonos Play ist nicht nur ein WLAN-Lautsprecher, sondern ein mobiler WLAN-Lautsprecher. Das heißt: Er ist nicht auf Steckdose und WiFi angewiesen, sondern kann dank Akku und Bluetooth auch unterwegs, z. B. im Nachbarschaftspark, spielen. Praktisch, falls du oft unterwegs Musik hörst. Der Akku des Sonos Play verspricht dabei beachtliche 24 Stunden Laufzeit. Aufladen kannst du ihn entweder direkt per USB-C-Kabel oder über die mitgelieferte Ladestation.

Damit er im Regenschauer nicht gleich kaputtgeht, hat Sonos den Play entsprechend aufgerüstet. Er ist nach IP67 sowohl staubdicht als auch gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Damit ist er genauso wasserfest wie der Sonos Roam 2 und noch etwas dichter als der Move 2.
Bedienung: Am Gerät, in der App, per Stimme
Die Bedienung am Gerät hält Sonos klassisch: Eingelassen in die Oberseite des Play findest du eine Play-/Pause- sowie zwei Lautstärketasten. Drückst du die Play-Taste mehrmals, springt die Wiedergabe in der Trackliste vor oder zurück. Die Lautstärketasten kannst du entweder einmal drücken, um nur einen Schritt lauter zu stellen, oder gedrückt halten, um die Lautstärke schnell mehrere Schritte hoch- oder herunterzufahren. Über diesen Tasten sitzt außerdem noch eine kleine Sprechblase. Sie schaltet den Sprachassistenten ein oder aus, sofern du einen eingerichtet hast.

Auf der Rückseite des Lautsprechers sitzen noch drei weitere Bedienelemente. Eins davon ist der Ein-/Ausschalter. Drückst du ihn einmal, wechselt der Sonos Play in einen Ruhemodus, aus dem du ihn schnell wieder aufwecken kannst. Hältst du ihn länger gedrückt, schaltet sich der Speaker ganz aus. Ein weiterer Knopf startet den Bluetooth-Kopplungsmodus (den du übrigens auch nutzen kannst, ohne den Speaker je im WLAN eingerichtet zu haben). In der Mitte dieser beiden Knöpfe sitzt zuletzt noch ein Schalter, der die Mikrofone vollständig deaktiviert. So kannst du dir sicher sein, dass der Sonos Play in keinem Fall zuhört. Ausgeschaltete Mikrofone bedeuten allerdings auch, dass du Sonos Trueplay nicht länger nutzen kannst.
Sonos-App: Alles wieder im Reinen?
Wenn es um die Bedienung von Sonos-Lautsprechern geht, ist aber eins noch viel interessanter als die Knöpfe am Gerät: die Steuerungs-App. Sonos hatte sich hier im Frühjahr 2024 mit einem umfassenden, dafür aber an vielerlei Stellen nicht funktionalen Update viel Ärger eingehandelt. Mittlerweile sind viele dieser Fehler wieder behoben und zumindest in unserem Test hat das Programm (wir nutzten die iOS-App) nicht groß gebockt. Wir fanden lediglich die Option, Musik parallel auf mehreren Lautsprechern abzuspielen, etwas unintuitiv in den Menüs versteckt. Daran konnten wir uns schnell gewöhnen, aber der Hinweis gilt trotzdem: Ganz unkompliziert ist die Sonos-App, auch ohne größere Bugs, nicht.
Möchtest du weder die Tasten am Gerät noch die App nutzen, stehen dir noch zwei Sprachassistenten zur Verfügung: Amazon Alexa und Sonos‘ eigener Dienst, Sonos Voice Control. Die Mikrofone reagieren im Test zuverlässig, selbst wenn wir auf Zimmerlautstärke Musik hören.
Das Design des Sonos Play
Optisch lässt Sonos wie bei der Bedienung nichts anbrennen. Der Sonos Play ist Era 300, Move 2 und Co. wie aus dem Gesicht geschnitten. Sein runder Körper und die monochrome Farbgebung ohne jegliche Akzente machen ihn zu einem schlicht-eleganten Lautsprecher, der sich unauffällig in die meisten Wohnzimmer einfügen dürfte. Falls dir das Sonos-Design gefällt, gibt’s hier also nichts zu meckern. Nur: Etwas hochwertiger hätten wir uns das Gehäuse bei diesem Preis doch gewünscht. Das Bedienfeld des Sonos Play besteht aus einem einfachen Gummi, das den eleganten Gesamteindruck trübt und – zumindest an unseren zwei Testmustern – auch nicht ganz bündig mit dem Metallgitter des Körpers abschließt.

Den Sonos Play erhältst du in zwei Farbausführungen: Weiß und Schwarz. An seiner Rückseite sitzt eine kleine Schlaufe aus Gummi, die beim Transport helfen soll.
Unser Fazit zum Sonos Play
Der Sonos Play ist ein kompetenter Lautsprecher, der mit der von Sonos bekannten Streamingvielfalt aufwartet. Besonders flexibel bist du dank AirPlay mit Apple-Geräten wie iPhones, aber auch mit einem Android-Smartphones kannst du eine große Anzahl Streaming-Dienste per WLAN an den Speaker streamen. Sein Sound macht genreübergreifend Spaß, auch wenn er für kritischere Ohren vor allem im Mittenbereich nicht authentisch genug spielen dürfte. Dafür ist er dank Akku, Wasserschutz und Trageschutz problemlos unterwegs nutzbar.
Auch wenn der Sonos Play ein guter, flexibler Lautsprecher ist, bleibt am Ende leider ein großer Haken: sein Preis. Mit knapp 350 Euro UVP ist der Sonos Play alles andere als günstig. Er ist teurer als Sonos‘ Einstiegslautsprecher ohne Akku, der Era 100, und liegt in derselben Preiskategorie wie einige starke Konkurrenten, darunter Apples HomePod. Sogar unter den reinen Bluetooth-Lautsprechern liegt er auf preislicher Augenhöhe mit einigen sehr guten Modellen.
Du bist im Sonos-Ökosystem zufrieden oder bist einfach von Design und Streaming-Auswahl überzeugt, suchst einen mobilen Speaker, aber der Move ist dir zu teuer? Dann dürftest du mit dem Sonos Play glücklich werden. Angesichts des Preises lohnt es sich unserer Meinung nach aber auch, vor dem Kauf einen Blick auf mögliche Alternativen zu werfen.
Aktuelle Angebote
| Technische Daten | |
| Schnittstellen | Bluetooth 5.3, AirPlay 2 |
| WLAN-Verbindung | WiFi 6, 802.11a/b/g/n/ac/ax (2.4 und 5 GHz) |
| Sprachassistenten | Amazon Alexa, Sonos Voice Control |
| Akku-Kapazität / Laufzeit | bis zu 24 Std. |
| Ladedauer | n.A. |
| Stereo-Kopplung | Ja |
| Gewicht | 1,3 kg |
| Abmessungen (BxHxT) | 113 x 193 x 77 mm |
| Wasser- und Staubschutz | IP67 |
| Steuerungs-App | Ja |
| AUX-Eingang/Ausgang | Nein (außer mit Adapter) |
| Verfügbare Farben | Schwarz, Weiß |
| Preis | 349 Euro |
Du suchst nach einem Smart Speaker, aber es muss nicht unbedingt Sonos sein? Hier findest du viele weitere Modelle, die wir getestet haben:

