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JBL Flip Essential 3 SE im Test: Wie viel Flip braucht die Welt?

Täglich grüßt die neueste Bluetooth-Box von JBL. Der JBL Flip Essential 3 SE verpackt Premium-Funktionen im Budget-Mantel. Wir haben den Speaker getestet.
JBL Flip Essential 3 SE Titelbild | HIFI.DE Test
Preis
129,99 Euro
Maße
180 x 70 x 72 mm
Gewicht
0,55 kg
Akku-Laufzeit
12 Stunden
Wassergeschützt
IP67
Verfügbare Farben
Schwarz
In Kürze
JBL fährt in der dritten Essential-Generation eine ernsthafte Feature-Offensive. Der JBL Flip Essential 3 SE ist mit Auracast und App-Support hervorragend ausgestattet, klingt ordentlich und ist recht preiswert. Wer nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, sollte sich aber auch die hauseigene Konkurrenz von JBL ansehen.
Vorteile
  • Hohe Wasserschutzklasse
  • Solide Akkulaufzeit
  • Jetzt mit Auracast und App-Support
Nachteile
  • Stüßt bei höheren Lautstärken an seine klanglichen Grenzen
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Der JBL Flip Essential 3 SE führt die Essential-Tradition von JBL nun in dritter Generation fort. Faires Preisschild, abgespeckte Feature-Liste und nahezu vollwertiger Sound sollen hier auf dem Speiseplan stehen. Beim Blick auf ebenjene Feature-Liste werden wir dann aber doch stutzig: Auracast, App-Unterstützung – allesamt an Bord? Wofür steht denn dann das Essential? Wir finden es im Praxistest heraus.

Hier kannst du den JBL Flip Essential 3 SE kaufen:

Über diesen Test: Wir haben den JBL Flip Essential 3 SE über einen Zeitraum von einer Woche getestet. Unser Testexemplar haben wir selbst erworben.

Wie schon beim JBL Charge Essential 3 SE scheint der Namenszusatz „SE“ keine besondere Bewandtnis zu haben. Eine Version ohne SE gibt es nämlich nicht. Dementsprechend meinen wir hier im Text auch dann den Flip Essential 3 SE, wenn wir das SE mal nicht ausschreiben.

JBL Flip Essential 3 SE im Klangtest: Vollkommen alltagstauglich

Der JBL Flip Essential 3 lebt die klanglichen Tugenden von JBL voll aus, das merken wir schon im ersten Test-Track Don’t Look Down von Jai Wolf und Banks. Kräftige Tiefen, dynamisches Klangbild und ein gefälliger Gesamteindruck schinden besonders bei klaren Pop-Produktionen Eindruck. Obwohl der Flip Essential 3 SE nicht viel größer ist als der JBL Grip, lässt er ihn klanglich gekonnt hinter sich. Die Unterschiede zum JBL Flip Essential 2 hingegen sind etwas kleiner als erhofft, das Niveau war aber auch hier schon grundsolide. Nur einzelne Schwächen trägt der Flip Essential auch in dritter Generation noch mit sich herum.

JBL Flip Essential 3 SE – Vergleich mit dem Flip 7
Im direkten Vergleich unterliegt der Flip Essential 3 dem Flip 7 klanglich. Gut klingt er trotzdem.

So klingt etwa Beabadoobees Sun Has Set recht schnell etwas rumpelig, lässt neben dem dröhnenden Bass und den spitzen Vocals kaum noch andere Instrumente hindurch und macht schon bei moderaten Lautstärken schnell wenig Freude. Ein ähnlicher Effekt macht sich auch bei Blossoms Meet Me In Love bemerkbar, fällt hier aber weniger negativ auf. Der Track lebt ohnehin von einer relativen Zweidimensionalität und bringt damit, angesichts des kompakten Flip-Formats, ordentlich Schwung in die Bude.

Wir starten natürlich auch einen direkten Vergleich mit dem Vollpreis-Gegenstück, dem JBL Flip 7. Hier wartet mit Little Simz‘ Introvert zunächst ein relativ herausfordernder Track auf der Test-Playlist. Opulente Inszenierung, ein intensiver Drum-Beat und vordergründiger Sprechgesang klingen mit dem Flip 7 beeindruckend breit und vergleichsweise klar. Hier baut sich vor dem inneren Auge eine mittelgroße Bühne auf, die der Räumlichkeit des Tracks einigermaßen gerecht werden kann.

JBL Flip Essential 3 SE – Frontalansicht
Das kompakte Format des Flip Essential 3 lässt höhere Lautstärken zwar zu, dann aber auf Kosten der Details.

Mit dem Flip Essential 3 glänzen hingegen immer nur eher einzelne Bestandteile des Tracks. Das Intro schindet zwar Eindruck, stolpert beim Übergang in den taktgebenden Beat aber über die eigene Dominanz im Klangbild. Die Instrumentals klingen durch die Bank recht natürlich, müssen sich aber die recht enge Klangbühne mit Bass und Vocals teilen. Spaß macht energiegeladener Hip-Hop mit dem Flip Essential 3 trotzdem, kritisches Hören ist hier aber nicht drin. Seine Stärken ausspielen kann der Flip Essential 3 eher dann, wenn die Produktion nicht ganz so dicht ist, wie etwa direkt in Woman von Little Simz, dem Folgetrack auf Sometimes I Might Be Introvert.

Die JBL Flip Essential 3 ist nicht die richtige Box für dich? Dann findest du in unserer Test-Übersicht bestimmt etwas Passendes:

JBL Flip Essential 3 SE: Das größte Upgrade steckt in der App

Nach der positiven Überraschung beim Charge Essential 3 hatten wir natürlich auch beim Flip Essential 3 auf vollwertigen App-Support gehofft. Und siehe da: JBL liefert. Der JBL Flip Essential 3 SE lässt sich in der App sowohl soundtechnisch feinjustieren als auch akkutechnisch im Blick behalten.

Der Equalizer gibt dir über sieben Frequenzbänder und zahlreiche Presets die Möglichkeit, den Klang an deine Bedürfnisse anzupassen. Das gefällt gerade beim teilweise eigenwilligen Sound der Essential-Reihe wirklich gut. So können wir je nach Genre ein wenig an den Reglern drehen und jedenfalls etwas lauter aufdrehen. Vorsicht ist bei der Nutzung der Presets trotzdem geboten: Einige EQ-Modi sorgen nämlich eher für ein unnatürliches Klangbild, als dass sie bestimmten Frequenzen die Bühne bereiten.

Der „Vocal“-Modus etwa legt bei Arlo Parks‘ Devotion einen abdämpfenden Filter auf die stimmliche Performance. Die steht jetzt zwar mehr im Vordergrund, hat aber auch nicht mehr viel mit der eigentlichen Aufnahme zu tun. Ähnlich hatten wir genau diesen Modus übrigens auch schon beim Charge Essential 3 bewertet. Unser Rat: Greife lieber zum manuellen EQ, wo du ungewünschte Veränderungen im Sound direkt erkennen und korrigieren kannst.

Wer seine Essential-Box mit weiteren JBL-Speakern koppeln möchte, kann ebenfalls aufatmen. Der Flip Essential 3 lässt sich in der App mit gleichwertigen Geräten zu einem Stereo-Paar koppeln und – noch viel besser – per Auracast mit JBL-Lautsprechern und sogar markenfremden Bluetooth-Boxen verbinden!

JBL steht für Auracast – jetzt auch bei Essential-Produkten

In puncto Auracast macht JBL nämlich wirklich ernst. Nachdem schon die Lautsprecher der Hauptreihe reihenweise mit Auracast ausgestattet wurden, kommt das Feature jetzt auch im Essential-Sektor an. Auracast ermöglicht die parallele Wiedergabe einer Audio-Quelle über mehrere Geräte und ist seit Bluetooth 5.2 technisch möglich.

JBL Flip Essential 3 SE – Bedienfeld mit Auracast
Ganz rechts siehst du hier den unscheinbaren Auracast-Knopf, der sofort einen Stream startet oder einem bestehenden Broadcast beitritt.

JBL legt dem Feature außerdem auch softwareseitig keine Ketten an und öffnet sich auch für Lautsprecher fremder Marken. Der Flip Essential 3 startet auf Knopfdruck einen Auracast-Stream, dem dann andere Boxen beitreten können. Wenn bereits ein Auracast-Stream gesendet wird, kannst du dich über denselben Knopf an der Oberseite der Box einfach einklinken und mithören.

Wir erwähnen es zwar immer wieder, wollen es aber auch hier nicht ungesagt lassen: Dass der JBL Flip Essential 3 sowohl Auracast-Streams empfangen als auch selbst welche senden kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Hersteller machen es dir nicht so einfach und verzichten noch auf den Auracast-Sender in der Bluetooth-Box – wohl in der Hoffnung, dass die Technologie ohnehin bald von allen gängigen Smartphones unterstützt wird. Weil das aber eben noch nicht der Fall ist, wirkt JBLs Herangehensweise deutlich sinniger.

Akku und Co.: An den Upgrades wird nicht gespart

Neben App-Support und Auracast hat JBL sich auch bei der restlichen Ausstattung nicht lumpen lassen und spendiert dem Flip Essential 3 gleich zwei Stunden mehr Akkuleistung. Die jetzt zwölf Stunden lassen sich zwar nicht, wie zum Beispiel beim Flip 7 möglich, durch einen Playtime Boost noch weiter aufstocken, bringen dich aber trotzdem locker durch den Tag.

JBL Flip Essential 3 SE – Gurtband
Eine kleine Trageschlaufe befestigt den Flip Essential 3 am Handgelenk, oder an der Gürtelschnalle.

Wasserfest war der Flip Essential 2 auch schon, jetzt gesellt sich aber auch noch Staubschutz dazu. Mit IP67 ist der Flip Essential 3 bestens für rustikale Bedingungen geeignet und macht sich unter anderem exzellent als Festival- oder Camping-Begleitung. Besonders, wenn man auf dem Campring-Platz dann auf andere JBL-Nutzer:innen trifft, dürfte die Freude über den Auracast-Support dann besonders groß sein.

JBL Flip Essential 3 SE: Beim Design tut sich wenig

Ein Flip ist ein Flip und bleibt ein Flip. Designtechnisch haben wir beim Flip Essential 3 SE mit keinen großen Überraschungen gerechnet. Die ikonischen seitlichen Passivradiatoren dürfen natürlich nicht fehlen und geraten im Betrieb ordentlich ins Beben. Auf der Front verrät ein kleines, dunkelblaues Logo außerdem, dass es sich hier um die aktuelle Essential-Reihe handelt. Die Geräte der Hauptreihe, Charge 6 und Flip 7, haben nämlich einen ausladenden JBL-Schriftzug verliehen bekommen, die Essential-Speaker der Vorsaison einen knallorangenen Patch.

JBL Flip Essential 3 SE – Passivradiator
Der ikonische Passivradiator leistet nicht nur ganze Arbeit, sondern zeigt auch noch das JBL-Logo.

Ansonsten darf natürlich der Aurcast-Taster nicht fehlen, der Bluetooth-Knopf wird folgerichtig neben den Power-Button versetzt. Das kennen wir so aber auch schon vom JBL Flip 5 und Flip 6, die wohl am ehesten als optisches Vorbild für den Flip Essential 2 herhalten mussten. Der Flip Essential 2 hatte sich ja noch eher am mittlerweile in die Jahre gekommenen Flip 4 orientiert.

JBLs Portfolio: Wie behält man da den Überblick?

Schon beim Test des JBL Charge Essential 3 war uns aufgefallen, dass JBLs Anspruch, für jede Preisklasse und jeden Bedarf wirklich einen Lautsprecher im Angebot zu führen, langsam etwas ad absurdum geführt wird. Wenn du unsere ausführliche Einschätzung dazu nachlesen willst, empfehlen wir dir einen Blick in den Test des Charge.

JBL Flip Essential 3 SE – Vergleich mit Charge Essential 3
Der Charge Essential 3 SE ist deutlich größer als der Flip, dank Angebotspreisen aber oft noch günstiger – selbst bei JBL.

Aber auch hier kurz: Mit Grip, Flip 7, Flip Essential 3, Charge 6 und Charge Essential 3 sind mittlerweile satte fünf Lautsprecher in einem Preiskorridor von knapp 50 Euro zu haben. Noch dazu kommt, dass der Charge Essential 3 zum Zeitpunkt des Tests sogar zu günstigeren Angebotspreisen zu haben ist, als der Flip Essential 3. Ob Käufer:innen da – ohne ausführliche Eigenrecherche – noch eine sinnvolle Kaufentscheidung fällen können, ist mehr als fraglich.

Unser Fazit zum JBL Flip Essential 3

Der Flip Essential 3 lässt seinen eigenen Vorgänger allein schon wegen der verbesserten Ausstattung meilenweit hinter sich. Dank Auracast, App, und verbessertem Akku gibt es eigentlich keinen Grund mehr, den Vorgänger in Erwägung zu ziehen. Die Essential-Reihe ist also offiziell in der Gegenwart angekommen und dank Auracast auch endlich zur Hauptreihe kompatibel.

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung also? Nicht ganz. Denn mit den Features ist auch die UVP von 110 auf 130 Euro angestiegen, während der Flip 7 im eigenen Online-Store von JBL oft schon für 110 Euro zu haben ist. Ob sich der Hersteller mit der Fülle an Modellen also selbst ein Bein stellt? Die Zeit (und die Rabattaktionen) werden es zeigen – mehr als 100 Euro solltest du für den Flip Essential 3 aber definitiv nicht ausgeben.

HIFI.DE Testsiegel Bluetooth-Lautsprecher JBL Flip Essential 3 SE 8.2

Hier kannst du den Flip Essential 3 SE kaufen:

Technische Daten
Preis 129,99 Euro
Maße 180 x 70 x 72 mm
Gewicht 0,55 kg
Akku-Laufzeit 12 Stunden
Wassergeschützt IP67
Verfügbare Farben Schwarz
Ladedauer 3 Stunden
Leistung 30 W
Frequenzbereich 65 Hz - 20 KHz
Anschlüsse / Schnittstellen Bluetooth 5.4, Auracast
Mikrofon
Multiroom-fähig Ja
Trage-Vorrichtung Ja

Ein Bluetooth-Lautsprecher ist doch nichts für dich? Wir haben auch zahlreiche WLAN-Lautsprecher untersucht:

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