Samsung OLED S90H im Test: Viel mehr als nur ein Nachfolger
- Display
- OLED
- Auflösung
- 4K (3.840 x 2.160)
- Verfügbare Größen
- 42", 48", 55", 65", 77", 83"
- Getestete Größe
- 65"
- HDR-Unterstützung
- HDR10, HDR10+, HLG
- Bildfrequenz
- 100 / 120 Hz
- Video-Eingänge
- 4 x HDMI 2.1
- Preis (UVP/Straßenpreis)
- 3199,00 Euro / um 2300 Euro (65")
Der Samsung OLED-TV S90H unterscheidet sich vom Vorjahresmodell S90F durch eine matte Beschichtung und ein anderes OLED-Panel. Die Bildqualität ist insgesamt sehr gut und der Sound rund. Auch die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen.
- Sehr gute Bildqualität
- Matter Bildschirm mit starker Entspiegelung
- Große App-Auswahl, KI-Tools
- Alle HDMI-Eingänge mit HDMI 2.1 für Gaming-Features
- Guter Ton
- Bedienung könnte noch einfacher sein
- Nur noch einfache TV-Tuner
Dein nächster Fernseher soll ein Top-Bild und eine tolle Ausstattung für Gaming und Streaming haben? Dann könnte der Samsung S90H eine richtig gute Empfehlung für dich sein. Was er kann und wo vielleicht noch Potenzial für Verbesserungen ist, erfährst du hier.
Der Samsung S90H ist ein OLED-TV der gehobenen Mittelklasse und im Samsung-Lineup unter dem S99H und S95H angesiedelt. Du bekommst ihn in allen gängigen TV-Größen von 42 bis 83 Zoll – nur Mini-LED-TVs gibt es in noch größeren Ausführungen wie 98 und 100 Zoll zu bezahlbaren Preisen.
Im Angebot findest du den Samsung S90H genau hier:
Das Design: Ein bewährtes Konzept
Auf dem Prüfstand im HIFI.DE-Testlabor steht ein GQ65S90HAE. Die Modellbezeichnung enthält schon einige Informationen:
– GQ steht für ein Gerät mit Features für den deutschen Markt,
– 65 für die Größe.
– S90 die OLED-Modellreihe, und
– H für die Generation 2026.
Das Design des Samsung S90H unterscheidet sich kaum von seinen Vorgängern, S90F von 2025 und dem Samsung S90D. Der Hersteller bleibt sich in seinem Designkonzept treu: Die Vorderseite ist ein superschlankes OLED-Panel, dahinter sitzt ein kompaktes Gehäuse mit Elektronik und Lautsprechern. Und dazu ein stabiler Standfuß, der ohne Schrauben auskommt.

Neue Displays bei Samsung OLED S90H
Unser Testmodell ist ein GQ65S90HAE, ein Samsung-OLED-TV in 65 Zoll von 2026. Das S90 bezeichnet die OLED-Baureihe von Samsung, während das H die Generation 2026 angibt. Danach folgen noch zwei weitere interessante Buchstaben: HAE steht für ein WRGB-OLED-Panel von LG, während das Kürzel „HAT“ ein QD-OLED-Panel von Samsung bezeichnet. Neu ist, dass alle S90-Modelle eine matte Bildschirmbeschichtung haben – vom kompakten 42-Zoll-TV bis zum 83‑Zoll-Großbildfernseher.

Im Kern ist der Bildschirm unseres Testgeräts ein klassisches WRGB-OLED-Panel von LG Display, das dank der speziellen, matten Oberflächenvergütung von Samsung so gut wie nicht mehr spiegelt.
Diese „Mattscheibe“ macht den S90H sozusagen „tageslichttauglicher“ als andere OLED-Fernseher, wie einen OLED B6 von LG. Allerdings müssen wir damit rechnen, dass in den verschiedenen TV-Größen der S90-Serie auch andere OLED-Techniken eingebaut sein können. Beim GQ77S90HAT ist das sogar sicher, denn die Typenbezeichnung deutet klar auf QD-OLED hin. Auf dem amerikanischen Markt soll sogar ein 48-Zoll-S90 mit einem RGB-Tandem-OLED-Panel aufgetaucht sein, das hierzulande unbekannt ist.
Bildqualität: Viele Stärken, kleine Schwächen
Der Samsung 65S90H hat viele Vorteile in der Bildqualität. Sein mattes Display spiegelt kaum, und er bringt lebendige, scharfe Bilder: Der Kontrast ist dank der selbstleuchtenden OLED‑Pixel riesig und der Blickwinkel breit, ohne dass die Farben ausbleichen. Im Test haben wir uns wie immer hauptsächlich auf die Bildmodi Film und Filmmaker konzentriert.
Sehr gute Signalverarbeitung
Insgesamt zeichnet sich der Samsung S90H durch eine saubere und leistungsstarke Signalverarbeitung aus. Niedrig aufgelöste TV-Sendungen und Streaming-Inhalte rechnet er souverän und detailreich auf seine 4K-Auflösung hoch. Wenn flüssige und scharfe Bewegbilder gefragt sind, bringt die Zwischenbildberechnung mit der Einstellung „Bildschärfe: Auto“ sehr gute Ergebnisse. So rotieren die grafischen Roulette-Kessel im Vorspann von James Bond: Casino Royale so sauber und flüssig wie selten, und auch bei Sportsendungen wie Fußball oder Reiten sehen wir nur wenige Artefakte in den Bildern. Dazu bieten die reaktionsschnellen OLED-Pixel und die 120-Hz-Technik auch beste Voraussetzungen.

Insgesamt begeistert der Samsung-OLED mit Schärfe, Kontrast und hoher Farbtreue. Aber in einigen besonders dunklen Filmszenen kam es anfänglich in Schattenbereichen zu grünlich schimmernden, fleckenförmigen Effekten. Das Phänomen trat freilich nicht immer und überall auf. Verfärbte Schatten, die im Ritterdrama The Green Knight bisweilen störten, waren im Batman-Blockbuster The Dark Knight kein großes Problem. Im Laufe des mehrwöchigen Tests ließen diese Effekte zudem stark nach, was einmal mehr zeigt, dass sich die Bildqualität in den ersten 100 Betriebsstunden erst mal „einspielt“.
Sehr gute Filmwiedergabe in HDR
Im Filmmaker-Modus ist die Bildqualität des S90H am neutralsten und korrektesten, wenn man die internationalen Produktionsstandards für Film und Fernsehen als Maßstab zugrunde legt. Eine gewisse Einschränkung hierbei ist jedoch, dass die Farbtemperatur im Test für HDTV und andere Standard-Inhalte zu gelblich ausfällt. Die Filmfarben sind dadurch noch etwas wärmer, als sie eigentlich sein sollten. Kein Drama, aber auch nicht so ganz perfekt.

Umso erfreulicher fallen die Messwerte im HDR-Filmmaker-Modus aus. Bei High-Dynamic-Range-Inhalten blüht der S90H regelrecht auf. Unser Testmuster trifft die Helligkeitskurve für HDR10 nahezu perfekt. Auch die Farbtemperatur ist mit 6600 Kelvin nur knapp über dem Idealwert von 6503 K.

Wie bei Samsung üblich, werden die HDR-Formate HDR 10 und HDR 10+ unterstützt. Dolby Vision bleibt nach wie vor außen vor. Gleichwohl bekommt man auch Netflix-Produktionen, die in Dolby Vision hergestellt werden, in sehr guter Qualität zu sehen. Das Tone Mapping von Samsung sorgt hier für einen angenehmen, passenden Bildeindruck.
Dank nahezu 1600 cd/m² Spitzenhelligkeit und einer sehr guten Signalverarbeitung sehen auch magische Blitze, grelle Scheinwerfer und Explosionen, die mit mehr als 1000 Nits gemastert sind, hervorragend aus. Zum Beispiel in den 4K‑Blu-ray-Filmen Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 und PAN. Ebenso erfreulich – typisch OLED – gelingen Nachtszenen mit funkelndem Sternenhimmel. Zwar können in den dunkelsten Bildbereichen ein paar Schattierungen verloren gehen, am sehr guten Gesamteindruck ändert dies jedoch praktisch nichts.

S90H bei Tageslicht: Stark entspiegelt
Tagsüber und in einem beleuchteten Wohnraum gewinnt die Bildqualität durch die lichtschluckenden Eigenschaften und die matte Oberfläche, die es so nur bei Samsung-OLED gibt. Hier steht der S90H den Spitzenmodellen wie S95H oder S99H in diesem Punkt nicht nach.
Besonders bei den typischen TV-Bildern mit Shows, Nachrichten und Serien kann der OLED-Fernseher gut gegen das Tageslicht ankommen. Kritisch wird es nur bei dunklen Spielfilmen, für die man ohnehin am besten den Raum verdunkelt. Dieser Tipp gilt ohnehin unabhängig davon, welche Sorte von Display in einem Fernseher steckt.
Bedienung
Samsungs Fernbedienungen sind weiterhin klein und minimalistisch. Mithilfe weniger Knöpfe steuerst du den Fernseher im Wesentlichen über das On-Screen-Menü. Dabei sind alle Tasten einfach mit dem Daumen zu erreichen. Im Vergleich mit anderen Fernbedienungen vermissen wir immer wieder eine Eingangswahl-Taste und die vier farbigen Tasten für TV-Mediatheken und Videotext. Die Bildschirmmenüs bilden die fehlenden Tasten bei Bedarf ab, man muss nur etwas mehr im Menü navigieren und klicken.

Das Menü sitzt seit 2025 am Rand des Bildschirms und verdeckt seitdem weniger vom Bildinhalt. Die zuletzt aufgerufene Funktion speichert der TV automatisch als Schnellzugriff. Praktisch ist darüber hinaus, dass du die Anzeige in ihrer Größe verändern sowie die Bildschirmmenüs in der Anzeige sortieren kannst.
Eine Suchfunktion hilft, sich in den Einstellungen zurechtzufinden. Allerdings muss man sie dazu erst einmal finden.

Smart-TV
Die größte Stärke des Samsung-Smart-TV-Systems „Tizen“ ist immer noch die beeindruckend große Auswahl und Verfügbarkeit von Online-Apps. Ganz gleich, ob du Gaming-, Video- oder Musik-Streaming-Dienste nutzen möchtest, hier wirst du mit ziemlicher Sicherheit fündig. Nach dem Einschalten muss übrigens nicht zwangsläufig der Home Screen als Erstes erscheinen. Du kannst stattdessen auch die zuletzt genutzte Quelle als Einschaltbildschirm wählen, und zwar im Menü „Startbildschirmoptionen“.

Gaming
Typisch für moderne Samsung-Fernseher ist, dass der S90H vier vollwertige HDMI‑2.1‑Eingänge hat. Damit kann man folglich mit einem Gaming-PC bis 165 Hz oder mit einer Konsole wie Playstation 5 oder Xbox Series X mit 120 Hz in 4K-Auflösung zocken. Dabei unterstützt der OLED-Fernseher natürlich die unverzichtbaren Gaming-Funktionen wie variable Bildrate (VRR) und Auto Low Latency Mode ALLM, mit dem der S90H automatisch auf den Gaming-Modus umschaltet. Ein langer Knopfdruck auf die Play/Pause-Taste der Fernsteuerung eröffnet beim Zocken im Spielmodus das praktische Gaming-Menü.

Klang im Test
Im Alltag überzeugt der Klang des S90H mit einer klaren, recht differenzierten Tonwiedergabe. Wie bei Samsung mittlerweile üblich, wird DTS-Surroundsound nicht unterstützt, wohl aber Dolby Atmos. Allzu breit und räumlich ist das angenehm anzuhörende Klangbild jedoch nicht aufgestellt.
Für packenden Stadion-Sound beim Fußball oder explosive Actionfilme bist du gut beraten, eine Soundbar mit Subwoofer einzusetzen. Vielleicht nimmst du direkt eine Samsung-Soundbar? Die spezielle Samsung-Soundbar-Funktion Q-Symphony lässt TV-Lautsprecher und Soundbar-Lautsprecher aufeinander abgestimmt gemeinsam aufspielen.
Der Samsung S90H im Vergleich
Ein Vergleich mit dem 65S90F von 2025 ist insofern unfair, weil der 65S90F ein QD-OLED-Panel hat und der 65S90F ein WRGB‑OLED‑Panel. In 48 und 55 Zoll haben beide S90-Generationen dagegen ein WRGB‑OLED‑Panel. Je nach Panel ergeben sich gewisse Unterschiede im Farbvolumen.
Abgesehen von den kleinen Unterschieden in der allgemein hohen Bildqualität, ist festzustellen, dass sich der Hersteller in diesem Modell vom doppelten TV-Tuner für USB-Recording verabschiedet hat. Damit bietet der S90H eine vergleichbare Ausstattung wie ein LG OLED C6 oder OLED B6. Dank seiner hervorragenden Entspiegelung übertrifft der Samsung S90H alle B6-Modelle von LG. Schaut man auf die C6-Varianten, wäre ein direkter Vergleich in 77 Zoll vom 77S90H mit QD-OLED-Panel gegenüber 77C6 mit Tandem-RGB-Panel höchst interessant.
Fazit: Unser Testurteil zum Samsung S90H
Der S90H von Samsung hat ein sehr gutes Bild, das sich mit den verschiedenen Bildmodi für jeden Anwendungsfall schnell einstellen lässt. Bei Tageslicht profitiert man von der matten Oberfläche mit starker Anti-Reflex-Eigenschaft. Abgesehen von Dolby Vision, das Samsung grundsätzlich nicht implementiert, bietet der S90H eine Top-Ausstattung, die für Gaming, Streaming und klassisches Fernsehen kaum einen Wunsch unerfüllt lässt.
Andere OLED-TVs wie der LG C6 sind vielleicht messtechnisch noch exakter, doch diese Unterschiede sieht im Grunde nur, wer direkt vergleichen kann. Und dazu lassen sich solche Feinheiten ohne Weiteres mit Kalibrieren ausgleichen. Eine Bildkalibrierung sollte aber frühestens nach den ersten 100 Betriebsstunden erfolgen.
Test: September 2026
Im Angebot findest du den Samsung S90H genau hier:
| Technische Daten | |
| Display | OLED |
| Panel Typ | OLED (WRGB) |
| Auflösung | 4K (3.840 x 2.160) |
| Verfügbare Größen | 42", 48", 55", 65", 77", 83" |
| Getestete Größe | 65" |
| HDR-Unterstützung | HDR10, HDR10+, HLG |
| Bildfrequenz | 100 / 120 Hz |
| Digitaler Tuner | 1 x DVB-S/-S2, 1 x DVB-C/ -T2HD |
| Video-Eingänge | 4 x HDMI 2.1 |
| HDMI-Funktionen | 4K@120Hz, eARC, ALLM, VRR, CEC |
| Sonstige Anschlüsse | 2 x USB, LAN, opt. Digitalausg., CI+ |
| Sprachassistenten | Amazon Alexa, Bixby |
| AirPlay 2 | Ja |
| Drahtlos | WLAN, Bluetooth |
| Smart TV | Tizen |
| Maße mit Sockel | 1444 x 897 x 265 mm |
| Maße ohne Sockel | 1444 x 832 x 40 mm |
| Gewicht ohne Standfuß / mit Standfuß | 19,1 kg / 20,4 kg |
| Durchschnittliche Leistungsaufnahme (SDR / HDR) | 52 W (SDR) / 195 W (HDR) |
| Energieeffizienzklasse (SDR / HDR) | E / G |
| Preis (UVP/Straßenpreis) | 3199,00 Euro / um 2300 Euro (65") |
Hier in der Bestenliste findest du vielleicht noch eine Alternative zum S90H: