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Edifier Stax Spirit S3 im Test: Bluetooth-Magnetostat für unter 400 Euro?

Der Bluetooth-Kopfhörer Edifier Stax Spirit S3 trägt einen großen Beinamen. Hat er wirklich etwas mit den legendären und teuren Stax-Kopfhörern zu tun? Wir haben genau hingehört.
HIFI.DE Test | Edifier Stax Spirit S3
Preis
399 Euro
Kopfhörertyp
Ohrumschließend
Akku-Laufzeit
80 Std.
Akku-Ladezeit
1,5 Std.
Schnellladefunktion
10 Min. Ladezeit für 11 Std. Laufzeit
Bluetooth-Standard
Bluetooth 5.2
Audio-Codecs
SBC, aptX HD, aptX Adaptive
Gewicht
330 g
In Kürze
Für 400 Euro Listenpreis bekommst mit dem Edifier Stax Spirit S3 einen hervorragend klingenden, mobilen Magnetostaten, der allerdings kein ANC hat und an Apple-Geräten hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
Vorteile
  • Überragender Klang über aptX HD
  • Extram Lange Akkulaufzeit
  • Textile Ersatzpolster
Nachteile
  • Kein AAC, deshalb nur bedingt für Apple-User:innen geeignet
  • Leichtes Rauschen
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Unter Fans von teuren Kopfhörern ist Stax eine der bekanntesten und wichtigsten Marken. Doch bereits 2011 wurde der japanische Edel-Hersteller von Edifier gekauft. Der kabellose Kopfhörer Edifier Stax Spirit S3 soll die große Marke Stax jetzt auch in anderen Preisbereichen etablieren. Ob’s klappt, liest du in unserem Test.

Hier kannst du den Edifier Stax Spirit S3 direkt bestellen:

Allerdings ist der Spirit S3 immer noch kein Schnäppchen – knapp 400 Euro Straßenpreis sind eine Ansage für einen Bluetooth-Kopfhörer ohne ANC. Diesen Preis will Edifier vorwiegend über den Klang rechtfertigen. Deshalb setzen die Entwickler:innen auf magnetostatische Treiber, wie sie etwa auch im Sendy Audio Peacock oder dem Hifiman Deva BT für den guten Ton sorgen.

Edifier Stax Spirit S3 auf Ständer schräg links
Kabelloser Komfort und HiFi-Sound: Der Edifier Stax Spirit S3 will das Beste aus beiden Welten holen.

Und damit sind wir auch beim größten Unterschied zu den Edel-Kopfhörern von Stax. Denn diese arbeiten ausschließlich nach dem elektrostatischen Prinzip. Das ist zwar auf den ersten Blick nicht unähnlich, jedoch in der Praxis erheblich aufwendiger und teurer in der Umsetzung. Unter anderem benötigt ein elektrostatischer Kopfhörer einen speziellen Vorverstärker mit eigener Spannungsversorgung für die Kopfhörer. Einen Elektrostaten kannst du also nicht einfach so an einen normalen Kopfhörerausgang anschließen. Dafür braucht es ganz spezieller Kopfhörerverstärker.

Edifier Stax Spirit S3: Mit Magnetostaten zum besten Klang?

Der Edifier Stax Spirit S3 ist da als Magnetostat unkomplizierter und funktioniert ohne speziellen Vorverstärker. In jeder Ohrmuschel ist eine große und hauchdünne Folie in einem starken Magnetfeld gespannt. Auf der Folie sind Leiterbahnen verlegt. Fließt Wechselstrom in Form des Musiksignals durch diese Leiterbahnen, fängt die Membran an zu schwingen und erzeugt so den Schall.

Edifier Stax Spirit S3 Membran
Statt mit eines dynamischen Treibers erzeugt eine magnetostatische Membran den Klang des Edifier Stax Spirit S3.

Mit seinem magnetostatischen Prinzip ist der Edifier Stax Spirit irgendwo in der Mitte zwischen Edifier und Stax anzusiedeln. Ein echter Stax ist er also schon mal nicht. Auch optisch handelt es sich um einen Edifier. Mit etwas Karbonfaser und einem goldenen Logo soll der Hörer hochwertig wirken, was aber nur zum Teil gelingt, da doch viel Kunststoff verbaut wurde. Er sieht gut aus, aber nicht unbedingt edel. Die Polster aus Lammleder sind wiederum sehr hochwertig.

Der Edifier Star Spirit S3 im Detail

In der Verpackung findest du den Kopfhörer, sehr platzsparend zusammengefaltet in einem Case. In zwei Säckchen entdecken wir Ersatzpolster mit textiler Oberfläche und Gelfüllung. Schön, dass es eine Alternative gibt, denn nicht jeder steht auf Lederpolster. Außerdem sorgen die Geldpolster bei höheren Temperaturen für mehr Tragekomfort. Zum Wechseln der Polster nimmst du das dreieckige Plastikteil aus dem Zubehör, das an ein Gitarren-Plektrum erinnert und deine Fingernägel schont.

Edifier Stax Spirit S3 Zubehör
Zwei Kabel, ein Klinken-Adapter und ein Plastik-Werkzeug für den Polsterwechsel liegen den Stax Spirit S3 bei.

Ein hochwertiges Klinkenkabel und ein Adapter von 3,5-mm auf 6,3-mm-Klinke ist mit an Bord. Damit kannst du den Kopfhörer am Ausgang deines Notebooks oder Handys problemlos anschließen. Allerdings muss der Kopfhörer dazu angeschaltet sein. Wenn also der Akku mal leer sein sollte, geht nichts mehr, auch nicht über das analoge Kabel.

Edifier gibt die Laufzeit mit 80 Stunden an, da sollte selbst beim Dauerhören nicht so schnell der Saft ausgehen. Und im Falle des Falles reichen 10 Minuten Ladezeit für 11 Stunden Spielzeit. Ein Betrieb über den USB-Ausgang des Notebooks funktioniert nicht, die USB-C Buchse dient nur zum Laden. Das ist schade – Kopfhörer wie der Bowers & Wilkins Px7 S2e oder der Beats Studio Pro schaffen das problemlos. Eine LED neben der USB-Buchse informiert dich über den Ladestatus des Stax Spirit S3.

Edifier Stax Spirit S3 Tasten
Nur drei Tasten findest du am Edifier. Sie alle haben aber mehrere Funktionen.

An der rechten Hörmuscheln findest du drei Tasten. Zwei für die Lautstärke und eine, dazwischen und leicht erhaben, für die Funktionen An, Aus, Pause, Play und Sprachassistent. Ein Titelsprung vor oder zurück erreichst du über langes Drücken der Lautstärketasten, etwas kontra-intuitiv: Wir würden hier eher erwarten, dass die Lautstärke weiter ansteigt, bzw. absinkt. Du gewöhnst dich aber schnell daran.

So klingt der Edifier Stax Spirit S3

Die Frage, ob der ein Stax Spirit wie ein waschechter Stax mit elektrostatischen Treibern klingt, lässt sich schnell mit einem Nein beantworten. Für eine Kombination aus passendem Kopfhörerverstärker und Stax-Kopfhörer müsstest du rund 2.000 Euro ausgeben, gerne auch mehr. Da kann kein 400-Euro-Bluetooth-Kopfhörer mithalten, auch wenn er diesen großen Namen trägt. Die gute Nachricht: Als Magnetostat kann dir der Stax Spirit S3 trotzdem einiges an großen Klangbildern bieten. Für den Test lassen wir den Hörer im Classic-Mode. Wir koppeln den Stax Spirit S3 mit dem Streaming-Vollverstärker NAD M33, da dieser aptX HD beherrscht.

Edifier Stax Spirit S3 Logo Detail
S für Stax und Spirit: An die Elektrostaten des Namenspatrons kommt der Edifier jedoch nicht heran.

Jazz-Pianist Dave Grusin macht den Anfang mit seiner Interpretation von Peter Gunn. Der Sound ist mitreißend. Jedes einzelne Instrument kannst du perfekt heraushören. Auch wenn die Staffelung im Raum nicht ganz so tief ausfällt, wie bei echten HiFi-Kopfhörern, bekommst du eine schöne räumliche Wiedergabe. Die Auflösung ist fein und strukturiert und wirkt in keiner Situation zischelig. Der Bläsersatz ist strahlend wie poliertes Messing und wirkt nie zu scharf. Mit dem Stax Spirit S3 kannst du sehr gut Jazz hören. Aber wie sieht es mit Rock aus?

Klare Höhen, kräftige Bässe

Wir lauschen Ozzy Osbourne mit Mama, I’m Coming Home. Nicht, dass die Aufnahme besonders audiophil wäre, aber der mit den ersten Takten einsetzende Bass ist eine Wucht. Das Gänsehaut-Feeling kommt, wie bestellt. Warm, rund und mit der nötigen Portion Punch rollt der Bass wohlig an unser Trommelfell. Ob da noch mehr geht? Wir geben uns die volle Dröhnung mit Ratchets vom dänischen DJ Hedegaard. Beim richtigen Setup wackeln hier die Wände im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Stax Spirit S3 wackeln bei uns die Ohren. Ein Px7 S2e geht hier zwar noch eine Stufe kontrollierter ans Werk, für einen Magnetostaten ist die Bass-Performance aber wirklich gut.

Edifier Stax Spirit S3 Rückseite Ohrmuscheln schräg
Mit seinem geschlossenen Design kann der Edifier mehr Bass erzeugen, als du einem Magnetostaten zutrauen würdest.

Bei leiseren Aufnahmen wirst du feststellen, dass die maximale Lautstärke recht schnell erreicht ist. Hier hätten wir uns etwas mehr Reserve gewünscht. Ein zweiter, kleiner Schwachpunkt ist das Rauschen. Vor oder nach dem Track kannst du ein ganz leichtes Rauschen wahrnehmen. Wie deutlich das Rauschen zu hören ist, merkst du dann, wenn der Kopfhörer sich nach rund 25 Sekunden in den Standby-Modus schaltet und es still in der Hörmuschel wird. Sobald der Kopfhörer wieder aufwacht, ist auch das Rauschen wieder da.

Wie der Edifier Stax Spirit S3 im Vergleich mit allen anderen von uns getesteten Bluetooth-Kopfhörern abschneidet, verrät dir unsere Bestenliste:

Toller Klang, aber nicht mit Apple-Geräten

Der Edifier Stax Spirit unterstützt bei den Bluetooth-Codecs kein AAC. iPhone-Nutzer:innen bleibt dann nur das klanglich klar schlechtere Protokoll SBC. Damit kann der Kopfhörer nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. Trotzdem waren wir erstaunt, wie gut die Wiedergabe über ein iPhone auch ohne ACC doch noch war. Falls du dich außerhalb des Apple-Universum bewegst, kannst du dich über den höherauflösenden Codec aptX HD und den relativ neuen Standard aptX Adaptiv freuen. Dieser soll eine gute Mischung aus aptX HD und aptX LL (Low Latency) bieten. Geräte mit diesem Standard sind allerdings noch selten.

Edifier Stax Spirit S3 Klinkenbuchse
Über die Klinkenbuchse kannst du den Spirit S3 auch per Kabel mit Musik versorgen. Per USB-Kabel funktioniert das leider nicht.

Eine App für die wichtigsten Funktionen

In der Edifier-Connect-App wählst du aus vielen Edifier-Modellen den Stax Spirit S3 aus. Auf der Startseite erkennt du den Ladezustand des Kopfhörers und kannst wählen, ob du die Leder- oder Stoffpolster, die Edifier als „Ice Feeling Earmuffs“ bezeichnet, montiert hast. Der Klang wird an die unterschiedlichen akustischen Eigenschaften der Polster angepasst. Ein außergewöhnliches Feature, das nur wenige Hersteller anbieten.

Einen EQ zum individuellen Einstellen des Klangs fehlt dagegen. Hier gibt es nur drei Sound-Profile zur Auswahl: Classic, HiFi oder Stax. Bei den Modi HiFi und Stax wirkt die Wiedergabe tonal etwas heller und er löst gefühlt etwas feiner auf. Der Stax-Modus erinnert entfernt an die Wiedergabe eines Elektrostaten, hat aber dennoch nichts mit einem echten Stax zu tun.

Edifier Stax Spirit S3 im Etui
Zusammengefaltet nimmt der Edifier nur wenig Platz ein.

Wenn der Hörer noch fabrikneu ist, kann es sein, dass die gerade im HiFi- oder Stax-Modus die Wiederhabe etwas zischelig vorkommt. Das legte sich mit der Zeit. Du solltest den Stax Spirit S3 auf jeden Fall ein paar Stunden einspielen, damit sich der Klang entfaltet. Dank eingebauter Mikrofone kannst du den Stax Spirit S3 auch als Headset zum Telefonieren verwenden. Der Chip Qualcomm QCC5141 sorgt für eine sehr gute Sprachverständlichkeit in beide Richtungen.

Unser Testfazit zum Edifier Stax Spirit S3

Das Wörtchen Stax im Produktnamen ist Marketing, nichts weiter. Aber du bekommst für 400 Euro mit dem Edifier Stax Spirit S3 einen guten Magnetostaten, der mit aptX HD wirklich überragend klingt. Wenn du dich im Internet ein wenig umsiehst, bekommst du den Stax Spirit S3 bereits für unter 300 Euro. Zu diesem Preis macht es der Edifier der Konkurrenz sehr schwer. Apple-Nutzer:innen können wegen des fehlenden AAC-Codecs das Potenzial nicht ganz ausschöpfen. Aber trotzdem klingt er auch an einem iPhone wirklich gut. In der App vermissen wir einen EQ, der Kopfhörer rauscht minimal und der Tragekomfort kann je nach Ohr- oder Kopfgröße eingeschränkt sein. Sonst haben wir nichts zu meckern. Klanglich ist der Stax Spirit S3 ein großer Wurf.

HIFI.DE Testsiegel Bluetooth-Kopfhörer Edifier Stax Spirit S3 8.8

Hier kannst du den Edifier Stax Spirit S3 direkt bestellen:

Technische Daten
Preis 399 Euro
Kopfhörertyp Ohrumschließend
Akku-Laufzeit 80 Std.
Akku-Ladezeit 1,5 Std.
Schnellladefunktion 10 Min. Ladezeit für 11 Std. Laufzeit
Bluetooth-Standard Bluetooth 5.2
Audio-Codecs SBC, aptX HD, aptX Adaptive
Gleichzeitige Verbindungen 2
Steuerungs-App Ja
Wandler Planar-Magnet-Treiber 89 mm x 70 mm
Faltbar Ja
NFC
Mitgeliefertes Zubehör Case, USB-C-Kabel, Klinkenkabel
Gewicht 330 g

Du möchtest auch unterwegs deine Ruhe haben? Dann findest du hier alle von uns getesteten Noise-Cancelling-Kopfhörer:

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