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Denon PerL im Test: Premium-Design mit Tradition

Die Denon PerL setzen auf individuelle Personalisierung und bieten aktive Geräuschunterdrückung. Wie die In-Ears sich im Praxistest schlagen, erfährst du hier.
HIFI.DE Test | Denon PerL
Bluetooth-Standard
5.0
Akku-Laufzeit
6h / Ladecase bis 24h
Schnellladefunktion
10 Minuten Laden für 1 Stunde Wiedergabe
Noise Cancelling
Ja
Wassergeschützt
IPX4
Preis (UVP/Straßenpreis)
199,00 / ca. 190,00
In Kürze
Die Denon PerL sehen edel aus und klingen gut – nicht zuletzt dank Masimos Adaptive Audio Technology. Auch ANC und Transparenzmodus überzeugen. In puncto Akku und Einstellungsmöglichkeiten weisen die PerL dafür einige Defizite auf.
Vorteile
  • Personalisiertes Hörprofil
  • Guter Halt und angenehmer Tragekomfort
  • Hochwertiges Design
Nachteile
  • Keine Multipoint-Verbindung mit zwei Geräten
  • Vergleichsweise schwacher Akku
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Manchen mag das Design der Denon PerL sehr bekannt vorkommen. Das ist kein Zufall, denn Denons Mutterkonzern Masimo Consumer hat im April 2023 auch das australische Unternehmen Nura übernommen, welches mit den Nura Nuratrue bereits auf dem In-Ear-Markt vertreten war. Die Denon PerL sehen den Nura Nuratrue zum Verwechseln ähnlich, setzen zur personalisierten Einrichtung der Kopfhörer auf Masimos Adaptive Acoustic Technology. Inwiefern sich diese konzerninterne Kooperation auszahlt, erfährst du in diesem Test.

Die Denon PerL findest du hier:

Denon PerL: Viel Potenzial im schicken Gehäuse

Aus dem Sektor der Plattenspieler, Smart Speaker und Soundbars ist Denon kaum noch wegzudenken. Als Dauergast in unseren zahlreichen Bestenlisten konnte die japanische Traditionsmarke uns schon in diversen Tests überzeugen. Im Bereich der In-Ear-Kopfhörer hingegen ist der Name Denon noch kein etabliertes Qualitätssiegel. Die Denon PerL sollen das – wenn es nach Denon und Masimo ginge – jetzt ändern.

Mit einer UVP von 199 Euro reihen sich die Denon PerL im mittelklassigen Segment der In-Ears mit Noise Cancelling ein. Im Repertoire von Denon findet sich zudem noch das Premium-Modell Denon PerL Pro, welches mit 349 Euro zu Buche schlägt. In diesem Test haben wir die Basisvariante unter die Lupe genommen.

denon perl klang
Optisch erinnern die Denon PerL stark an die Nura Nuratrue. Beide Marken gehören mittlerweile demselben Mutterkonzern, Masimo, an.

Du willst dir vor unserem Test noch einen Überblick über die besten In-Ear-Kopfhörer mit Noise-Cancelling verschaffen? Dann wirf einen Blick auf unsere Bestenliste:

Denon PerL: In-Ears im Klangtest

Bei uns wandern die In-Ear-Kopfhörer nach dem Auspacken erst mal ohne weitere Personalisierung des Sounds ins Ohr. So wollen wir feststellen, wie die Denon PerL für all diejenigen klingen, die auf die weitere Personalisierung per App verzichten. Den ersten Eindruck würden wir hier als solide, aber auch etwas ernüchternd beschreiben. In den Werkseinstellungen fehlt es dem Bass etwas an Durchsetzungsvermögen. Bei enger Klangbühne und stärker betonten Höhen kann der Sound je nach Genre als neutral bis klinisch beschrieben werden.

denon perl design
Direkt aus der Box dürfte der Sound der Denon PerL den meisten etwas zu neutral ausfallen.

Wo akustische Produktionen und Singer-Songwriter-Titel wie La Song (Acoustic Version) von Lewis Watson angenehm und detailliert klingen, überfordern aufwändigere Pop-Produktionen wie Dua Lipas Houdini den neutralen Modus leicht. Eine akustische Anpassung liegt hier also nahe. Die bietet Denon auch sofort an, sobald man die zugehörige Headphones-App – verfügbar für Android und iOS – startet. Dort wartet mit Masimos Adaptive Acoustic Technology (Masimo AAT) auch direkt eines der vermeintlichen Kaufargumente.

Masimo AAT: Was kann der personalisierte Equalizer?

Wir haben Masimo AAT ausprobiert und eins vorweg: Der Unterschied im Sound ist deutlich hörbar. Das Versprechen: Per otoakustischer Einmessung werden Schallreflexionen im Inneren des Ohres gemessen, um die Empfindlichkeit des Ohres für bestimmte Frequenzen festzustellen. Anhand dieser Messungen soll die Software dann die idealen EQ-Einstellungen für dich vornehmen können. So weit, so theoretisch – wie sieht es in der Praxis aus?

Die Anpassung des Klangs erfolgt in wenigen Minuten und idealerweise in einer stillen Umgebung. Das Ohr wird mit unterschiedlichen Frequenzen „abgetastet“, um die individuelle Sensibilität für Höhen, Tiefen und Mitten genau festzustellen. Mit etwas Showfaktor wird dann anhand eines Beispielsongs der Unterschied zwischen „neutralem“ und „personalisiertem“ Klang veranschaulicht.

Dieser fällt eben deshalb so eindrucksvoll aus, weil der Sound im neutralen Modus etwas an Räumlichkeit vermissen lässt. Mit individuellem EQ gewinnt der Klang einiges an Volumen und Breite, während der stärkere Bass genug Raum für präzise Höhen lässt. Etwas schade ist bei den Denon PerL, dass keine rein manuelle Anpassung des Equalizers möglich ist, um den Sound beispielsweise an bestimmte Genres oder Hörsituationen anzupassen. Dieser ProEQ bleibt den Denon PerL Pro vorenthalten.

Besonders schade ist das, weil wir so gesprochene Inhalte – etwa Hörbücher und Podcasts – nur im neutralen oder personalisierten Modus hören können. Letzterer scheint aber eher auf das Musikhören abgestimmt zu sein. Eine weitere Personalisierung wäre hier wünschenswert.

Ein Immersionsmodus ist auch noch an Bord und soll den Sound – wer hätte es geahnt – immersiver werden lassen. Im Praxistest scheint der Immersionsmodus das Klangbild eines Live-Settings simulieren zu wollen. Der Bass ist hier noch mal deutlich präsenter, die restlichen Frequenzen aber dennoch klar zu verorten.

denon perl Screenshot
Mit dem Immersionsmodus hat die Denon-App noch eine nette Spielerei an Bord, die dem Sound tatsächlich etwas Live-Flair verleiht. | Screenshot: Headphones-App von Denon

Bei Futureproof von Nothing but Thieves macht das wirklich Spaß und auch elektronische Produktionen wie Loading von James Blake können von der vergrößerten Bühne profitieren. Auf Dauer dürften aber besonders detailverliebte Hörer:innen eher auf diese Personalisierung verzichten.

Bluetooth: Kein Multipoint, dafür aptX

Die Denon PerL sind mit Bluetooth 5.0 ausgestattet und machen in der Einrichtung keine Probleme. Im Test konnten wir keine Abbrüche feststellen, die Verbindung blieb stabil. Neben SBC und AAC unterstützen die PerL noch Qualcomms aptX. Wenn du genau wissen willst, welche Bluetooth-Codecs für deinen persönlichen Gebrauch wichtig sind, kannst du dich in unserem Ratgeber informieren.

denon perl zubehör
Im Lieferumfang sind wechselbare Silikonaufsätze und ein USB-C-Kabel enthalten. Auch die Gummiaufsätze für die Ohrmuschel lassen sich für besseren Halt austauschen.

Leider unterstützen die Denon PerL kein Multipoint. Du kannst also nicht zwei Geräte parallel mit den ANC-In-Ears verbinden.

Praxis: ANC und Social Mode

Die Denon PerL bieten aktives Noise Cancelling, adaptives Noise Cancelling ist hier nicht an Bord. Das ANC der Denon PerL leistet keine Höhenflüge, performt aber durchschnittlich und blendet einen großen Teil sonorer Hintergrundgeräusche verlässlich aus. Auf eine individuelle Anpassung der Geräuschunterdrückung musst du bei den Denon PerL leider verzichten. Entweder ANC ist aktiviert – oder eben nicht.

Eine Entwarnung können wir für alle aussprechen, die auf den ersten Blick einen Transparenzmodus vermissen. Diesen hat Denon nämlich in Social Mode umbenannt. Die Leistung bleibt dieselbe. Der Modus schirmt dich gegen einen Großteil der Umgebungsgeräusche ab, verstärkt aber einige Frequenzen, damit du weiterhin ansprechbar bleibst.

denon perl Screenshot
ANC lässt sich nur an- und ausschalten, nicht aber in seiner Intensität verstellen. | Screenshot: Headphones-App von Denon

Vier verbaute Mikrofone – also zwei pro Seite – unterstützen die Denon PerL dabei und machen einen guten Job. Ein leises Grundrauschen ist aber ebenfalls zu hören, was bei gleichzeitigem Abspielen von Musik kein Problem darstellt. Wenn du schon einmal einen ANC-Kopfhörer der preislichen Mittelklasse ausprobiert hast, kannst du am besten selbst einschätzen, ob dich ein solches Rauschen stört.

Denon PerL: Akku nur Mittelmaß

Was den Akku angeht, ordnen sich die Denon PerL eher im unteren Mittelfeld ein. Bei ausgeschalteten ANC kannst du die Bluetooth-Kopfhörer am Stück knapp sechs Stunden benutzen, bis du sie wieder aufladen musst. Das Ladecase versorgt die Earbuds dann noch mit drei zusätzlichen vollen Aufladungen. So kommst du insgesamt auf knapp 24 Stunden. Einen Tag überstehen die Denon PerL also trotz des verbesserungsfähigen Akkus locker.

denon perl akku
Das Ladecase lässt sich nur über USB-C aufladen. Ein kabelloses Aufladen ist nicht möglich.

Zum Aufladen musst du auf ein USB-C-Kabel zurückgreifen – ein solches ist im Lieferumfang auch enthalten. Induktives, kabelloses Laden ist nicht möglich.

Bedienung an den Earbuds

Zusätzlich zur App lassen sich die Denon PerL auch an den Earbuds steuern. Die einzelnen Touch-Befehle kannst du in der App unterschiedlichen Funktionen zuordnen, sodass du die Wiedergabe regeln, ANC aktivieren oder den Sprachassistenten einschalten kannst. Die Bedienung erfolgt intuitiv und registriert schon bei leichter Berührung eine Eingabe. Das ist deshalb kein Problem, weil du die runden Earbuds meist ohnehin am Rand berühren wirst. Die Touchfläche beschränkt sich auf das Zentrum der Hörer, also das Denon-Logo.

denon perl außen
Die Bedienung erfolgt über die tellerartige Oberfläche. Der Denon-Schriftzug zeigt an, wo der Touch-Sensor positioniert ist.

Design: Hochwertig mit gutem Halt

Beim Design des Ladecase geht Denon keine großen Risiken ein – und macht damit alles richtig. Die Büchse erinnert optisch an die der Sony WF-1000XM5. Sie steht ebenfalls aufrecht und macht so einen edlen Eindruck. Das mattschwarze Äußere dürfte zudem lange vor Fingerabdrücken sicher sein.

denon perl design
Macht auch auf dem Schreibtisch eine gute Figur: Das Ladecase der Denon PerL sieht sehr hochwertig aus.

Die Earbuds hingegen sind etwas eigenwilliger designt und heben sich klar von anderen True-Wireless-Kopfhörern ab. Zusätzlich zu den üblichen Silikonaufsätzen, die sich je nach Passform auswechseln lassen, sorgt ein gummierter Halbkreis für besseren Halt in der Ohrmuschel. Was auf den ersten Blick etwas frickelig wirkt, entpuppt sich jedenfalls bei uns als zuverlässige Bauform. Das relativ hohe Gewicht von 7,1 Gramm fällt im Test auch bei längeren Hörsitzungen nicht negativ auf.

denon perl komfort
Die eigenwillige Form der Earbuds sorgt für besonders guten Halt und eine ordentliche Abdichtung.

Abgerundet wird das Ganze buchstäblich von einer kreisrunden Oberfläche. Als einziges Manko können wir anmerken, dass sich die Earbuds etwas schwieriger aus dem Case lösen lassen, als es bei Modellen mit Stiel der Fall ist. Weiß man aber einmal, wohin man greifen muss, ist auch das kein Problem.

Fazit: Spannende Personalisierung und edles Design

Denon hat mit den Denon PerL In-Ear-Kopfhörer auf den Markt gebracht, die sich klar von der Konkurrenz abgrenzen. Masimo AAT überzeugt mit einer tollen Soundanpassung, der große Wow-Effekt ergibt sich allerdings auch aus dem sonst eher neutralen Sound der In-Ears. Design und Bedienung wirken dafür äußerst hochwertig und durchdacht. Hier geht Denon keine Kompromisse ein.

Für Audiophile dürfte insbesondere der fehlende ProEQ, ein individualisierbarer Equalizer, vom Kauf abschrecken. Den gönnt Denon nur seinem Pro-Modell, was wir in dieser Preisklasse etwas schade finden. Hier setzen andere Hersteller wie Nothing und Anker Soundcore bei preiswerten In-Ears eher den Standard.

Hier findest du die Denon PerL:

Technische Daten
Bluetooth-Standard 5.0
Akku-Laufzeit 6h / Ladecase bis 24h
Schnellladefunktion 10 Minuten Laden für 1 Stunde Wiedergabe
Noise Cancelling Ja
Codecs AAC, SBC, aptX
Wassergeschützt IPX4
Anschlüsse des Ladecase USB-C
Gewicht 7,1g pro Hörer
Preis (UVP/Straßenpreis) 199,00 / ca. 190,00

Doch nicht die richtigen Kopfhörer für dich? Alle In-Ears, die wir getestet haben, findest du hier:

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