F’xa: Aktivisten entwickeln feministische Sprachassistenten

Die Organisation Feminist Internet engagiert sich in der Entwicklung von Sprachassistenten, die mit Geschlechter-Stereotypen aufräumen. Was steckt dahinter?

Die Organisation Feminist Internet hat einen Prototypen für einen feministischen Sprachassistenten namens „F’xa“  entwickelt. Zudem sind zehn weitere Modelle in einem Workshop in London programmiert und vorgestellt worden. Welches Problem sehen die Entwickler in herkömmlichen Programmen wie Alexa, Siri und Co.?

Aktuelle Sprachassistenten zeichnen Bild der „unterwürfigen Frau“

Egal ob Amazons Alexa, Apples Siri oder Microsofts Cortana: Nahezu jeder Hersteller setzt für die Interaktion des Nutzers mit seiner KI auf eine weibliche Stimme. Diese Tatsache erachten die Forscher einer UNESCO-Studie als ungemein problematisch, weil sie das Stereotyp der „unterwürfigen“ Frau bekräftige, die nur existiert, um anderen zu dienen.

Und auch die Mitarbeiter von Feminist Internet beklagen diesen Umstand. So erklärte Charlotte Webb, Mitbegründerin von Feminist Internet, auf der Konferenz Al Traps in Berlin, viele Nutzer sähen Sprachassistenten aufgrund ihrer Stimmen als digitale Version einer To-Do-Liste oder eines Einkaufszettels. Dies erzeuge das Bild der Frau als dienliches Objekt.

Doch geht es bei der Entwicklung feministischer Sprachassistenten offenbar um mehr, als den Austausch der KI-Stimme. Während Amazon und Co. nämlich tendenziell darauf hinarbeiten, ihre Assistenten immer menschlicher klingen zu lassen, gehen die Leute hinter Feminist Internet den entgegengesetzten Weg.

Feministische Sprachassistenten: Weniger Menschlichkeit und Themen ohne Tabus

Ein wichtiges Merkmal der feministischen KIs ist offenbar die Vermeidung menschlicher Assoziationen: Der Nutzer soll keine allzu starke Bindung zum Sprachassistenten aufbauen. Daher verwendet der Chatbot F’xa laut Webb zu keinem Zeitpunkt etwa den Begriff „Ich“.

Außerdem sollen auch spezielle Themen, die für manch einen als eher unangenehm oder fraglich empfunden werden, nicht vermieden werden. „B(o)(o)“, ein bereits weiterentwickelter Assistent, soll genau diese Eigenschaft aufweisen und sich beispielsweise an Fragen richten, die Teenager etwa als peinlich empfinden. Stimmlich soll sich das Programm dabei keinem Geschlecht zuordnen lassen.

12 Bilder: Aktuelle und kommende Smart Speaker

Laut Charlotte Web beinhalte das Datenraster ihrer entwickelten Sprachassistenten zudem keine politisch oder ideologisch vorgegebenen Informationen. So soll dem Nutzer eine offene Konversation ohne wertende Aussagen von Seiten der KI ermöglicht werden. Dasselbe gilt auch für Daten über geschlechtsspezifische Themen: Vorurteile oder diskriminierende Aussagen sollen in keiner Art und Weise geäußert werden können.

Was denkst du über die Entwicklung und Nutzung dieser feministischen Sprachassistenten? Teile es uns in den Kommentaren mit!

Weiterführende Links:
» Hier findest du weitere Informationen auf der Internetseite von Feminist Internet
» Patent: Amazons Alexa könnte in Zukunft permanent lauschen
» Siri soll mit iOS 13 Dritthersteller-Apps unterstützen

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