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Vestlyd V15C im Test – For Those About To Rock …

Hifi Klubben bewirbt die Lautsprecher der Eigenmarke Vestlyd als spaßbetonte "Powermonitore". Kann die größte Box der Serie die damit verbundenen Versprechen einlösen? Wir haben es getestet.
Vestlyd V15C im Test | HIFI.DE Bild: Die Vestlyd V15C kommen dank ihres extrem hohen Wirkungsgrades auch mit kleinen Verstärkern zurecht.
Treiber
2 (Koax 1x Hochtöner, 1x Tiefmitteltöner)
Frequenzbereich
39 Hz – 22 kHz (-6 dB)
Abmessungen (BxHxT)
468 x 742 x 417 mm
Verfügbare Farben
Schwarz, Holz
Paarpreis
1.698 Euro
In Kürze
Die Vestlyd V15C ist eine Box für alle, die Musik nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Bauch hören wollen. Wenn man ihre gelegentlich etwas hemdsärmelige Art akzeptiert, ist sie wegen ihrer unbändigen Dynamik und der guten Räumlichkeit sogar ein Geheimtipp für Klassik-Fans.
Vorteile
  • Sehr dynamischer, kräftiger Klang
  • Viel natürliche Räumlichkeit
  • Benötigt nicht viel Verstärkerleistung
Nachteile
  • Im Tiefton nicht sonderlich präzise
  • Für kleinere Räume überdimensioniert
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Als die Lautsprechermarke Vestlyd geschaffen wurde, durfte sich die Marketing-Abteilung austoben. „Live Louder“ prangt an verschiedenen Stellen als Motto auf dem Karton, Webseite und Produktinformationen strotzen nur so vor rock’n’rolligen Begrifflichkeiten und knackigen Zitaten. Ist das alles nur heiße Luft oder liefert die Vestlyd V15C auch wirklich ab? Wir haben die wuchtige Box auf die Probe gestellt – und die Bausubstanz unseres Redaktionsgebäudes.

Neugierig? Die Vestlyd V15C bekommst du in zwei Farbvarianten und ausschließlich bei HiFi Klubben:

Vestlyd V15C – Vintage, Retro oder altmodisch?

Eins wird sofort klar, wenn du etwas fassungslos vor den beiden riesigen Kartons stehst, in denen die Vestlyd V15C angeliefert werden. Mit Begriffen wie „smartem HiFi“, „Wohnraumtauglichkeit“ oder „Bescheidenheit“ hat die V15C mal so gar nichts am Hut.

Lautsprecher Vestlyd V15C Front
Nein, ein dezenter Lautsprecher ist der Vestlyd V15C sicher nicht. Wir finden aber, die Holz-Version gibt sich einen Hauch eleganter als die schwarze Variante.

Größer als so mancher Kühlschrank, mit kantigem Design und einem riesigen Koax-Chassis in der Schallwand ist der optische Auftritt fast schon unverschämt selbstbewusst. Also gut: Verstärker dran und aufgedreht!

Vestlyd V15C im Klangtest – Let’s Get This Party Started

Die gute Nachricht hierbei: Die Vestlyd V15C ist nicht sehr wählerisch, was die Verstärkerleistung angeht – bei 95 dB Wirkungsgrad reichen theoretisch einstellige Wattzahlen für eine Anzeige wegen Ruhestörung. Unser altbewährter HiFi-Verstärker Rotel RA-1592 MK2 hat also mehr als genügend Leistung und bringt zudem die nötige Kraft mit, den großen Tiefmitteltöner halbwegs unter Kontrolle zu halten.

Vestlyd V15C – Koax-Chassis
Keine Kompromisse – aber auch keine Ausreden. Das mächtige Koax-Chassis der V15C muss die gesamte musikalische Arbeit stemmen.

Und so zeigt die Vestlyd V15C auch vom Start weg viele der positiven Eigenschaften, die man von einem solchermaßen konstruierten Lautsprecher erwarten würde. Schon bei geringen Lautstärken erweist er sich als lebendig, natürlich und detailreich. Der tief in der Mitte des Treibers versteckte Hochtöner spielt sämig und offen, das 38 Zentimeter große Tiefmitteltonchassis reagiert willig auf kleinste Stromimpulse, die aus dem Lautsprecherkabel kommen.

Mit ihrem Format sieht die Vestlyd V15C auf Fotos eher aus wie ein Regallautsprecher. Im wahren Leben lassen die tatsächlichen Dimensionen jedoch keinen Zweifel daran, dass sie sich mit den Standlautsprechern in unserer Testliste messen muss:

Musikalität auch bei leisen Tönen

Bei solchen Abhörpegeln geben sich die gewaltigen Boxen noch geradezu handzahm. Der loungige Soul von Nicola Contes Arise tanzt auf leisen Sohlen durch den Hörraum, dicht gefolgt von Matthew Halsalls As I Walk mit Josephine Oniyama. Als sich die Anthologie Muscle Shoals: Small Town Big Sounds auf dem Plattenteller dreht, greifen wir beherzt zum Lautstärkeregler und die Vestlyd V15C legt sich freudig ins Zeug.

Vestlyd V15C Bassreflexöffnungen
Wer Kinder hat, kennt das Problem: In den Bassreflex-Öffnungen der Vestlyd verschwinden auch größere Spielzeuge problemlos – kleinere Haustiere ebenso.

Dabei zeigt sich jedoch auch, dass die Box es manchmal mit den Details im Bass und den unteren Mitten nicht so genau nimmt. Der eine oder andere Basslauf groovt nicht ganz so präzise, wie gewohnt – etwa bei I’ll Take You There. Das stört hier jedoch nicht weiter, weil der lebhafte Gesamteindruck einfach prima zur Musik passt.

Bei anderer Musik zeigen sich bestimmte Schwächen des Konzepts der Vestlyd-Lautsprecher schon eher – aber auch seine Stärken. Vereinfacht gesagt: Wird es in tieferen Lagen kompliziert, kommt das riesige Chassis der V15C nicht mehr hinterher und verschluckt die eine oder andere Note. Der Tieftonsumpf, in dem die vertrackten Rhythmen von Monomyth von Animals As Leaders versinken, ist dafür ein extremes Beispiel. Aber schon bei verhältnismäßig einfachen Tracks wie North von Prince wird dieses Phänomen hörbar.

Vestlyd V15C - Paar mit Abdeckungen
Die Stoffabdeckungen verhelfen den Vestlyd V15C zu noch etwas mehr Retro-Charme – und verschließen die einladenden Reflex-Öffnungen an der Front.

Erstklassiger Hochtöner im Koax-Chassis

Umso mehr weiß jedoch der Hochtöner zu überzeugen. Immer präsent geht er zu Werke, wird dabei jedoch nie aufdringlich. Präzision und Musikalität gehen bei ihm Hand in Hand. Und auch einen großen Vorteil einer Koax-Konstruktion weiß die Vestlyd V15C auszuspielen: Da alle Frequenzen mehr oder weniger an einem Ort erzeugt werden, gelingt der Box eine enorm natürliche, weitreichende Bühnendarstellung mit klarer Ortbarkeit der verschiedenen Instrumente und Sounds.

Gegen Ende des Hörtests haben wir uns auf den Lautsprecher eingeschossen. Wir wissen, was er will, wählen Tools Pneuma aus der Playlist und lassen unseren Rotel von der Leine. Als die im Rahmen rappelnde Tür, im Regalfach tanzendes HiFi-Zubehör und Rücksicht auf das eigene Hörvermögen der Lautstärke eine Grenze setzen, mobilisiert der japanische Verstärker vielleicht die Hälfte seiner beachtlichen Leistungsreserven. Und die Vestlyd V15C wirkt so entspannt, als hätte sie sich gerade erst warmgelaufen.

Vestlyd V15C: Laut ist gut!

It’s a Long Way To The Top von AC/DC ertönt als nächstes und klingt auf der Vestlyd V15C so brutal gut, als wäre der Lautsprecher speziell zur Wiedergabe von australischem Power-Rock entwickelt worden. Auch hier schwenken Bausubstanz und der menschliche Körper die weiße Fahne, lange bevor die Lautsprecher irgendwelche Ermüdungserscheinungen zeigt.

Den Abschluss bildet ein digitaler Griff in die private Favoritenliste: Zehn vom Livealbum Of Death (Farin Urlaub Racing Team) ist ein dynamischer, breitbandig-rotziger Angriff auf audiophile Wiedergabeketten und die dazu passenden Hörgewohnheiten. Über die Vestlyd entwickelt der Track jedoch jede Menge Druck und eine selten so gut gehörte Live-Atmosphäre.

Ein überraschender Geheimtipp ist die Vestlyd V15C übrigens, wenn du gerne Klassikaufnahmen mit großem Orchester hörst. Denn die meisten bezahlbaren HiFi-Anlagen scheitern bei dem Versuch, die schiere Klanggewalt, Körperlichkeit und Dynamik wiederzugeben, die einige Dutzend Musiker:innen in einem großen Konzertsaal erzeugen. Am richtigen Amp transportiert die V15C diese Aspekte deutlich besser in deinen Hörraum als viele andere, teurere Standlautsprecher. Dass die Boxen dafür filigrane Details in leisen Streichquartetten nicht ganz so akribisch herausarbeiten, sei ihnen da gerne verziehen.

Die Vestlyd V15C im Detail

Damit die V15C ihren beeindruckenden Sound entwickeln kann, haben die Vestlyd-Entwickler:innen bei der Konstruktion nicht gespart. Überschlägig fast 100 Liter Volumen stehen zur Verfügung, umhüllt von ca. 1,5 Quadratmetern MDF. Auf den – sehr empfehlenswerten – optionalen Ständern steht der Lautsprecher leicht nach hinten geneigt und ragt fast einen Meter in die Höhe. Wie groß der Vestlyd V15C wirklich ist, merkst du erst, wenn du in deinem Wohnzimmer Platz für zwei davon suchst.

Vestlyd V15C - Ecke
Am Material wurde bei der Vestlyd V15C nicht gespart, alles ist massiv, stabil und robust.

Aufstellung: Je mehr Platz, desto besser

Immerhin hat man die beiden großen Bassreflex-Öffnungen in die Schallwand integriert. In gewisser Hinsicht macht dich das flexibler, wenn es darum geht, die Lautsprecher aufzustellen. So kannst du die V15C theoretisch sehr nah an der Rückwand platzieren. Ausgiebiges Experimentieren in unserem Hörraum hat jedoch ergeben, dass die Boxen von einem möglichst großen Abstand zu den Seitenwänden profitieren. Denn dann kannst du die Lautsprecher fast gerade aufstellen, sodass die beiden Koax-Chassis eine möglichst breite Bühnendarstellung entwickeln können.

Vestlyd V15C Detail Ständer
Auch die optionalen Ständer der Vestlyd V15C sind eher rustikal gestaltet, aber stabil verarbeitet.

Insgesamt muss wenig überraschend konstatiert werden: Schon allein aufgrund ihrer schieren Größe ist die Vestlyd V15C nicht unbedingt der richtige Lautsprecher fürs WG-Zimmer. Ganz im Gegenteil: Mit dem richtigen Verstärker kombiniert trauen wir ihr zu, die eine oder andere Bahnhofshalle beschallen zu können.

Koax-Konstruktion ohne große Überraschungen

Nicht nur akustisch, auch optisch ist das 15 Zoll große Koax-Chassis das zentrale Element in der Schallwand der V15C. Zumindest, wenn es dir mit spitzen Fingern, viel Geduld und dem nötigen Krafteinsatz gelungen ist, die schwarze Schaumstoffblende davor zu entfernen.

Im Zentrum des Tiefmitteltöners versteckt sich am Ende eines kleinen Horntrichters ein 25 Millimeter durchmessender Hochtöner mit einer mehrschichtigen Titan-Kalotte. Der Trichter ist bei der von uns getesteten Variante mit Holzfurnier kupferfarben, genau wie das auffällig platzierte Marken-Logo an der Front. Bei der schwarzen Version sind beide Akzente silbern ausgeführt, was zu einer deutlich martialischeren Optik beiträgt.

Vestlyd V15C Hochtöner
Tief im Konus des Tiefmitteltontreibers versteckt sich der Hochtöner der Vestlyd V15C.

Der Hochtöner wird von modernen und teuren Neodym-Magneten angetrieben, beim Tiefmitteltöner kommt herkömmliches Ferrit zum Einsatz, was wesentlich zum beachtlichen Kampfgewicht der Boxen beitragen wird. Auch beim Membranmaterial gibt es hier Altbewährtes statt Hightech: Wie bei den Treibern in der Beschallungstechnik üblich, an denen sich das Chassis der V15C erkennbar orientiert, handelt es sich auch hier um eine Pappmembran.

Anschlüsse wie bei den Profis

Ein Blick auf die Rückseite zeigt weitere Hinweise auf die Verwandtschaft der Vestlyd V15C zu PA-Boxen. Unter den ordentlich großen Lautsprecherklemmen, wie du sie von anderen HiFi-Lautsprechern kennst, wartet eine Speakon-Buchse von Neutrik auf die Aufnahme eines entsprechenden Steckers, wie er in der Profitechnik zum Anschluss von Lautsprechern benutzt wird.

Vestlyd V15C - Anschlüsse
Fast schon winzig wirkt das Anschlussfeld auf der riesigen Rückwand der V15C. Es bietet mit dem SpeakOn-Verbinder aus dem Profibereich jedoch ein ungewöhnliches Detail.

Ein Blick auf die Webseite von Vestlyd erklärt das auch: Die V15C wird vom Hersteller explizit als klanglich überlegene Beschallungs-Box für kleinere und mittlere Veranstaltungsräume empfohlen. Ein Einsatzzweck, den wir uns sehr gut vorstellen können.

Testfazit Vestlyd V15C: Kein Lautsprecher für alle Fälle

Eigentlich sollte eine gute HiFi-Box mit jeder Musik, mit jedem Genre und in jeder Situation zurechtkommen. Nach dieser Definition wäre die Vestlyd V15C kein besonders guter Lautsprecher. Doch warum hatten wir dann die meiste Zeit beim Testen so ein breites Grinsen im Gesicht?

Weil es die V15C eben nicht allen recht machen will. Weil sie stattdessen auf einen ausgeprägten Charakter setzt. Singer/Songwriter-Romantik, audiophiles Gesäusel oder vertrackte Elektronik sind ihr eben eher egal. Doch du hörst gerne Orchesteraufnahmen, Hip-Hop, Rock, Blues, oder Metal der alten Schule? Und das am liebsten so laut, dass die Wände wackeln? Dann gibt es wahrscheinlich nicht viele andere Lautsprecher in dieser Preisklasse, die dem V15C das Wasser reichen können.

Testergebnis Vestlyd VC15C - 8,6 - sehr gut | HIFI.de

Bei HiFi Klubben kannst du die Vestlyd V15C direkt bestellen:

Technische Daten
Wege 2
Treiber 2 (Koax 1x Hochtöner, 1x Tiefmitteltöner)
Anschlüsse Single-Wiring, Speakon
Frequenzbereich 39 Hz – 22 kHz (-6 dB)
Wirkungsgrad 95 dB (2,83 V @ 1 m)
Abmessungen (BxHxT) 468 x 742 x 417 mm
Gewicht 34 kg
Verfügbare Farben Schwarz, Holz
Paarpreis 1.698 Euro

In unserer Bestenliste findest du alle von uns getesteten Standlautsprecher im Vergleich:

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