Dolby Atmos FlexConnect erklärt: Braucht in Zukunft keiner mehr Soundbars?
Bild: Chauhan Moniz @ unsplashMit Dolby Atmos FlexConnect soll das Heimkino deutlich flexibler werden – das steckt ja schon im Namen. Was genau heißt das aber? Und brauchen wir in Zukunft wirklich keine anderen Lautsprecher oder Soundbars mehr? Wir zeigen dir, was Dolby Atmos FlexConnect so spannend macht und was in Zukunft gehen könnte.
Was ist Dolby Atmos FlexConnect?
Von Dolby entwickelt, soll das System vor allem Heimkino zugänglicher und flexibler machen. Wie aber funktioniert Dolby Atmos FlexConnect? Und was ist der Unterschied zu etwa Dolby-Atmos-Soundbars?

Im Grunde soll das System es ermöglichen, unterschiedlichste Lautsprecher frei im Raum aufzustellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie jetzt im idealen Stereo-Dreieck beispielsweise vor dir aufgestellt werden, ob die Lautsprecher perfekt auf Ohrenhöhe ein Stück hinter deiner Couch stehen oder ob es jetzt genau fünf Lautsprecher für ein klassisches Surround-Setup sind.

Das unterscheidet Dolby Atmos FlexConnect etwa direkt von Multiroom-Lösungen, wie wir sie von Sonos-Soundbars und -Lautsprechern kennen. Die sind zwar auch recht frei untereinander kombinierbar, bei der Aufstellung musst du dich aber recht streng an die gängigen Heimkino-Regeln halten.
So bringt das Dolby-System die einzelnen Lautsprecher zusammen
Der große Unterschied liegt in der Einmessung und Virtualisierung. Das Mikrofon sitzt dabei in den uns bekannten Systemen entweder direkt im Fernseher oder in der Soundbar. Über ein paar Testtöne ermittelt die Haupteinheit dann ganz genau, wo im Raum die Lautsprecher stehen – und in welcher Höhe. Ganz ohne App oder externes Mikrofon.
Das können so zwar auch einige Soundbars, bei Dolby Atmos FlexConnect kommen aber noch interne Berechnungen hinzu. Und dadurch ist die perfekte Aufstellung im Raum plötzlich nicht mehr wichtig. Im Grunde werden die einzelnen Soundquellen so angesteuert, dass sie für dich klingen, als seien sie eigentlich ganz woanders im Raum aufgestellt.

Wir kennen ähnliche Systeme schon von Sony – die Bravia Theatre Quad lässt dich die vier Lautsprecher ebenfalls frei im Raum aufstellen. Der größte Unterschied: Bei Sony benötigst du noch eine Empfängerbox, außerdem ist das grundlegende System nicht so offen und erweiterbar wie Dolby Atmos FlexConnect.
Herstellerunabhängige Systeme?
Die zusätzliche Idee von Dolby Atmos FlexConnect lautet nämlich: Lautsprecher, Subwoofer, Fernseher und Co. müssen nicht vom selben Hersteller kommen. Das System ist offen angelegt, sodass wir es in der Theorie im Grunde mit verschiedenen WLAN-Lautsprechern zu tun haben, die mit kompatiblen Fernsehern unkompliziert zu einem Dolby-Atmos-Soundsystem verbunden werden können.
Das hat natürlich den großen Vorteil, dass du am Ende aus einer Vielzahl von Lautsprechern zu etwa einem Samsung-Fernseher oder Hisense-TV wählen könntest – aus verschiedenen Preis- und Leistungsklassen und mit verschiedensten Designs.

Leider scheint es aber im Moment noch so, dass jeder Hersteller das System dann doch eher geschlossen nutzt. TCL etwa hat mit den Z100 bereits Dolby-Atmos-FlexConnect-Lautsprecher auf dem Markt. Die funktionieren aber nur mit TCL-Fernsehern. Und die angekündigte LG Sound Suite, zu der auch eine Soundbar zählt, wird wohl ebenfalls nur mit LG-Fernsehern kompatibel sein.
Das bringt dir Dolby Atmos FlexConnect
Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand. Du bist maximal flexibel beim Kauf und der Aufstellung und Dolby Atmos FlexConnect ist super einfach in der Handhabung.
Du brauchst schlicht keine Erfahrung beim Thema Heimkino. Du kannst Lautsprecher im Grunde nicht falsch aufstellen, die Einmessung gleicht alles aus, was vielleicht nicht perfekt ist – ob das nun deine Aufstellung oder dein Raum ist. Die Einmessung ist dabei unkompliziert, du brauchst keine weitere Soft- oder Hardware.

Zum anderen bist du dabei eben extrem flexibel. Dein Raum muss nicht perfekt sein, alles, was vielleicht stört – Ecken, Fenster, Regale und Co. – wird per Einmessung ausgeglichen. Du hast also viel Freiraum, wie du die Lautsprecher aufstellst. Wenn das System vielleicht doch offen umgesetzt wird, hast du volle Flexibilität beim Kauf und der Zusammenstellung von Lautsprechern und Fernsehern.
Und du kannst in verschiedensten Kombinationen starten. Etwa mit zwei Lautsprechern, um für ein wenig Surround-Sound beim Filmschauen zu sorgen. Oder nur mit einem Subwoofer für mehr Wucht bei Actionfilmen. Und wenn du dann auf den Geschmack gekommen bist, kannst du das System ausbauen und immer mehr Lautsprecher für mehr Raumklang oder überzeugenderes Dolby Atmos hinzufügen.
Gibt es auch Nachteile?
Echte Nachteile gibt es bei Dolby Atmos FlexConnect nicht. Der größte ist vielleicht der, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Fernseher immer der Center-Speaker im System bleibt. Klingt der schlicht nicht gut, machen dann ausgerechnet Dialoge keinen Spaß. Hier könnte man zumindest bei LG mit der Soundbar Abhilfe schaffen, die dann die Haupteinheit darstellt und im Grunde mit jedem anderen Fernseher verbunden werden kann – während der TV dann nicht mehr mitspielt.

Ansonsten kann Dolby Atmos FlexConnect eben auch nicht die Gesetze der Physik aushebeln. Lassen sich Lautsprecher wirklich nur sehr schlecht im Raum verteilen und stehen allesamt vor dir, werden etwa Sounds von hinten nicht ganz so überzeugend klingen können. Und die einzelnen Komponenten können nie ganz so ideal aufeinander abgestimmt sein, wie es bei Soundbar-Surround-Sets der Fall ist. Lassen sich dann noch Lautsprecher verschiedener Hersteller mischen, muss das am Ende nicht immer harmonisch klingen – immerhin besitzt jeder Lautsprecher eigene Charakteristika.
Was du von der Zukunft des Heimkinos erwarten kannst
Dolby Atmos FlexConnect ist ein spannendes Thema und ein toller Ansatz, um Heimkino noch einfacher, flexibler und vielleicht auch unauffälliger zu gestalten. Wir denken da etwa an Samsungs Music Frame. Wenn in Zukunft etwa Lautsprecher in Form von Bilderrahmen als Rear-Speaker dienen könnten, wäre das doch deutlich angenehmer als die herkömmlichen Lautsprecher im Rücken.
Das System dürfte den Soundbar-Markt jedenfalls ordentlich aufrütteln. Und vielleicht sogar HiFi-Hersteller aufmerksam werden lassen. Wir sind jedenfalls sehr gespannt, wie sich die flexiblen Systeme im Test schlagen werden.
Wenn du so lange nicht warten möchtest, greif doch zu einer Dolby-Atmos-Soundbar. Die besten Modelle findest du in unserer Bestenliste: