Huawei FreeBuds Pro 5 im Test: Angriff auf die Besten der Branche
- Bluetooth-Standard
- 6
- Codecs
- SBC, AAC, LDAC, L2HC 4.0
- Akku-Laufzeit
- 6 Std. / bis 25 Std. im Ladecase (mit ANC)
- Schnellladefunktion
- k.A., aber 40 Minuten für volle Ladung der Buds
- Noise Cancelling
- Ja
- Wassergeschützt
- IP57 (Buds), IP54 (Case)
- Preis
- 199 Euro
Die Huawei FreeBuds Pro 5 sind vielleicht die besten In-Ear-Kopfhörer für Telefonate in lauten Umgebungen. Weil auch Klang, ANC und Ausstattung auf hohem Niveau arbeiten, gehen die FreeBuds als ernsthafte Alternative zu den bekannten Flaggschiffen der Konkurrenz durch.
- Exzellente Anrufqualität
- Kräftiger Sound
- Starkes ANC, verbesserter Transparenz-Modus
- Etwas basslastig
Zwischen den zahlreichen Flaggschiffen von Sony, Bose, Apple und Co. verliert man die Konkurrenz von Huawei schnell aus den Augen – zu Unrecht. Denn schon die FreeBuds Pro 4 konnten hier locker mithalten, in Kategorien wie Anrufqualität und ANC sogar brillieren. Legen die FreeBuds Pro 5 noch eine Schippe drauf?
Hier bekommst du die Huawei FreeBuds Pro 5:
Keine Huawei-App im Google Play Store – kein Problem!
Huawei-Geräten eilt hierzulande der Ruf voraus, etwas kompliziert im Umgang zu sein – besonders gepaart mit Android-Smartphones. Der Grund? Ein jahrelanger Zwist zwischen Google und Huawei und viel Hin und Her bei der gegenseitigen Kompatibilität von Betriebssystemen und Endgeräten später, sucht man nach der App für die In-Ears im Google Play Store im Jahr 2026 vergeblich.

Wir können dich hier aber direkt beruhigen. Wenn du weißt, wo du suchen musst, kommst du auch mit einem Google-Gerät in den vollen Genuss der Personalisierbarkeit deiner Huawei FreeBuds Pro 5. Der Umweg führt über die Webseite von Huawei, wo du eine APK-Datei der App herunterladen kannst. Ein paar Bestätigungen später und die App steht dir in voller Blüte zur Verfügung. Jetzt, da dieser Mythos aus dem Weg geräumt ist, wollen wir uns aber erst mal dem Klangtest widmen, ehe wir uns die App genauer ansehen.
Huawei FreeBuds Pro 5 im Klangtest
Klanglich wissen wir mittlerweile ganz genau, was wir von Huawei erwarten können. Starke Bässe und eine relativ breite Klangbühne stehen hier, auch bei den FreeBuds Pro 5, auf der Tagesordnung. Wir starten im Klangtest mit Runner von Djo, um die Tiefen direkt auf die Probe zu stellen. Den Sound würden wir am ehesten als lebendig und spaßbetont beschreiben, mit klarem Fokus auf die Tiefen. Wenn das für dich kein Problem ist, und du den zusätzlichen Wumms etwa für den Sport gut gebrauchen kannst, bist du mit den FreeBuds Pro 5 gut bedient. Ab Werk nehmen wir die In-Ears deshalb aber als etwas weniger nuanciert wahr als die FreeBuds Pro 4.

Bevor wir uns weitere Genres anhören, sei hier aber schon mal angemerkt: Dieser Bassfokus lässt sich über den Equalizer in der App hervorragend justieren, sodass auch die FreeBuds Pro 5 genauer und ausbalancierter aufspielen. Hier lohnt der Blick in die App also, auch wenn dafür ein Umweg über die APK-Installation notwendig ist, umso mehr.
Weiter geht die wilde Fahrt mit Trinidad von Geese. Der Song geht auch klanglich definitiv als wilde Fahrt durch und offenbart Schwächen in den Details und der Stereo-Abbildung schnurstracks und kompromisslos. Hier sind wir trotz des oben erwähnten Tiefenfokus wirklich beeindruckt davon, wie klar die FreeBuds Pro 5 die unterschiedlichen Instrumente aufschlüsseln und ihnen genügend Platz einräumen.

Einzig dem Bassspiel von Dominic DiGesu kommt etwas die Haptik abhanden, es legt sich eher wie ein Schleier um die restliche Performance. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Leistung bei gesprochenen Inhalten. Diese kommen ab Werk noch mit etwas zu viel Wummern daher, werden aber ansonsten klar abgebildet.
Du willst dir – bevor wir näher auf die App von Huawei eingehen – noch einen Überblick über die Konkurrenz der Huawei-Hörer verschaffen? Dann wirst du in unserer Bestenliste fündig:
App und Bedienung: Das volle Programm
Neben dem ausführlichen Zehn-Band-EQ, den du nach Belieben selbst bedienen oder eben über Presets justieren kannst, finden sich in der zugehörigen App auch noch allerhand weitere Funktionen. Hier kannst du etwa Features wie die Trageerkennung, Gesprächserkennung oder Multipoint steuern und verwalten.
Auch ein Test der Passform ist mit den FreeBuds Pro 5 möglich und durchaus zu empfehlen. Denn sitzen die In-Ears einmal richtig, leistet schon die passive Geräuschunterdrückung einiges. Die FreeBuds Pro 5 sitzen so sicher in unseren Ohren, dass sie es schon ganz ohne aktive Verarbeitung der Umgebungsgeräusche mit dem ANC einiger Konkurrenten mithalten können.
Die Bedienung der FreeBuds Pro 5 läuft zum größten Teil über den Stiel, hier führen Streich-, Pinch- und Touch-Gesten ans Ziel. Das funktioniert sogar bei der Lautstärkeregelung so gut, dass wir gar nicht den Wunsch verspüren, etwas an der Belegung der Befehle zu verändern. Das wäre tatsächlich auch nur minimal möglich. Viele Befehle sind klar an eine bestimmte Funktionalität gekoppelt und können höchstens ganz deaktiviert werden. Wer sich gern sein ganz persönliches Touch-Konzept zusammenstellt, wird hier also enttäuscht. Wer einfach nur nach einer funktionierenden und durchdachten Bedienung sucht, dürfte mit den FreeBuds Pro 5 aber glücklich werden.
Zusätzlich haben die In-Ears von Huawei noch ein kleines Ass im Ärmel, das wir so auch von den AirPods Pro 3 oder Samsungs Galaxy Buds4 Pro kennen: die Steuerung über Kopfgesten. Einmal in der App aktiviert, führt das Nicken nämlich zum Annehmen eines eingehenden Anrufs. Über Kopfschütteln hingegen wehrst du störende Spam-Anrufe gekonnt ab. Das Beste daran: Die Funktion ist bei Huawei markenunabhängig verfügbar. Wenn du weder Samsung- noch Apple-Smartphones dein Eigen nennst, kommst du hier also auch endlich in den Genuss von Bedienung mit Köpfchen.
Huawei FreeBuds Pro 5: Zugelegt bei der Transparenz
Ob in der Bahn, im Fitnessstudio, im Büro oder einfach nur, um die staubsaugenden Nachbar:innen auszublenden: ANC ist kaum noch wegzudenken. Und seit einigen Jahren leistet die aktive Geräuschunterdrückung auch bei In-Ear-Kopfhörern wirklich Beachtliches. Klar, an Over-Ear-Kopfhörer kommt das Isolationsgefühl noch nicht heran, etwas Distanz zwischen dich und deine lärmende Umgebung bringt das ANC aber trotzdem.

So auch bei den FreeBuds Pro 5, die hier auf der Leistung durchaus kompetenter Vorgänger aufbauen können. Wie schon die FreeBuds Pro 4 arbeiten die Pro 5 ordentlich, was die Geräuschunterdrückung angeht. Nicht nur sonore Hintergrundgeräusche werden ausgeblendet, auch einzelne Spitzen – etwa im Büroalltag – werden spürbar abgeschwächt oder sogar ganz geschluckt.
Ein kleines Manko, das wir beim längeren Gebrauch der FreeBuds Pro 5 feststellen, ist der Trittschall im ANC-Modus. Jedenfalls bei uns werden leichte Erschütterungen von einem Wummern im Ohr begleitet, das teilweise etwas desorientierend wirken kann. Der Effekt lässt sich über die Intensität des ANC abdämmen, dann wird aber natürlich auch die Effektivität der Geräuschunterdrückung gehemmt.
Bergauf geht es bei den FreeBuds Pro 5 mit dem Transparenz-Modus. Dieser arbeitet jetzt deutlich effizienter und behält sich trotzdem die Natürlichkeit des Vorgängermodells bei. Das heißt: Gespräche und andere markante Geräusche dringen problemlos zu dir durch, ohne besonders künstlich oder verzerrt zu klingen. Auch beim Transparenz-Modus kannst du zwischen unterschiedlichen Modi wählen, die entweder adaptiv arbeiten oder sich besonders auf Stimmen fokussieren.
Huawei FreeBuds Pro 5 im Praxistest: Akku, Bluetooth und Co.
Bei der Akkuleistung geht Huawei kleine, aber stetige Schritte. Die FreeBuds Pro 3 hielten vier Stunden, die Pro 4 fünf Stunden und die Pro 5 nun sechs Stunden am Stück bei aktivierter Geräuschunterdrückung. Mit dem Case wächst die Akkulaufzeit auf bis zu 25 Stunden an. Das ist weiterhin nicht Bestleistung, die WF-1000XM6 etwa liefern acht Stunden, die Technics EAH-AZ100 sogar zehn, obere Mittelklasse und für den Alltag ausreichend ist es trotzdem.

Die Bluetooth-Ausstattung fällt auf den ersten Blick ziemlich ausführlich aus. Bluetooth 6.0, also ein aktueller Bluetooth-Standard, mit LDAC und L2HC 4.0 gleich zwei höherauflösende Codecs und Multipoint-Support sind jedenfalls schon mal mehr als das Nötigste.
Auracast fehlt leider trotz der theoretischen Umsetzbarkeit unter Bluetooth 6.0. Eine markeninterne Alternative, ähnlich wie bei AirPods und Beats-Kopfhörern, ermöglicht jedenfalls das Teilen einer Audiowiedergabe mit kompatiblen Huawei-Kopfhörern. In-Ears wie die Sennheiser Momentum True Wireless 4 oder EarFuns Air Pro 4+ verstehen sich dank Auracast aber eben auch mit anderen Marken wunderbar.

Was den Tragekomfort angeht, rangieren die FreeBuds Pro 5 auf ähnlich hohem Niveau wie die FreeBuds Pro 4, beim Wasserschutz überflügeln sie das 4er-Modell sogar. Die Buds überstehen dank IP57 auch kurzes Untertauchen, das Case mit IP54 immerhin Spritzwasser. Bestens geeignet also auch als Sport-Kopfhörer.
Beste Qualität bei Anrufen: Sogar stärker als Apple
Das Aushängeschild der FreeBuds Pro 4 war die Anrufqualität, die letztlich dank KI-Filtern und Knochenschall auch in lauten Umgebungen beeindruckend klar blieb. Die FreeBuds Pro 5 setzen hier technisch auf eine ähnliche Ausstattung, legen bei der Umsetzung aber noch mal eine Schippe drauf. Auch bei extrem lauten Umgebungen bleiben wir für unsere Gesprächspartner:innen verständlich und hörbar.

Natürlich nimmt mit zunehmender Lärmbelastung auch die Natürlichkeit der Stimmwiedergabe ab, verständlich bleiben wir aber trotzdem. Damit hängen die FreeBuds Pro 5 in unserem Praxistest sogar die AirPods Pro 3 und Technics EAH-AZ100 ab, was die Gesprächsqualität angeht. Für Android- und iOS-Nutzer:innen also gleichermaßen eine willkommene (und günstigere) Alternative für klare Anrufe.
Design: Feintuning macht die Buds noch schicker
Beim Design gibt es nicht viel zu vermelden. Schon die FreeBuds Pro 4 übernahmen hier größtenteils das Design ihrer direkten Vorgänger, den FreeBuds Pro 3. Und so geht’s auch in der fünften Generation weiter. Ein recht kurzer Stiel, ein kompaktes Case und eine solide Verarbeitung gehören mittlerweile mehr oder weniger zum Markenzeichen der Flaggschiffe des chinesischen Herstellers.

Dabei verzichtet Huawei jedenfalls auf das glänzende Quadrat samt Markenschriftzug, das uns bei den Pro 4 noch störend aufgefallen war. Und auch die goldenen Umrandungen sind passé. So sehen die FreeBuds Pro 5 insgesamt etwas neutraler und gefälliger aus als ihre Vorgänger und empfehlen sich sowohl für eingefleischte Huawei-Fans als auch für Umsteiger:innen auf der Suche nach einem unaufgeregten Design.
Unser Fazit zu den Huawei FreeBuds Pro 5
Huawei liefert mit den FreeBuds Pro 5 wieder mal eine ordentliche Alternative zu den Flaggschiffen von Apple, Samsung und Co. für all diejenigen, die sich eben nicht ganz und gar einem Marken-Ökosystem verschreiben wollen. Dabei können es die FreeBuds Pro 5 besonders in puncto Anrufqualität mit den besten der Branche aufnehmen, Klang, ANC und sonstige Features arbeiten ebenfalls auf hohem Niveau.
Der gefährlichste Konkurrent für die FreeBuds Pro 5 dürfte dabei viel mehr aus dem eigenen Haus kommen. Die FreeBuds Pro 4 sind nicht nur günstiger, sondern klingen auch etwas nuancierter. Dafür bieten die FreeBuds Pro 5 einen verbesserten Akku, natürlichere Transparenz und noch klarere Anrufe. Hier solltest du also, je nach Angebot und eigenen Präferenzen, ganz persönlich abwägen, ob nicht doch der Griff zum Vorgänger lohnt.
Hier bekommst du die Huawei FreeBuds Pro 5:
Technische Daten
Bluetooth-Standard
6
Codecs
SBC, AAC, LDAC, L2HC 4.0
Akku-Laufzeit
6 Std. / bis 25 Std. im Ladecase (mit ANC)
Schnellladefunktion
k.A., aber 40 Minuten für volle Ladung der Buds
Noise Cancelling
Ja
Wassergeschützt
IP57 (Buds), IP54 (Case)
Anschlüsse des Ladecase
USB-C, kabelloses Laden
Gewicht
Hörer: 5,5g / Ladecase: 43g
Preis
199 Euro
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