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Beats Studio 3: Noise Cancelling-Kopfhörer im Test

Seitdem Apple Inhaber der von Dr. Dre gegründeten Marke Beats ist, sind die Produkte in aller Munde. In unserem Test erfährst du, ob der Beats Studio 3 Kopfhörer dem Marken-Hype gerecht werden kann.
Kopfhörertyp
ohrumschließend
Preis (UVP/Straßenpreis)
349,00 € / 299,00 €
Bauart
geschlossen
Gewicht
260 g
Kabellos
ja, Bluetooth
Noise Cancelling
ja
Mikrofon
ja
Vorteile
  • Stylisches Design
  • Guter Tragekomfort
  • Einfache Bedienung
  • Gute Konnektivität mit Apple-Produkten
Nachteile
  • Etwas dumpfer Klang
  • Rauschendes Noise-Cancelling-System
  • Unangenehmes Klappern der Bedienelemente am Ohr

Der Beats Studio 3 Wireless im HIFI.DE-Test

Die Kopfhörer von Beats by Dr. Dre galten lange als Kulthörer für Liebhaber von HipHop oder Dance-Music und waren dementsprechend in erster Linie auf eine beeindruckende Basswiedergabe ausgelegt. Doch nicht erst durch die Übernahme der Firma durch Apple im Jahre 2014 hat sich das Image hin zum schicken Lifestyle-Hörer gewandelt, der alle musikalischen Geschmacksrichtungen gleichermaßen bedienen soll.

Die neueste Generation des A.N.C.-Drahtloskopfhörers bleibt dem bekannt schlicht-eleganten Design treu, ist im Inneren aber mit modernster Technik aus dem Mutterkonzern Apple bestückt.

Der Beats Studio 3 ist ein ohrumschließender faltbarer Kopfhörer von schlichter Eleganz. | Foto: HIFI.DE

Klang

Bei der Messung des Frequenzganges fällt auf, dass das Beats-Gerät im Laufe mehrerer Messungen leicht unterschiedliche Ergebnisse liefert – das ist wohl auf die permanente Klangoptimierung durch Apples W1-Chip zurückzuführen. Wie sinnvoll das ist, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Insgesamt bleibt jedoch eine Grundtendenz, die einen recht linearen Verlauf vom Bassbereich bis circa 500 Hertz zeigt, um dann bei einem Kilohertz um etwa zehn Dezibel abzufallen. Im klanglichen Ergebnis macht sich diese Tendenz deutlich bemerkbar: Anders als frühere Kopfhörer von Beats hat der Beats Studio 3 keine massive Bassbetonung mehr, sondern zeigt eine recht lineare Wiedergabe bis in den unteren Mittenbereich.

Die Grafik stellt den Wirkungsgrad (dBr, Studiopegel) beider Kopfhörerkanäle (rot und blau) in Relation zum Frequenzgang (Hz) dar – im Bluetooth Betrieb bei eingeschaltetem Noise Cancelling. | Messergebnisse von Peter Schüller

Esbjörn Svenssons Flügel auf „The Goldhearted Miner“ klingt dementsprechend in den unteren Lagen sehr natürlich und warm, auch Paul O’Briens Stimme wird im Grundtonbereich überzeugend dargestellt. Der Kontrabass auf Esbjörn Svenssons Produktion wird ebenso überzeugend reproduziert wie der bundlose E-Bass bei Paul O’Brien. Der in der Messkurve erkennbare Abfall zu den oberen Mitten und Höhen spiegelt sich jedoch ebenfalls klanglich wider: Die mit Besen gespielte Snaredrum auf „The Goldhearted Miner“ ist fast nur zu erahnen, Stimmen fehlt es deutlich an Präsenz und Obertonstruktur.

Bei Toni Braxtons „Come On Over Here“ ist der Groove aus Bass und Bassdrum deutlich spür- und nachvollziehbar, die spritzigen Höhen dieser Produktion sind aber klar unterrepräsentiert. Bei Hip-Hop-Titeln, die häufig im Hochtonbereich äußerst aggressiv produziert sind, mag diese Charakteristik im Sinne einer langen, ermüdungsfreien Nutzung zielführend sein, alle anderen Musikstile kommen nach unserer Einschätzung aber zu dumpf aus dem Beats-Kopfhörer, was auf Dauer zu einem etwas drückenden Klangeindruck führt. Die räumliche Auflösung des Beats Studio 3 ist gut, aber nicht überragend.

Technologie

Der Beats Studio 3 ist ein ohrumschließender faltbarer Kopfhörer von schlichter Eleganz. Vier verschiedene verfügbare Farboptionen unterstreichen den Lifestyle-Anspruch des Gerätes. Zur Datenübertragung wird Bluetooth 4.1 verwendet, über weitere Technologien wie aptX HD macht der Hersteller keine Angaben.

Dafür wird mit einer neuentwickelten Geräuschreduzierung namens „Pure ANC“ und einer sich permanent selbst optimierenden Klangqualität geworben, die Apples neuer „W1“-Chip ermöglicht. Naturgemäß kann der Beats Studio 3 seine besonderen Stärken vor allem in Verbindung mit Apple-Produkten ausspielen – so lassen sich beispielsweise verschiedene Geräte gleichzeitig verbinden und per iCloud verwalten.

Jetzt ansehen: Beats Studio 3: Der Noise Cancelling-Kopfhörer in Bildern

Davon abgesehen gibt sich der neue Beats-Kopfhörer ganz traditionell: Eine Touch-Steuerung gibt es nach wie vor nicht und auch eine Bedien-App ist bis dato Fehlanzeige – wenn das Gesamtkonzept eines Kopfhörers in sich stimmig ist, muss das aber kein Nachteil sein.

Design, Verarbeitung und Tragekomfort

Der faltbare, ohrumschließende Beats Studio 3 ist komplett in matt lackiertem Kunststoff gefertigt, was das schlichte und elegante Erscheinungsbild unterstreicht. Da sich die Ohrmuscheln zwar einklappen aber nicht drehen lassen, fällt das mitgelieferte stabile Hardcase etwas sperrig aus.

Die Ohrpolster sind sehr bequem und der mit 260 Gramm relativ leichte Hörer sitzt stabil am Kopf. Für sportliche Aktivitäten würden wir dennoch beispielsweise einen Sennheiser PXC 550 vorziehen, der seine Position noch unerschütterlicher beibehält. Der Anpressdruck des Beats Studio 3 ist angenehm, die Belüftung der Ohrmuscheln aber nur mittelmäßig.

Während die Verarbeitung des Beats Studio 3 insgesamt in Ordnung geht, fühlen sich die Gelenke und Bedienelemente im Vergleich zu anderen Hörern der gleichen Preisklasse ein wenig klapprig an.

Praxis

Die Bedienelemente des Beats Studio 3 beschränken sich auf einen Taster an der Unterseite der rechten Ohrmuschel und ein wichtigeres Bedienfeld, das ungewöhnlicherweise am linken Hörer platziert ist. Obwohl die Bauform es nahelegen würde, handelt es sich dabei nicht um eine Touch-Bedienung, sondern um einen großen runden Taster mit Beats-Logo, eingefasst in einen Kunststoffring.

Durch Druck auf den Ring ober- beziehungsweise unterhalb des Logos lässt sich die Lautstärke einstellen. Wer nun jedoch assoziiert, links und rechts des Logos ließen sich Tracks anwählen, der irrt: Die Titelauswahl erfolgt durch zwei- (Track vorwärts) oder dreimaligen (Track rückwärts) Druck auf den Beats-Button, der ansonsten für Start und Stopp sowie Telefonumschaltung zuständig ist.

Die Taster sind gut zu bedienen und verfügen über einen soliden Druckpunkt, der sich allerdings durch ein deutliches Klappern bemerkbar macht, das vor allem bei aufgesetztem Hörer direkt am Ohr unangenehm zu hören ist. Das ist der Preisklasse nicht angemessen. Der Taster an der rechten Ohrmuschel schaltet den Kopfhörer ein und aus.

Obwohl die Bauform es nahelegen würde, handelt es sich dabei nicht um eine Touch-Bedienung, sondern um einen großen runden Taster mit Beats-Logo, eingefasst in einen Kunststoffring. | Foto: HIFI.DE

Bei längerem Druck wird das aktive Noise-Cancelling deaktiviert, das nach dem Einschalten stets aktiv ist. Im Test kam es leider häufiger vor, dass sich statt des Noise-Cancelling der ganze Hörer abschaltete und erst nach einer kurzen Wartezeit wieder einschalten ließ. Das ist umso ärgerlicher, da das nur einstufige A.N.C. zwar wirkungsvoll ist, jedoch auch vernehmlich rauscht.

Die Bluetooth-Verbindung des Beats Studio 3 erfolgt nach dem Einschalten automatisch und problemlos, die Telefonfunktionalität ist gut, allerdings ein wenig anfällig gegen Windgeräusche.

Test-Fazit zum Beats Studio 3 ANC-Kopfhörer

Der Beats Studio 3 ist ein klassischer Lifestyle-Hörer, der seine Stärken vor allem in der Konnektivität mit Apple-Produkten ausspielt. Tragekomfort und Handling sind gut, Verarbeitung und Klang angesichts der Preisklasse allerdings nur Mittelmaß.

Jetzt ansehen: Technische Messergebnisse zum Beats Studio 3 ANC-Kopfhörer

Technische Daten
Kopfhörertyp ohrumschließend
Preis (UVP/Straßenpreis) 349,00 € / 299,00 €
Garantie k.A.
Bauart geschlossen
Wandler dynamisch
Gewicht 260 g
Kabellos ja, Bluetooth
Spielzeit/ Ladezeit 22 Std. mit A.N.C.; 40 Std. ohne A.N.C.
Noise Cancelling ja
Mikrofon ja
Tasten on / off-Taster, Funktionstaster, 2 x Lautstärketaster
Steuerungs-App nein
Faltbar ja
Mitgeliefertes Zubehör Etui, Remote-Talk Kopfhörerkabel, USB-Kabel, Karabinerhaken

Hast du schon Erfahrung mit dem Beats Studio 3 oder allgemein mit Beats-Produkten sammeln können? Teile es uns gerne in den Kommentaren mit!

Weiterführende Links:
» Sennheiser PXC 550: Noise Cancelling-Kopfhörer im Test
» beyerdynamic Lagoon: ANC-Kopfhörer im Test
» Der Beats Studio 3 Kopfhörer auf der Apple-Seite

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