Typische Fallen beim Fernseher-Kauf: 6 Fehler, die du vermeiden kannst!
Ein neuer Fernseher ist eine Investition, die gut überlegt sein sollte. Bei der großen Auswahl an verschiedenen Panels, Größen und Funktionen ist es schon eine Herausforderung, sich für das richtige Modell zu entscheiden. Nicht selten kommt es deshalb bei Fernsehern zu Fehlkäufen, die schlimmstenfalls eine aufwendige Retoure nach sich ziehen.
Das muss nicht sein! Wir haben die sechs häufigsten Fehler für dich zusammengetragen, damit sie dir nicht passieren. Und verraten dir, was du bei deinem TV-Kauf unbedingt vermeiden solltest:
1. Die falsche TV-Größe: Zu klein oder zu groß?
Die falsche TV-Größe zu bestellen, passiert den Besten. Auch hier in der HIFI.DE-Redaktion haben wir von solchen Erlebnissen schon gehört. Gerade dann, wenn es gute Angebote gibt, vergreift man sich schnell in der Größe. Wenn man sich zuvor nicht mit Zoll-Größen beschäftigt hat, kann man auch gar nicht wissen, wie groß 55 Zoll oder 65 Zoll tatsächlich sind.

Doch woher weiß man eigentlich, welche TV-Größe ideal ist?
Einen guten Schätzwert erhältst du über eine einfache Rechnung: Dazu musst du einfach nur den Sitzabstand in Zentimetern durch vier teilen. Die Zahl, die da herauskommt, entspricht einer empfehlenswerten Bilddiagonale in Zoll!
Du misst also zum Beispiel von deinem Sofa bis zu dem Punkt, wo der Fernseher hin soll. Als Beispiel nehmen wir einmal eine Entfernung von 2 Metern, In Zentimetern also 200. Diese Zahl teilst du dann durch 4, das ergibt 50. 50 Zoll ist das Ergebnis für die TV-Größe, die für den angegebenen Abstand von 2 Metern den optimalen Bildeindruck gewährleistet. Es spricht in der Praxis nichts gegen einen 55-Zoll-TV auf 2 bis 2,5 m Abstand, oder einen 48-Zoll-OLED wie den Philips OLED810. Oder einen LG C5 in 48 Zoll.
Hier findest du einige Zoll-Größen umgerechnet in der Übersicht:
- 43 Zoll ergeben umgerechnet eine Bildschirmdiagonale von 109 Zentimetern
- 55 Zoll ergeben umgerechnet eine Bildschirmdiagonale von 139,7 Zentimetern
- 65 Zoll ergeben umgerechnet eine Bildschirmdiagonale von 165,1 Zentimetern
- 75 Zoll ergeben umgerechnet eine Bildschirmdiagonale von 190,5 Zentimetern
- 85 Zoll ergeben umgerechnet eine Bildschirmdiagonale von 215,9 Zentimetern
Diagonale ist nicht Breite!
Wichtig ist auch, wie breit ein Fernseher ist, damit er in deinen Raum passt. Viele verwechseln die Diagonale mit der Breite, doch der Breite ist wesentlich geringer als die Diagonale! Ein 55-Zoll-TV mit 140 cm Bilddiagonale ist heute rund 125 cm breit, und 65 Zoll Diagonale sind unter 1,5 m breit.
In kleinen Räumen, gerade in einem WG-Zimmer oder im Schlafzimmer, ist ein kleinerer Fernseher vielleicht die bessere Wahl. Je nachdem, wie viel Platz du im Wohnzimmer hast, kann hingegen ein 65-Zoll-Fernseher oder sogar ein TV in 75 Zoll die bessere Wahl sein. Jedoch werden die Fernseher mit steigender Größe immer preisintensiver. Du solltest die Maße also auch in deine Budget-Planung einbeziehen. Vielleicht wirst du mit einem besseren Fernseher in einer kleinen Größe glücklicher, als mit einem riesigen Fernseher, bei dem die Bildqualität nicht stimmt.
2. Demos in Elektromärkten zeigen nicht die echte Qualität
Du hast einen Fernseher ins Auge gefasst und möchtest ihn dir vorher im Elektromarkt vor Ort genauer ansehen? Das ist zunächst eine gute Idee. Denn vor Ort bekommst du einen besseren Eindruck von der Größe, der Bedienung und mehr. Vor der Bildqualität der Modelle im Handel müssen wir dich allerdings warnen.

Denn meistens läuft das Demomaterial in speziellen Kaufhaus-Bildmodi, die viel dynamischer und bunter sind, als eigentlich sinnvoll. In manchen Fällen sind die TVs falsch eingestellt und du kannst dir kein genaues Bild von der tatsächlichen Bildqualität machen. Außerdem kannst du nicht wissen, welches Bildmaterial auf welchen TVs gespielt wird. So kannst du dir nicht sicher sein, ob auf dem hochpreisigen Modell Inhalte in HDR laufen, während die etwas preiswerteren vielleicht nur mit SDR-Inhalten bespielt werden.
Wirklich hilfreich kann es sein, sich vor dem Besuch im Handel Testberichte von Expert:innen durchzulesen.
3. Die Auflösung: Was guckst du?
Als heutiger Standard für Fernseher gilt 4K – also eine Ultra-HD-Auflösung mit 3840 x 2160 Pixeln. Das ist viermal so viel wie bei Full HD, das aus 1920 x 1080 Pixeln besteht. Die hohe Qualität der vierfachen HDTV-Auflösung lohnt sich vor allem dann, wenn du Ultra-HD-Material anschaust und einen entsprechend großen Bildschirm gekauft hast.
Alle 4K-Fernseher rechnen das ankommende Bild automatisch auf ein formatfüllendes Bild um – Upscaling heißt das Zauberwort. Doch die Zauberei hat Grenzen. Je größer der Bildschirm und je näher du dran sitzt, umso deutlicher profiterst du von hochwertigem Bildmaterial. Eine gute Blu-ray-Disk reicht für ein tolles, detailreiches Bild, auch wenn der TV es nur intelligent hochgerechnet hat. Umgekehrt gilt, wenn du häufig TV-Sendungen in alter SD-Qualität schaust, reicht ein kleinerer Full-HD-TV dafür aus. Theoretisch. Doch gute Full-HD-Fernseher fast so selten wie 8K-TVs …

Doch was ist eigentlich los mit 8K-Fernsehern? Bedeutet 8K gleich ein besseres und schärferes Bild? So einfach ist das allerdings nicht. Denn den Mehrwert, den 8K-Auflösung bringt, erkennst du erst, wenn du sehr nah vor dem 8K-Fernseher sitzt und der ein ruhiges 8K-Bild zeigt. Mit perfekter Sehkraft müsstest du näher als 1,20 Meter vor einem 65-Zoll-Fernseher in 8K sitzen, um wirklich eine deutliche Verbesserung zu erkennen. Außerdem gibt es noch immer kaum Inhalte in 8K. Ohne die bringt die höhere Auflösung praktisch nichts. Kein Wunder, dass es kaum noch 8K-Modelle zu kaufen gibt.
Das größte Gegenargument für einen 8K-Fernseher ist letztlich der Preis. Denn die 8K-Modelle bewegen sich im hochpreisigen Segment und kosten rund 3000 bis 4000 Euro – je nach Größe natürlich noch mehr. Unserer Meinung nach bekommst du mit einem 4K-Fernseher einen besseren, größeren und schlussendlich vor allem günstigeren Fernseher, der bei normalem Sitzabstand nicht schlechter aussieht.
4. Keine Angst vor OLED-Burn-in
Das Schreckgespenst „OLED Burn-in“ macht schon seit einigen Jahren die Runde. Damit ist gemeint, dass sich bestimmte Bildinhalte und Grafiken dauerhaft als Schatten auf dem Bildschirm abzeichnen. Eine Horrorvorstellung für alle, die eine hohe Summe für einen OLED-Fernseher ausgegeben haben. Einen Fehler, den du beim TV-Kauf machen kannst, ist, dich gänzlich von OLED abzuwenden. Denn die Panels gehören definitiv zu den besten auf dem Markt.

Doch wie wahrscheinlich ist dieser Einbrenn-Effekt, droht der Schreck des OLED Burn-in? Von einem OLED aus Furcht vor „Einbrennen“ heutzutage abzuraten, wäre aus unserer Sicht falsch. Aktuelle OLED-TVs sind technisch sehr gut gegen „Burn-in“ geschützt. Einen Einbrenn-Effekt musst du eigentlich nur befürchten, wenn du ein besonders außergewöhnliches, einseitiges Nutzungsverhalten hast, immer mit voll aufgedrehter Helligkeit schaust oder die OLED-Schutzmechanismen aushebelst. Wichtig: OLEDs brauchen Pausen und den Standby-Betrieb am Stromnetz. Von einem pausenlosen Dauerbetrieb von mehr als sechs bis acht Stunden täglich raten wir vorsichtshalber ab. Wer seinen OLED-TV dagegen „normal“ nutzt und nicht per Netzschalter an der Steckdose ausschaltet, dürfte sich über viele Jahre an einem Bilderlebnis der Extraklasse erfreuen.
5. Bei der Kaufentscheidung auf die falschen Features achten
Bevor du online auf „Kaufen“ klickst oder im Handel direkt zuschlägst, solltest du dir Gedanken über die Features machen, die du wirklich brauchst. Viele moderne Fernseher werben mit einer 4K-Auflösung mit 120 Hertz Bildwiederholrate und VRR, also „Variable Refresh Rate“. Letztere ist wie ALLM allerdings wirklich nur von Vorteil, wenn du nach einem Gaming-Fernseher suchst. Wenn du keine Konsole besitzt und auch keinen Gaming-PC an deinen Fernseher anschließen möchtest, dann brauchst du dieses Feature gar nicht. 120 Hertz hingegen können auch nützlich sein, wenn du Inhalte mit sehr schnellen Bewegungen schaust, wie Sport oder Actionfilme.

Wenn du gerne linear fernsiehst, können Twin-Triple-Tuner, Aufnahmefunktion und Timeshift wichtig für dich sein. Schaust du viel über Streaming-Dienste oder über die ZDF-Mediathek, dann sind diese Funktionen für dich eher zweitrangig.
Auch das Thema Fernbedienung ist nicht zu unterschätzen! Du wirst die Steuerzentrale wahrscheinlich mehrmals täglich in die Hand nehmen. Das kann eine Frage der Gewohnheit sein, aber es gibt saftige Unterschiede: Smart-Remotes, die fast alles über Bildschirm-Menüs regeln, oder eine Beleuchtung hinter den Tasten, oder eine Mauszeiger-Funktion? Je nach Fabrikat bekommst du etwas anderes in die Finger.
Wenn du eine HiFi-Anlage oder Soundbar an deinen TV anschließen möchtest, dann sollte dein Fernseher auch DTS:X oder Dolby Atmos unterstützen.
Du bist auf der Suche nach einem richtig guten Gaming-Fernseher? Wir haben diese Modelle ausgiebig getestet und uns dabei auch die Gaming-Features angesehen:
6. Zu hohe Erwartungen
Gerade, wenn du ein begrenztes Budget hast, solltest du auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Ein Fernseher bis 500 Euro ist nicht automatisch ein schlechter Fernseher, aber natürlich kannst du in den niedrigeren Preisklassen nicht das beste Bild erwarten. Deine Erwartungen sollten sich an dein persönliches Budget anpassen. Gerade, wenn du mit deinem Fernseher hundertprozentig zufrieden sein möchtest, lohnt es sich zu schauen, wo du Abstriche verkraften kannst – und wo eben nicht.

Fazit: So vermeidest du Fehler beim TV-Kauf
Grundsätzlich solltest du, gerade wenn du mehrere hundert Euro für deinen neuen Fernseher ausgeben möchtest, Spontankäufe gänzlich vermeiden. Erst einmal solltest du dir darüber im Klaren sein, welche Funktionen dein neuer TV auf jeden Fall mitbringen sollte – und auf welche du verzichten kannst. Das sind gute Voraussetzungen, um den richtigen Fernseher zu finden.
Dann kannst du nach und nach die von uns genannten Fehler abarbeiten. Informiere dich ganz genau, wie groß dein neuer TV sein muss, damit er zum Sitzabstand in deinem Wohnzimmer passt. Passe deine Erwartungen an dein Budget an. Und zu guter Letzt: Wirf einen Blick auf passende Testberichte.
Du suchst nach einem passenden Fernseher? Wir haben zahlreiche Modelle in der HIFI.DE-Redaktion getestet:
Wenn du noch Hilfe brauchst bei deinem anstehenden Fernseher-Kauf, beantworten wir auch individuelle Fragen direkt in unseren regelmäßigen Live-Streams auf YouTube und Twitch:
