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Spotify will Auszahlungs-Modell ändern, um Streaming-Manipulation zu stoppen

Die Änderungen, die Anfang 2024 eingeführt werden sollen, zielen auf Betrug ab. Ein geplantes jährliches Stream-Minimum könnte allerdings auch kleineren Künstler:innen schaden.
Spotify will sein Auszahlungsmodell überarbeiten. Bild: Cezar Sampaio

Spotify steht immer wieder in der Kritik, Künstler:innen nicht fair zu bezahlen. Das aktuelle Modell bevorzuge große Plattenformen und ohnehin bereits bekannte Bands. Daran soll sich bedauerlicherweise auch in Zukunft nichts ändern. Allerdings sind laut Music Business Worldwide dennoch Maßnahmen geplant, die für mehr Fairness sorgen sollen. Mit drei gezielten Schritten will Spotify  Einnahmen von zweifelhaften Quellen abziehen und verstärkt an „echte“ Künstler:innen auszahlen.

Spotify will Streaming-Manipulation an den Kragen

Innerhalb der nächsten fünf Jahre hofft der schwedische Musikstreaming-Pionier, mit den Maßnahmen ca. eine Milliarde US-Dollar umzuverteilen. So zumindest der Bericht von Music Business Worlwide, den Spotify selbst noch nicht bestätigt hat. Das Medium stützt sich auf Aussagen von Rechteinhaber:innen, mit denen Spotify die Anpassungen bereits abgesprochen habe.

Einer der zentralen Schritte: Spotify will Manipulation und Betrug bei den Streaming-Abrufen schärfer sanktionieren. Bisher konnten Betrüger:innen die Abrufzahlen manipulieren und wenn dies aufflog, gab es kaum oder keine Konsequenzen. In Zukunft will Spotify offenbar schnellere und dauerhafte Track-Sperren sowie monetäre Strafen einsetzen.

Spotify will schärfer gegen Streaming-Manipulation vorgehen.
Spotify will schärfer gegen Streaming-Manipulation vorgehen. | Bild: Spotify

Außerdem soll es in Zukunft eine festgelegte Mindestanzahl Abrufe geben, die ein Lied im Jahr erreichen muss, bevor Einnahmen generiert werden. Das dürfte vor allem unter kleineren Künstler:innen ein kontroverser Schritt sein. Anscheinend will der Musik-Streamingdienst damit vermeiden, Centbeträge für Songs auszuzahlen, die so gut wie gar nicht angehört würden. In der Summe könnten so Millionen von US-Dollar sinnvoller investiert werden.

Spotify dämmt die finanziellen Anreize für Ambient- und Noise-Tracks ein

Ebenfalls will Spotify dafür sorgen, dass es weniger attraktiv wird, besonders viele kurze Tracks aneinander zu reihen. Das Vorgehen ist im Bereich der reinen Hintergrundgeräusche-Playlists, die sich einige Menschen zur Entspannung oder zum Einschlafen anhören, beliebt. Um möglichst viel Geld zu erhalten, teilen die Erstellenden ihre Tracks in 31-Sekunden-Schnipsel auf. Denn ab einer Abspielzeit von 31 Sekunden lassen sich Stücke monetarisieren.

Genau diese Zeit will Spotify scheinbar erhöhen: Ab dem 1. Quartal 2024 sollen „Nicht-Musik-Inhalte“ wesentlich mehr Abspielzeit benötigen, um für Auszahlungen angerechnet zu werden. Das Vorgehen ist nachvollziehbar, wenn auch nicht ganz so scharf wie z. B. bei Deezer. Der Konkurrent will solche White-Noise-Tracks gar nicht mehr zur Monetarisierung zulassen.

Plattenfirmen sollen die geplanten Anpassungen bei Spotify bisher positiv aufgenommen haben. Es ist aber anzunehmen, dass Independent-Bands und kleinere Labels weniger begeistert sein werden. Denn auch wenn man Missbrauch vorbeugen will, werden vor allem „die Großen“ durch die neuen Maßnahmen gestärkt.

Sofort sitzt aktuell in unserer Liste der besten Musik-Streamingdienste an zweiter Stelle, hinter Tidal:

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