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Project Silica: Microsoft speichert Superman-Film auf Quarzglas

Wie Warner und Microsoft berichten, ist es ihnen gelungen, den Filmklassiker Superman auf eine Quarzscheibe zu bannen – das Speichermedium der Zukunft?
Quelle: | Bild: Warner Bros.

Noch bevor Warner den internationalen Streaming-Markt mit seiner Plattform HBO Max im Mai 2020 aufmischen möchte, scheint das Unternehmen erste Erfolge in einem anderen Projekt verbuchen zu können. Denn in Zusammenarbeit mit Microsoft ist es ihm gelungen, seinen Klassiker „Superman“ von 1978 auf Quarzglas zu speichern. Microsoft selbst bezeichnet diesen Erfolg als „Meilenstein“ im Bereich der Speichermedien.

Quarzglas: Zukunftssicherer Datenspeicher dank ultraschneller Laseroptik

Das Projekt mit dem Namen „Project Silica“ soll darauf abzielen, bestimmte Daten in unterschiedlichsten Mengen auf einem robusten Medium zu sichern. Dabei verspricht das Quarzglas eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen zahlreiche Einflüsse von Außen, darunter magnetische Einflüsse und hohe Temperaturen.

Die Quarzscheibe besitzt sowohl in der Höhe als auch in der Breite lediglich 7,5 Zentimeter. Dabei bringt sie aber ganze 75,6 Gigabyte Speicherplatz mit. | Bild: Microsoft

Das Übertragen der Daten auf die kleine Glasscheibe soll dank einer ultraschnellen Laseroptik und künstlicher Intelligenz möglich gewesen sein. Demnach soll ein sogenannter Femtosekundenlaser die zu brennenden Daten als dreidimensionale Gitter in verschiedene Ebenen des Speichermediums „geschrieben“ haben. Nach erfolgtem Speichern sollen sich diese per Decodierung über bestimmte Algorithmen auslesen lassen.

Kostengünstige und nachhaltige Alternative?

Laut Microsoft könnte sich das Quarzglas auf dem Markt etablierter Datenträger durchsetzen, da es hinsichtlich Kosten und Nachhaltigkeit nur Vorteile mit sich bringen soll. Denn während andere Medien wie die Festplatte nach einiger Zeit veralten und sich abnutzen, soll das Glas über einen langen Zeitraum erhalten bleiben. Zudem werden die Daten nur ein einziges Mal in die Scheibe geschrieben und verewigt.

In Anbetracht dieser Aspekte soll sich die langfristige Nutzung von Quarzglas positiv auf die anfallenden Kosten auswirken. In der Lagerung verspricht das neue Speichermedium von Microsoft zudem eine geringe Klimatisierung. So soll es nicht unter den immer gleichen Bedingungen wie zum Beispiel einer konstanten Temperatur gelagert werden müssen – ein Faktor, der energieintensive Systeme überflüssig machen soll.

Das Speichern des Superheldenstreifens aus dem Hause Warner auf Quarzglas ist laut Microsoft-Manager Mark Russinovich als „wichtiger Meilenstein“ zu bewerten. Künftige Forschungen in diesem Bereich würden sich nun besonders auf auf die Optimierung und Erweiterung des Vorgangs konzentrieren.

Warner möchte 100 Jahre Film- und Fernsehgeschichte erhalten

Warner ist eines der größten und bekanntesten Filmstudios der Welt, seine knapp 100 Jahre alten Wurzeln reichen tief in die Geschichte von Film und Fernsehen hinein. So ist es auch nicht überraschend, dass die Bibliothek mit Klassikern wie „Wizard of Oz“ und „Casablanca“ ziemlich umfangreich ist. Und Kunstwerke wie diese möchte die Firma auch für künftige Generationen bewahren.

Warner präsentiert stolz den Vergleich zwischen Quarzscheibe und Traditionsmedium. | Bild: Warner Bros.

Dieses Unterfangen sei nicht nur ein wichtiger Teil des Geschäfts, so Vicky Colf, Chief Technology Officer bei Warner. Ebenfalls liege es auch in der Verantwortung des Unternehmens, zeitlose und bedeutende Werke für die Nachwelt zu archivieren.

Was denkst du über „Project Silica“? Siehst du eine Chance im Quarzglas als Speichermedium der Zukunft? Teile es uns in den Kommentaren mit!

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