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Bundestagsgutachten: Alexa birgt Gefahren – besonders für Kinder

Nach einem Gutachten des Bundestags gibt es Bedenken bezüglich des Datenschutzes bei Amazons Alexa. Besonders für Kinder soll der Sprachassistent eine Gefahr bergen.
Quelle: Foto: Amazon

Sprachassistenten haben Datenschützer immer wieder Bedenken oder gar Kritik aussprechen lassen. Jetzt gibt es erneut Anlass zur Aufregung bei Amazons Alexa. So bestehe laut dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags insbesondere bei Kindern und unbeteiligten Dritten ein erhöhtes Risiko einer ungewissen Nutzung persönlicher Daten.

Amazon will Zweifel an Alexa ausräumen

Zunächst einmal wollen die Gutachter nach einer Untersuchung festgestellt haben, dass Amazon seinen Pflichten bei der Datenerhebung von Nutzern ausreichend nachkommt. Offen sei jedoch, wie es um Unbeteiligte wie zum Beispiel Besucher und Minderjährige stehe. Die Frage sei, wie diese bei der Datenerhebung sicher ausgeschlossen werden könnten.

Amazon verteidigt sich gegen die erhobenen Bedenken: Es sei jederzeit möglich, seine gespeicherten Daten bei Amazon zu löschen oder schlicht das Mikrofon stumm zu stellen, so das Unternehmen.

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Aus Sicht der Gutachter hält sich Amazon zwar durchaus an alle Bestimmungen der Europäischen Datenschutz-Grundverorodnung (DSGVO). Der Konzern unterrichte die Nutzer etwa ausreichend über die Verarbeitung der anvertrauten Daten. Für unbeteiligte Dritte wie zum Beispiel Gäste sei diese Grundlage jedoch nicht gegeben. Und das ist noch nicht alles.

Frage zum Jugendschutz weiter offen

Nicht beantwortet bleibt ebenfalls die Frage zum Jugendschutz bei der Nutzung von Alexa. So sollen Kinder über den Sprachassistenten aktuell auf für sie ungeeignete Inhalte zugreifen können. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Nachwuchs unbewusst sensible und persönliche Daten preisgibt, was von Eltern oft unbemerkt bleibt. Auf diese Kritikpunkte ist Amazon bislang nicht eingegangen.

Darüber hinaus ist laut den Gutachtern aus dem Bundestag nicht klar „zu welchen weiteren Zwecken Amazon seine Daten zukünftig nutzen könnte“. Auch sei etwa ein Datendiebstahl aus den Amazon-Systemen durch Hacker möglich. Dabei könnten viele sensible Date, persönliche Gespräche und Nutzerstatistiken potenziell in die Hände von Unbekannten geraten.

In Fragen des Daten- und Jugendschutzes liefert Amazons Alexa bislang unbefriedigende Antworten. | Foto: Amazon

Das Gerät per Spracherkennung für bestimmte Personen zu sperren ist nicht möglich. Darauf teilte ein Amazon-Sprecher mit, dass eine zweifelsfreie biometrische Identifizierung, die Voraussetzung für das Sperren einzelner Profile ist, über Stimmprofile nicht stattfindet.

Nutzt auch du einen Sprachassistenten? Machst du dir Gedanken über den Umgang mit deinen persönlichen Daten? Teile deine Meinung mit uns in den Kommentaren!

Weiterführende Links:
» Patent: Amazons Alexa könnte in Zukunft permanent lauschen
» Google Assistant jetzt auch auf Sonos-Speakern verfügbar
» Das vollständige Gutachten des Bundestags zu Amazon Alexa

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