Wilson Audio Sabrina V im Test: Ein Meter Klangkonzentrat
- Treiber
- 3 (1 x Hochtöner, 1 x Mitteltöner, 1 x Tieftöner)
- Frequenzbereich
- 27 Hz – 24 kHz (± 3 dB)
- Wirkungsgrad
- 87 dB (1 Watt / 1 m / 1 kHz)
- Impedanz
- 4 Ohm (2,23 Ohm Minimum @ 121 Hz)
- Abmessungen (BxHxT)
- 990 x 305 x 390 mm
- Verfügbare Farben
- 39 Farben in drei Preisstufen + alle RAL-Farben
- Paarpreis
- 36.999 – 42.979 Euro (Je nach Lackierung)
Hellwach und bärenstark lassen die Wilson Audio Sabrina V deine Musik vor dir tanzen. Dabei behalten sie stets die Übersicht und heben jedes Detail kristallklar hervor. Das macht die Sabrina V zwar nicht zu den entspanntesten Lautsprechern, aber definitiv zu Luxusgefährten, mit denen du auf immer neue Entdeckungsreisen gehen kannst.
- Unglaubliche Präzision und Kontrolle
- Feintuning mit austauschbaren Widerständen
- Enorme Farbauswahl
- Hochton kann es je nach Genre etwas zu gut meinen
Wir geben es zu: Als die neue Wilson Audio Sabrina V auf der High End 2025 vorgestellt wurde, haben wir sie zwar wahrgenommen, unser Augenmerk galt dann aber doch der opulenten Vorführung ihrer größten Schwestern im eigens errichteten Hörsaal. Die dort aufgebaute Anlage kostete weit über drei Millionen Euro. Ein Wert, bei dem selbst die knapp 40.000 Euro der Sabrina wie Peanuts wirken. Das kleinste Paar Standlautsprecher der US-amerikanischen Highender ist aber genau deshalb auch viel interessanter für uns: Es verspricht echten High-End-Klang für einen zwar immer noch sündhaft teuren, aber mit viel Glück im Leben noch erreichbaren Preis. Außerdem passen die Boxen deutlich einfacher in unseren Hörraum – und dein Wohnzimmer.

Wilson Audio Sabrina V im Detail
Der Namenszusatz V im Namen steht nicht etwa für die römische Zahl, sondern tatsächlich für den Buchstaben. Wie bei anderen aktuellen Modellen dient er als Hinweis für das aktuell verwendete V‑Material. Entsprechend sorgte das Novum der Vorgängerserie für den Namenszusatz X. Nachdem wir schon die Wilson Audio Sasha V testen konnten, sind wir mit dem Konzept der High-End-Lautsprecher bereits vertraut: Ein Mix aus verschiedenen Verbundstoffen geheimer Zusammensetzung und unterschiedlichen Dämpfungseigenschaften bildet das Gehäuse.
Je nach Funktion kommen andere Materialien zum Einsatz. Das Gehäuse selbst besteht aus dem besonders steifen X-Material, die Schallwand besteht aus dem etwas nachgiebigeren H-Material und das namensgebende V-Material findet sich an den Kontaktpunkten der Spikes.
Die Standlautsprecher besitzen jeweils einen Hochtöner mit beschichteter Gewebekalotte, sowie einen Mittel- und einen Tieftöner mit Papiermembran. Doch nicht nur die Anzahl, auch Größe und Antrieb entsprechen jenen der Sasha V. Der große Unterschied liegt im Gehäuse. Statt Hoch- und Mitteltöner in einem separaten Gehäuse auf das Bassfundament zu stellen, befindet sich alles in einem, deutlich schlankeren Gehäuse. Die Formsprache bleibt dennoch unverkennbar Wilson. Gleichzeitig sinkt das Gewicht von 111 Kilogramm bei den Sasha auf immer noch stattliche 55 Kilogramm bei den Sabrina.
Ein vergoldetes Paar Anschlussklemmen steht für deinen HiFi-Verstärker bereit. Bi-Amping ist nicht vorgesehen, wohl aber eine Klanganpassung per austauschbarer Widerstände. Diese Funktion bot zwar schon die alte Sabrina, bei der neuen musst du den Lautsprecher aber nicht mehr hinlegen, um an der Unterseite herumzuschrauben. Die Wilson Audio Sabrina V präsentiert die Widerstände stolz durch ein Sichtfenster auf der Rückseite. Gleichzeitig fungieren die Widerstände auch als Sicherungen, die die Treiber vor Stromspitzen oder Clipping schützen.
Unser Klangtest der Sasha V
Für unseren Test haben wir die Wilson Audio Sabrina V an unterschiedlichen Verstärkern getestet und im Vergleich mit anderen High-End-Lautsprechern gehört. Als ersten Spielpartner wählen wir den Dan D’Agostino Pendulum. Der kleinste Vollverstärker der Edelmarke wurde uns gleichzeitig vom gemeinsamen deutschen Vertrieb zur Verfügung gestellt. Das Gespann passt klanglich wie auch optisch hervorragend zusammen: Die den vollen Frequenzumfang umspannende Ruhe und Unangestrengtheit des Pendulum trifft hier auf blitzschnelle Reaktionen, klare Artikulation und Bässe, die jeden noch so leichten Druck aufs Wattpedal süffisant umsetzen.

Für den Anfang entscheiden wir uns für den drückend-mythischen Folk Rachel Newtons. Das Stück The Fairy Man beginnt mit Harfengezupfe und Adam Holmes’ sonorer Stimme. Beides wirkt über die Sabrina V groß, kernig und so, als hättest du auch den letzten Schleier von den Musiker:innen gezogen. Dann setzen die Trommeln ein, die wir – obwohl wir den Track regelmäßig hören – nicht so lebhaft in Erinnerung hatten. Dass die singende Säge uns eine Gänsehaut beschert, ist da schon fast nicht mehr verwunderlich. Alle Bestandteile bekommen durch die Sabrina ihren eigenen Spot-Scheinwerfer.
Räumlichkeit und präzise Grenzen
Wir bleiben in Schottland und wenden uns dem Trio Lau zu. The Bird That Winds the Spring startet mit den Rhythmus klatschenden Händen. Diese erscheinen über die Wilson Audio direkt vor uns, scherenschnittartig umrissen. Über die gleichzeitig in unserem Hörraum stehenden Fink Team Borg Episode 2 breiten Hände und Hall etwas weiter im Hörraum aus, auch klingen die Geigensaiten etwas fetter, bauchiger. Beides zusammen führt zu einem etwas gefälligeren, aber nicht so packenden Klang. Denn wenn wir eines von den Sasha V gelernt haben, dann, dass Lautsprecher von Wilson Audio es ganz genau nehmen. Das bestätigt sich auch bei den Sabrina V: Wir ertappen uns immer wieder dabei, wie wir das komplizierte Thema mitklatschen wollen.

Jetzt wollen wir es wissen und füttern die High-End-Lautsprecher mit Poppys Dying to Forget. Ein brutaler Genrewechsel und Testtrack, der nichts für schwache Ohren ist. Hier erkennen wir wieder das Faible der Sabrina V, den Hochtonbereich besonders deutlich herauszuarbeiten. Das sorgt beim erbarmungslosen Metalcore-Mix dafür, dass die Schlagzeugbecken die tiefer angesiedelte Gitarre etwas übertünchen. Über die Borg hingegen können wir deren verzerrte Riffs klarer ausmachen. Den Schub und die schiere Energie des Stückes im ganzen Raum zu verteilen – das ist hingegen die Kür der Wilson Audio Sabrina V.
Perfekt für Experimente
Dieser direkte, ungeschönte Ansatz hat uns – mit Ausnahme weniger Extrembeispiele – immer wieder in seinen Bann gezogen. So wechselten wir nicht nur zu immer neuen, teils halbvergessenen Testtracks, sondern experimentierten auch stundenlang mit der Verstärkung. Die Sabrina V präsentierten uns auch feinste Klangfarben wie auf dem Silbertablett. So durften neben dem Pendulum auch ein Burmester 232, die im Titelbild sichtbare Vor-Endstufen-Kombi aus Rega Mercury und Rega Solis, und ein AVM Ovation CS 8.3 S in unserem Rack Platz nehmen. Letzterer hat für unsere Ohren neben dem Pendulum die beste Synergie mit den Sabrina entwickelt.

Egal, an welchem dieser High-End-Boliden wir die Lautsprecher jedoch betrieben, eines blieb immer gleich: der unverblümte, fast schon überrealistische Detailreichtum. Dass uns die Trommelfelle bei Manu Katchés live aufgenommenem Drum Solo knallhart ins Sofa drücken, kennen wir schon von anderen Testkandidaten. Wie viel Textur in so einem aufgespannten Fell stecken kann, wie viele unterschiedliche Klangcharaktere Fell, Rahmen und Sticks haben können, dafür bedarf es dann doch ein Paar Wilson Audio Sabrina V. Abgerundet wird ihr Auftritt durch ihre omnipräsente Flinkheit. Jeder Impuls, jedes Sirren, Stampfen, Knallen oder Schwingen taucht so plötzlich und plastisch vor uns auf, als wäre die Geräuschkulisse schon immer Teil unseres Hörraums gewesen.
Ja, wir meinen, uns erinnern zu können, dass die Wilson Audio Sasha V noch mehr aus einem Guss spielte. Allerdings liegt unser Test nun auch schon über zwei Jahre zurück. Deutlich verlässlicher ist da der direkte Vergleich mit Lautsprechern, die wir zum Testzeitpunkt vor Ort hatten. Die Wilson Audio Sabrina V werden uns als tiefgreifend ehrliche Lautsprecher in Erinnerung bleiben, die auch wirklich jede Information aus deinen Tracks ziehen und sie dir mit einem süffisanten Grinsen entgegenschleudern.
Neugierig geworden? Weitere von uns getestete High-End-Lautsprecher findest du in unserer Bestenliste:
Praxis & Design: Kein Platz für Zufälle
Die schlechte Nachricht zuerst. Die Wilson Audio Sabrina V werden ohne Wagenheber geliefert. Ja, wir waren auch geschockt. Die gute Nachricht: Du brauchst ihn auch nicht. Zwei starke Arme zusätzlich empfehlen wir dir fürs Auspacken und Aufstellen der Lautsprecher dennoch. Denn auch, wenn sie deutlich leichter als die Sasha V sind, kam es uns doch so vor, als wären das die schwersten 55 Kilo, die wir bisher in unserem Hörraum hatten. Dicke Magnete (alleine vier im Mitteltöner), Kupferspulen und -folien und nicht zuletzt das massive, hochdichte Gehäuse selbst haben halt ihr Gewicht. Bei den Magneten setzt Wilson Audio übrigens nach wie vor auf eine Legierung aus Aluminium, Nickel und Kobalt statt auf Neodym. Diese sind zwar nicht ganz so stark, sollen aber klanglich ansprechender sein.

Die Keilform der Sabrina V sorgt dafür, dass die Treiber mit ansteigendem Frequenzbereich weiter von deinem Ohr entfernt sind. So soll Laufzeitunterschieden entgegengewirkt werden. Daher wirken die Lautsprecher zierlicher, als ihre Grundfläche von 30 Zentimetern Breite und 40 Zentimetern Tiefe vermuten lässt. Diese Grundfläche ruht auf vier massiven Spikes, die du nach dem Auspacken noch in das mit besagtem V-Material versteifte Gewinde schrauben musst. Hierfür solltest du eine zweite Person anheuern, während du die Box vorsichtig anwinkelst. Für empfindliche Böden liegen den Lautsprechern Spiketeller bei. Dazu gesellen sich Maul-, Steck- und Inbusschlüssel, mit denen du die Spikes festziehen und die Wartungsklappe auf der Rückwand öffnen kannst.
Hier findest du noch zwei weitere Öffnungen: Die eine ist eine in Metall gefasste Bassreflexöffnung, während der Schlitz am oberen Ende den Mitteltöner belüftet. Der Hochtöner selbst ist versiegelt. Seine rückwärtig abgegebene Schallenergie landet in einem Kohlefasergefängnis, wo sie sich ohne Schaden anzurichten verstreuen kann. In unserem Test wurde schnell klar, dass du dir, wie schon bei den Sasha V, viel Zeit für die korrekte Ausrichtung nehmen solltest. Die Bühne rastete bei uns schließlich hörbar ein.
In unserem Hörraum haben wir die Stoffabdeckungen meistens an der Wand lehnen lassen, weil wir uns den Blick auf die Treiberkonstellation erhalten wollten. Wie für einen Lautsprecher dieser Preisklasse zu erwarten, lassen sich die Wilson Audio Sabrina V im firmeneigenen Konfigurator nach deinem Geschmack einfärben. Alleine für das Gehäuse stehen dir 39 Farben in drei unterschiedlich bepreisten Kategorien zur Verfügung.
Für die Abdeckung kommen noch mal sieben Farben dazu und die Spikes gibt es in silberner oder schwarzer Ausführung. Nur die mit einer Art Fleece bedeckte Schallwand bleibt einheitlich schwarz. Alternativ kannst du für einen weiteren Aufpreis auch einen spezifischen RAL-Ton bestellen, damit die Boxen perfekt zur Wohnzimmertapete passen. Auch, wenn uns das Metallic-Grün der Sasha V besser gefiel als das helle Grau ihrer kleinen Schwester, können wir auch bei der Sabrina V nur über den enormen Aufwand der Lackierung staunen.

Unser Fazit zur Wilson Audio Sabrina V
Das kleinste Paar Standlautsprecher von Wilson Audio muss sich in keiner Hinsicht hinter den großen Geschwistern verstecken. Dieselbe Klangphilosophie und handwerkliche Liebe zum Detail hörst du mit jedem Song. Auf Präzision getrimmte Feingeister mit starken Muskeln sind die Wilson Audio Sabrina V. Je nach Ohr und Musik kann sie es am oberen Ende entweder zu gut meinen oder für den extra Kick an Struktur und Informationen sorgen. Umso wichtiger ist der zu ihren Ansprüchen und deinen Hörgewohnheiten passende Verstärker. Ausprobieren ausdrücklich erwünscht! Langweilig wird es dir mit diesem High-End-Lautsprecher auf jeden Fall nie.
| Technische Daten | |
| Wege | 3 |
| Treiber | 3 (1 x Hochtöner, 1 x Mitteltöner, 1 x Tieftöner) |
| Anschlüsse | Single-Wiring |
| Frequenzbereich | 27 Hz – 24 kHz (± 3 dB) |
| Wirkungsgrad | 87 dB (1 Watt / 1 m / 1 kHz) |
| Impedanz | 4 Ohm (2,23 Ohm Minimum @ 121 Hz) |
| Abmessungen (BxHxT) | 990 x 305 x 390 mm |
| Gewicht | 55,8 kg |
| Verfügbare Farben | 39 Farben in drei Preisstufen + alle RAL-Farben |
| Paarpreis | 36.999 – 42.979 Euro (Je nach Lackierung) |
Du suchst noch nach dem passenden Verstärker für deine Luxus-Boxen? Hier findest du alle bereits von uns getesteten High-End-Verstärker im Vergleich:



