Sony WF-1000XM6 im Test: Die Testsieger – besser als AirPods!
- Audio-Codecs
- SBC, AAC, LDAC, LC3
- Akku-Kapazität / Laufzeit
- Earbuds: 8 Std. (ANC ein), 12 Std. (ANC aus) / Gesamtlaufzeit mit Case: 24 Std.
- Schnellladefunktion
- Ja (3 Min. Laden für 60 Min. Wiedergabe)
- Noise Cancelling
- Ja
- Wasser- und Staubschutz
- IPX4
- Gewicht
- 6,5 g (ein Earbud) / 47 g (Ladecase
- Preis
- 299 Euro
So klingen Testsieger! Die Sony WF-1000XM6 lassen ihre beliebten Vorgänger in puncto Sound und ANC noch mal hinter sich und fühlen sich auch deutlich hochwertiger an. Beim Design trifft Sony aber auch einige kontroverse Entscheidungen, die du vor dem Kauf definitiv beachten solltest.
- Exzellenter Sound ohne nennenswerte Schwächen
- Gute Akkulaufzeit
- Hochwertiges Design
- Ausführlich personalisierbar
- Schwerer und wuchtiger als der Vorgänger
Fast drei Jahre nach Release behaupten die Sony WF-1000XM5 ihren Platz an der Spitze unserer Bestenliste immer noch selbstbewusst. Das dürfte daran liegen, dass Sony hier schon 2023 ein ausbalanciertes Paket aus herausragendem Sound, schlankem Design und sehr gutem ANC ablieferte. Und an dem beißt sich auch 2026 noch die Konkurrenz die Zähne aus. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Sonys WF-1000XM6, die in einigen Kategorien noch besser sein sollen, in anderen aber scheinbar auf der Stelle treten. Wir haben die In-Ears ausführlich unter die Lupe genommen und herausgefunden, ob wir tatsächlich den neuen Testsieger in den Händen halten.
Hier gibt es die Sony WF-1000XM6:
Sony WF-1000XM6: Spitzen-Noten beim Sound
Viel Luft nach oben haben die Sony WF-1000XM5 im Klangtest 2023 nicht gelassen. Die WF-1000XM6 wollen mit verbessertem Treiber (8,4 Millimeter) trotzdem einen drauflegen und noch kontrollierter arbeiten. Wir starten den Vergleich hier mit Whitsand Bay von Metronomy, das gleichermaßen knackige Drums und dynamische Bassläufe bietet.

Und schon ab der ersten Sekunde wird klar: Die WF-1000XM6 können die hervorragende Leistung ihres Vorgängermodells mindestens bestätigen, wenn nicht sogar überflügeln. Die räumliche Abbildung ist exzellent und die Kopfhörer arbeiten so analytisch, wie wir es sonst nur etwa von Sennheisers Momentum True Wireless 4 oder Bang & Olufsens Beoplay Eleven gehört haben. Dabei klingen die In-Ears aber nicht kalt oder klinisch, sondern senden Beat und Bass sehr organisch und lebendig gen Gehörgang.
Wir bleiben noch für einen Track bei Metronomy und hören in The Light rein, das diese Tugenden gleich zu Beginn noch mal auf die Probe stellt. Besonders angetan sind wir von den kontrollierten und warmen Tiefen, die vielleicht auch den größten Unterschied zu den WF-1000XM5 ausmachen.

Beide In-Ears arbeiten äußerst genau und spielen breiter auf, als man es von so kleinen Stöpseln erwarten würde. Die WF-1000XM6 vermitteln aber den Eindruck, etwas mehr Power in der Hinterhand zu haben – und dementsprechend weniger schnell überfordert zu sein.
Knackige Bässe und klare Vocals: WF-1000XM6 und Hip-Hop
Weiter geht’s im Hörtest mit etwas Hip-Hop und Little Simz‘ Introvert, das aus den WF-1000XM6 nichts an seiner Opulenz und Intensität einbüßen muss. Sowohl das orchestrale Opening als auch Simz‘ politischer Rap profitieren von der Genauigkeit und Breite des Sounds. Die aufwendige Inszenierung drängt sich hier nicht vor die Vocals und lässt Simz genügend Raum. Auch der abschließende Monolog, eingesprochen von Schauspieler:in Emma Corrin, wirkt direkt, intim und dringt auch neben den dominanten Streichern zu uns durch.

Bevor wir den Sprung zur Gitarrenmusik wagen, legen wir uns noch Christine and the Queens‘ Full of Life auf die Ohren und vergessen bei knapp einer Minute und dreißig Sekunden kurz, dass wir „nur“ In-Ears in den Ohren haben und nicht zum WH-Modell gegriffen haben. Christines halliger Gesang und der eindrückliche Bass eröffnen einen gigantischen Klangraum, in dem wir uns gern für die vollen viereinhalb Minuten des Tracks aufhalten.
Schaffen die XM6 Rock und gesprochene Inhalte?
Wie versprochen machen wir weiter mit etwas roherem Material, hier in Form von Geeses Taxes. Die Band aus New York versteht es, sowohl die Genialität als auch die chaotische Energie eines eingespielten Quartetts im Probenraum auf Platte zu bündeln. Dabei fallen viele Details im Ensemble erst bei mehrfachem Hören auf, man beobachtet die Bandmitglieder quasi dabei, wie sie sich Bälle zuwerfen und dabei Muster im akustischen Passspiel offenbaren.

Das macht mit den WF-1000XM6 deshalb besonders viel Spaß, weil wir wirklich das Gefühl haben, zwischen den Zeilen hören zu können und nichts zu verpassen. Hier legen sich keine lauten Drums über das Bassspiel von Dominic DiGesu, sondern alles bleibt gleichermaßen sichtbar. Selbstverständlich ist das bei In-Ears nicht. Oft macht Rockmusik hier zwar Spaß, ermüdet aber bei mehrfachem Hören wegen der verschwommenen Details – das ist mit den WF-1000XM6 nicht der Fall.
Zu guter Letzt noch ein paar Worte zur Performance bei gesprochenen Inhalten. Sowohl bei Podcasts als auch bei Hörbüchern kommen den WF-1000XM6 ihr ausgeglichenes Klangbild samt kontrollierter Tiefen zugute. Tiefe Männerstimmen fangen nicht an, unangenehm zu vibrieren, und in den Spitzen gehen kaum Details verloren. Und für das Feintuning steht ja auch noch die App parat, die wir uns als Nächstes anschauen.
Du willst die Sony WF-1000XM6 mit der Konkurrenz vergleichen? Hier geht’s zu unserer Bestenliste:
Sony-App und Bedienung: Weiterhin Luft nach oben
Zur Personalisierung der Sony WF-1000XM6 steht die Sound Connect App bereit, die sowohl für iOS als auch für Android verfügbar ist. Der ausführliche 10-Band-EQ zum Feintuning des Sounds lässt sich mit etwaigen Presets auch von Neueinsteiger:innen problemlos nutzen.
Seit Release der LinkBuds Fit und LinkBuds Open ebenfalls an Bord ist der sogenannte „Hörmodus“, den du entweder auf „Standard“ oder „Hintergrundmusik“ einstellen kannst. Letzterer Modus soll quasi simulieren, dass die Musik nur beiläufig im Hintergrund läuft, wie im Café. Besonders sinnvoll erscheint uns das auch in der neuesten Iteration nicht, weil dem Sound dadurch ein großer Teil der Natürlichkeit abhandenkommt, die den positiven Klangeindruck der WF-1000XM6 maßgeblich ausmacht.
Gut gefällt uns, dass die einzelnen Widgets jetzt auch vom Startmenü entfernt beziehungsweise hinzugefügt werden können. So können wir den „Hörmodus“ fix von der Startseite verbannen und haben dafür den praktischen Equalizer noch zentraler auf dem Schirm.
Eine Kritik, die wir hingegen auch bei den Sony WF-1000XM6 erneuern müssen, ist, dass die App doch im Großen und Ganzen recht unübersichtlich aufgebaut ist. Das fängt bei der kleinen Schriftgröße, viel ungenutztem Raum und zahllosen Untermenüs an und hört bei teilweise recht unintuitiven Abkürzungen (zum Beispiel Umg-geräusch-Strg für die ANC-Steuerung) auf. Wirklich sinnvolle Funktionen wie der Tragetest, 3D-Audio, Akku-Einstellungen und auch die Konfiguration der Touch-Bedienung könnten in einem schickeren Umfeld sicherlich noch mehr glänzen.
Touch-Steuerung mit Lautstärkeregler
Wo wir auch schon bei der Touch-Steuerung wären, die sich ausführlich personalisieren lässt. Beide Earbuds lassen sich unabhängig voneinander entweder mit einem voreingestellten Bedienprofil ausstatten – etwa zur Wiedergabesteuerung oder ANC-Regelung – oder sogar komplett benutzerdefiniert belegen. Dabei findet sogar die Lautstärkeregelung Beachtung und kann entweder durch mehrfaches oder langes Tippen sinnvoll justiert werden.
Diese Bedienfreiheit hält auch dem Praxistest stand, die Kopfhörer reagieren verlässlich und fehlerfrei auf unsere Eingaben – wenn auch manchmal etwas empfindlicher auf versehentliche Kommandos. Sollte dich das zum Beispiel beim Sport oder dem Tragen einer Kopfbedeckung stören, kannst du die Touch-Steuerung aber auch temporär komplett deaktivieren.
ANC auf einem Niveau mit Bose und Apple?
Mittlerweile mindestens so wichtig wie der Sound dürfte vielen die aktive Geräuschunterdrückung sein. Hier gelten im In-Ear-Sektor besonders die AirPods Pro 3 und die Bose QuietComfort Ultra Earbuds (2. Gen.) als Referenz. Erstere setzen sich mit dem besten Transparenz-Modus auf dem Markt von der Konkurrenz ab und Letztere sorgen auch ohne gleichzeitige Musikwiedergabe am ehesten für Stille. Aber wo ordnen sich die Sony WF-1000XM6 hier ein? Wir greifen schon mal vor: Das Niveau ist ähnlich hoch.

Um ans Ziel zu gelangen, ist mit den WF-1000XM6 aber jedenfalls bei uns etwas mehr Frickelarbeit vonnöten, um den idealen Aufsatz und Halt zu erreichen. Die Buds sind recht groß, verzichten aber auf eine Silikonfinne, die zum Beispiel bei den QuietComfort Ultra Earbuds (2. Gen.) das Einsetzen erleichtert. Wenn du zu Beginn vom ANC der WF-1000XM6 enttäuscht bist, empfehlen wir dir also, noch ein wenig herumzuprobieren und auch den Passtest in der Sound Connect App in Anspruch zu nehmen.
Sobald die WF-1000XM6 aber einmal richtig sitzen, leistet die aktive Geräuschunterdrückung direkt ganze Arbeit. Die WF-1000XM6 eliminieren sonore Hintergrundgeräusche und auch das Rauschen der benachbarten Straße vollends und leisten auch bei Stimmen ganze Arbeit. Das kommt den Top-Modellen von Apple und Bose schon gefährlich nah, muss sich insgesamt aber ganz knapp geschlagen geben. Der Transparenz-Modus gefällt uns besser als bei den QuietComfort Ultra Earbuds (2. Gen.), kann aber nicht mit der Natürlichkeit der AirPods Pro 3 mithalten. Dafür lässt er sich in 20 Stufen regeln.
Sony WF-1000XM6: Smarter ANC-Assistent
Ebenfalls interessant: Über die adaptive Geräuschsteuerung können die WF-1000XM6 lernen, bei welchen Aktivitäten du welche ANC-Einstellungen präferierst. Dafür registriert die App, wenn du läufst, ruhst oder spazieren gehst, und lässt dich diverse Profile für die jeweiligen Situationen anlegen. Das kommt zwar noch nicht an die Soundzonen von Sennheiser heran, die ganze Einstellungen an Orte knüpfen, ist aber trotzdem ein nettes Gimmick.
Der Praxis-Check: Akku, Bluetooth und Co.
Während ANC und Sound spürbar einen Schritt nach vorn gemacht haben, treten die WF-1000XM6 bei der übrigen Ausstattung eher auf der Stelle. Die Akkulaufzeit etwa beläuft sich weiterhin auf acht Stunden bei ANC-Nutzung und bis zu 24 Stunden mit dem Ladecase, was identisch mit dem Vorgängermodell ist. Die Technics EAH-AZ100 leisten da mit zehn Stunden am Stück noch mehr, acht Stunden sind aber auch schon wirklich ordentlich. Sony hatte hier schon mit den WF-1000XM5 so viel Power geliefert wie Apple mit den AirPods Pro 3. Auf der Höhe der Zeit sind die XM6 also trotz des fehlenden Upgrades allemal.

Gleiches gilt für die unterstützten Bluetooth-Codecs. Hier vertraut Sony neben SBC und AAC weiterhin auf den eigenen höherauflösenden Codec LDAC, aptX wird nicht unterstützt. Dank Bluetooth-Standard 5.3 stehen auch LC3 und Auracast auf der Feature-Liste, für letzteres fehlt aber weiterhin die App-Einbindung. Du kannst Auracast also nur mit einem kompatiblen Smartphone nutzen, das selbst über ein entsprechendes Auracast-Menü verfügt. Multipoint ist hingegen weiterhin über die App nutzbar und ermöglicht die Verbindung mit bis zu zwei Geräten gleichzeitig.

Auch die IP-Schutzklasse bekommt kein Upgrade spendiert, was schon eher negativ ins Gewicht fällt. Hier bieten auch die Sony WF-1000XM6 „nur“ IPX4 und damit Schutz gegen Spritzwasser. Für ausführliche Jogging-Trips im Regen oder schweißtreibende Workouts würden wir die Kopfhörer also nur bedingt empfehlen, Apples AirPods Pro 3 (IP57) und sogar die günstigen EarFun Air Pro 4+ (IP55) bieten mehr.
Auto-Switch: Ein verstecktes Feature
Weiterhin an Bord ist die Auto-Switch-Funktion. Nennst du einen Sony LinkBuds Speaker dein Eigen, kannst du die WF-1000XM6 mit dem Bluetooth-Lautsprecher koppeln, sodass die Wiedergabe automatisch zwischen den Endgeräten wechselt, sobald du die Kopfhörer ablegst oder ins Ohr steckst. Leider unterstützen andere Bluetooth-Speaker der Marke, wie etwa der Sony Ult Field 5, die Funktion nicht, bisher hat Sony die Kompatibilität nur aufseiten der Kopfhörer ausgeweitet.
Design: Die Sony WF-1000XM6 haben spürbar zugelegt
Die buchstäblich größte und wohl auch kontroverseste Änderung haben die Sony WF-1000XM6 beim Design zu verbuchen. Denn schon im Gewicht schlägt sich nieder, was spätestens bei den Buds sichtbar wird: Die In-Ears haben zugelegt. Wo man sich von XM4 (7,3 Gramm je Bud) zu XM5 (5,9 Gramm) noch für eine spürbare Reduzierung des Gewichts entschied, sind die WF-1000XM6 wieder schwerer und reihen sich mit 6,5 Gramm je Earbud zwischen ihren Vorgängern ein.

Das hinterlässt auch optisch seine Spuren. Im direkten Vergleich mit den WF-1000XM5 wirken die XM6 wirklich wuchtig und erinnern damit eher an die Google Pixel Buds Pro der ersten Generation. Der Sitz ist trotzdem gut, die Sony WF-1000XM6 ragen aber etwas weiter aus der Ohrmuschel heraus. Beim Tragekomfort sehen wir – nicht zuletzt wegen des geringeren Gewichts – die WF-1000XM5 vorn.
Auch beim Ladecase hat sich einiges getan. Die Sony WF-1000XM6 zeigen klare Kante und verabschieden sich vom abgerundeten Handschmeichler der Vorgängergeneration. Dadurch sieht das Ladecase etwas schnittiger aus und steht noch etwas souveräner aufrecht. Allerdings ist auch das Case größer geworden und dürfte sich so in der Hosentasche noch deutlicher abzeichnen.

Abgesehen von Gewicht und Formfaktor nehmen wir die Verarbeitung aber als mindestens gleichwertig und teilweise sogar hochwertiger wahr. Sony verzichtet bei den Buds jetzt vollends auf Hochglanz-Plastik, was die WF-1000XM6 resistenter gegen Fingerabdrücke und Co. macht. Die Verarbeitung des Ladecases ist makellos.
Unser Fazit zu den Sony WF-1000XM6
Die Sony WF-1000XM6 setzen klangtechnisch neue Maßstäbe und dürften allein schon deshalb in allerlei Kaufempfehlungen und Warenkörben landen. Sony ruht sich nicht auf dem Erfolg des Vorgängers aus, sondern denkt die beliebten In-Ears weiter, trifft designtechnisch mutige Entscheidungen und liefert ein hochwertiges Produkt ab, das sich zu Recht die Auszeichnung Testsieger sichert.
Die stagnierende Akkulaufzeit und das etwas grobschlächtigere Design sind angesichts der Verbesserungen in puncto Sound und ANC definitiv verschmerzbar, sollten bei der Kaufentscheidung aber trotzdem berücksichtigt werden. Eine uneingeschränkte Upgrade-Empfehlung für eingefleischte Nutzer:innen der WF-1000XM5 sprechen wir deshalb nicht aus.
Die Sony WF-1000XM6 findest du bei MediaMarkt:
| Technische Daten | |
| Bluetooth-Version | 5.3 |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, LDAC, LC3 |
| Akku-Kapazität / Laufzeit | Earbuds: 8 Std. (ANC ein), 12 Std. (ANC aus) / Gesamtlaufzeit mit Case: 24 Std. |
| Anschlüsse des Ladecase | USB-C, Kabellos |
| Schnellladefunktion | Ja (3 Min. Laden für 60 Min. Wiedergabe) |
| Noise Cancelling | Ja |
| Wasser- und Staubschutz | IPX4 |
| Gewicht | 6,5 g (ein Earbud) / 47 g (Ladecase |
| Preis | 299 Euro |
Doch nicht die richtigen Kopfhörer für dich? In unserer Bestenliste findest du alle In-Ear-Kopfhörer, die wir getestet haben:







