Startseite Fernseher TV-Helligkeit: So hell sollte dein Fernseher sein!

TV-Helligkeit: So hell sollte dein Fernseher sein!

Je heller dein Fernseher, desto besser? Das kommt ganz darauf an. Wir haben recherchiert und getestet, wie hell dein TV wirklich sein sollte.
Spitzenhelligkeit - Wie hell muss mein TV sein? Bild: Samsung

Spätestens, wenn es um Fernseher für helle Räume oder HDR geht, kommt das Thema Spitzenhelligkeit auf. Die großen Hersteller überbieten sich regelmäßig mit neuen Spitzenhelligkeits-Rekorden in den Spitzenmodellen. Einmal abgesehen davon, dass die höchsten Helligkeiten oft Labor-Bedingungen ermittelt werden, stellt sich eine grundsätzliche Frage:  Wie hell muss dein Fernseher wirklich sein? .

Was ist Spitzenhelligkeit?

Hältst du nach dem besten Fernseher Ausschau, hast du sicher schon von der Spitzenhelligkeit gelesen. Gemeint ist damit, wie hell ein Fernseher maximal werden kann. Also nicht unbedingt, wie hell der TV im normalen Betrieb ist. Sondern wie hell er wird, wenn er sehr feine, helle Details in HDR-Filmen wie Lichtblitze oder grelle Scheinwerfer wiedergeben soll. 

Angegeben wird die Spitzenhelligkeit in der Regel in Nits. Das ist eine andere Bezeichnung für Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Im Grunde zeigt der Wert, wie viel Licht pro Quadratmeter Fläche zur Verfügung steht – die Leuchtdichte also.

Klingt ziemlich abstrakt? Um es anschaulicher zu machen, haben wir ein paar Beispiele zusammengestellt:

  Beispiel    cd/m² / Nits 
  Studiomonitor für SDR / HDTV    100
  Studiomonitor für HDR / 4K-Ultra-HD    1000 bis 4000
  Weiße Zimmerwand bei Tageslicht   ca. 50 – 1500 je nach Sonne
  LED-TV   ca. 300 – 2000 je nach Modell

 

TCL C845 TV-Helligkeit
Damit ein Fernseher selbst im hellen Raum kontrastreich erscheint, benötigt er viel Spitzenhelligkeit.

Je höher der Wert, desto heller können Highlights für HDR ausfallen. Die Spitzenhelligkeit und der Schwarzwert haben also einen großen Einfluss darauf, wie gut HDR-Inhalte aussehen können. Außerdem zeigt eine hohe Spitzenhelligkeit, dass der Fernseher ebenfalls großflächig hell werden kann. Das ist dann wichtig, wenn du gerne bei Tageslicht Filme oder Serien schaust oder wenn du das Maximum an Helligkeit in Spielen herausholen möchtest.

Die Fernseher mit den besten Bild-Wertungen bieten alle eine hohe Spitzenhelligkeit und befinden sich vorne in unserer Fernseher-Bestenliste:

SDR-Spitzenhelligkeiten  – dein Raum spielt eine entscheidende Rolle

Schaust du TV-Sendungen oder DVDs häufiger als Netflix und Co. in HDR, wirst du im Alltag häufig SDR-Inhalte konsumieren. SDR steht für Standard Dynamic Range und ist immer noch der meistgenutzte Standard in Full-HD oder HDTV.

Das Standard-TV-Bild wird in der Regel nach Rec.709-Standard referenziert, 100 Nits sind hier (im Produktionsstudio) an der Tagesordnung. Klar, in einem TV -Labor oder Heimkino-Raum kann man mit 100 Nits Filme schauen, aber unserer Meinung nach geht das an der Realität vorbei.

Wir bevorzugen für SDR-Material eine Spitzenhelligkeit um die 200 Nits, in einem maßvoll beleuchteten Raum. Die Grundeinstellungen der TV-Hersteller fallen allerdings sehr unterschiedlich aus. Panasonic nimmt gerne die 100 Nits in seinem True Cinema Mode als Voreinstellung, während Samsung- und TCL-Fernseher das andere Extrembeispiel darstellen und gerne die Leuchtdichte auf 300 bis 400 Nits aufdrehen.

Je mehr Reserven es in TV-Helligkeit gibt, desto eher kannst du nachjustieren. Schaust du etwa bei direkter Sonneneinstrahlung, können selbst bei 200 Nits Details verloren gehen. Einfache, günstige LED- und QLED-Fernseher schaffen auch 400 Nits, doch bei hellem Tageslicht haben sie trotzdem schlechte Karten, weil sie zu stark spiegeln und im Kontrast nicht mithalten können. Ein Vorhang am Fenster kann hier viel Gutes bewirken.

Spitzenhelligkeit bei HDR-Inhalten

Für ein überzeugendes Bild in HDRdas steht für High Dynamic Range – ist möglichst viel Spitzenhelligkeit von Vorteil. Denn beides in Verbindung sorgt für ein nuanciertes Bild mit einem, wie der Name schon verrät, hohem Dynamikumfang. Heißt, in einzelnen Szenen können unterschiedlich beleuchtete Areale eines Bildes besser dargestellt werden. Leuchtende Sterne an einem Nachthimmel etwa, die dich förmlich anstrahlen, oder funkelnde Feuerwerke, während dunkle Bereiche trotzdem noch Details aufweisen.

SDR HDR Vergleich - auch hier spielt die Spitzenhelligkeit eine Rolle
Im direkten Vergleich zaubert HDR ein wesentlich kontrastreicheres Bild mit einem erhöhten Farbumfang, auch wenn diese Darstellung den Effekt plakativ überzeichnet. | Bild: LG

HDR-Inhalte oder -Signale kommen immer mit sogenannten Metadaten daher: Informationen, die die eigentlichen Daten begleiten. Diese teilen dem Fernseher mit, welche Eckwerte die Videoproduktion berücksichtigt hat. Oft handelt es sich dabei um einen Leuchtdichtewert von 1.000 Nits. Es können aber auch mal 2.000 oder 4.000 Nits sein.

Unterschiede bei statischen und dynamischen HDR-Formaten

Wie wichtig die Spitzenhelligkeit genau ist, hängt von der Art des HDR-Formates ab.

HDR10 ist ein statisches Format. Hier wird die dynamische Spannweite filmübergreifend festgelegt. Je mehr Spitzenhelligkeit dein Fernseher aufbringt, desto besser in diesem Fall. Ist ein Film etwa mit 1.000 Nits gemastert, kann ein heller Fernseher dies locker verarbeiten und detailgetreu wiedergeben.
Dynamische HDR-Formate wie Dolby Vision oder HDR10+ auf der anderen Seite können die Dynamic Range pro Szene oder sogar pro Einzelbild dynamisch anpassen. „Der Grund, warum dynamische Metadaten überhaupt eingeführt worden sind, ist, weil die Fähigkeiten der Fernseher im Vergleich zu den Mastering-Monitoren sehr viel geringer sind“, erklärt uns Florian Friedrich, seines Zeichens selbst im Mastering-Prozess von Filmen involviert, im direkten Gespräch. Und das gilt insbesondere bei den Einstiegsfernsehern, die nur mäßige Spitzenhelligkeiten aufweisen.

Panasonic MXW834 Schrägansicht
Geräte ohne sehr viel TV-Helligkeit, wie der Panasonic MXW834, profitieren von dynamischen HDR-Formaten.

Damit diese mit ihren begrenzten Fähigkeiten das Maximum aus HDR-Inhalten herausholen können, müssen sie per Tone Mapping ihre Bandbreite an Helligkeitsunterschieden an das mit einem helleren Monitor gemasterte Bild eines Films anpassen. Das gelingt wesentlich besser, wenn pro Szene neu entschieden wird, wie die Helligkeit verteilt ist. Dann können sowohl helle als auch dunkle Szenen detailreicher wiedergegeben werden. Sehr helle Fernseher benötigen das in der Regel nicht – schlicht, weil sie auch ohne die dynamischen Metadaten bereits eine enorme Spannbreite an Helligkeitsunterschieden darstellen können.

Möchtest du noch mehr zur Zukunft von HDR bei Fernsehern und indirekt etwas zur Spitzenhelligkeit erfahren, schau dir unser Gespräch mit Florian Friedrich an:

Das bringen aktuelle Fernseher an TV-Helligkeit mit

Ob LG-Fernseher, Panasonic-TVs oder Fernseher von Samsung, Sony und Co.: Aktuelle Topmodelle liefern Spitzenhelligkeiten von teils mehr als 2.000 Nits. Allerdings hängt das mit der verwendeten Display-Technologie zusammen. OLED-Fernseher mit MLA schaffen mit neutralen Bildeinstellungen knapp über 1.500 Nits – die Displays sollen aber laut Hersteller bereits an die 3.000 Nits heranreichen.

QLED-Fernseher und Mini-LED-TVs erreichen locker 2.000 Nits Spitzenhelligkeit. Die Mini-LED-Technik ist aber noch längst nicht komplett ausgeschöpft. TCL und Hisense überbieten sich regelrecht mit TV-Helligkeiten und so sind schon Modelle mit bis zu 10.000 Nits auf dem Markt. Sony scheint in Zukunft ebenfalls verstärkt auf LED-Technik zu setzen und will mit dem Bravia 9 näher an die Referenzwerte von 4.000-Nits-gemasterten Studiomonitoren herankommen.

Ob OLED, QLED und LED, mit den heutigen Mitteln sind Fernseher schon richtig hell.

Wie hell ist zu hell? Oder gibt es überhaupt ein zu hell?

Natürlich brauchst du bei einer so hohen Leuchtdichte nicht Angst um deine Augen zu haben. Diese Extremwerte werden schließlich nicht auf dem gesamten Bild wiedergegeben. Vielmehr wird es genutzt, um Spitzenlichter noch weiter hervorzuheben und Highlights besser auszudefinieren.

Selbst, wenn das Bild dadurch zu hell wird: Eine Option zu haben, ist immer von Vorteil. Du kannst die Helligkeit einfach herunterregeln, wenn du dich geblendet fühlst. Falls dann doch der Kinoabend auf den Vormittag verlegt wird, bleibt dir genügend Spielraum für eine tolle Filmwiedergabe im Hellen.

Die Wahrnehmung von Helligkeit

Übrigens: Nur weil ein Fernseher womöglich bei der Spitzenhelligkeit die 10.000 Nits Grenze knackt, bedeutet das nicht gleich, dass du ihn zehnmal heller als einen Mittelklasse-OLED wahrnimmst. Leuchtdichte wird nämlich nicht linear empfunden. Ein Unterschied von 100 zu 50 Nits ist etwa wie die Farbe Weiß zu Grau, bei 1.000 und 1.500 Nits ist der vom Auge feststellbare Unterschied jedoch wesentlich kleiner.

Vergleich Wahrnehmung von Helligkeit in Abhängigkeit zur Umgebungshelligkeit
Helligkeit hängt von vielen Faktoren, wie der Umgebung, ab. Das Beispiel beweist es: Beide Kreise besitzen denselben Grauton.

Das hängt auch mit der Umgebungshelligkeit zusammen. Ist dein Raum schön hell, wirst du einen Wert von 2.000 Nits etwa als wesentlich „dunkler“ empfinden als in einem abgedunkeltem Raum. Weil du im Hellen zudem weniger Details in dunklen Szenen ausmachen kannst, solltest du für den vollen Genuss immer die Vorhänge zuziehen oder abends ohne Licht Filme und Serien konsumieren.

Du suchst nach einem Fernseher für helle Räume? Wir haben einige Modelle getestet und verraten dir hier unsere Favoriten:

Helligkeit beim Fernseher richtig einstellen

Damit du alles, was du mit deinem TV ansehen oder wiedergeben möchtest, genießen kannst, solltest du nach den eigenen Wünschen den Fernseher einstellen. Dazu zählt auch die Helligkeit, die in dem Fall die Strahlkraft des Panels widerspiegelt.

Egal, was du hier einstellst, du regelst damit vor allem SDR-Inhalte. Der Grund: Spielst du etwas mit HDR ab, wird automatisch der höchste Helligkeitswert eingestellt, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Du kannst hier zwar ebenfalls nachregeln, das würden wir jedoch nicht empfehlen. Die maximale Leuchtdichte deines Fernsehers bringt HDR-Effekte erst so richtig zum Strahlen.

Gmaing-Overlay LG OLED B3 Helligkeitsanpassung Schwarzwert
Für noch mehr Kontrast abseits der Spitzenhelligkeit kannst du in Gaming-Menüs oft noch den Schwarzwert anheben. | Screenshot: Dotemu (TMNT: Shredder’s Revenge), LG

Neben der Helligkeit an sich ist der Video-Schwarzwert von Bedeutung – gerade bei Gaming-Fernsehern. Willst du dir im Multiplayer den Sieg sichern, solltest du die dunklen Bereiche feinjustieren. Das sorgt für mehr Überblick, da du in den dunkleren Bereichen des Bildes ganz einfach mehr erkennen kannst. Das Licht solltest du dennoch ausschalten, insbesondere, wenn du in HDR zockst.

Fazit: Wie hell muss er denn nun sein, dein TV?

Ob jetzt 10.000 Nits wirklich notwendig sind, lassen wir mal dahingestellt. Fest steht aber, dass eine höhere Spitzenhelligkeit immer nur Vorteile mitbringt.

Zum einen hast du mehr Spielraum, wenn du doch einmal die Helligkeit herunterregeln möchtest. So kannst du bei allen Lichtverhältnissen das Maximum aus deinem Fernseher herauskitzeln. Zum anderen sehen Inhalte, insbesondere HDR-Content, einfach besser, nuancierter und dynamischer aus. Möchtest du, dass deine Filme, Serien oder Videospiele sich von ihrer besten Seite präsentieren, lohnt daher ein Blick auf die Spitzenhelligkeit der jeweiligen Geräte.

zur Startseite Beitrag kommentieren
Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit * oder gekennzeichnete. Mehr Infos.
Türkçe Dublaj Filmler
get_template_part('partials/footer/taboola-flush');